Gebr. Ludewig

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Rechts: ein Anderthalbdecker-Oberleitungsbus mit einem Aufbau der Gebr. Ludewig
Ein Trolleybus Solingen mit Ludewig-Aufbau, hier 2008 noch im Einsatz in der argentinischen Stadt Mendoza

Das Unternehmen Gebr. Ludewig ist eine Karosseriefabrik in Essen, das sich vor allem als Hersteller von Omnibussen und Oberleitungsbussen, insbesondere von Anderthalbdeckern, einen Namen gemacht hat.

Das Unternehmen begann 1909 in Essen unter der Firma „Kopp & Ludewig“ Aufbauten für PKWs und Kombis herzustellen. Seit 1919 besteht der heutige Standort an der Steeler Straße. Die Firma ändert sich in „Gebr. Ludewig GmbH“. In den 1920er Jahren erhielt man die Werksvertretung von Bugatti. Ab 1934 wurden dann Karosserien für Omnibusse vor allem auf Fahrgestellen von Opel hergestellt. Im Krieg folgten militärische Busse. Nach dem Krieg begann eine Kooperation bei der Busherstellung mit Büssing.

Eine Besonderheit der Gebr. Ludewig war ab 1949 die Entwicklung von Anderthalbdecker-Omnibussen. Sie verfügten über einen abgesenkten Heckbereich und darüber ein zweites Deck. So konnte das Sitzplatzvolumen bei kaum mehr Fahrzeuglänge gesteigert werden. Wegen des erhöhten Fahrzeuggewichts wurden die Busse hinten mit einer zusätzlichen Schleppachse ausgerüstet. Vor allem in den Großstädten Nordrhein-Westfalens waren Anderthalbdecker im Linienbusbereich bei längeren Fahrtstrecken beliebt, um z.B. Nachbarstädte miteinander zu verbinden. Auch 22 Oberleitungsbusse wurden als Anderthalbdecker von dem Unternehmens Gebr. Ludewig gebaut. Im Reisebusbereich sah man Anderthalbdecker seltener, obwohl ab 1960 der Betrieb von Busanhängern verboten wurde. Im Reiseverkehr wurden die Sitzplätze im Unterdeckbereich von den Fahrgäste nicht gerne angenommen; im Linienverkehr befanden sich in diesem Bereich der Schaffnersitz und vor allem Stehplätze, so dass dieser Nachteil weniger gravierend war.

Durch den Erfolg beim Bau von Anderthalbdeckern im Linienbusgeschäft vernachlässigte Ludewig den Markt für Reisebusse. Ab den 1960er Jahren kamen verstärkt Gelenkbusse auf, die ebenfalls über ein größeres Fahrgastvolumen verfügen. Diese Busse wurden zunächst von anderen Aufbauherstellern wie Gaubschat in Berlin, Göppel in Augsburg und Vetter in Fellbach gefertigt. Ab 1968 stellte Ludewig auf Fahrwerken von Daimler-Benz und Büssing auch selbst Gelenkbusse her. Später wurden Busse zunehmend von den marktbeherrschenden Nutzfahrzeugherstellern Daimler-Benz und MAN komplett selbst hergestellt. Das Unternehmen Ludewig musste deshalb 1976 die Omnibusherstellung einstellen. Die Fertigung von Anderthalbdeckern führte noch bis 1983 das Unternehmen Vetter fort.

Der ursprüngliche Betrieb firmiert heute als Gebr. Ludewig GmbH & Co. KG in Essen und hat sich auf die Reparatur von Omnibussen und die Herstellung von Sonderaufbauten spezialisiert.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wolfgang H. Gebhardt: Deutsche Reiseomnibusse. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-613-03037-4. S. 139/140

Weblinks[Bearbeiten]