Gaspoltshofen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gaspoltshofen
Wappen von Gaspoltshofen
Gaspoltshofen (Österreich)
Gaspoltshofen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Grieskirchen
Kfz-Kennzeichen: GR
Fläche: 40,55 km²
Koordinaten: 48° 9′ N, 13° 44′ O48.14444444444413.736388888889455Koordinaten: 48° 8′ 40″ N, 13° 44′ 11″ O
Höhe: 455 m ü. A.
Einwohner: 3.503 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 86 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 4673, 4674 (Altenhof)
Vorwahl: 07735
Gemeindekennziffer: 4 08 06
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 53
4673 Gaspoltshofen
Website: www.gaspoltshofen.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Klinger (FPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
10 FPÖ, 8 ÖVP, 4 SPÖ, 3 Grüne
Lage der Gemeinde Gaspoltshofen im Bezirk Grieskirchen
Aistersheim Bad Schallerbach Bruck-Waasen Eschenau im Hausruckkreis Gallspach Gaspoltshofen Geboltskirchen Grieskirchen Haag am Hausruck Heiligenberg Hofkirchen an der Trattnach Kallham Kematen am Innbach Meggenhofen Michaelnbach Natternbach Neukirchen am Walde Neumarkt im Hausruckkreis Peuerbach Pollham Pötting Pram Rottenbach St. Agatha St. Georgen bei Grieskirchen St. Thomas Schlüßlberg Steegen Taufkirchen an der Trattnach Tollet Waizenkirchen Wallern an der Trattnach Weibern Wendling OberösterreichLage der Gemeinde Gaspoltshofen im Bezirk Grieskirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Gaspoltshofen ist eine Marktgemeinde mit 3503 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013) in Oberösterreich im Bezirk Grieskirchen im Hausruckviertel. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Grieskirchen.

Geografie[Bearbeiten]

Gaspoltshofen liegt auf 455 m Höhe im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,3 km, von West nach Ost 7 km. Die Gesamtfläche beträgt 40,6 km². 18,5 % der Fläche sind bewaldet, 71,2 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 54 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Aferhagen (21)
  • Altenhof am Hausruck (586)
  • Aspoltsberg (20)
  • Bachhäuseln (17)
  • Baumgarting (10)
  • Bernhartsdorf (36)
  • Buchleiten (20)
  • Bugram (21)
  • Edt am Stömerberg (15)
  • Eggerding (66)
  • Fading (80)
  • Felling (30)
  • Föching (31)
  • Gaspoltshofen (1198)
  • Gramberg (23)
  • Gröming (99)
  • Grub (18)
  • Hairedt (22)
  • Hinterleiten (9)
  • Hofing (18)
  • Höft (28)
  • Holzing (40)
  • Hörbach (113)
  • Hörmeting (30)
  • Hub (42)
  • Kroißbach (9)
  • Kronleiten (18)
  • Leithen (40)
  • Lenglach (30)
  • Mairhof (38)
  • Moos (16)
  • Mösenedt (22)
  • Mühlbach (8)
  • Mühlberg (26)
  • Niederbauern (12)
  • Obeltsham (125)
  • Oberaffnang (76)
  • Oberbergham (36)
  • Oberepfenhofen (24)
  • Obergmain (18)
  • Obergrünbach (34)
  • Oberhöftberg (18)
  • Ohrenschall (29)
  • Salfing (28)
  • Seiring (13)
  • Sölliberg (10)
  • Unteraffnang (46)
  • Unterbergham (35)
  • Unterepfenhofen (23)
  • Untergmain (22)
  • Untergrünbach (35)
  • Unterhöftberg (17)
  • Watzing (42)
  • Weinberg (43)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Aflang, Altenhof, Fading, Gaspoltshofen, Höft, Hörbach und Jeding.

Geschichte[Bearbeiten]

Das älteste bekannte Volk in der Gegend um Gaspoltshofen waren die Illyrer, welche von 800 v. Chr bis ca. 400 v. Chr. dieses Land besiedelten. Dann wurden sie von den Kelten vertrieben (Königreich Norikum). Friedlich wurde um 15 v. Chr. die nördliche Grenze des Römischen Reichs verschoben, und Gaspoltshofen wurde Teil des römischen Imperiums. Es wurden einige bedeutsame Funde gemacht, die auf die Römerzeit hinweisen (Beispiele: Der „Herkules von Watzing“ oder die „Venus von Watzing“). Nach dem Zerfall des römischen Reichs wurde das Land entlang der Römerstraßen von Bayern besiedelt.

Der Ort gehört seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wurde er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.

Burg Höft
Burg Affnang

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. 1996 wurde Gaspoltshofen in den Rang eines Marktes erhoben, zu diesem Anlass wurde ein Gemeindebuch veröffentlicht.

Die Gemeinde ist seit dem 1. Jänner 2003 Teil des Gerichtsbezirkes Grieskirchen, zuvor gehörte sie zum Gerichtsbezirk Haag am Hausruck.

Weltkriege[Bearbeiten]

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Bereits zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurden aus Gaspoltshofen 350 Männer einberufen. 1918 waren 1.000 Männer im Krieg, von denen 91 fielen. Für sie wurde in Altenhof und Gaspoltshofen Kriegerdenkmäler errichtet.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Nach dem Anschluss Österreichs wurden die gewählten Gemeindetage aufgelöst und durch nationalsozialistische ersetzt. Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen in Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Die Soldaten aus Gaspoltshofen waren der 45. Infanterie-Division zugeteilt. Am 3. September war das erste Kriegsopfer der Gemeinde Gaspoltshofen zu beklagen.

