Gazankulu

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Flagge von Gazankulu
Lage von Gazankulu

Gazankulu war ein Homeland im Nordosten von Südafrika, das für Shangana-Tsonga bestimmt war. Es bestand aus vier Enklaven in der ehemaligen südafrikanischen Provinz Transvaal und umfasste ein Gebiet von etwa 7.400 km². Hauptstadt war Giyani.

Geographie[Bearbeiten]

Gazankulu lag geographisch im Lowveld Südafrikas.

  • Der weitaus größte Gebietsteil lag westlich des Nordteils des Kruger-Nationalparks. Dort liegt auch die damalige Hauptstadt Giyani. Dieses Gebiet grenzt im Westen des formal unabhängigen Venda und im Südwesten und Süden an drei kleine Gebiete des Homelands Lebowa.
  • Ein kleines Gebiet lag nordwestlich von Tzaneen. Es grenzte an das mittlere der oben genannten drei Gebiete Lebowas und berührte fast das größte Gebiet Gazankulus.
  • Der zweitgrößte Teil Gazankulus lag westlich von Shukuza. Er grenzte im Westen an einen weiteren Teil von Lebowa, im Süden an ein Gebiet des Homelands KaNgwane. Es war das südlichste Gebiet Gazankulus und grenzte im Osten ebenfalls an den Kruger-Nationalpark.
  • Ein etwa 300 km² großes Gebiet lag südöstlich von Tzaneen. Es grenzte an das größte Gebiet von Lebowa. Größter Ort des Gebiets war Nkowakowa.[1]

Die offizielle Einwohnerzahl des Homelands betrug etwa 700.000.

Geschichte[Bearbeiten]

Der ursprünglichen Name des Homelands war Machangana (deutsch etwa: „Land der Shangana“). Später wurde es nach dem Königreich Gaza, dem früheren Reich der Shangana im heutigen Mosambik, in Gazankulu umbenannt.

Von 1971 bis zum 1. Februar 1973 wurde das Gebiet von Chief Councillor Hudson William Edison Ntsanwisi (etwa: „Oberster Ratsherr“). Gazankulu wurde am 1. Februar 1973 weitgehende Selbstverwaltung eingeräumt. Seither war Ntsanwisi Chief Minister („Oberster Minister“). Ab 1983 führte er die neugegründete Ximoko Xa Rixaka (deutsch: „Peitsche der Nation“). In den 1980er Jahren wurde eine gesetzgebende Versammlung aus 68 Abgeordneten, meist Häuptlingen, eingeführt.[2]1993 war Edward Mhinga für einige Wochen amtierender Chief Minister, bevor im April 1993 Samuel Dickenson Nxumalo das Amt des Chief Ministers übernahm. Nxumalo gehörte der Ximoko Progressive Party (XPP) an, die aus Ximoko Xa Rixeka hervorging.[3] Am 27. April 1994 wurde Gazankulu zusammen mit den neun anderen Homelands wieder mit Südafrika vereinigt. Das Gebiet ist heute Teil der Provinz Limpopo.

Demografie[Bearbeiten]

Gazankulu wurde als Homeland für die Xitsonga-sprachigen Stämme errichtet. Weitere 470.000 südafrikanische Shangana-Tsonga lebten 1989 außerhalb des Homelands. In Gazankulu lebten ferner Nord-Sotho, Venda und Swazi.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Neben der Gewinnung von Gold und in geringem Maß dem verarbeitenden Gewerbe[2] waren die Einkünfte der Wanderarbeiter die wichtigste Einnahmequelle.

Sonstiges[Bearbeiten]

Ein Album des US-amerikanischen Sängers Harry Belafonte aus dem Jahr 1988 heißt Paradise in Gazankulu. Der karibikstämmige Sänger singt darauf Lieder über Südafrika. Der Titelsong handelt davon, dass man in Gazankulu gewitzt sein muss, um sein Auskommen zu haben.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Juta's New Large Print Atlas. Juta, Capetown, Wetton, Johannesburg 1985, ISBN 0-7021-1545-2
  2. a b Informationen zu Gazankulu (englisch), abgerufen am 15. März 2010
  3. Daten zu Politikern von Gazankulu (englisch), abgerufen am 14. März 2010