Gauchsbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gauchsbach
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Der Gauchsbach beim Schloss Kugelhammer

Der Gauchsbach beim Schloss Kugelhammer

Daten
Gewässerkennzahl DE: 242166
Lage Mittelfranken, Bayern, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Schwarzach → Rednitz → Regnitz → Main → Rhein → Nordsee
Ursprung Zusammenfluss von Ebenbach und Röst bei Feucht-Weiherhaus
49° 22′ 55″ N, 11° 16′ 44″ O49.38194444444411.278888888889392.2
Quellhöhe 392,2 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung bei Wendelstein-Röthenbach b. Sankt Wolfgang in die Schwarzach49.36138888888911.173611111111337Koordinaten: 49° 21′ 41″ N, 11° 10′ 25″ O
49° 21′ 41″ N, 11° 10′ 25″ O49.36138888888911.173611111111337
Mündungshöhe 337 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 55,2 m
Länge 11,5 km[1]

Der Gauchsbach ist ein kleines ganzjähriges Fließgewässer im Lorenzer Reichswald südöstlich von Nürnberg. Er prägt das Ortsbild von Feucht und war auch in einem alten Wappen von Feucht angedeutet: als blaue Wellenlinie zwischen grün und gelb (für Wald und Feld).

Name[Bearbeiten]

Seinen Namen hat er von Gauch, der alt-/mittelhochdeutschen Bezeichnung des Kuckucks. Dieser Waldvogel war wohl typisch für dieses Gebiet und ist auch noch manchmal dort zu hören.

Lage[Bearbeiten]

Der Gauchsbach fließt in Ost-West-Richtung und ist über eine Gesamtstrecke von 15–20 Kilometern der Sammler aller Wald- und Wiesengräben innerhalb einer Hügelkette, die sich nördlich von Hoher Bühl/Teufelsbackofen (MUNA-Gelände), Feuchter Höhe, Hutberg, Büchleinsberg, Kreuzstein, also etwa entlang der Autobahn A 6 und südlich weiter über Kanzelschlag (bei Weinhof), Auf dem Berge (Grünsberg/Altenthann), Dreibrüderberg (Rummelsberg), Kirchbühl (Schwarzenbruck) hinzieht und zum Sandsteinfelsen des Schwarzachtales (bei Gsteinach) hin ausläuft.

Der Höhenunterschied vom Quellgebiet Kanzelschlag bis zur Mündung in die Schwarzach beträgt ca. 130 Meter.

Quellen und Verlauf[Bearbeiten]

Eine Quelle ist offenbar nicht (mehr) vorhanden, der Bau der Autobahn A 3 hat wohl eine Unterwasserader abgedrückt, man findet beim Schild 1000 m bis Ausfahrt Burgthann an einer Böschung etwa 50 Meter abseits der Fahrbahn im Frühjahr eine Sickerstelle, die eine Quelle gewesen sein könnte. So kann man jetzt als Ursprung wohl das Sumpfwaldgelände beim Kanzelschlag (49° 23′ 7″ N, 11° 19′ 23″ O49.38527777777811.323055555556, 458 m ü. NN) nahe dem Vereinsheim Weinhof sehen. Nachdem andere Gräben dazu gekommen sind, sieht man bald deutlich einen tief eingekerbten Graben im moorigen Mischwald mit dem kleinen Rinnsal, das östlich von Penzenhofen von der Staatsstraße Feucht-Altdorf überquert wird. Es umfließt und speist dort zwei von der Straße aus sichtbare Weiher, umfließt diese südlich und durchquert das Wiesengelände, ehe es nach abermaliger Unterquerung der Straße in den dichten Wald Rabenholz eintaucht. Dort heißt das Bächlein Ebenbach und wird zeitweise in einen Fischteich eingeleitet.

