Gedern

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Dieser Artikel befasst sich mit der hessischen Stadt Gedern, weitere Bedeutungen unter Gedern (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gedern
Gedern
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gedern hervorgehoben
50.4244444444449.1997222222222357Koordinaten: 50° 25′ N, 9° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 357 m ü. NHN
Fläche: 75,24 km²
Einwohner: 7561 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63688
Vorwahl: 06045
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 009
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schlossberg 7
63688 Gedern
Webpräsenz: www.gedern.de
Bürgermeister: Klaus Bechtold (SPD)
Lage der Stadt Gedern im Wetteraukreis
Butzbach Münzenberg Rockenberg Ober-Mörlen Bad Nauheim Friedberg (Hessen) Rosbach v.d. Höhe Wöllstadt Karben Bad Vilbel Wölfersheim Reichelsheim (Wetterau) Niddatal Florstadt Echzell Reichelsheim (Wetterau) Nidda Hirzenhain Gedern Ranstadt Glauburg Altenstadt (Hessen) Limeshain Ortenberg (Hessen) Kefenrod Büdingen Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen Vogelsbergkreis Hochtaunuskreis Frankfurt am Main Main-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Gedern ist eine südhessische Kleinstadt im Nordosten des Wetteraukreises und grenzt direkt an den Vogelsbergkreis. Sie liegt ca. 50 km nordöstlich von Frankfurt am Main am Rande des Vogelsberges.

War Gedern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eher landwirtschaftlich geprägt, profitiert es heute von einer Vielzahl an Geschäften und Supermärkten, sowie dem Naherholungsgebiet Gederner See und dem touristisch erschlossenen Vogelsberg. Der Ort ist ein anerkannter Luftkurort[2].

Die Stadt Gedern in ihren heutigen Grenzen entstand im Jahre 1972 durch die Gebietsreform in Hessen. Die heutigen Stadtteile Mittel-Seemen, Nieder-Seemen, Ober-Seemen, Steinberg und Wenings wurden im Zuge der Gebietsreform eingemeindet und in den Wetteraukreis aufgenommen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Gedern befindet sich im Nordosten des Wetteraukreises, etwa in der Mitte Hessens. Sie liegt in einem Tal und an den dazugehörigen Hängen von Ausläufern des Mittelgebirges Vogelsberg, ungefähr in der Mitte zwischen Fulda (37 km) und Frankfurt am Main (50 km). Sie ist Teil des Naturparks Hoher Vogelsberg.[3] Gedern liegt auf einer Höhe von 357 m.

Stadtgliederung und Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gedern besteht aus den Stadtteilen Gedern, Mittel-Seemen, Nieder-Seemen, Ober-Seemen, Steinberg und Wenings.

Im Norden grenzt Gedern an die Stadt Schotten (Vogelsbergkreis), im Nordosten an die Gemeinde Grebenhain (Vogelsbergkreis), im Osten an die Gemeinde Birstein (Main-Kinzig-Kreis), im Süden an die Gemeinde Kefenrod, in Südwesten an die Stadt Ortenberg sowie im Westen an die Gemeinde Hirzenhain.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Gedern wurde am 24. Mai 780 erstmals in einer vom Kloster Lorsch ausgestellten Urkunde als Gauuirada/Gauuirida erwähnt.[4] 797 schenkte Regniher die Gederner Marienkirche samt 18 Hörigen dem Kloster Lorsch. 1000 n. Chr. wird Gedern in einer Fuldarer Urkunde als "Gewiridi" erwähnt, 1187 wird "Wenings" erstmals in einem Besitzverzeichnis der Johanniter zu Nidda erwähnt. 1247 fiel Gedern nach dem Tod Gerlachs von Büdigen an die von Breuberg und Trimberg. Erbberechtigt waren die Geschlechter Kempenich, Ysenburg und Breuberg.

