Gaskammer (Massenmord)

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Gaskammer im KZ Stutthof (2007)

Gaskammern waren Einrichtungen in sechs Tötungsanstalten, mehreren Konzentrationslagern und in Vernichtungslagern, in denen während der Zeit des Nationalsozialismus Menschen durch Kohlenstoffmonoxid oder Cyanwasserstoff (Blausäure) ermordet wurden. Das Kohlenstoffmonoxid wurde direkt aus Gasflaschen eingeleitet oder durch Kfz-Motoren produziert, deren Abgase eingeleitet wurden. Dabei setzte man auch Gaswagen als fahrbare Gaskammern ein. Für die Vergiftung mit Blausäure fand vor allem Zyklon B Verwendung.

Erste Gaskammer in Posen

Im Oktober 1939 wurden im Fort VII in Posen in einer provisorischen Kammer erstmals „Probevergasungen“ durchgeführt, bei denen eine unbekannte Anzahl von psychisch Kranken ermordet wurde.[1] Nach Zeugenaussagen war August Becker dabei anwesend, der wenig später – im Januar 1940 – Probevergasungen für die Aktion T4 in der NS-Tötungsanstalt Brandenburg beaufsichtigte.[2] Wahrscheinlich am 13. Dezember 1939 wohnte der Reichsführer-SS Heinrich Himmler als Beobachter einer Vergasungsaktion bei.[3]

Die Morde wurden mit Kohlenstoffmonoxidgas (CO) ausgeführt, das aus Stahlflaschen eingeleitet wurde. Es ist nicht ausgeschlossen, dass bei einer der Probevergasungen auch Zyklon B eingesetzt wurde.[4]

Die Gaskammer in Fort VII wurde nur im November und Dezember 1939 benutzt.[5] Man schätzt, dass im Fort VII in Posen bis zu 400 psychisch Kranke ermordet wurden.[6] Nach Darstellung von Volker Rieß ging die Initiative zur Tötung von Geisteskranken von den Chefs der Zivilverwaltung und den Gauleitern Franz Schwede-Coburg, Albert Forster und Arthur Greiser aus, die sich unmittelbar oder über Höhere SS- und Polizeiführer an Himmler wandten, der nach Genehmigung durch Adolf Hitler Personal zur Verfügung stellte.[7] Weitere Patienten wurden anschließend von einem Sonderkommando unter Herbert Lange in einem getarnten Gaswagen durch reines Kohlenstoffmonoxidgas ermordet.

Gaskammern der Aktion T4

Die Gaskammer in Hadamar

Aufgrund eines auf den 1. September 1939 rückdatierten Ermächtigungsschreibens von Adolf Hitler waren einzelne schwerst-behinderte Kinder als „lebensunwert“ durch Medikamente getötet worden. Die vorgebliche „Euthanasie“ Einzelner wurde mit der Aktion T4 zur Beseitigung von ganzen Gruppen arbeitsunfähiger „Ballastexistenzen“ fortgesetzt.

Im „Alten Zuchthaus“ in der Stadt Brandenburg wurde im Januar 1940 vor den Augen ausgewählter Ärzte erprobt, wie die zum „Gnadentod“ bestimmten Opfer am zweckmäßigsten zu töten seien.[8] Während einer kleineren Gruppe Injektionen mit einer Mischung der Alkaloide Morphin und Scopolamin, so genanntes Morphium-Scopolamin in letaler Dosis injiziert wurde, wurden andere psychisch erkrankte Personen in einer dazu hergerichteten Gaskammer ums Leben gebracht. Das vom Kriminaltechnischen Institut der Sicherheitspolizei (KTI Berlin) empfohlene Kohlenstoffmonoxid-Gas erwies sich als geeignet.

Das KTI trat später auch förmlich als Besteller auf, so dass die Wirtschaftsabteilung der Aktion T4 als eigentlicher Auftraggeber verborgen blieb. Das Kohlenstoffmonoxidgas wurde in eigens beschafften und modifizierten Druckflaschen von 40 Litern Rauminhalt (entsprechend ca. 6 Kubikmeter Gas) vom Werk Ludwigshafen der I.G. Farben geliefert.

In Brandenburg wurde die Gaskammer als Inhalationsraum bezeichnet, später als Baderaum getarnt und mit gekachelten Wänden und Duschattrappen ausgestattet. Dicht über dem Fußboden der Gaskammer war ein mehrfach durchbohrtes Rohr verlegt. Die Gasflaschen standen im Nebenraum; die Ventile wurden stets von einem Arzt bedient. Über die Wirkungsweise des Gases gibt es widersprüchliche Aussagen. Während mehrere Mittäter als Zeugen vor Gericht behaupteten, dass die Opfer binnen 3 bis 15 Minuten sanft eingeschlafen seien, wollen andere bei den Menschen Atemnot und Krämpfe beobachtet haben.

Ab September 1940 wurden auch die offiziell als arbeitsfähig eingestuften jüdischen Heilanstaltsinsassen nach Brandenburg geschafft und getötet. Als die „Euthanasieaktion“ in der Bevölkerung gerüchtweise bekannt wurde und Beunruhigung auslöste, beendete man am 24. August 1941 die Vergasungen in den Tötungsanstalten. Insgeheim gingen die Massentötungen andernorts in sehr vielen Heilanstalten weiter, indem man den Opfern ausreichende Nahrung vorenthielt oder ihnen missbräuchlich Medikamente wie Luminal verabreichte, um sie zu töten.

Für die NS-Tötungsanstalt Brandenburg werden insgesamt 8.989 Opfer genannt, die durch Kohlenstoffmonoxid vergiftet wurden. Bei der NS-Tötungsanstalt Grafeneck, die im Dezember 1940 aufgelöst wurde, sind in den zehn Monaten ihres Bestehens 9.839 Tötungen durch Gas nachweisbar. In der NS-Tötungsanstalt Hadamar, das die Nachfolge von Grafeneck übernahm, wurden mindestens 10.072 Menschen in der Gaskammer umgebracht. Für die NS-Tötungsanstalt Bernburg werden 9.385 Opfer genannt, die in der Gaskammer ermordet wurden. Für die NS-Tötungsanstalt Hartheim wird eine Gesamtzahl von 18.269 Toten angegeben. In der NS-Tötungsanstalt Sonnenstein, wo auch viele sowjetische Kriegsgefangene im Rahmen der Aktion 14f13 vergast wurden, sind 13.720 Menschen umgebracht worden.

Gaswagen

Anfänge

Kurz nach der Besetzung Polens wurden die dortigen Heil- und Pflegeanstalten nach Opfern durchkämmt, die von den Nationalsozialisten als „lebensunwert“ erachtet wurden. Diese wurden meist erschossen. Fast zeitgleich – das genaue Datum ist umstritten – mit den Probevergasungen vom Januar 1940[9] in der NS-Tötungsanstalt Brandenburg/Havel wurde in Ostpreußen und Polen vom Sonderkommando Lange ein LKW-Anhänger als mobile Gaskammer eingesetzt. Es handelte sich hierbei um einen durch die Aufschrift „Kaiser’s Kaffee Geschäft“ getarnten Anhänger, in den reines Kohlenstoffmonoxidgas aus einigen in der Zugmaschine mitgeführten Stahlflaschen eingeleitet wurde.[10] Dieses Gespann wurde nur von Januar 1940 bis Juli 1941 eingesetzt,[11] da die Anlieferung der Gasflaschen aus Ludwigshafen nicht praktikabel war.

Auf Anregung von Heinrich Himmler wurden im Herbst 1941 in Mogilew[12] Tötungsversuche mit Autoabgasen durchgeführt, um die Erschießungskommandos künftig von ihren blutigen Mordtaten entlasten zu können. Am 3. November 1941 wurde ein Gaswagen in Sachsenhausen erprobt; dabei tötete man 30 sowjetische Kriegsgefangene mit Motorabgasen. Wahrscheinlich wurden dort auch ein zweiter, größerer Saurer-Lastwagen geprüft und weitere Probevergasungen durchgeführt.[13]

Einsatzorte

Seit Dezember 1941 waren Gaswagen in Chelmno/Kulmhof stationiert, aber auch in Riga, im Wartheland und bei vier Einsatzgruppen im Einsatz.[14] 1942 wurde ein Gaswagen aus Berlin zum Einsatz in das besetzte Serbien beordert. Zwischen März und Juni 1942 wurden 7.500 Juden, Roma und Sinti aus dem seinerzeit auf kroatischem Gebiet liegenden KZ Sajmište auf der Fahrt mitten durch Belgrad nach Jajinci,[15] wo die Leichen in eine Grube geworfen wurden, ermordet. Nach diesem Einsatz wurde der Gaswagen per Bahn nach Berlin überstellt und nach einer Überholung anschließend bei der Einsatzgruppe B in Weißrussland (Minsk) eingesetzt. Auch bei den KdS-Dienststellen, den Nachfolgeinstitutionen der Einsatzgruppen, wurden sie teilweise für die Hinrichtung von Häftlingen – vor allem von Juden – verwendet, so z. B. in Kiew 1942/43.

