Gaußsche Gravitationskonstante

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Carl Friedrich Gauß drückte die Gravitationskonstante in Maßeinheiten des Sonnensystems aus, anstatt in den üblichen im Labor oder im Alltagsleben gebräuchlichen Einheiten (heute SI-Basiseinheiten). Dies hat den Vorteil, dass die Bewegung der Planeten im Sonnensystem berechnet werden kann, ohne den Wert der Astronomischen Einheit in Metern oder die Masse der Sonne und der Planeten in Kilogramm kennen zu müssen. Die Gaußsche Gravitationskonstante wird durch das Formelzeichen k dargestellt.

Als Einheiten nutzte Gauß:

Aus dem 3. keplerschen Gesetz, angewandt auf die Bewegung der Erde, errechnete er den Wert der Gaußschen Gravitationskonstanten, der sich als 2π/(Länge eines Jahres in Tagen) ergibt. 1939 wurde der Wert

k = 0{,}01720209895 \ A^{\frac{3}{2}} \ D^{-1} \ S^{-\frac{1}{2}}

von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) als definierende Konstante der Astronomie festgelegt.

Das Gravitationsgesetz lautet dann

\tilde F = k^2 \frac{\tilde m \tilde M}{\tilde r^2},

wobei alle Größen mit einer Tilde nunmehr in den oben aufgeführten Einheiten anzugeben sind. Man beachte, dass die Konstante quadriert ins Kraftgesetz eingeht.

2012 beschloss die IAU die Gaußsche Gravitationskonstante aus dem System der astronomischen Konstanten zu entfernen und die ehemals von ihr abgeleitete Astronomische Einheit neu zu definieren.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Resolution B2 der 28. Generalversammlung der IAU (PDF; 122 kB), Peking, 2012.