Gauforum

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Gauforen sollten in den Städten die Zentren der Macht im Dritten Reich symbolisieren. Gigantisch konzipiert verdeutlichten sie die Zentralisierung des Führerstaates. Das Forum kombinierte Verwaltungsgebäude und Aufmarschplatz im Karree. Hier residierten die Gauleitung, die Gliederungen der NSDAP und sonstige Verwaltungseinrichtungen. Gauforen entstanden ab 1937 in einem groß angelegten Bauprogramm in allen Gauhauptstädten, um die Bedeutung der Partei und der "Bewegung" durch ein Partei- und Verwaltungszentrum zu manifestieren. Dabei war beabsichtigt, den geschlossenen Komplex, bestehend aus Halle des Volkes, Gauhaus, Glockenturm und Platz, als neues Zentrum den historischen Stadtkernen gegenüberzustellen.

Gauforen[Bearbeiten]

Gauforum Weimar[Bearbeiten]

Ehemaliges Gauforum Weimar, heute Thüringer Landesverwaltungsamt

Das Gauforum Weimar in Thüringen wurde als einziges von den geplanten Foren gebaut und ist im Wesentlichen erhalten geblieben. Die Anlage erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 40.000 Quadratmetern. Von den geplanten fünf Komplexen konnten von 1937 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs drei fertiggestellt werden. Heute werden diese zum Großteil vom Thüringer Landesverwaltungsamt genutzt.

Ein vierter, der erst nach dem Krieg beendete Hallenbau, beherbergt seit Ende 2005 ein größeres Einkaufszentrum, das Weimar-Atrium, eine Zweigstelle der städtischen Touristinformation, sowie einen Busparkplatz und ein 3D-Kino.

Gauforum Dresden[Bearbeiten]

Bereits 1934/35 fand ein Ideenwettbewerb statt, bei dem 277 Arbeiten eingereicht wurden. Erste Preis gingen an den Stuttgarter Architekten A. M. Schmidt sowie Herbert Terpitz und Müller-Moreitz (Leipzig). Der Dresdner Stadtbaurat Paul Wolf schlug das im städtischen Besitz befindliche Gelände um die Ilgenkampfbahn und das Arnholdbad vor. Einen maßgeblichen Anteil an der späteren Detailplanung hatte Wilhelm Kreis, der Erbauer des Dresdner Deutschen Hygiene-Museums (1927–30).

Der Wettbewerb blieb zunächst nur ein Projekt. Die Umsetzung verzögerte sich aus diversen Gründen und letztendlich wurde 1936 Wilhelm Kreis von Hitler persönlich mit dem Bau des Gauforums beauftragt. Wilhelm Kreis, der auch am Wettbewerb, jedoch ohne Erfolg, teilgenommen hatte, stützte sich auf die bereits vorhandenen Ideen und Pläne: Um den auf den Güntzwiesen neu anzulegenden „Adolf-Hitler-Platz“ herum sollte neben dem Deutschen Hygienemuseum nordöstlich ein „Gauhaus“ (210 x 190 Meter), südwestlich eine „Sachsenhalle“ (140 x 220 Meter), östlich zwei Ehrentempel, des Weiteren Kolonnaden sowie ein 70 Meter hoher „Wartturm“ entstehen. Der 75 000 m² große Aufmarschplatz sollte Platz für 200 000 Menschen bieten. Eine neugebaute, sehr repräsentative Straße als Weiterführung der Herkulesallee sollte diesen neuen politischen Stadtkern mit dem freigestellten Rathaus verbinden.

Über die Grundsteinlegung für das „Gauhaus“ hinaus wurden wegen wirtschaftlicher Engpässe im Kriege keine weiteren Bauarbeiten am Forum umgesetzt.

Gauforum Bayreuth[Bearbeiten]

Geplant wurde ein weitläufiges Forum mit einem Gebäude für die Gauleitung, einer Gauhalle für 10.000 Personen, einem Stadttheater und einem Gausportfeld. Am Rande des Forums sollten ein großer Park und ein See angelegt werden. Teilweise wurde bereits mit den Abrissarbeiten an der bisherigen Bebauung begonnen. Auch einige Arbeiten am Gausportfeld wurden in Angriff genommen. Vorhanden sind jedoch noch fast vollständig die maßstabsgetreuen Modelle (zum Teil im historischen Museum der Stadt Bayreuth zu besichtigen). Außerdem wünschte sich Hitler den Umbau des Bayreuther Festspielhauses auf dem Grünen Hügel zu einer riesigen Anlage, bei der das alte Festspielhaus Richard Wagners nur noch für ein Schattendasein zu historischen Aufführungen erhalten geblieben wäre.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christiane Wolf: Gauforen – Zentren der Macht. Zur nationalsozialistischen Architektur und Stadtplanung. Verlag Bauwesen, Berlin 1999, ISBN 3-345-00694-4 (Zugleich: Bochum, Univ., Diss.).

Weblinks[Bearbeiten]