Gawriil-Klasse

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Naval Ensign of Russia.svg
Gavriil1918.jpg
Der russische Zerstörer Gawriil im Jahr 1918.
Klassendetails
Schiffstyp: Zerstörer
Bauwerft Russisch-Baltische Werke, Reval
Dienstzeit: 1916 – 1919
Einheiten: 6
Technische Daten
Länge: 98 m
Breite: 9,34 m
Tiefgang: 3,9 m
Wasserverdrängung: Konstruktion: 1.260 t
Maximal ca. 1.450 t
Antrieb:
Geschwindigkeit: 34,0 kn
Reichweite: 1.680 sm bei 21 kn
360 sm bei 34 kn
Brennstoffvorrat:
Bewaffnung:
  • 4 x 102-mm-Geschütze L/60
  • 1 x 37-mm-Flak L/30
  • 2 x 7,62-mm-Maschinengewehre
  • 9 x Torpedorohre (3x3) Ø 457 mm
  • 80 Minen
Besatzung: 150 Mann

Die Gawriil-Klasse (russisch  Гавриил für Gabriel) war eine Klasse russischer Zerstörer der Baltischen Flotte des zaristischen Russland, die an dem Entwurf des Prototyp-Bootes Nowik orientiert, im Gefolge des im Juni 1912 für die Ostsee bewilligten Kleinen Schiffbauprogramms 1912 auf Ostsee-Werften bestellt und dort gebaut wurden.

Entwurf[Bearbeiten]

Gegenüber der Nowik war der Entwurf etwas verkleinert worden. Die Pläne wurde mit Hilfe der deutschen Werft Blohm & Voss in Hamburg für die Putilow-Werft erstellt, die diese an die Russisch-Baltischen Werke in Reval weiterleitete. Unterschiede zu zeitgleich gebauten Leitenant-Iljin-Klasse der Putilow-Werft bzw. zur Orfei-Klasse der Ust-Ischora-Werft der Petersburger Metallwerke bestanden in der Anordnung und Form der Lüfter, den Schornsteinansätzen und der Brückenform.

Namensgebung[Bearbeiten]

Die Boote waren nach Segelschiffen der russischen Seekriegsgeschichte benannt, die an zahlreichen Seekämpfen teilnahmen.

Folgebauten[Bearbeiten]

Am 11. Dezember 1916 erhielten die Russisch-Baltischen Werke von der Hauptverwaltung Schiffbau den Auftrag, die ursprünglich bei der Ziese-Mühlgrabenwerft in Riga georderten Boote Rymnik, Chios, Smolensk, Stirsuden und Tenedos der Gogland-Klasse mit dem bereits bearbeiteten Material nach dem Gawriil-Entwurf weiterzubauen. Die Schiffe sollten dabei erstmals mit zwei Torpedozwillingssätzen vom neuen Kaliber 533 mm und zwei 57-mm-Flak L/48 bestückt werden. Ständige Neuforderungen des Admiralstabes und des Flottenkommandanten Adrian Nepenin über verstärkte Artilleriebewaffnung und geänderte Einsatzzwecke als „Ersatz-Kreuzer“ ließen den Bau nicht vorankommen. So dass das Material schließlich nach dem Krieg verschrottet wurde.

Boote und Schicksale[Bearbeiten]

Schiff Kiellegung Stapellauf Indienststellung Bemerkung
Gawriil 28. November 1913 5. Januar 1915 8. Dezember 1916 Das Boot versenkte zusammen mit dem Zerstörer Asard am 9. Juni 1919 im Finnischen Meerbusen das britische U-Boot HMS L55. Am 21. Oktober 1919 sank das Boot zusammen mit den Zerstörern Swoboda ex –Wladimir und Konstantin auf einer britischen Minensperre beim Legen einer Defensivsperre im Finnischen Meerbusen.
Michail 28. November 1913 31. Mai 1916 - Das Boot wurde während der Evakuierungsfahrt der Basis Reval nach Petrograd am 6. November 1917 durch Grundberührung schwer beschädigt und nicht wieder Instand gesetzt. Im Jahr 1923 erfolgte die Streichung und der anschließende Abbruch.
Wladimir 7. Dezember 1913 18. August 1915 22. Oktober 1917 Am 21. Oktober 1919 sank das Boot zusammen mit den Zerstörern Gawriil und Konstantin auf einer britischen Minensperre beim Legen einer Defensivsperre im Finnischen Meerbusen.
Konstantin 7. Dezember 1913 12. Juni 1915 19. Mai 1917 Am 21. Oktober 1919 sank das Boot zusammen mit den Zerstörern Swoboda ex –Wladimir und Gawriil auf einer britischen Minensperre beim Legen einer Defensivsperre im Finnischen Meerbusen.
Sokol 18. Januar 1915 17. Juni 1917 - Nach dem Stapellauf wurde der Rumpf aufgrund der Kriegslage von Reval nach Petrograd überführt, aber der Bau dort nicht wieder aufgenommen. Im Jahr 1923 erfolgte die Streichung und der anschließende Abbruch.
Mescheslaw 27. August 1915 Sommer 1917 - Das Boot wurde ursprünglich unter dem Namen Leitenant Lombard auf Stapel gelegt und noch vor dem Stapellauf am 27. Juni 1915 in Mescheslaw umbenannt. Nach dem Stapellauf wurde der Rumpf aufgrund der Kriegslage von Reval nach Petrograd überführt, aber der Bau dort nicht wieder aufgenommen. Im Jahr 1924 erfolgte die Streichung und der anschließende Abbruch.

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Fock: Schwarze Gesellen. Bd. 2 Zerstörer bis 1914. Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Herford 1981, ISBN 3-7822-0206-6.
  • Harald Fock: Z-vor! Bd. 1 Internationale Entwicklung und Kriegseinsätze von Zerstörern und Torpedobooten 1914 bis 1939. Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Herford 1998, ISBN 3-7822-0207-4.
  • Robert Gardiner: Conway's All The World's Fighting Ships 1906-1921. Naval Institute Press, Annapolis/Maryland 1985. ISBN 0-85177-245-5.
  • René Greger: Die russische Flotte im Ersten Weltkrieg 1914 – 1917. J. F. Lehmanns, München 1970, ISBN 3-469-00303-3

Weblinks[Bearbeiten]