Gaspard de Prony

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gaspard de Prony.

Gaspard Clair François Marie Riche de Prony (* 22. Juli 1755 in Chamelet (Rhône); † 29. Juli 1839 in Asnières-sur-Seine) war ein französischer angewandter Mathematiker, Hydrauliker und Wasserbauingenieur.

Leben[Bearbeiten]

De Prony (die Familie hieß ursprünglich Riche) studierte 1776 bis 1779 an der École Nationale des Ponts et Chaussées. 1780 arbeitete er unter Jean-Rodolphe Perronet am Bau des Pont de Neuilly und half diesem 1785 bei der Ausbesserung des Hafens von Dünkirchen.[1] Er begleitete Perronet im selben Jahr nach England, um den exakten Abstand des Observatoriums von Greenwich zu dem von Paris zu bestimmen. 1783 kehrte er als Ingenieur an die École Nationale des Ponts et Chaussées in Paris zurück. Im selben Jahr erschien sein erster Aufsatz über die Statik von Gewölbebögen, der ihm die Aufmerksamkeit von Gaspard Monge brachte. 1787 wurde er an der École des Ponts et Chaussées zum Inspektor ernannt und war am Bau des Pont de la Concorde (damals Louis XVI Brücke) in Paris beteiligt, worauf er 1791 Chefingenieur an der École des Ponts et Chaussées wurde. 1792 begann er ein langjähriges Projekt mit Adrien Marie Legendre, Lazare Carnot und anderen Mathematikern zur Erstellung von Trigonometrischen und Logarithmen-Tafeln, was durch die Einführung des neuen metrischen Systems notwendig wurde (Prony war Mitglied der Kommission zur Einführung des metrischen Systems)[2] Die Arbeit, an der rund 80 Assistenten beteiligt waren, dauerte bis 1801 und die Tafeln wurden 1809 (teilweise) veröffentlicht.

De Pronys Grab auf dem Friedhof Père Lachaise

1794 wurde er Mathematikprofessor an der neu gegründeten École Polytechnique (die von Lazare Carnot und Monge geleitet wurde), 1798 ging er zurück als Direktor an die École Nationale des Ponts et Chaussées. Hauptsächlich weil er diesen Posten antreten wollte, verweigerte er auch die Teilnahme an der Ägypten-Expedition von Napoleon, was diesen verärgerte (schlimmere Folgen blieben aber aus, da de Prony’s Frau mit Josephine Bonaparte befreundet war). Er wurde auch Mitglied des Bureau des Longitudes. Mit der Niederlage Napoleons verlor er 1816 seine Professur an der École Polytechnique, wurde aber kurz darauf dort wieder einer der Prüfer. Er widersetzte sich in späteren Jahren der seiner Meinung nach zu theoretischen mathematischen Ausrichtung des Unterrichts unter Augustin Louis Cauchy, war darin aber erfolglos.

Mehrere Bände seiner Vorlesungen an der École Polytechnique und École des Ponts et Chaussées wurden veröffentlicht und waren damals weit verbreitete Lehrbücher für französische Ingenieure.

Er ist namentlich auf dem Eiffelturm verewigt, siehe: Die 72 Namen auf dem Eiffelturm.

Schriften[Bearbeiten]

  • Architecture hydraulique, 2 Bände, Paris, 1790, 1796
  • Lecons de mecanique analytique, Paris 1810

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Pronyscher Zaum - Bremsdynamometer zum Messen von Drehmomenten von Maschinen, von de Prony 1821 eingeführt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stephen Timoshenko History of strength of materials
  2. Timoshenko, loc. cit.