Gauß-Expedition

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Der im Eis eingeschlossene „Gauß“ am 29. März 1902. Dieses aus einem Ballon aufgenommene Foto ist eine der ersten Luftaufnahmen in der Antarktis.

Die Gauß-Expedition (1901–1903) war die erste deutsche Antarktisexpedition und wurde vom Polarforscher und Geologieprofessor Erich von Drygalski auf dem Schiff Gauß unternommen, das entgegen dem allgemeinen Sprachgebrauch „der Gauß“ genannt wurde. Das Ziel der Expedition war die Erforschung des unbekannten Gebietes südlich von Kerguelen.

Expedition[Bearbeiten]

Erich von Drygalski (1865–1949)

Die Entdeckungsreise lief im Sommer 1901 in Kiel aus. Eine kleine Gruppe von Forschern (u.a. Josef Enzensperger, Karl Luyken und Emil Werth) wurde auf Kerguelen stationiert, während die übrigen Männer weiter nach Süden fuhren. Die Expedition machte auf der Insel Heard Station und unternahm die ersten umfassenden Untersuchungen über die Geologie, Flora und Fauna der Insel.

Später entdeckte die Expedition neue Antarktisgebiete, obwohl man für fast 14 Monate im Eis festsaß und erst im Februar 1903 wieder freikam. Das neue Gebiet wurde Kaiser-Wilhelm-II.-Land getauft, das Schiff wurde zum Namenspatron des erloschenen Vulkans Gaußberg.

Drygalski war nach Robert Falcon Scott einer der ersten Forscher, die in der Antarktis einen Fesselballon benutzten.

Rückkehr und Auswertung[Bearbeiten]

Im November 1903 traf der Gauß wieder in Kiel ein. In der Folge schrieb Erich von Drygalski den Bericht über die Expedition und bearbeitete die umfangreichen wissenschaftlichen Daten. Zwischen 1905 und 1931 gab er die 20 Bände und zwei Atlanten heraus, die die Expedition dokumentieren.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Erich von Drygalski: Zum Kontinent des eisigen Südens. Deutsche Südpolarexpedition. Fahrten und Forschungen des „Gauß“ 1901–1903. Reimer, Berlin 1904.

Weblinks[Bearbeiten]