Gebhardshain

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Gebhardshain
Gebhardshain
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gebhardshain hervorgehoben
50.7466666666677.8216666666667382Koordinaten: 50° 45′ N, 7° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)
Verbandsgemeinde: Gebhardshain
Höhe: 382 m ü. NHN
Fläche: 5,97 km²
Einwohner: 1889 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 316 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57580
Vorwahl: 02747
Kfz-Kennzeichen: AK
Gemeindeschlüssel: 07 1 32 039
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausplatz 1
57580 Gebhardshain
Webpräsenz: www.vggebhardshain.de
Ortsbürgermeister: Jürgen Giehl
Lage der Ortsgemeinde Gebhardshain im Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
Friesenhagen Harbach (Landkreis Altenkirchen) Niederfischbach Mudersbach Brachbach Kirchen (Sieg) Herdorf Daaden Emmerzhausen Mauden Derschen Nisterberg Friedewald (Westerwald) Weitefeld Niederdreisbach Schutzbach Grünebach Alsdorf (Westerwald) Betzdorf Scheuerfeld Wallmenroth Willroth Krunkel Horhausen (Westerwald) Pleckhausen Güllesheim Obersteinebach Niedersteinebach Bürdenbach Eulenberg (Westerwald) Peterslahr Rott (Westerwald) Burglahr Oberlahr Eichen (Westerwald) Seifen (Westerwald) Seelbach (Westerwald) Flammersfeld Kescheid Reiferscheid Berzhausen Obernau (Westerwald) Walterschen Schürdt Orfgen Ziegenhain (Westerwald) Giershausen Katzwinkel (Sieg) Birken-Honigsessen Wissen (Stadt) Hövels Mittelhof Nauroth Elkenroth Rosenheim (Landkreis Altenkirchen) Kausen Dickendorf Malberg (Westerwald) Steinebach/Sieg Fensdorf Gebhardshain Elben (Westerwald) Steineroth Molzhain Selbach (Sieg) Forst (bei Wissen, Sieg) Bitzen Etzbach Roth (Landkreis Altenkirchen) Bruchertseifen Fürthen Hamm (Sieg) Seelbach bei Hamm (Sieg) Breitscheidt Pracht Birkenbeul Niederirsen Kircheib Hirz-Maulsbach Fiersbach Mehren (Westerwald) Rettersen Ersfeld Hasselbach (Westerwald) Forstmehren Kraam Werkhausen Oberirsen Weyerbusch Hemmelzen Neitersen Birnbach Ölsen Schöneberg (Westerwald) Stürzelbach Fluterschen Oberwambach Berod bei Hachenburg Gieleroth Almersbach Altenkirchen (Westerwald) Michelbach (Westerwald) Ingelbach Sörth Mammelzen Eichelhardt Idelberg Isert Helmeroth Racksen Volkerzen Hilgenroth Obererbach (Westerwald) Bachenberg Busenhausen Heupelzen Wölmersen Kettenhausen Helmenzen Nordrhein-Westfalen Landkreis Neuwied Westerwaldkreis Landkreis NeuwiedKarte
Über dieses Bild
Ortskern Gebhardshain

Gebhardshain ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Gebhardshain ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Ortsgemeinde liegt an den nördlichen Ausläufern des Westerwalds hin zum Siegerland südwestlich von Betzdorf und südöstlich von Wissen; Nachbargemeinden sind Wissen im Norden und Nordwesten, Elben im Osten, Steinebach/Sieg im Süden, Fensdorf und Selbach im Westen. Südwestlich des Ortes erstrecken sich ausgedehnte Waldgebiete, mit denen die Gemarkung an die im Westerwaldkreis gelegenen Gemeinden Kundert und Mörsbach grenzt.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 1058 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 88 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monate ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Dann fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren mäßig. An 45 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Gebhardshain wird erstmals im Jahre 1220 urkundlich erwähnt. Gebhardshain war damals Sitz des Adelsgeschlechts derer von Gevertzhagen, die als Schöffen in Gerichtsurkunden schon 1216 erscheinen. Das Geschlecht war Lehensträger der Grafen von Sayn. 1378 erkannten diese den Kurfürst von Trier als ihren Lehnsherren an, womit Gebhardshain nicht nur zur Diözese Trier sondern auch zu Kurtrier, dem weltlichen Herrschaftsgebiet des Erzbischofs von Trier, gelangte. Gebhardshain liegt an der Grenze zum Erzbistum Köln, das in Wissen beginnt.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Gebhardshain, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 271
1835 375
1871 483
1905 734
1939 1.098
1950 1.040
Jahr Einwohner
1961 1.330
1970 1.518
1987 1.586
1997 1.825
2005 1.907
2013 1.889

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Gebhardshain besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl CDU FDP FWG Gesamt
2014 9 7 16 Sitze
2009 9 1 6 16 Sitze
2004 9 2 5 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Gebhardshain e.V.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gebhardshain

Kirchen[Bearbeiten]

In Gebhardshain gibt es zwei Kirchen: die katholische Kirche St. Maria Magdalena (links im Bild) und die evangelische Kirche (rechts im Bild). Bis 31. Juli 1859 benutzten beide Konfessionen (2500 Katholische und 280 Evangelische') die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche als Simultaneum. Nach der Trennung wurde die stark renovierungsbedürftige Kirche, die man zuerst zu renovieren gedachte, bis auf den Turm, der mit Glocken und Uhr der Kommune gehörte,[4] abgerissen und als dreischiffige romantisierende byzantinische Basilika 1860/62 neu errichtet. Der Turm wurde 1900 aufgestockt. Der Siegburger Baumeister Court orientierte sich beim Entwurf der Pläne für den Neubau an ein Konzept, das Ernst Friedrich Zwirner 1850/51 für die Kirche in Stieldorf entworfen hatte.[5]