Der Gauchsbach-Brückkanal, Stahlstich (1845) von Alexander Marx

Von Nordosten kommt die wasserreichere Röst aus Winkelhaid hinzu, die aus dem Feuchtwiesengebiet Schlagwiesen zwischen Richthausener Straße und Staatsstraße unterhalb des Kanzelschlag gespeist wird. Die Ursprünge im Wald kann man nur schwer ausmachen, am besten wohl nach Schneeschmelze oder Regenperioden. Eine der Quellen liegt unweit des westlichen Waldwegs (49° 22′ 57″ N, 11° 18′ 56″ O49.382511.315555555556, 459 m ü. NN), wo das Wasser zunächst ca. 150 Meter nach Westen abfließt, dann nach Süden dem Waldrand bis zur stumpfen Spitze folgt und bei der Wiesenstraße Penzenhofen als seichter Sumpfgraben sichtbar wird. Entlang den Grundstücksgrenzen am östlichen Ortsrand zieht der Graben dann wieder nördlich und wird durch Sickerwasser aus dem Feldhang kräftiger. Ein paar andere Ursprünge liegen beim Bogen des nördlichen Waldwegs (49° 23′ 12″ N, 11° 19′ 3″ O49.38666666666711.3175, 458 m ü. NN) unweit des Ebenbach-Ursprungs. Das Wasser fließt dort ebenfalls nach Westen zum Waldrand ab, wo es versickert und erst unterhalb der Wiese im Graben südlich des Kreisverkehrs Richthausener Straße wieder zutage tritt. Die Röst beginnt, (49° 23′ 13″ N, 11° 18′ 32″ O49.38694444444411.308888888889, 421 m ü. NN), wo beide Gräben und eine kleine Quelle aufeinander treffen. Sie fließt direkt nach Westen zur Ortsmitte, bildet bei der Brunngasse den Weiher und tritt nach der Bachstraße hinter dem Wasserwerk in den Wald ein. Sie führt dort wie auch der Ebenbach nicht ständig Wasser. Erst hinter An der Röst beim Mosthaus sprudelt das klare Bächlein ständig, speist einen Fischteich im Wald und schlängelt sich zwischen den beiden Waldwegen bis zum Klärwerk. Südwestlich am Waldrand entlang wendet es sich auf den Ebenbach zu.

Der Gauchsbach in Feucht, renaturiert (Sommer 2011)

Nach dem Zusammenfluss der beiden „Geschwister“ (49° 22′ 55″ N, 11° 16′ 44″ O49.38194444444411.278888888889, 392,2 m ü. NN) bei Weiherhaus führt der Bach den Namen Gauchsbach. Nach dem Durchfließen des Weihers fließt er zunächst südlich an Hahnhof vorbei und nimmt in Moosbach den ebenfalls von Nordosten zuströmenden Hennertsbühlgraben auf. Bei der Gauchsmühle kreuzt er die Straße in südlicher Richtung und verschwindet im teilweise dichten Auwald. Am östlichen Ortsrand von Feucht tritt er nach dem Durchfließen eines weiteren Weihers beim Freibad aus dem Wald heraus, quert die Straße abermals, schlängelt sich durch renaturierte Wiesenflächen bis zur Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg und am Zeidlerschloss vorbei, wo er das Schwarzwasser vom Büchleinsberg aufnimmt.

