Gauliga Berlin-Brandenburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hertha BSC - 3 mal Gaumeister
Berliner SV 92 - 3 mal Gaumeister

Die Gauliga Berlin-Brandenburg war eine der obersten deutschen Fußballligen in der Zeit des Nationalsozialismus.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Gleichschaltung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurden alle bisherigen Fußball-Verbände aufgelöst. Der Spielbetrieb wurde nun in vorerst 16 Fußballgauen organisiert und als höchste Spielklasse eine jeweils eingleisige Gauliga eingerichtet. Die 16 Gauligameister waren für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Die Gauliga Berlin-Brandenburg bestand aus Vereinen des ehemaligen Verband Brandenburgischer Ballspielvereine sowie aus Mannschaften des Bezirkes Niederlausitz des Südostdeutschen Fußball-Verbandes

Die Gauliga Berlin-Brandenburg wurde überwiegend eingleisig ausgespielt. Zu Beginn waren zwölf Mannschaften in dieser vertreten, die Teilnehmeranzahl verringerte sich jedoch pro Saison um ein Verein, so dass mit Beginn der Saison 1935/36 zehn Teilnehmer antraten. Der Erstplatzierte wurde Gaumeister und war für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert, die beiden letzten Mannschaften stiegen ab. In der Spielzeit 1939/40 wurde die Liga in zwei Staffeln mit jeweils sechs Mannschaften unterteilt. Der Gaumeister wurde zwischen den beiden Staffelsiegern in Hin- und Rückspiel ermittelt. Nach einem Jahr wurde die Liga wieder zusammengeführt und in einer Staffel mit zwölf Mannschaften gespielt. Ab 1941 waren wieder nur noch zehn Mannschaften in der ersten Liga des Gaus vertreten. In der Spielzeit 1944/45 wurde die Meisterschaft nach dem 13. Spieltag kriegsbedingt abgebrochen.

Gauliga Berlin-Brandenburg 1938/39 Einteilung

Von Beginn an wurde die Gauliga von Berliner Mannschaften dominiert, welche den Gauligameister unter sich ausmachten. Bei der Deutschen Meisterschaft jedoch konnten die Gaumeister aus Berlin keine Meistertitel erringen. Größte Erfolge waren das Erreichen des Halbfinales vom BFC Viktoria 1889 bei der Deutschen Meisterschaft 1934 sowie der dritte Platz von Blau-Weiß 90 Berlin bei der Deutsche Meisterschaft 1942. Über den Unterbau der Gauliga Berlin-Brandenburg sind aktuell kaum Informationen überliefert. Bekannt ist, dass es zweitklassige Bezirksklassen gab, deren Sieger in einer Aufstiegsrunde die beiden Aufsteiger in die Gauliga ausspielten. Unter den Bezirksklassen waren die Kreisklassen angeordnet.

Gaumeister 1934–1945[Bearbeiten]

Saison Gaumeister
Berlin-Brandenburg
Abschneiden
Deutsche Meisterschaft
Deutscher Meister
1933/34 BFC Viktoria 1889 Halbfinale FC Schalke 04
1934/35 Hertha BSC Gruppenzweiter FC Schalke 04
1935/36 Berliner SV 92 Gruppendritter 1. FC Nürnberg
1936/37 Hertha BSC Gruppendritter FC Schalke 04
1937/38 Berliner SV 92 Gruppendritter Hannover 96
1938/39 Blau-Weiß 90 Berlin Gruppenvierter FC Schalke 04
1939/40 SC Union Oberschöneweide Gruppenfinale Gruppe 1 FC Schalke 04
1940/41 Tennis Borussia Berlin Gruppenzweiter SK Rapid Wien
1941/42 Blau-Weiß 90 Berlin Dritter FC Schalke 04
1942/43 Berliner SV 92 Achtelfinale Dresdner SC
1943/44 Hertha BSC Viertelfinale Dresdner SC
1944/45 Meisterschaft kriegsbedingt abgebrochen

Rekordmeister[Bearbeiten]

Rekordmeister der Gauliga Berlin-Brandenburg sind Hertha BSC und der Berliner SV 92 welche die Gaumeisterschaft jeweils dreimal gewinnen konnten.

Verein Titel Jahr
Hertha BSC Berlin Logo(alt).svg Hertha BSC 3 1935, 1937, 1944
Berliner Sportverein 1892.png Berliner SV 92 3 1936, 1938, 1943
SpVgg. Blau-Weiß 90 Berlin (1985-1992).svg Blau-Weiß 90 Berlin 2 1939, 1942
Viktoria89Berlin.png BFC Viktoria 1889 1 1934
SC Union Oberschöneweide Logo.png SC Union Oberschöneweide 1 1940
Tennis Borussia Berlin Logo bis 1976.gif Tennis Borussia Berlin 1 1941

Quellen[Bearbeiten]

  • Tragmann, Voß: Das Hertha Kompendium. Verlag Harald Voß, Berlin 2002, ISBN 3-935759-05-3.
  • Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs 1. Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga 1890 bis 1963. Agon-Sportverlag, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1
  • Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs 7. Vereinslexikon. Agon-Sportverlag, Kassel 2001, ISBN 3-89784-147-9