In Mogilew nutzte die Gruppe 570 der Geheimen Feldpolizei zwischen Ende April und Juni 1944 einen provisorisch umgerüsteten Beute-Lastwagen als Gaswagen.[16]

Technik

Beim Bau dieser Gaswagen beriet das Kriminaltechnische Institut der Sicherheitspolizei in Berlin die Auftraggeber. Das Referat II D 3 a des RSHA unter Walter Rauff ließ sechs kleinere 3,5-t-Lastwagen der Marke Diamond und Opel-Blitz umrüsten und bestellte Ende 1941 die ersten fünf von insgesamt 30 Saurer-Wagen, die größer waren und bis zu 100 Personen fassten.[17] In Chelmno war auch ein Renault-LKW mit Ottomotor eingesetzt.

Die Kastenaufbauten mit dicht schließender Flügeltür am Heck wurden von der Firma Gaubschat / Berlin-Neukölln geliefert. Die Umrüstung zum Gaswagen wurde in der Werkstatt des Referates II D 3 a vorgenommen. Der Zeuge Harry Wentritt schilderte dies 1961 vor dem Gericht in Hannover so:[18]

„Dort wurde am Auspuff ein Abgasschlauch angebracht, der von außen zum Boden des Wagens geführt wurde. In diesen Wagen bohrten wir ein Loch im Durchmesser von etwa 58 bis 60 mm, in Stärke des Auspuffrohres. Im Wageninnern, über diesem Loch, wurde ein Metallrohr (Auspuffrohr) angeschweißt, das mit dem von außen herangeführten Abgasschlauch verbunden war bzw. verbunden werden konnte. Bei Anlassen des Motors und nach hergestellten Verbindungen gingen die Auspuffgase des Motors durch den Auspuff in den Abgasschlauch und von dort in das im Wageninneren angebrachte Auspuffrohr, wo das Gas sich dann verteilte.“

Der Kastenanbau war innen mit Blech verkleidet und mit einem ausziehbaren Rost ausgestattet. Ein anfangs angebrachtes kleines Sichtfenster wurde bei späteren Versionen weggelassen.

Tötung

Je nach Größe der wie Möbelwagen aussehenden LKWs wurden 25 bis 50 Opfer zum Einsteigen genötigt. Der Motor wurde für wenigstens zehn Minuten betrieben. Während dieser Zeit waren oft Schreie und Klopfen der eingeschlossenen Menschen zu hören, die in Todesangst zur fest verriegelten Tür drängten. Der zur Inspektion beorderte Chemiker August Becker schrieb:[19]

„Die Vergasung wird durchweg nicht richtig vorgenommen. Um die Aktion möglichst schnell zu beenden, geben die Fahrer durchweg Vollgas. Durch diese Maßnahme erleiden die zu Exekutierenden den Erstickungstod und nicht wie vorgesehen, den Einschläferungstod. Meine Anleitungen haben nun ergeben, daß bei richtiger Einstellung der Hebel der Tod schneller eintritt und die Häftlinge friedlich einschlafen.“

Wenn der CO-Gehalt im Wagen den Wert von 1 Prozent überstiegen hatte, traten tiefe Bewusstlosigkeit und dann der Tod ein.

Nach einem erhaltenen Dokument vom 5. Juni 1942 waren seit Dezember 1941 in drei derartigen in Kulmhof tätigen Gaswagen 97.000 Juden getötet worden.[20]

Chełmno

Im Chełmno/Kulmhof waren zwei (zeitweilig auch drei) Gaswagen stationiert. In den größten Lastwagen, der einem dunkel angestrichenen Möbelwagen glich, wurden 100 bis 120 Personen hineingezwängt.[21] Dort wurden allein im Januar 1942 10.003 Personen ermordet. Die Vernichtungsaktion wurde im März 1943 vorübergehend beendet, Ende Mai 1944 jedoch wieder aufgenommen und bis Januar 1945 fortgeführt.

Frühe polnische Schätzungen gingen von mehr als 300.000 Menschen aus, die in Chelmno durch Motorabgase ermordet wurden. Anfang der 1960er-Jahre stellten Gerichte eine Mindestzahl von 152.676 Opfern fest; sie stützten sich dabei ausschließlich auf noch vorhandenes urkundliches Material.[22][23]

Gaskammern in Auschwitz

Ort der ersten Vergasungen in Auschwitz: Keller von Block 11

Himmler beauftragte Rudolf Höß, der als Kommandant im KZ Auschwitz I (Stammlager) sowie im Vernichtungslager KZ Auschwitz-Birkenau eingesetzt war, eine quasi industrielle Tötungsmethode zur Durchführung des Massenmordes an den Juden zu finden.

Für die Vergasungen in Auschwitz wurde ausschließlich das blausäurehaltige Entwesungsmittel Zyklon B benutzt. Der dem Mittel ursprünglich beigefügte Warn- und Riechstoff wurde vom Hersteller aufgrund kriegsbedingten Mangels reduziert und entfiel spätestens ab Juni 1944 gänzlich. Bereits ein Jahr früher, im Juni 1943, hatte es allerdings schon Lieferungen ohne Warnstoff nach Auschwitz gegeben, die Kurt Gerstein angefordert hatte.

Eine erste Massenvergasung fand im KZ Auschwitz I (Stammlager) statt. Ende des Jahres 1941, möglicherweise sogar schon Anfang September, wurden auf Initiative von Schutzhaftlagerführer Karl Fritzsch im Keller von Block 11 etwa 250 selektierte Kranke und 600 sowjetische Kommissare und Offiziere durch Zyklon B vergast.

Krematorium Auschwitz I mit Gaskammer im Keller
  • Kurz danach wurde der Leichenkeller des Krematoriums im Stammlager, der über eine Entlüftungsanlage verfügte, zu einer Gaskammer umgerüstet, indem man drei Einschüttöffnungen in die Decke schlug. Dort wurden noch im Dezember 1941 etwa 900 sowjetische Kriegsgefangene durch Gas ermordet. Diese erste Gaskammer in Auschwitz wurde bis zum April 1942 benutzt; das zugehörige Krematorium wurde im Juli 1943 entkernt und später zu einem Luftschutzbunker für die Wachmannschaft umgebaut. – Die heute im Stammlager gezeigte Gaskammer ist eine Rekonstruktion.

In Auschwitz-Birkenau gab es in sechs verschiedenen Gebäuden Gaskammern, die jedoch nicht alle zum gleichen Zeitpunkt benutzbar waren.

  • Im Frühjahr 1942 wurden in Auschwitz-Birkenau in einem Bauernhaus (dem „roten Haus“, oft auch als Bunker I bezeichnet) zwei Gaskammern eingerichtet und für Massentötungen benutzt. Dieses Gebäude wurde Ende 1942 abgerissen.
  • Ende Juni 1942 wurden in einem zweiten Bauernhaus („weißes Haus“ oder Bunker II) vier Räume als Gaskammern genutzt. Diese Anlage wurde bis Frühjahr 1943 betrieben und ab Mai 1944 (unter der Bezeichnung Bunker V) zeitweilig wieder verwendet. Die Grundmauern dieses Anfang 1945 von der SS zerstörten Gebäudes sind freigelegt und umfassen eine Fläche von 105 Quadratmetern.