Im Ortskern Feucht ist er seit 1928 in eine breite Betonwanne gefasst, die seit ca. 1975 von der Hauptstraße bis zur Reichswaldhalle und zum Pfinzingschloss überdeckelt ist. Um Überflutungen zu verhindern, wurde dort ein großes Regenrückhaltebecken gebaut, auf dem mittwochs ein Bauernmarkt stattfindet. Weiter durch Wiesengelände, zeitweise als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, die neuerliche Widmung unterblieb mit Rücksicht auf Nutzungsmöglichkeiten der Anlieger, nimmt er beim Alten Friedhof das vom Dreibrüderberg kommende Lechle auf. Ursprünglich mäanderte der Bach weiter nördlich an noch teilweise vorhandenen Weidenbäumen vorbei. Um 1928 wurde er mit mehreren Staustufen begradigt. Als Ausgleich für den ICE-Flächenbedarf wurde der Gauchsbachgrund renaturiert. Westlich der Autobahn A 9 und der ICE-Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt–München wendet er sich vor den Krugsweihern wieder dem Wald zu und nimmt das Wasser der Feuchter Kläranlage auf. Früher floss nach dem Jägersee über einen Graben etwas Wasser vom MUNA-Waldgebiet zu, seit einigen Jahren mündet dieser Graben in den Jägersee. Ein breiter Auwald-Gürtel beiderseits der Autobahn A 73 bildet die Rampe für einen meterhohen Wasserfall beim Friedhof Röthenbach bei Sankt Wolfgang, wo der Bach unter einer Brücke, dem Gauchsbach-Brückkanal den Ludwig-Donau-Main-Kanal quert, das Schloss Kugelhammer (bzw. Gugelhammer) umfließt und hinter dem Werksgelände Heinrich-Müller-Straße in Röthenbach/St.Wolfgang

Auwald an der A 73, 2014

(49° 21′ 41″ N, 11° 10′ 25″ O49.36138888888911.173611111111, 337 m ü. NN) in die von Süden kommende Schwarzach mündet.

Fauna[Bearbeiten]

In seinem unteren Teil, der ein beliebtes Refugium für Wildenten und Reiher ist, findet man zeitweise auch Fische, wie Forellen.

Lokale Hinweise[Bearbeiten]

  • MUNA: Abkürzung für Luftmunitionsanstalten im Dritten Reich, heute unbewachtes militärisches Sperrgebiet
  • Altenthann: östlicher Ortsteil von Schwarzenbruck
  • Weinhof: westlicher Ortsteil von Altdorf bei Nürnberg
  • Hahnhof: Ortsteil von Feucht
  • Moosbach: Ortsteil von Feucht
  • Weiherhaus: östlichster Ortsteil von Feucht
  • Zeidlerschloss: eines von drei ehemaligen Patrizier-Herrensitzen in Feucht
  • Pfinzingschloss: eines von drei ehemaligen Patrizier-Herrensitzen in Feucht
  • Sophienquelle: „die größte gefasste, barocke Quellanlage nördlich der Alpen“ (Schloss Grünsberg#Sophienquelle), das Wasser fließt in südlicher Richtung zur Schwarzach bei Burgthann
  • Ebenbach: südlicher Ursprungsteil des Gauchsbach
  • Röst: nördlicher Ursprungsteil des Gauchsbach
  • Kanzelschlag: Quellgebiet der beiden Ursprungsteile im Wald östlich Winkelhaid - nicht identisch mit der Straßenbezeichnung Zum Kanzelschlag in Penzenhofen
  • Hennertsbühlgraben: Waldgraben aus nordöstlicher Richtung, mündet bei Gauchsmühle/Moosbach in den Gauchsbach
  • Schwarzwasser: Waldgraben aus nordöstlicher Richtung, mündet hinter dem Zeidlerschloss Feucht in den Gauchsbach
  • Lechle: Waldgraben aus südlicher Richtung, mündet nach Untertunnelung bei der Talstraße in Feucht in den Gauchsbach
  • Krugsweiher: ehemalige Fischteiche, jetzt renaturiert als Ausgleichsmaßnahme für die nahe ICE-Strecke
  • Jägersee: zwei ehemalige Sandabbau-Mulden, jetzt als Badeseen benutzt
  • Schloss Kugelhammer bzw. Gugelhammer: Patrizier-Herrensitz in Röthenbach bei Sankt Wolfgang

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  • Quelle für Koordinaten und Höhenangaben: Google Earth
  1. Kartendienst Gewässerbewirtschaftung

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gauchsbach (Nürnberger Land) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien