Gasland

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Filmdaten
Deutscher Titel Gasland
Originaltitel Gasland
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 104 Minuten
Stab
Regie Josh Fox
Drehbuch Josh Fox
Produktion Trish Adlesic
Molly Gandour
Josh Fox
David Roma
Kamera Josh Fox
Schnitt Matt Sanchez

Gasland ist ein vom Filmemacher Josh Fox geschriebener und in Szene gesetzter US-amerikanischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2010. Der Film beschäftigt sich mit den Auswirkungen der in den USA bereits häufig angewandten Tiefbohrtechnik Fracking, mit der Gasvorkommen erschlossen werden, indem man unterirdisch künstliche Risse erzeugt. Dafür reiste er durch mehrere betroffene Regionen der USA. Der Film präsentiert einerseits Aussagen und Erlebnisse der von den negativen Auswirkungen betroffenen Anwohner, und lässt andererseits zahlreiche Experten zu Wort kommen. Neben einer Oscar-Nominierung als "Bester Dokumentarfilm" erhielt er mehrere Preise, u.a. einen Emmy.

Inhalt[Bearbeiten]

Im Mai 2008 wurden Josh Fox schriftlich 100.000$ angeboten. Diese Summe wollte ihm eine Firma bezahlen, um sein Land zu leasen und dort mit einer international als Hydraulic Fracturing bekannten Methode Gasvorkommen zu erschließen.[1] Daraufhin informierte er sich in vier Bundesstaaten (Pennsylvania, New York, Ohio und West Virginia) darüber, welche Folgen es für ihn haben könnte, dieses Angebot zu akzeptieren. Im Verlauf dieser Reise wurde er in Wohnungen eingeladen, in denen die dort lebenden Familien ihr Leitungswasser anzünden konnten.

Mit diesem Wissen reiste Fox in vier weitere Bundesstaaten (Colorado, Wyoming, Utah und Texas) und besuchte Gegenden, in denen schon seit mindestens zehn Jahren mit Hydraulic Fracturing Gas gewonnen wird. Auch dort sprach er mit Anwohnern und erforschte Auffälligkeiten. Nachdem er im Rahmen der Dokumentation mit Wissenschaftlern, Politikern und Vertretern der Industrie gesprochen hatte, wurde ihm zur Kenntnis gebracht, dass das Thema seines noch unfertigen Films inzwischen offiziell im Kongress diskutiert wurde.[2][3]

Produktion[Bearbeiten]

Die Erstellung des Films dauerte 18 Monate, in denen insgesamt 200 Stunden Filmmaterial entstanden. Josh Fox hatte zunächst nur einen einzigen Helfer, aber sein Team wuchs.[4] Für die Filmmontage trat schließlich der Cutter Matt Sanchez dem Team bei.[5]

Kritik[Bearbeiten]

Die Oil & Gas Conservation Commission des US-Bundesstaates Colorado reklamierte, dass dem Filmemacher bei der Darstellung von Vorkommnissen in Colorado mehrere Fehler unterlaufen wären.[6]

Laut dem konservativ-libertären Thinktank Heartland Institute lassen Nachforschungen des Journalisten Phelim McAleer vermuten, dass nicht bei allen gezeigten Vorfällen von entflammbaren Leitungswasser ein kausaler Zusammenhang mit der Erdgasförderung besteht, da zumindest in einem Fall Berichte über natürliches Methan im Grundwasser vorliegen, die bis in das Jahr 1930 zurückgehen, lange bevor in der Region mit der Erdgasförderung begonnen wurde.[7]

Robert Koehler vom Magazin Variety nannte die Dokumentation „einen der effektivsten und eindrucksvollsten Umweltfilme der vergangenen Jahre“ ("one of the most effective and expressive environmental films of recent years"). Auch schrieb er, der Film „könnte für die Gefahren der Erdgasförderung werden, was Der stumme Frühling für DDT war“ ("Gasland may become to the dangers of natural gas drilling what Silent Spring was to DDT").[8]

Stewart Nusbaumer schrieb in der Huffington Post, dass der Film die Zuschauer empören und damit gleich zu Aktivisten machen könne. ("Gasland… just might take you from outrage right into the fire of action.")[9]

Die australische Filmkritikerin Julie Riggs bezeichnete die Dokumentation als „Horrorfilm“ und „Weckruf“. ("A horror film, and a wake-up call.")[10][11]

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter einen Emmy für Josh Fox. Zudem erhielt er Nominierungen für einen Oscar sowie weitere Emmys.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Nominierungen[Bearbeiten]

  • 2011 Academy Award for Best Documentary Feature
  • 2011 Writers Guild of America Award for Best Documentary Screenplay.
  • 2011 Primetime Emmy Award for Outstanding Cinematography for Nonfiction Programming (Josh Fox)
  • 2011 Primetime Emmy Award for Outstanding Writing for Nonfiction Programming (Josh Fox)
  • 2011 Primetime Emmy Award for Exceptional Merit in Nonfiction Programming (Josh Fox)

Wirkung[Bearbeiten]

Nach der Veröffentlichung der Dokumentation kam es in Europa verstärkt zu Widerstand gegen geplante Tiefenbohrungen.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Australia's Special Broadcasting Service (SBS) film page on Gasland. 19. November 2010
  2. 111th United States Congress. "S. 1215: Fracturing Responsibility and Awareness of Chemicals (FRAC) Act." 27. April 2010
  3. Energy Policy Act of 2005. Pub. L. 109-58, TITLE III, Subtitle C, SEC. 322. Hydraulic fracturing (PDF; 3,2 MB). 6. Februar 2011
  4. MakingOf. "Interview: Josh Fox." 25. Februar 2010. 4. Mai 2010
  5. IndieWire. “Sundance ’10: Gasland Director Josh Fox on Being a One Man Crew.” 22. Januar 2010. 24. April 2010
  6. Statement of the State of Colorado Oil & Gas Conservation Commission (COGCC) regarding Gasland (PDF; 46 kB)
  7. Gasland Producer Misled Viewers on Lighted Tap Water. Heartland Institute 1. August 2011. Abgerufen am 19. Februar 2012.
  8. Robert Koehler: Gasland Movie Review from the Sundance Film Festival. In: Variety, 25. Januar 2010. Abgerufen am 24. April 2010. 
  9. Stewart Nusbaumer: Big Sky Doc Film Fest: Gasland Fuel for Justice. In: The Huffington Post, 18. Februar 2010. Abgerufen am 24. April 2010. 
  10. Movietime - 19 November 2010 - Gasland. Abc.net.au. 19. November 2010. Abgerufen am 13. Juli 2011.
  11. RN Australia Talks - 8 December 2010 - Australia Talks Movies: Gasland. Abc.net.au. Abgerufen am 13. Juli 2011.
  12. Filmemacher Josh Fox erreichte mit seiner investigativen Dokumentation weltweit Millionen Menschen. Seit der Premiere des Films wächst auch in Europa der Widerstand.. Abgerufen am 13. Oktober 2011.