Am 4. Mai 1945 kam es in Hörbach, im Gemeindegebiet von Gaspoltshofen, zu einem der letzten militärischen Gefechte in Oberösterreich. Am 3. Mai wurde Ried im Innkreis nach nur kurzen Kämpfen von amerikanischen Truppen der 71st Infantry Division eingenommen, die unterlegenen deutschen Truppenteile ergaben sich entweder oder flohen unter Zurücklassen ihrer Waffen als Zivilisten. Deshalb beschlossen die Amerikaner am Folgetag rasch östlich bis Wels vorzustoßen. Altenhof und Gaspoltshofen wurde kampflos besetzt. Ein harter Kern von etwa 200 Wehrmachtsangehörigen und SS-Leuten errichtete jedoch am Bahnübergang bei Hörbach eine letzte Verteidigungsstellung und verbot der Zivilbevölkerung, weiße Fahnen zu hissen. Als die Amerikaner heranrückten, eröffneten die Deutschen das Feuer. Nach heftigem Gefecht ergaben sich die Deutschen, die 28 Gefallene zu beklagen hatten. Nach dem „Gefecht von Hörbach“ trafen die Amerikaner auf keinen organisierten Widerstand mehr und konnten noch am selben Tag Wels einnehmen, am 5. Mai Linz.

21 der Toten von Hörbach wurden von den Amerikanern auf dem US-Soldatenfriedhof in Nürnberg beigesetzt, 7 Tote in Gaspoltshofen.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 3499 Einwohner, 2001 dann 3609 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Wolfgang Klinger von der FPÖ.

Wappen[Bearbeiten]

Bereits 1967 bemühte sich Gaspoltshofen um ein eigenes Gemeindewappen.

Blasonierung: In Grün ein goldener Pfahl; beiderseits je eine vom Schildrand ausgehende, silberne Kirche mit goldenem Zwiebelhelm und Dach, schwarzer Uhrscheibe und zwei ebensolchen Rundbogenfenstern. Die Gemeindefarben sind Grün-Gelb-Grün. Die Kirchen symbolisieren die beiden im Gemeindegebiet liegenden Pfarren (Gaspoltshofen und Altenhof) als Charakteristikum dieser Landgemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche Gaspoltshofen
Fischerkanzel

Gaspoltshofen bei Thomas Bernhard[Bearbeiten]

Der Schriftsteller Thomas Bernhard, der gelegentlich im Gasthaus Klinger einkehrte, hat Gaspoltshofen in seinem Stück Der Theatermacher (1984; uraufgeführt von Claus Peymann bei den Salzburger Festspielen 1985) ein skurriles literarisches Denkmal gesetzt. Dieses Stück spielt an sich in dem fiktiven Ort Utzbach und markiert für die Hauptfigur, den Schauspieler, Bühnenautor und Regisseur Bruscon und seine Familie einen Tiefpunkt in einer Tournee, bei der Bruscons Lebenswerk, „Das Rad der Geschichte“, in diversen Provinzgasthäusern aufgeführt wird. In seinen Schimpftiraden erinnert sich Bruscon dabei immer wieder an seinen grandiosen Erfolg, den er in Gaspoltshofen erzielt habe, und stilisiert Gaspoltshofen, das an die 40 mal erwähnt wird, geradezu zum idealen Ort für das Theater. Aber auch alles Übrige sei dort besser gewesen als im gegenwärtigen Veranstaltungssaal des Gasthauses „Schwarzer Hirsch“ in Utzbach, die Frittatensuppe wie auch die Tischtücher.

kulturinitiative spielraum[Bearbeiten]

Die kulturinitiative spielraum existiert seit 1988 (bis 1994 als junge kultur gaspoltshofen) und ging aus der Theatergruppe junges theater gaspoltshofen' hervor. Seit 1994 betreibt die Kulturinitiative Spielraum den „Spielraum“ - das ehemalige Kino in Gaspoltshofen. Hier finden jährlich mehr als 80 Veranstaltungen statt. Das regional ausgerichtete Programm bietet Literatur, Musik von Klassik bis Jazz und Rock, Kabarett, und Programmkino.

kinOptikum gaspoltshofen[Bearbeiten]

Das kinOptikum ist ein Kinomuseum, in dem der Besucher Einblick in die Geschichte und Technik des Kinos erhält. Es ist eine Initiative der Kulturinitiative Spielraum und seit Mai 2006 geöffnet.

Verkehr[Bearbeiten]

Gaspoltshofen hat einen Bahnhof an der Lokalbahn Lambach–Haag am Hausruck. Am 13. Dezember 2009 wurde der Schienenverkehr auf der Strecke eingestellt und die Zugverbindungen durch Busse ersetzt.

Vereine[Bearbeiten]

  • Musikverein Altenhof am Hausruck
  • Union Gaspoltshofen Sektion Fußball
  • JVP Gaspoltshofen
  • Kulturinitiative Spielraum Gaspoltshofen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Franz Bachinger (1892–1938), Bauer und Politiker (Bundesminister für öffentliche Sicherheit)
  • Edmund Aigner (1900–1968), Gewerkschafter und Politiker, 1962–1968 Bürgermeister von Linz
  • Maria Gruber (* 1946), Malerin
  • Anton Rebhan (* 1960), Professor für Theoretische Physik an der TU Wien

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gaspoltshofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Alois Doppelbauer: 1945 - 1955, Kriegsende und Neubeginn, Hauptschule Gaspoltshofen, 1985