1316 belehnte Erzbischof Balduin von Trier Eberhard III. von Breuberg mit der Gerichtsbarkeit von Gedern und der Hälfte des Ortes. 1320 wird Ober-Seemen erstmals als "Ober-Siemene" erwähnt, als Luther von Isenburg in einer Urkunde den Verkauf des "Zehnten" bestätigt. Das Landgericht Gedern fiel 1327 an Trimberg. 1336 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer Wenings die Stadtrechte. Die erste Pestwelle suchte Gedern in den Jahren 1348-1352 heim. Die Verleihung der Markt- und Stadtrechte an Konrad von Trimberg für den Ort "Gaudern" (Gedern) durch Kaiser Karl IV. erfolgte 1356. Die Linie Trimberg starb 1376 aus und "Gaudern" (Gedern) fiel an Eppenstein-Königstein. 1381 verpfändete Eberhard von Eppenstein das Gederner Gericht an Engelbert von Lißberg und an die Herren von Hanau und Schlitz. 1398 fand Gottfried von Eppenstein mit 330 Gulden den Johann von Rodenstein in Lißberg ab; die Herren von Lißberg waren ausgestorben. 1424 waren alle Pfandrechte an Gedern abgelöst, somit war Eppenstein Alleinbesitzer. Während des Bauernaufstandes 1431 wurden die Eisenhütten von Gedern und Hirzenhain zerstört. 1465 kaufte Eberhard von Eppenstein die Wüstung "Klein Niddern", somit wird auch die Waldschmiede von Gedern urkundlich erwähnt. Wenings wurde im Jahre 1467 zur Festungsstadt erklärt, nachdem die Stadtmauer, fünf Türme sowie drei mächtige Tore fertiggestellt worden sind.

1468 wird eine Urkunde über die Verleihung der Pfarrstelle in Gedern ausgestellt, abhängige Kirchen sind in Ober-, Mittel- & Niederseemen sowie in Volkartshain. Im Jahr 1497 fiel das Gericht Gedern an das Haus Königstein, sieben Jahre später (1504) schied Böß-Gesäß aus dem Gericht Gedern aus. 1524 wurden Gedern und Wenings lutherisch. 1530 wurde die Eisenhütte am Schmitterberg eingestellt; heute ist noch gut zu erkennen, wo sich der Erzbruch in etwa befand. Mit Eberhard IV. von Eppenstein-Königstein starb sein Geschlecht in der männlichen Linie aus, und die Herrschaft Gedern fiel somit im Jahre 1535 an Graf Ludwig II. von Stolberg-Wernigerode. Am 29. Juli 1568 erhielt die Stadt "Gaidern" durch Kaiser Maximilian II. das Recht, zwei Jahrmärkte abzuhalten. 1572 wurde die Eisenhütte "Schmitterberg" an Hirzenhain verpachtet. Die bei den Bauernaufständen zerstörte Eisenhütte Gedern wurde 1585 neu errichtet.

Neuzeit[Bearbeiten]

Evangelische Kirche, erbaut 1847

1635 erreichte die zweite Pestwelle die Stadt. 1638 wurde die Grafschaft Stolberg geteilt, Gedern wurde Sitz der älteren Linie. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges waren Stadt und umliegende Dörfer fast vollständig entvölkert.

Zwischen 1675 und 1710 baute Graf Ludwig Christian das Schloss Gedern zu seiner Residenz aus. 1678 wurde ein Galgen, 1679 die Brauerei errichtet, 1710 das Rentamt fertiggestellt. Die jetzige barocke Turmhaube, die einen gotischen Spitzturm ersetzte, erhielt die Gederner Kirche im Jahre 1738.

Gedern wurde 1742 Fürstentum, als Graf Friedrich Karl von Kaiser Karl VII. das Fürstenpatent erhielt. Nach dem Aussterben der Linie Stolberg-Gedern im Jahre 1804 fiel Gedern an die Hauptlinie der Grafen zu Stolberg-Wernigerode, die bereits 1806 Gedern durch die Rheinbundakte an das Großherzogtum Hessen abtreten mussten.

Das Gederner Kirchenschiff wurde 1884 zur Basilika umgebaut.

1888 wurde die Oberwaldbahn (Eisenbahnlinie Stockheim–Gedern) fertiggestellt.

20. Jahrhundert bis heute[Bearbeiten]

1905 werden die ersten Wasserleitungen in Gedern verbaut, hierbei werden auf der heutigen Frankfurter- und Lauterbacherstraße Mauerreste entdeckt, die auf Stadttore schließen lassen, jedoch keine großen. Die steilste in Deutschland zulässige Bahntrasse wird 1906 eröffnet. Sie umfasst die Strecke von Gedern nach Ober-Seemen (Stand 1995). Heute verläuft hier der Vulkanradweg. 1907 wird das Fransecky-Denkmal enthüllt, es musste in den 1960-ern dem Neubau der Volksbank und des Parkdecks weichen. 1925 wird Gedern in den Bund oberhessischer Städte aufgenommen. 1926 zählt Gedern zum Kreis Büdingen. Ebenfalls 1926 erhält Gedern sein Stadtwappen. 1929 wird das Bezirkskrankenhaus erbaut und in Betrieb genommen. Gederns Geschichte während des Nationalsozialismus ist noch nicht aufgearbeitet. