Gawroniec (Połczyn-Zdrój)

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Gawroniec
Gawroniec führt kein Wappen
Gawroniec (Polen)
Gawroniec
Gawroniec
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Świdwin
Gmina: Połczyn-Zdrój
Geographische Lage: 53° 40′ N, 16° 1′ O53.67444444444416.018055555556Koordinaten: 53° 40′ 28″ N, 16° 1′ 5″ O
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZSD
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW173: Drawsko PomorskiePołczyn-Zdrój
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów

Gawroniec (deutsch Gersdorf) ist ein Dorf bei Połczyn-Zdrój (Bad Polzin) in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 100 Kilometer östlich von Stettin und 21 Kilometer südöstlich von Świdwin (Schivelbein). Die Region gehört zur Landschaft der Pommerschen Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten]

Kapelle von Gersdorf

Gawroniec ist ein altes Kirchdorf, das früher zu einem Rittergut gehört hatte. Auf der Gemarkung des Dorfs befanden sich ein Vorwerk und ein herrschaftliches Gutshaus. Im 19. Jahrhundert war das Gut im Besitz eines Zweigs der Familie Borcke gewesen. Bis zur Regulierung der grundherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse Anfang des 19. Jahrhunderts hatte sich die Gerichtsbarkeit des Dorfs, das seinerzeit noch zur Provinz Neumark gehört hatte, in den Händen des Gutsbesitzers befunden.[1]

Das Dorf hatte bis 1945 zum Kreis Dramburg gehört. Das Kirchspiel war eine Filiale des Kirchspiels von Wusterwitz.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee erobert und besetzt. Kurz nach Kriegsende wurde die Region zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Das deutsche Dorf Gersdorf wurde in Gawroniec umbenannt. Bald danach begann die Zuwanderung von Polen, die die einheimische deutsche Bevölkerung aus ihren Häusern und Gehöften drängten. Die deutschen Einheimischen wurden bis etwa 1947 unter Berufung auf die sogenannten Bierut-Dekrete aus ihrem Dorf vertrieben.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

  • 1815: ca. 110[2]
  • 1852: ca. 320[3]

Persönlichkeiten: Söhne und Töchter des Orts[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Vollständige Topographie der Mark Brandenburg (Anton Friedrich Büsching, Hrsg.). Berlin 1775, S. 93.
  2. Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des Preußischen Staats (Alexander August Mützel, Hrsg.). Halle 1821, S. 24
  3. Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 178.