Am besten dokumentiert sind vier Krematorien (Nummer I bis IV) mit Gaskammern in Auschwitz-Birkenau, die zwischen März und Juni 1943 fertiggestellt wurden und für die man die Bauunterlagen aufgefunden hat. Einige Male wird dort die Tarnsprache außer acht gelassen; es wird über Arbeiten an der Gaskammer und beheizbare (!) Leichenkeller berichtet, ferner sind Empfangsbestätigungen für gasdichte Türen oder Bestellungen von Gasprüfgeräten für Cyanwasserstoff erhalten. Heinrich Messing, Klempner der Firma Topf und Söhne, notiert auf Montage in Auschwitz auf seinem Arbeitszettel 13. März 1943, 15 Arbeitsstunden, Be- und Entlüftungsanlagen im Keller I in Betrieb genommen. Keller I war die Gaskammer, in der folgenden Nacht wurden hier 1492 Juden aus Krakau umgebracht.

  • Die Krematorien II und III waren weitgehend baugleich und hatten nach Angaben der SS-Zentralbauleitung eine Kapazität von je 1440 Leichenverbrennungen in 24 Stunden.
    Ruinen Krematorium II, der lange Gang hinter der Treppe war der Entkleideraum für die Gaskammer
    Ruinen von Krematorium III mit Gaskammer

Im Kellergeschoss befanden sich ein Auskleideraum sowie eine beheiz- und belüftbare Gaskammer. Ende 1943 wurden die etwa 210 Quadratmeter großen Gaskammern geteilt, so dass nun 500 bis 700 selektierte Erwachsene und Kinder eines Transports auf etwa 100 Quadratmetern zusammengedrängt und getötet werden konnten. Dazu wurde Zyklon B in eine aus Drahtgitter bestehende Vorrichtung geschüttet und in eine Drahtgittersäule abgelassen. Der Tod trat nach Zeugenaussagen binnen 5 bis 15 Minuten ein. Nach 30 bis 40 Minuten Lüftungszeit mussten Häftlinge des sogenannten Sonderkommandos die Ermordeten herauszerren, ihnen Goldzähne herausreißen und die Leichen mit einem Lastenaufzug zu den Muffelöfen transportieren. Im Dachgeschoss waren Räume für die Mitglieder des Sonderkommandos eingerichtet.

Ruinen von Krematorium IV mit integrierter Gaskammer
  • Die Krematorien IV und V hatten nach den Angaben der SS-Zentralbauleitung eine Verbrennungskapazität von je 768 Leichen innerhalb von 24 Stunden. Diese Bauten waren nicht unterkellert; ihnen war eine Baracke als Auskleideraum vorgeschaltet. Es gab jeweils zwei Gaskammern von je 100 Quadratmetern Fläche. Das Zyklon B wurde bei diesen Gebäuden durch eine an der Wand angebrachte Vorrichtung eingebracht.

Zuerst wurden Frauen und Kinder in den vorgeblichen Duschraum geführt, danach die Männer hineingedrängt. Um die Opfer zu täuschen und eine Panik zu verhindern, die den reibungslosen Ablauf des Massenmordes gestört hätte, waren mehrsprachige Schilder wie “Zum Bade” und “Zur Desinfektion” angebracht. Gelegentlich gab es beruhigende Anweisungen zur Tarnung. Potentielle Unruhestifter wurden gegebenenfalls zuvor ausgesondert und an einem anderen Ort erschossen.

Mit Sicherheit befanden sich in der Gaskammer des zuletzt fertiggestellten Krematoriums II (Fertigstellung 25. Juni 1943; Zählweise mit Krematorium im Stammlager) nicht funktionierende Duschbrausen. Dies ist mehrfach bezeugt und wird damit erklärt, dass anfänglich im Keller tatsächlich eine Duschanlage geplant war, um eine gerade aufgeflammte Fleckfieberepidemie durch verbesserte Hygiene bekämpfen zu können. – Es gibt mehrere Hinweise darauf, dass weitere Gaskammern zu einem späteren Zeitpunkt (nicht vor Herbst 1943) mit Brausekopfattrappen nachgerüstet wurden. Auch Rudolf Höß bestätigt dies mit seiner Beschreibung des Vernichtungsvorgangs: „… Die Juden (gingen) in die Gaskammer, die mit Brausen und Wasserleitungsröhren versehen völlig den Eindruck eines Baderaums machte.“

Am 7. Oktober 1944 wagten die Mitglieder des Sonderkommandos von Krematorium III einen Aufstand. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, das Gebäude brannte aus und wurde abgerissen. Ende November wurden die Vergasungen auf Himmlers Geheiß eingestellt. Am 20. und 21. Januar 1945 wurden die Krematorien I, II und VI gesprengt.[24] Holocaustleugner wie David Irving argumentieren, dass deshalb ein „Sachbeweis“ für die Existenz dieser Gaskammern nicht erbracht werden könne. Gleichwohl lässt die Konvergenz der Beweise (Blaupausen, Korrespondenzen, Abrechnungen, Zeugenaussagen und Geständnisse der Täter) keinen vernünftigen Zweifel zu.[25]

Gaskammern in Vernichtungslagern Ostpolens

Im Rahmen der Aktion Reinhard, die SS-Brigadeführer Odilo Globocnik im Auftrag Himmlers leitete, wurden in Ostpolen drei Vernichtungslager errichtet, für die später Christian Wirth als Inspekteur eingesetzt wurde (Belzec, Sobibor und Treblinka).

Belzec

Beim Bau des Vernichtungslagers Belzec, der am 1. November 1941 begann, wurde eine Baracke eingeplant, die drei Gaskammern enthielt. Diese Baracke war 12 m lang und 8 m breit. Von einem Korridor aus gelangte man durch eine Tür in eine der Kammern, die eine zweite Tür an der Außenwand besaß. Diese schlug nach außen auf. Alle Türen waren dicht mit Gummi beschlagen und aus starkem Holz gefertigt. Die Zwischenräume der doppelschaligen Bretterwand waren mit Sand gefüllt. Im Inneren waren die Wände mit Pappe beschlagen, der Fußboden und die Seitenwände wurden bis zu einer Höhe von 1,10 m mit Zinkblech verkleidet. Zur Täuschung der Opfer waren Brausedüsen angebracht. Knapp über dem Fußboden verlief ein Rohr, aus dem Gas eingeleitet werden konnte.[26]

Ende Februar 1942 wurden diese Gaskammern erprobt, indem man drei Transporte mit jeweils 400 bis 600 Juden ermordete. Ursprünglich plante und erprobte man die Verwendung von Kohlenstoffmonoxidgas aus Flaschen, mit dem man bei der Aktion T4 bereits Erfahrungen gesammelt hatte.[27][28] Doch dann wurden die Abgase eines Motors zum Vergasen benutzt.[29][30] Während im Gerstein-Bericht von einem Dieselmotor die Rede ist, berichtet ein anderer Tatzeuge, es habe dort zwei Motoren gegeben: Einen Dieselmotor als Generator für die Elektrizität des Lagers und einen Benzinmotor zur Vergasung. Vermutlich war dies der Ottomotor eines Panzerkampfwagens.[31]

Der organisierte fabrikmäßige Massenmord setzte mit einem Transport am 17. März 1942 ein. Während dieser Großaktion, die vier Wochen dauerte, wurden 80.000 Juden in Belzec umgebracht. Weitere 16.000 Juden wurden bis Mitte Juni 1942 ermordet; dann erfolgte ein Umbau der Gaskammern.

Das Holzgebäude wurde abgerissen und an seiner Stelle ein festes Gebäude von 24 m Länge und 10 m Breite gebaut. Es enthielt sechs Gaskammern unterschiedlicher Größe, die kaum höher als 2 m waren. Diese neuen Gaskammern konnten 1500 Menschen fassen. Die Vernichtungsaktion endete in Belzec Anfang Dezember 1942. Bis März 1943 wurden Leichen exhumiert und verbrannt. Die Gebäude wurden abgerissen, das Gelände wurde planiert und dort ein landwirtschaftlicher Betrieb eingerichtet.

In einer erstmals 2001 veröffentlichten Quelle, dem Höfle-Telegramm vom Januar 1943, wurde die Zahl der in Belzec ermordeten Juden mit 434.508 angegeben.

