Gebot (Ethik)

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Ein Gebot ist eine verbindliche Anweisung, die als positives Gebot oder als negatives Gebot, also als Verbot, gefasst sein kann. Gebote sind allgemein nicht einfach Gesetze, da nicht jedem Gebot auch Gesetzeskraft innewohnt oder zugeschrieben wird.

Religiöse und ethische Gebote leiten sich oft aus dem Naturrecht oder der Goldenen Regel ab. Ihr Einfluss auf das Handeln hängt auch mit der Erziehung und dem persönlichen Gewissen zusammen.

Judentum[Bearbeiten]

Die Zehn Gebote (der Dekalog) der Hebräischen Bibel sind eine Verdichtung des geschlossenen sittlichen Vertrages (Bund) Gottes mit dem Volk Israel am Berg Sinai. Diese Gebote, überwiegend als Verbote formuliert, sind ein wichtiger Teil der jüdischen Bundes-Tradition mit Gott und sind als Empfehlung für ein Leben in Verbindung mit Gott zu sehen.

Eine Mitzwa ist ein Gebot im Judentum, welches entweder in der Tora genannt wird oder von den Rabbinen festgelegt wurde. Nach dem Talmud handelt es sich insgesamt um 613 Mitzwot, zusammengesetzt aus 365 Verboten und 248 Geboten.[1]

Nach jüdischer Auffassung gelten die sieben noachidischen Gebote sowohl für Juden als auch Nichtjuden.

Christentum[Bearbeiten]

Das Christentum übernimmt einen Großteil des Bestands allgemeiner jüdischer Gebote, etwa den Dekalog, nicht aber zahlreiche Vorschriften des jüdischen Ritus, Reinheits- und Speisegesetze. Besondere Betonung im Neuen Testament erfahren dabei bestimmte Gebote aus dem Alten Testament: das Gebot der Liebe zu Gott (5 Mos 6,5 EU) sowie das Gebot der Nächstenliebe (3 Mos 19,18 EU). Die meisten christlichen Konfessionen schließen darüber hinaus bestimmte konkretisierende Anweisungen ein, etwa in der Römisch-katholischen Kirche das Sonntagsgebot, die Verpflichtung zum allsonntäglichen Gottesdienst.

Wenn Jesus Christus von Geboten spricht, stellt er sie oft in Beziehung zur Gottesliebe, etwa bei Johannes 14,21: Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird auch von meinem Vater geliebt werden.

Buddhismus[Bearbeiten]

In den buddhistischen Lehren existieren ethische Richtlinien bzw. Empfehlungen, die Buddha seinen Schülern gegeben hatte. In den verschiedenen buddhistischen Schulen werden unterschiedliche Aspekte betont. Beispiele für diese Richtlinien sind die Fünf Silas (sittliche Übungsregeln), über deren Beachtung ein Anhänger des Theravada-Buddhismus ein Gelübde ablegt, oder die Sechs Befreienden Handlungen (Sechs Paramitas) eines Bodhisattvas.

Indische Traditionen[Bearbeiten]

Im Yoga entsprechen die Yamas Niyamas konkreten Geboten.

Staatliche Gebote[Bearbeiten]

Staatliche Regelungen und Gesetze stützen sich im Gegensatz zu ethischen Geboten überwiegend auf Verbote. Den Charakter von Geboten haben z.B. einige Regeln der deutschen und österreichischen Straßenverkehrsordnung, etwa zur Einhaltung einer situationsgerechten Geschwindigkeit (siehe auch Richtgeschwindigkeit). Hier handelt es sich aber nicht um Ethik, sondern um rechtliche Normen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Roman Heiligenthal, Wilfried Joest: Gebot I. Neues Testament II. Systematisch-theologisch. In: Theologische Realenzyklopädie 12 (1984), S. 124-138 (zum religiös-theologischen Verständnis; Überblick mit weiterer Lit.)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eine Auflistung der 613 Ge- und Verbote in Diskussionsportal zeitwort.at