Gaston Maurice Julia

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Gaston Julia (rechts), mit Gustav Herglotz

Gaston Maurice Julia (* 3. Februar 1893 in Sidi bel Abbès, Algerien; † 19. März 1978 in Paris) war ein französischer Mathematiker.

Julia wurde 1893 in Sidi Abbes in Algerien geboren. Zu dieser Zeit war Algerien ein Département Frankreichs. Julias Vater war ein Handwerker – jedoch war die mathematische Begabung Julias, der von Mönchen unterrichtet wurde, bereits früh zu erkennen. Julia bestand 1911 im Alter von 18 Jahren die Aufnahmeprüfung an der École normale supérieure als auch an der École polytechnique jeweils mit dem 1. Platz und entschied sich für ein Studium an der École normale supérieure. Bereits 1913 veröffentlichte Julia seine erste mathematische Arbeit im Bulletin de la Societe mathematique. Julia diente während des Ersten Weltkrieges in der französischen Armee. Im Jahre 1915 wurde er ernsthaft verwundet und trug eine entstellte Nase davon. Seitdem verdeckte er bis an sein Lebensende seine Nase mit einem Lederriemen über dem Gesicht. Während mehrerer schmerzvoller Operationen führte er seine mathematischen Forschungen im Krankenhaus fort und erhielt bereits 1917 seinen Doktortitel von der Universität von Paris.

Pierre Fatou und Gaston Julia veröffentlichten 1919/1920 bzw. 1918 ihre berühmten Arbeiten über die Iteration komplexer rationaler Funktionen. Durch die Anwendung des Konzeptes der normalen Familie durch Fatou und Julia standen der komplexen Dynamik nun funktionentheoretische Ergebnisse zur Verfügung. Julia und Fatou gelang so der Durchbruch bei der Betrachtung des globalen dynamischen Verhaltens der Orbits: Sie stellten fest, dass die Riemannsche Zahlenkugel in zwei disjunkte Mengen zerfällt. In die heutzutage als Fatou-Menge bezeichnete Menge F(R), auf der zwei Orbits ähnliches Verhalten aufweisen, wenn ihre Startwerte hinreichend nahe beieinander liegen. Und in die heutzutage als Julia-Menge bezeichnete Menge J(R), auf der zwei verschiedene Orbits vollkommen unterschiedliches Verhalten aufweisen, auch wenn die Startwerte der beiden Orbits noch so dicht beieinander liegen.[1]

[Bearbeiten] Quellen

    1. [1]Christoph Dötsch Januar 2008, Dynamik meromorpher Funktionen auf der Riemannschen Zahlenkugel, Diplomica GmbH, Hamburg, S.7-8
  • Michel Hervé. Gaston Julia. Oeuvres. Vol. I−VI, Paris, 1968−1970 (mit 5 Portraits).

[Bearbeiten] Weblinks

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