Sobibor

Im März 1942 begann der Bau des Vernichtungslagers Sobibor; es war Ende April einsatzbereit. Die ersten Gaskammern befanden sich in einem festen Ziegelsteingebäude mit Betonfundament. Innen gab es drei Gaskammern von je 16 Quadratmeter Größe. Die Angaben der später vor Gericht stehenden Täter über das Fassungsvermögen sind widersprüchlich und reichen von 40 bis über 150 Menschen, die in eine Kammer hineingepfercht werden konnten. Dem Eingang gegenüber gab es eine zweite Tür, aus der die Leichen herausgezerrt werden konnten. Sie wurden auf Loren geladen und in riesige Gruben geworfen. Ab Herbst 1942 wurden die Leichen in Gruben auf Rosten aus Eisenbahnschienen verbrannt.

Der Motor, dessen Abgase eingeleitet werden konnten, wird meist beschrieben als „schwerer russischer Benzinmotor mit mindestens 200 PS (V-Motor, 8 Zyl., wassergekühlt)“.[32] Möglicherweise handelte es sich jedoch um einen Flugzeugmotor aus den Beutebeständen der französischen Armee.[33] Auf Anregung eines Chemikers wurde der Motor auf eine bestimmte Drehzahl eingestellt. Die Opfer waren angeblich nach 10 Minuten tot.

In einer ersten Phase zwischen Mai bis Juli 1942 wurden mindestens 77.000 Juden in Sobibor ermordet. Ende Juli 1942 war die Bahnstrecke Lublin-Chelm wegen Reparaturarbeiten nur zeitweilig befahrbar.

Im September 1942 wurden in Sobibor die alten Gaskammern durch 6 neu erbaute ersetzt, die je 16 m² groß waren. Zum Jahresende wurde in einem Funkspruch, dem so genannten Höfle-Telegramm, die Anzahl der in Sobibor getöteten Juden mit 101.370 angegeben. Die Vernichtungsaktionen liefen weiter. Die Schätzungen der Gesamtzahl der Opfer liegen zwischen 150.000 und 250.000.[34] Dieter Pohl geht in einer Veröffentlichung aus dem Jahre 2011 von 152.000 Opfern aus.[35]

Treblinka

Mit der Errichtung eines dritten Vernichtungslagers begann man Ende Mai 1942 in Treblinka. Die Mordaktionen liefen im Juli 1942 an, obwohl das Lager noch nicht in allen Teilen fertig war. Die Gaskammern befanden sich in einem massiven Ziegelbau. Anfangs waren drei Gaskammern in Betrieb, von denen jede 4 mal 4 m groß und 2,60 m hoch war. Die Wände waren bis zu einer bestimmten Höhe weiß verkachelt; Wasserleitungen und Duschköpfe erweckten den Anschein eines Bades. Wie in Sobibor gab es zwei schwere Türen in jeder Kammer. In einem angebauten Raum stand ein Verbrennungsmotor, dessen giftige Abgase in die Gaskammern geleitet wurden. Für die Lager der „Aktion Reinhardt“ sind fast keine zeitgenössischen Akten erhalten; so ist nicht zu ermitteln, um welche Motoren es sich handelte.[36]

Die erste große Vernichtungsaktion in Treblinka dauerte vom 23. Juli bis 28. August 1942. Dabei wurden 268.000 Juden ermordet. Da die Gaskammern nicht ausreichten, wurden auch Erschießungen durchgeführt. Zum Ausheben von Leichengruben wurden Bagger eingesetzt; dennoch waren die Zustände so chaotisch, dass der Lagerkommandant abgelöst wurde. Ab Frühjahr 1943 begann man, die Leichen zu exhumieren und unter freiem Himmel zu verbrennen.

Noch während diese Vernichtungsaktion andauerte, wurde der Bau von zehn zusätzlichen Gaskammern in einem neuen Gebäude mit einer Gesamtfläche von 320 Quadratmetern vorangetrieben. In der Endphase des Lagers kam es am 2. August 1943 zu einem Aufstand der jüdischen Häftlinge, dem Aufstand von Treblinka. Bis dahin waren dort nach realistischen Schätzungen weit mehr als 800.000 Menschen umgebracht worden; eine Zusammenstellung im so genannten Höfle-Telegramm weist zum Jahresende 1942 bereits 713.555 jüdische Opfer aus.

Gaskammern von Majdanek

Majdanek diente nicht ausschließlich als Vernichtungslager und kann wegen seiner Doppelfunktion mit dem KZ Auschwitz verglichen werden. Es ist durch das ungeordnete Nebeneinander von Kriegsgefangenenlager, Straflager und Auffanglager besser als „multifunktionales Provisorium“ zu bezeichnen.[37] Im August oder Oktober 1942 (das genaue Datum ist umstritten) wurden in einer Holzbaracke im Kriegsgefangenenlager Lublin, das ab Februar 1943 Konzentrationslager Lublin hieß, zwei provisorische Gaskammern eingerichtet, die später durch einen gemauerten Bau ersetzt wurden. Dieser besaß drei (nach manchen Angaben auch vier) unterschiedlich große Kammern mit einem Fassungsvermögen von 150 bis 300 Personen.

Panoramaaufnahme der Gaskammer in Majdanek

Die Rechnungen für die Eisentüren mit Gummilippen sind erhalten geblieben. Weitere Quellen, die Angaben zu den Gaskammern in Majdanek liefern, sind dürftig. Eine Anweisung vom Mai 1943 ist mehrdeutig: „Aus der bestehenden Entwesungsbaracke ist die Blausäurevergasung aus dem Ankleideraum des Ostflügels auszubauen, um eine größere Leistung zu erzielen. Für die Blausäurevergasung wird eine besondere Kammer unter dem Flugdach errichtet.“[38] Wie viele der Gaskammern für die Ermordung von Menschen benutzt wurden und wie viele Personen dort getötet worden sind, ist nicht genau feststellbar. Jean-Claude Pressac, ein anerkannter Experte für die Krematorien von Auschwitz, stellte 1985 in Zweifel, ob diese Gaskammern überhaupt für die Tötung von Menschen benutzt worden seien.[39] Der Direktor des Forschungszentrums des Staatlichen Museums in Majdanek Tomasz Kranz hält es jedoch für sehr wahrscheinlich, dass drei der Gaskammern in der Zeit zwischen September 1942 bis Oktober 1943 zur Massentötung verwendet wurden, wobei der Schwerpunkt auf der Ermordung von Juden aus Warschau und Białystok im Sommer 1943 lag.[40] Zudem war zeitweilig ein Gaswagen im Einsatz.[41]

In der Literatur wird dargestellt, dass zur Tötung anfangs Kohlenstoffmonoxidgas aus Stahlflaschen in die Kammern eingeleitet wurde; 1943 kam wahrscheinlich Zyklon B zum Einsatz.[42] Bei niedrigen Außentemperaturen konnte dieses Präparat durch eine spezielle Einrichtung zum rascheren Ausgasen erwärmt werden. Da die Kapazität der Gaskammern begrenzt war, wurden größere Transporte von ausgemergelten sowjetischen Kriegsgefangenen und Juden aus Lublin nicht vergast, sondern in Kiesgruben erschossen.

Es sind nachweislich 7711 kg Zyklon B nach Majdanek geliefert worden, doch kann daraus nicht unmittelbar auf die Zahl der ermordeten Menschen geschlossen werden. Ein Großteil des Giftes dürfte bestimmungsgemäß zur Bekämpfung von Kleiderläusen und Entwesung von Baracken eingesetzt worden sein. Ein geringer Bruchteil der Menge des für warmblütige Lebewesen hochgiftigen Insektizids hätte bereits für die Tötung von hunderttausend Menschen ausgereicht.

Die Gaskammern waren kaum länger als ein Jahr in Betrieb; die Ermordung durch Giftgas wurde Anfang September 1943 eingestellt.[43] Über die Zahl der Opfer, die in Majdanek starben oder mit unterschiedlichen Methoden – meist durch Erschießen – getötet wurden, gab es lange Zeit nur grob geschätzte Angaben. Erste Zahlenangaben nach der Befreiung im Jahre 1944 nannten 1.700.000 Opfer. 1948 vermutete man, dass in Majdanek 360.000 Menschen umgekommen seien. Spätere Schätzungen gingen von insgesamt 235.000 Opfern (davon 110.000 Juden) aus; bei diesen Schätzwerten wurde die Opferzahl durch Massenvergasung in Majdanek auf unter 50.000 angenommen.[44] Neue Forschungsergebnisse von 2006 reduzieren die Gesamtzahl aller derjenigen, die in Majdanek ums Leben kamen, auf 78.000, darunter 59.000 Juden.[45]

Majdanek wird aufgrund der anfangs sehr hoch angenommenen Opferzahlen und der systematischen Ermordung von Juden als Vernichtungslager bezeichnet. Einige andere Konzentrationslager verfügten ebenfalls über Gaskammern. Diese wurden aber nicht systematisch zum Völkermord an den Juden Europas benutzt. In ihnen wurden Politkommissare und „arbeitsuntaugliche Häftlinge“ ermordet.

