Gazaoua

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Landgemeinde Gazaoua
Landgemeinde Gazaoua (Niger)
Landgemeinde Gazaoua
Landgemeinde Gazaoua
Koordinaten 13° 32′ N, 7° 55′ O13.5258333333337.9138888888889Koordinaten: 13° 32′ N, 7° 55′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Maradi
Departement Gazaoua
Einwohner 108.606 (2012)

Gazaoua ist eine Landgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Gazaoua in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Gazaoua liegt in der Großlandschaft Sudan und grenzt im Süden an der Nachbarstaat Nigeria. Die Nachbargemeinden in Niger sind Koona und Maïjirgui im Norden, Hawandawaki und Korgom im Osten sowie Aguié und Gangara im Westen. Das Gemeindegebiet ist in 55 administrative Dörfer, ein traditionelles Dorf, 59 Weiler und 36 Lager gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Gazaoua.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Gazaoua und Maradi waren die Ziele von Flüchtlingen aus Katsina, nachdem die Fulbe Katsina im Jahr 1812 endgültig besiegt hatten. Während Maradi sich zunächst der Oberherrschaft der Fulbe unterordnen musste, konnten die Katsina-Flüchtlinge in Gazaoua von Beginn an alle Angriffe der Fulbe abwehren.[3] In den 1850er Jahren besuchte der deutsche Afrikaforscher Heinrich Barth den Ort.[4]

Gazaoua fiel Anfang des 20. Jahrhunderts an Frankreich. Der Markt von Gazaoua war einer der kleinen Märkte in der Region, die damals von der französischen Verwaltung zugelassen wurden.[5]

Niger wurde 1960 unabhängig. 1964 gliederte eine Verwaltungsreform den Staat in 32 Arrondissements, die Vorläufer der späteren Departements. Gazaoua wurde dem neu geschaffenen Arrondissement Tessaoua (dem späteren Departement Tessaoua) zugeschlagen und erhielt den Status eines Verwaltungspostens (poste administratif) im Gebiet des Arrondissements. Verwaltungsposten waren besondere Gebietseinheiten eine Ebene unterhalb von Arrondissements, die als eine Art Vorstufe zu einer späteren Umwandlung in ein eigenes Arrondissement galten. Dies wurde im Fall von Gazaoua zunächst nicht umgesetzt, die Gemeinde verblieb bei Tessaoua. Später wurde Aguié einschließlich Gazaoua als Departement aus Tessaoua herausgelöst.[6] Eine Verwaltungsebene unterhalb der Departements gehörte Gazaoua zum Kanton Aguié. 2002 wurde Gazaoua als im Zuge einer weiteren Verwaltungsreform als eigenständige Landgemeinde aus dem Kanton Aguié herausgelöst. Bei der Flutkatastrophe in West- und Zentralafrika 2010 wurden 1881 Einwohner von Gazaoua als Katastrophenopfer eingestuft.[7] Der Verwaltungsposten von Gazaoua wurde schließlich 2011 aus dem Departement Aguié herausgelöst und zum Departement Gazaoua erhoben.[8]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Gazaoua 80.107 Einwohner.[9] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 108.606.[10] Gazaoua ist ein traditionelles Zentrum der Azna.[11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Übergang der Zone des Regenfeldbaus des Nordens zur Zone der Bewässerungsfeldwirtschaft des Südens.[12] Durch Gazaoua verläuft die Nationalstraße 1, die den Ort mit den Regionalhauptstädten Maradi und Zinder verbindet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 147.
  4. Jean-Paul Labourdette, Dominique Auzias: Niger 2009. Nouvelle édition de l'Université, Paris 2009, ISBN 2-7469-1640-1, S. 33.
  5.  Hassane Gandah Nabi: Commerçants et entrepreneurs du Niger (1922–2006). L’Harmattan, Paris 2013, ISBN 978-2-336-29136-9, S. 38.
  6. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 275.
  7. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2010). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 23. September 2010, abgerufen am 31. März 2012.
  8.  Une nouvelle loi sur le redécoupage administratif. In: L’Arbre à Palabres. Nr. 13, 11. August 2011, S. 2 (PDF-Datei, abgerufen am 28. Januar 2014).
  9. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 54.
  10. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 21. April 2014 (PDF-Datei, französisch).
  11. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 50.
  12. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.