Die Evangelischen bekamen 5750 Taler für ihren Anteil. Die dann 1862 (23. März Grundsteinlegung) bis 1863 (22. Juli Einweihung) nach Plänen des Kreisbaumeisters L. Fortemps, Kirchen, unter der Bauaufsicht des Baumeisters Court, der auch schon die katholische Kirche erbaut hatte, für 31800 Taler von der Nümbrechter Firma Dickel errichtete einschiffige, fünfachsige Langhauskirche mit vorgesetztem Turm und eingezogenem überwölbtem 5/8 Chorschluss und Mauerwerk aus weiß gefugter Grauwacke und zeittypischen einzelnen Elementen des Rundbogenstils[6] bekam 1869 eine Orgel, die 1901 durch ein Instrument der Firma Eberhard Friedrich Walcker mit zehn Registern und zwei Manualen ersetzt wurde.[7].

Heimatmuseum[Bearbeiten]

In Gebhardshain gibt es ein Heimatmuseum, das im Jahre 1999 eröffnet wurde. Dort werden unter anderem verschiedene Haushaltsgeräte aus der Vergangenheit ausgestellt. Außerdem gibt es seit dem 1. September 2001 ein Puppen-Museum, in dem man über 50 Puppen sehen kann.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Kulturdenkmäler in Gebhardshain

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Gebhardshain feiert zwei jährlich wiederkehrende Feste.

  • Die viertägige Kirmes um den ersten Sonntag im August gibt den Rahmen für das gleichzeitige Schützenfest. Die Dorfjugend ist mit der Aufrichtung des Kirmesbaumes, einer Eröffnungsrede und einem Seifenkistenrennen um die Dorfkirche am Kirmessonntag für das traditionelle Rahmenprogramm und für Musik und Tanz im Festzelt verantwortlich.
  • Auf dem traditionellen Herbstmarkt werden neben Produkten des ländlichen Raumes und modernem Kunstgewerbe vielfältige gebietstypische Gaumenfreuden angeboten. Für die Kinder wird das Angebot der Viehhändler zum Streichelzoo.
  • Dazu findet alle 4 Jahre eine Leistungsschau in der Westerwaldschule statt. Hier stellen regionale Firmen ihre Produkte vor.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Beschäftigten Gebhardshains pendeln meist zu auswärtigen Arbeitsplätzen. Im Ort selbst ist der regionale Fremdenverkehr mit Schwerpunkt Seniorenreisen und Familienurlaube aus den nahen Ballungsräumen ein bedeutender saisonaler Arbeitgeber. Ein Aussiedlerhof an der Straße nach Wissen ist der einzige Vollerwerbslandwirtschaftsbetrieb.

Windkraftanlagen[Bearbeiten]

Windpark Mörsbach/Gebhardshain. Links im Bild die beiden erst 2011 errichteten Enercon E53 Anlagen.

Nach einem mehrjährigen politischen Streit wurde auf dem Gewann Spielstück südwestlich der Ortschaft ein Windpark bestehend aus mehreren Windkraftanlagen des Typs Nordex N90/2300 mit einer Nabenhöhe von 100 Metern, einem Rotordurchmesser von 90 Metern und einer Gesamthöhe von 145 Metern errichtet.[8] Die Nennleistung der Anlagen beträgt jeweils 2,3 MW.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Gebhardshain befindet sich die Verwaltung der Verbandsgemeinde, die Astrid-Lindgren-Grundschule und die Westerwaldschule, eine Regionale Sekundar-Schule, sowie mit dem St. Vinzenzhaus ein Altenpflegeheim der Caritas Trägergesellschaft Trier.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Konrad Fuchs: Geschichte der Verbandsgemeinde Gebhardshain. Mainz 1982, ISBN 3-87439-082-9
  • Gebhardshainer Heimatfreunde e. V. (Hg.): Beiträge zur Geschichte, Mundart und Landeskunde von Gebhardshain. Wewa-Druck, Gebhardshain 1995
  • Benedikt Märzheuser: Das Gebhardshainer Land, Wirtschaftsentwicklung in den letzten 100 Jahren. richter-druck, Elkenroth 1980

Trivia[Bearbeiten]

Es besteht eine meist folkloristisch-verbal ausgetragene Rivalität mit dem Nachbarort Steinebach. In diesem Zusammenhang muss auch der Sieg Gebhardshains am 29. Mai 2010 über Nachbarort Steinebach mit 3:1 im Wettbewerb „Bürgermeisterschaft“ des Rundfunksenders RPR1 gesehen werden.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gebhardshain – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Karl Dünhof: Geschichte der evangelischen Gemeinde Gebhardshain, Siegblätter-Verlag, Betzdorf o.J. (1958) S. 57 ff
  5. Hermann-Josef Roth: Der Westerwald. Köln, DuMont, 1981. S. 77.
  6. Verzeichnis der evangelischen Kirchenneubauten im Rheinland 1860 – 1914 (1927) Uni Duisburg-Essen S. 21
  7. Dünhof S. 77
  8. Ziel: Windpark mit 20 Rädern im Frühjahr 2014 am Netz. In: Rhein-Zeitung, 5. Juni 2012. Abgerufen am 5. Juni 2012.
  9. Westerwald Duell Gebhardshain vs. Steinebach. Website des Rundfunksenders RPR1. Abgerufen am 31. Mai 2010.