Gaskammern in Konzentrationslagern

Mauthausen

Im Herbst 1941 wurde im Hauptlager des KZ Mauthausen mit dem Bau einer Gaskammer begonnen, die im Keller des Lagergefängnisses lag. Der als Brausebad getarnte Raum war circa 3,90 m lang und 3,60 m breit. Die Schalter für Licht und Ventilation befanden sich außerhalb des Raumes. Von dort wurde auch das Blausäuregas eingeleitet. Das Präparat Zyklon B wurde hier nicht unmittelbar in den Raum geschüttet. Das Substrat wurde mit einer besonderen Vorrichtung zum raschen Ausgasen erwärmt und durch ein Rohr eingeleitet.

Vergasungen fanden in Mauthausen zwischen März 1942 und dem 28. April 1945 statt. Danach wurden Teile der Einrichtung entfernt. Keiner der SS-Führer, die nach dem Kriege zur Verantwortung gezogen wurden, hat jedoch bestritten, dass in dieser Gaskammer Menschen umgebracht worden sind. Die Zahl der dort vergasten Opfer lässt sich nicht genau ermitteln; nach einem Gerichtsurteil kann eine Mindestzahl von 3455 Menschen als sicher gelten.[46]

Auch im Zwillingslager Gusen wurden in einzelnen Häftlingsblöcken Vergasungen durchgeführt. Dabei wurden zwischen 1942 und 1945 mindestens 823 Menschen bei improvisierten Tötungsaktionen mittels Zyklon B ermordet.[47] Im KZ-Doppellagersystem Mauthausen-Gusen wurde auch ein Vergasungswagen eingesetzt, der ausgemergelte Häftlinge von Gusen aus direkt ins Krematorium von Mauthausen lieferte und umgekehrt. Etwa 5000 geschwächte Häftlinge wurden im Rahmen der Aktion 14f13 und auch noch nach 1944 in die NS-Tötungsanstalt Hartheim verbracht. In einem Gaswagen, der 1942 und 1943 zwischen den Lagern verkehrte, wurden mindestens 900 Menschen getötet.

Sachsenhausen

Die Forschung konnte durch neu entdeckte Aktenbestände der KZ-Kommandantur von Sachsenhausen und vor allem aus russischen Archiven manche Widersprüchlichkeiten aufklären und Fehler bereinigen, die in der „ansonsten außerordentlich verdienstvollen Dokumentation“ über ‚Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas’ aus dem Jahre 1983 enthalten waren.[48] Bekannt war, dass im Herbst 1941 in einem vom Kriminaltechnischen Institut der Sicherheitspolizei (KTI) entwickelten Gaswagen 30 sowjetische Kriegsgefangene „probeweise“ getötet wurden. Neue Forschungsergebnisse erlauben „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ die Annahme, dass dieser umgebaute Opel-Blitz-LKW mehrfach eingesetzt und auch ein größeres Modell der Marke Saurer in Sachsenhausen erprobt wurde.

Alle Entwesungsanlagen der Konzentrationslager wurden über die Abteilung „Sanitätswesen und Lagerhygiene“ von der Inspektion der Konzentrationslager in Oranienburg beaufsichtigt, die auch mit der Beschaffung von Zyklon B und der zentralen Schulung der SS-Desinfektoren befasst war. Abteilungsleiter war seit 1941 Enno Lolling; als sein Stellvertreter fungierte der 1. Lagerarzt von Sachsenhausen. Eine mit Zyklon B betriebene Kreisluftkammer zur Entlausung von Kleidern bewährte sich so gut, dass dieses Verfahren ab Oktober 1940 in allen Lagern eingeführt werden sollte.[49]

Im Sommer 1943 wurde im Krematoriumsgebäude des KZ Sachsenhausen eine Gaskammer installiert, die spätestens im Frühherbst 1943 erprobt wurde. Funktionsweise und Ausstattung der Gaskammer weichen deutlich von denen ab, die mittels Kohlenmonoxidgas oder dem Präparat Zyklon B töteten, so dass von einer „Neuentwicklung“ gesprochen werden kann. Möglicherweise sollten beginnende Lieferprobleme und Engpässe für Zyklon B überbrückt werden. Verwendet wurde flüssige Blausäure, eine Mischung aus 90%igem Zyankohlenäther und 10 % Chlorkohlenäther. Die Glasampulle konnte durch einen außen angebrachten Dorn zerstört werden und das vorgewärmte Gas wurde mit Saug- und Druckventilatoren in die Gaskammer geleitet.[50] Das KTI lieferte das flüssige Blausäurepräparat und auch die Vorrichtungen wurden in den Werkstätten des KTI im Truppen- und Häftlingslager hergestellt.

Offenbar wurde die Gaskammer eher selten eingesetzt. Nur wenige Aktionen sind nachweisbar, wie zum Beispiel die Vergasung von 27 Ostarbeiterinnen Anfang Februar 1945. Vielfach nennen Zeugen eine Gesamtzahl von 4.000 Opfern. Doch fehlt es an Unterlagen und die Forschung konnte eine solche Zahlenangabe bislang nicht verifizieren.[51]

Im Zuge der Evakuierungs- und Tarnungsmaßnahmen wurden die Apparaturen im Frühjahr 1945 abgebaut und versteckt. Die Gaskammer wurde zu einem normalen Duschraum umgerüstet und im Erschießungsraum die Schießscharte zugemauert. Im Zusammenhang mit einem Film, den die DEFA im Auftrage der Sowjets 1946/1947 drehte, wurde die Anlage rekonstruiert.[52]

Ravensbrück

Für den Zeitraum Februar bis Ende Mai 1942 folgten im Rahmen der Aktion 14f13 Transporte aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück zur NS-Tötungsanstalt Bernburg. Eine Gaskammer wurde erst nach dem Eintreffen des SS-Hauptsturmführers Johann Schwarzhuber eingerichtet, der 1945 von Auschwitz über Dachau nach Ravensbrück versetzt worden war.

Die Gaskammer wurde im Februar 1945 in einem Schuppen neben dem Krematorium eingerichtet. Ihre Größe wurde von Schwarzhuber vor Gericht mit 9 Meter mal 4,5 Meter angegeben, anderen Zeugen nannten die Maße 6 Meter mal 4 Meter. Zum Einsatz kam Zyklon B. Am 23. April 1945 wurde der Schuppen abgerissen. – Die Zahl der Opfer wird auf 2.300 bis 2.400 geschätzt. Als nicht gesichert gelten Zeugenaussagen, nach denen 1945 auch Gaswagen dort eingesetzt wurden.[53]

Stutthof

Im KZ Stutthof, das im Jahre 1942 ungefähr 40 Kilometer von Danzig entfernt errichtet worden war, wurden eine ursprünglich als Kleiderentwesungsanlage gebaute Gaskammer, später dann ein umgebauter Eisenbahnwaggon zur Tötung von einigen hundert Opfern verwendet.

Gaskammer im KZ Stutthof

Der Kommandant Paul Werner Hoppe ließ 1944 die Kleiderentlausungsanlage, einen Raum von fünf Meter Länge und drei Meter Breite, einige Male zum Töten von Menschen einsetzen. Für den Zeitpunkt nennen Zeitzeugen unterschiedliche Daten. Eugen Kogon führt aus Gerichtsprotokollen an, dass erstmals am 22. Juni 1944 etwa einhundert Polen und Weißruthenen vergast wurden, für die ein Exekutionsbefehl vorlag. Am 26. April 1944 sollen weitere zwölf polnische Widerstandskämpfer vergast worden sein; einer dritten Tötungsaktion fielen demnach 40 invalide sowjetische Kriegsgefangene zum Opfer.[54] Karin Orth gibt als Datum der ersten Vergasung Ende September/Anfang Oktober an und beschreibt die ersten Opfer als überwiegend kranke jüdische Frauen aus dem Baltikum und Ungarn.[55] Bereits nach kurzer Zeit wurden die Vergasungen in der Kleiderentwesungsanlage eingestellt, wobei ein ausgelöster Brand oder die sich verbreitende Kenntnis und befürchtete Widerstandshandlungen der Opfer eine Rolle gespielt haben könnten.[55]

Im Herbst 1944 wurde stattdessen ein gedeckter Eisenbahnwaggon zu einer Gaskammer umgerüstet, indem alle Ritzen abgedichtet und eine Einschüttöffnung für Zyklon B angebracht wurde. Angeblich ließ Hoppe zur Täuschung Bahngleise verlegen, einen zweiten Eisenbahnwagen hinzustellen und SS-Leute in Eisenbahn-Uniformen auftreten.

Auch der Zeitpunkt, an dem die Vergasungsaktionen eingestellt wurden, ist nicht genau geklärt; die Angaben gehen von November 1944 bis April 1945.[55] Das Gericht in Bochum, vor dem Hoppe sich 1957 verantworten musste, nannte als Opferzahl „einige Hundert“; Kogon beziffert sie auf etwa 1150.[56]

Neuengamme

Wahrscheinlich im Oktober 1942 wurden 197 sowjetische Offiziere aus Fallingbostel und drei weiteren Lagern aus der Lüneburger Heide nach Neuengamme geschafft und dort im Arrestbunker durch Zyklon B getötet. Zu diesem Zweck wurden Stahlklappen an den Fenstern angebracht und die Zugangstür verstärkt. Im Dach wurden sechs Rohre installiert und eine Heizspirale nebst Ventilator angeschlossen. Der Tathergang wurde im Neuengamme-Hauptprozess von einem der Täter genau beschrieben. Ein zweiter Transport mit 251 überwiegend kriegsversehrten Kriegsgefangenen wurde im November 1942 auf dieselbe Art umgebracht.[57] Weitere Mordaktionen mit Giftgas fanden in Neuengamme nicht statt, jedoch sind dort mehr als eintausend entkräftete Häftlinge durch Phenolspritzen getötet worden.

Einfülltrichter der Gaskammer im KZ Natzweiler-Struthof

Sonderfall: Natzweiler-Struthof

Am 12. April 1943 wurde im KZ Natzweiler-Struthof im Elsass eine 20 Kubikmeter große Gaskammer fertiggestellt. Diese benutzte der Biologe Otto Bickenbach für Versuche an jüdischen Häftlingen mit dem Kampfstoff Phosgen, bei denen er ihren Tod in Kauf nahm.[58]

Im August 1943 wählte Bruno Beger im Auftrag des damaligen Leiters des Anatomischen Instituts der Reichsuniversität Straßburg August Hirt 115 Juden aus Auschwitz aus, die für den Aufbau einer Skelettsammlung ermordet werden sollten. 86 der ausgewählten Personen wurden in das KZ Natzweiler-Struthof überführt.[59] Frühere Untersuchungen nahmen irrtümlich meist an, die Gaskammer dieses Lagers sei eigens für die Morde an ihnen errichtet worden.[60]

Die Opfer wurden in vier bis fünf Gruppen in der Gaskammer mit Cyanwasserstoff (Blausäuregas) vergiftet. Der geständige Lagerkommandant Josef Kramer sagte am 26. Juli 1945 vor einem französischen Untersuchungsrichter aus, er habe von Hirt eine Flasche mit 1/4 L „Salzen“ erhalten, von denen er glaube, dass es sich um „Cyanhydratsalze“ handelte. Diese habe er nach der Anleitung von Hirt mit Wasser in die Gaskammer eingeleitet und dann die tödliche Wirkung an den Opfern beobachtet.[61]

Dem französischen Biochemiker und Historiker Georges Wellers zufolge kann es sich dabei um Calciumcyanid (das Calciumsalz der Blausäure) gehandelt haben, das sich in Wasser zersetzt. Es war unter dem Namen „Cyanogas“ in der Landwirtschaft als Schädlingsbekämpfungsmittel bekannt. Auch eine Mischung von Kaliumcyanid oder Natriumcyanid mit kristallisierter Zitronensäure oder Oxalsäure kam in Frage: Der Zusatz von Wasser genügte dann, um Blausäuregas freizusetzen.[62]

Die Leichen wurden zum anatomischen Institut an der Reichsuniversität Straßburg transportiert und für die Skelettsammlung präpariert.[63] Die Namen der Ermordeten wurden erst 2007 durch Forschungen des Historikers Hans-Joachim Lang bekannt.[64]

Sonderfall: Dachau

Amerikanische Filmaufnahmen aus dem Konzentrationslager Dachau vom 3. Mai 1945 zeigen im Krematorium einen fensterlosen Raum mit einer Decke, in die durchlöcherte Metallkappen eingelassen waren. Über der eisernen Eingangstür war die Inschrift "Brausebad" sichtbar; geeignete wasserführende Installationen fehlten indes.

Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass diese Gaskammer tatsächlich zur Tötung von Häftlingen mittels Zyklon B benutzt worden ist. In einem Brief des SS-Arztes Sigmund Rascher an Heinrich Himmler vom 9. August 1942 heißt es: „Wie Sie wissen, wird im KL Dachau dieselbe Einrichtung wie in Linz gebaut. Nachdem die Invalidentransporte sowieso in bestimmten Kammern enden, frage ich, ob nicht in diesen Kammern an den sowieso dazu bestimmten Personen die Wirkung unserer verschiedenen Kampfgase erprobt werden kann.“[65] Ferner liegt eine Aussage des Häftlings Frantisek Blaha vor: „Die Gaskammer wurde im Jahre 1944 vollendet; ich wurde zu Dr. Rascher gerufen, um die ersten Opfer zu untersuchen. Von den 8 bis 9 Personen, die in der Kammer waren, waren drei noch am Leben und die anderen schienen tot zu sein.“[66] Da dies die einzigen konkreten Belege sind und dieser Zeuge zu einem anderen Zeitpunkt unterschiedliche Angaben machte, bleiben Fragen offen. Es gilt immer noch als nicht eindeutig geklärt, ob diese von Rascher vorgeschlagene Kampfgaserprobung stattgefunden hat.[67] Laut der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit wurde die Gaskammer dieses Konzentrationslagers „nie wie vorgesehen benutzt“.[68] Sie kommt zum Schluss, dass die Inbetriebnahme der Gaskammer nicht nachweisbar ist.[69]

Die Tötung von kranken Gefangenen aus Dachau nahmen die Nationalsozialisten meistens in der NS-Tötungsanstalt Hartheim vor.

Die Filmaufnahmen der amerikanischen Befreier und ein Schild aus dem Jahre 1945, auf dem „238000 individuals who were cremated here“ zu lesen war, ließen den falschen Eindruck entstehen, in dieser Gaskammer wären massenhaft Menschen getötet worden. Seit Entstehungsbeginn der Gedenkstätte wiesen Tafeln jedoch darauf hin, dass die Verwendung der Gaskammer nicht nachweisbar ist.

Seit Beginn der 1960er Jahre wurde immer wieder über einen angeblichen „Gaskammer-Schwindel von Dachau“ berichtet: Die Gaskammer und die Krematorien seien erst auf Befehl der Amerikaner gebaut worden, um „die Deutschen“ in der Weltöffentlichkeit zu diskreditieren.[70]

Die Verbrennung der Leichname

In den Konzentrationslagern Auschwitz-Birkenau und Majdanek wurde der Vernichtungsprozess der deportierten Personen oder Häftlinge mit der Verbrennung der Leichname in Krematorien fortgesetzt.

An anderen Orten wurden die Leichname zum Teil in offenen Feuern verbrannt oder in Gräben zum Teil mehrlagig beerdigt. Allerdings ließ die SS an verschiedenen Orten diese vergrabenen Leichname später im Rahmen der Sonderaktion 1005 exhumieren und nachträglich verbrennen.

Siehe auch

Literatur

  • Quellen zu Gaswagen in: International Military Tribunal (Hrsg.): Der Nürnberger Prozess. Nachdruck München 1989, ISBN 3-7735-2521-4 , Band XXVI, S. 102–110, Dok. 501-PS
  • Mathias Beer: Die Entwicklung der Gaswagen beim Mord an den Juden (PDF; 808 kB). In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Jg. 35 (1987), ISSN 0042-5702, S. 403–417.
  • Gideon Greif: Wir weinten tränenlos… Augenzeugenberichte des jüdischen "Sonderkommandos" in Auschwitz. 5. Auflage, Fischer TB 13914, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-13914-7.
  • Eugen Kogon, Hermann Langbein, Adalbert Rückerl (Hrsg.): Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas. 3. Auflage, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-596-24353-X. (grundlegendes Werk für T4, Gaswagen, Vernichtungslager, Konzentrationslager + zahlr. Dokumente)
  • Günter Morsch, Bertrand Perz, Astrid Ley (Hrsg.): Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas: historische Bedeutung, technische Entwicklung, revisionistische Leugnung. 1. Auflage, Metropol Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2. (neueste Literatur zur Thematik mit aktualisierten Erkenntnissen)
  • Franciszek Piper: Fritjof Meyer, „Die Zahl der Opfer von Auschwitz. Neue Erkenntnisse durch neue Archivfunde”. In: Osteuropa. 5/2002 ( Jg. 52), S. 631–641 ([1] (Version vom 25. Januar 2004 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt online) – Piper geht in seiner Auseinandersetzung mit Meyers Interpretationsmethoden auch auf einige der problematischeren Deutungen ein, die Pressac (siehe nächsten Titel ! ) von den überlieferten Dokumenten gegeben hat.
  • Jean-Claude Pressac: Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes. Piper-Verlag, Neuausgabe München 1995, ISBN 3-492-12193-4 (mit Auswertung der Bauunterlagen / Fotos / unwiderlegbare Beweise für die Existenz der Gaskammern)

Weblinks

 Wiktionary: Gaskammer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Volker Rieß: Die Anfänge der Vernichtung 'lebensunwerten Lebens' in den Reichsgauen Danzig-Westpreußen und Wartheland 1939/40. Frankfurt a.M. 1995, ISBN 3-631-47784-8, S. 305.
  2. Während Volker Rieß die Anwesenheit Beckers im Fort VII als sicher annimmt, heißt es „möglicherweise unter Beteiligung“ bei Astrid Ley: Der Beginn des NS-Krankenmords in Brandenburg an der Havel. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. 58(2010), S. 327.
  3. Volker Rieß: Die Anfänge der Vernichtung 'lebensunwerten Lebens'…. S. 306 / Datum 12. Dezember bei Peter Longerich: Heinrich Himmler. Biographie. München 2008, ISBN 978-3-88680-859-5, S. 446.
  4. Michael Alberti: Die Verfolgung und Vernichtung der Juden im Reichsgau Wartheland 1939–1945. Wiesbaden 2006, ISBN 3-447-05167-1, S. 326 / s. a. Andrej Angrick: Besatzungspolitik und Massenmord – Die Einsatzgruppe D in der südlichen Sowjetunion 1941–1943. Hamburg 2003, ISBN 3-930908-91-3, S. 382 / Als gesicherte Tatsache stellt es hingegen dar: Volker Rieß: Zentrale und dezentrale Radikalisierung. Die Tötungen 'unwerten Lebens' in den annektierten west- und nordpolnischen Gebieten 1939–1941. In: Klaus-Michael Mallmann, Bogdan Musial (Hrsg.): Genesis den Genozids – Polen 1939–1941. Darmstadt 2004, ISBN 3-534-18096-8, S. 135.
  5. Volker Rieß: Die Anfänge der Vernichtung „lebensunwerten Lebens“…, S. 305–309.
  6. gelsenzentrum (Abruf am 3. Februar 2011) unter Verweis auf die Originalfassung: Tadeusz Nasierowski: In the Abyss of Death: The Extermination of the Mentally Ill in Poland During World War II. In: International Journal of Mental Health. 35 (2006) H. 3, S. 50–61 / „ungefähr 250 bis 300 Kranke“ bei Zdzislaw Jaroszewski (Hrsg.): Die Ermordung der Geisteskranken in Polen 1939–1945. Warschau 1993, S. 83.
  7. Volker Rieß: Die Anfänge der Vernichtung 'lebensunwerten Lebens'…, S. 358.
  8. Astrid Ley: Die ‚Erfindung‘ einer Mordmethode, die ‚Probevergasung‘ und der Krankenmord in Brandenburg/Havel. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 88–99.
  9. Astrid Ley: Der Beginn des NS-Krankenmords in Brandenburg an der Havel. Zur Bedeutung der 'Brandenburger Probetötung' für die 'Aktion T4'. In: Zeitschrift für Geschichtsforschung. 58(2010), S. 321–331.
  10. Eugen Kogon u. a. (Hrsg.): Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas. Eine Dokumentation. Fischer Tb., Frankfurt a.M. 1986, ISBN 3-596-24353-X, S. 63 / s. a. Sonderdruck bei Nizkor (online).
  11. Mathias Beer: Gaswagen. Von der ‚Euthanasie‘ zum Genozid. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 157.
  12. Ulrike Winkler, Gerrit Hohendorf: „Nun ist Mogiljow frei von Verrückten“. Die Ermordung der PsychiatriepatientInnen in Mogilew 1941/42. In: Babette Quinkert, Philipp Rauh, Ulrike Winkler (Hrsg.): Krieg und Psychiatrie 1914–1950. Göttingen 2010, ISBN 978-3-8353-0576-2, S. 75–103.
  13. Günter Morsch: Tötungen durch Giftgas im Konzentrationslager Sachsenhausen. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 263 .
  14. Peter Longerich: Politik der Vernichtung. München 1998, ISBN 3-492-03755-0, S. 442/443 – Weitere Einzelheiten in: Christian Gerlach: Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrussland 1941 bis 1944, Studienausgabe Hamburg 2000, ISBN 3-930908-63-8. Kapitel 7.6, Seite 764-767.
  15. Jajinci liegt im Belgrader Stadtteil Voždovac
  16. Klaus Geßner: Geheime Feldpolizei – die Gestapo der Wehrmacht. In: Hannes Heer, Klaus Naumann (Hrsg.): Vernichtungskrieg – Verbrechen der Wehrmacht 1941–1944. Hamburg 1995, ISBN 3-930908-04-2, S. 351 / Quelle: C. F. Rüter, L. Hekelaar Gombert: Justiz und NS-Verbrechen : Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen, 1945–1966. Bd. XXXIX: Die vom 05.06.1973 bis zum 26.07.1974 ergangenen Strafurteile Lfd. Nr. 795–813. München 2008, ISBN 978-3-598-23830-7, Urteil lfd. Nr. 809a, S. 657–667.
  17. Mathias Beer: Gaswagen…, In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien…, S. 161.
  18. Aussage H. Wentritt, Leiter der Instandsetzungswerkstatt im Referat II D 3a, am 2. Februar 1961, zitiert nach Beer, Entwicklung. S. 410.
  19. Rauff-Brief vom 16. Mai 1942 (Abruf am 19. Mai 2011)
  20. Ernst Klee u. a. (Hrsg.): ‚Schöne Zeiten‘ – Judenmord aus der Sicht der Täter und Gaffer. Frankfurt a.M. 1988, ISBN 3-10-039304-X, S. 72.
  21. Peter Klein: Massentötungen durch Giftgas im Vernichtungslager Chelmno. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien…, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 181.
  22. Eugen Kogon u. a. (Hrsg.): Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas. Frankfurt a.M. 1983, ISBN 3-10-040402-5, S. 63.
  23. Henry Fiedlander: Der Weg zum NS-Genozid. Von der Euthanasie zur Endlösung. Berlin 1997, ISBN 3-8270-0265-6, S. 453.
  24. Jean-Claude Pressac: Die Krematorien von Auschwitz. München 1994, ISBN 3-492-12193-4, S. 161f.
  25. Siehe Eva Menasse: Der Holocaust vor Gericht - Der Prozess um David Irving. ISBN 3-88680713-4, S. 160-191
  26. Eugen Kogon, Hermann Langbehn, Adalbert Rückerl (Hrsg.): Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas. Fischer Tb., Frankfurt/M 1986, ISBN 3-596-24353-X.
  27. Mathias Beer: Die Entwicklung der Gaswagen beim Mord an den Juden. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 35 (1987) (PDF; 8,0 MB), S. 405–407.
  28. Saul Friedländer: Das Dritte Reich und die Juden; die Jahre der Verfolgung 1933–1939; die Jahre der Vernichtung 1939–1945. München 2007, ISBN 978-3-406-56681-3, S. 739.
  29. Eugen Kogon u. a. (Hrsg.): Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas. Frankfurt/M 1983, ISBN 3-10-040402-5, S. 154
  30. Henry Friedlander: Der Weg zum Genozid – Von der Euthanasie zur Endlösung. Berlin 1997, ISBN 3-8270-0265-6, S. 473.
  31. Dieter Pohl: Massentötungen durch Giftgas im Rahmen der ‚Aktion Reinhardt‘. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien…, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 191.
  32. Eugen Kogon u. a. (Hrsg.): Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas…, S. 158 / Nach anderen Angaben handelt es sich um einen Benzinmotor von Renault = Jules Schelvis: Vernichtungslager Sobibor. Hamburg/Münster 2003, ISBN 3-89771-814-6, S. 115 sowie Barbara Distel: Sobibor. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel: Der Ort des Terrors. Band 8, München 2008, ISBN 978-3-406-57237-1, S. 378.
  33. Dieter Pohl: Massentötungen durch Giftgas im Rahmen der ‚Aktion Reinhardt‘. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien…, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 192.
  34. Barbara Distel: Sobibor. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel: Der Ort des Terrors. Band 8, München 2008, ISBN 978-3-406-57237-1, S. 375.
  35. Dieter Pohl: Massentötungen durch Giftgas im Rahmen der ‚Aktion Reinhardt‘. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien…, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 193.
  36. Dieter Pohl: Massentötungen durch Giftgas im Rahmen der ‚Aktion Reinhardt‘. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien…, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 187 bzw. 191.
  37. Tomasz Kranz: Das KZ Lublin – zwischen Planung und Realisierung. S. 379. In: Ulrich Herbert, Karin Orth, Christoph Dieckmann: Die nationalsozialistischen Konzentrationslager, Fischer Tb., Frankfurt a.M. 1998, ISBN 3-596-15516-9, S. 381.
  38. Tomasz Kranz: Das KZ Lublin…, S. 378.
  39. Pressac zu Gaskammern in Majdanek Zugriff am 4. Februar 2008
  40. Tomasz Kranz: Das KZ Lublin…, S. 379.
  41. Tomasz Kranz: Massentötungen durch Giftgase im Konzentrationslager Majdanek. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien…, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 219 und 225.
  42. Tomasz Kranz: Das KZ Lublin…, S. 379; Barbara Schwindt: Das Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek. Funktionswandel im Kontext der „Endlösung“. Würzburg 2005, ISBN 3-8260-3123-7, S. 156 ff.; ebenso Eugen Kogon u. a. (Hrsg.): Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas. Frankfurt a.M. 1983, ISBN 3-10-040402-5, S. 242 / im Gegensatz zu Jean-Claude Pressac a.a.O.
  43. Tomasz Kranz: Massentötungen durch Giftgase im Konzentrationslager Majdanek. In: In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien…, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 226.
  44. Tomasz Kranz: Das KZ Lublin…, S. 380 / s. a. Paweł P. Reszka: Opfer Majdaneks aufgezählt. In: Gazeta Wyborcza, 23. Dezember 2005. (Version vom 2. März 2008 im Internet Archive) (Zugriff am 26. Dezember 2007)
  45. Thomasz Kranz: Die Erfassung der Todesfälle und die Häftlingssterblichkeit im KZ Lublin. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. ZfG 55(2007), H. 3, S. 239.
  46. KZ-Gedenkstätte Mauthausen: Die Gaskammer (Abgerufen am 31. Juli 2012).
  47. Bertrand Perz, Florian Freund: Tötungen durch Giftgas in Mauthausen. S. 244; in: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2.
  48. Günter Morsch: Tötungen durch Giftgas im Konzentrationslager Sachsenhausen. In: Günter Morsch, Bertrand Perz, Astrid Ley: Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 260.
  49. Günter Morsch: Tötungen durch Giftgas im Konzentrationslager Sachsenhausen…, S. 262.
  50. Günter Morsch: Tötungen durch Giftgas im Konzentrationslager Sachsenhausen…, S. 266–268.
  51. Eugen Kogon u. a. (Hrsg.): Nationalsozialistische Massentötungen…, ISBN 3-596-24353-X, S. 257.
  52. Günter Morsch: Tötungen durch Giftgas im Konzentrationslager Sachsenhausen…, S. 274–278 (Kap.: „Revisionistische Leugnungsstrategien“).
  53. Stefan Hördler: Die Schlussphase des Konzentrationslagers Ravensbrück. Personalpolitik und Vernichtung. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. 56(2008), H. 3, S. 244 f.
  54. Eugen Kogon u. a. (Hrsg.): Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas. Eine Dokumentation. Fischer Tb., Frankfurt a.M. 1986, ISBN 3-596-24353-X, S. 265.
  55. a b c Ulrich Herbert, Karin Orth, Christoph Dieckmann: Die nationalsozialistischen Konzentrationslager. Fischer Tb., Frankfurt a.M. 2002, ISBN 3-596-15516-9, S. 770.
  56. Eugen Kogon u. a. (Hrsg.): Nationalsozialistische Massentötungen…, ISBN 3-596-24353-X, S. 266.
  57. Reimer Möller: Die beiden 'Zyklon B'-Mordaktionen im Konzentrationslager Neuengamme 1942. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 288–293.
  58. Ernst Klee: Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer. 3. Auflage, Fischer, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-10-039306-6, S. 381; Florian Schmaltz: Die Gaskammer im Konzentrationslager Natzweiler. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, S. 310.
  59. Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 306
  60. Hans-Joachim Lang: Die Namen der Nummern: Wie es gelang, die 86 Opfer eines NS-Verbrechens zu identifizieren. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 3596168953, S. 162; Hans-Joachim Lang: Die Namen der Nummern: Wie es gelang, die 86 Opfer eines NS-Verbrechens zu identifizieren. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 3596168953, S. 162
  61. Alexander Mitscherlich, Fred Mielke (Hrsg.): Medizin ohne Menschlichkeit. Dokumente des Nürnberger Ärzteprozesses. (Lambert Schneider, Heidelberg 1949) später Fischer Taschenbuch Verlag, 18. Auflage, Frankfurt am Main 2009, ISBN 3596220033, S. 176. Nach einer anderen Übersetzung des französischen Verhörsprotokolls sprach Kramer von „Cyan-Wasserstoff-Salzen“: Eugen Kogon, Hermann Langbein, Adalbert Rückerl (Hrsg.): Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas. Eine Dokumentation. (1983) 3. Auflage, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-10-040402-5, S. 275 und S. 324, Fn. 79
  62. Georges Wellers: Die zwei Giftgase. In: Eugen Kogon und andere (Hrsg.): Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas. Eine Dokumentation. Frankfurt am Main 1991, S. 286f.; Florian Schmaltz: Die Gaskammer im Konzentrationslager Natzweiler. In: Günther Morsch, Bertrand Perz (Hrsg.): Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, S. 313; Achim Trunk: Die todbringenden Gase. In: Günther Morsch, Bertrand Perz (Hrsg.): Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas, Berlin 2011, S. 42 f.
  63. Eugen Kogon und andere (Hrsg.): Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas. Eine Dokumentation. Frankfurt am Main 1991, S. 271 f.
  64. Hans-Joachim Lang: Die Namen der Nummern. Eine Initiative zur Erinnerung an 86 jüdische Opfer eines Verbrechens von NS-Wissenschaftlern (2007)
  65. dachau-gas-chambers, photo 43 = Brief Raschers abgerufen am 17. Januar 2007
  66. IMT Nürnberg, Band 32 (Dokumentenband 8), ISBN 3-7735-2524-9, S. 62 = Dokument 3249 PS
  67. Barbara Distel: Die Gaskammer in ‚Baracke X‘ des Konzentrationslagers Dachau und die ‚Dachau-Lüge‘. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 339f.
  68. Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit: Gaskammer nie wie vorgesehen benutzt. Seitenaufruf 9. Januar 2007
  69. Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit: Betrieb der Gaskammern nicht nachweisbar. Seitenaufruf 9. Januar 2007
  70. Barbara Distel: Die Gaskammer in ‚Baracke X‘ des Konzentrationslagers Dachau und die ‚Dachau-Lüge‘. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 341 / s. a. Holocaust-Referenz: Martin Broszat und die Gaskammern im „Altreich“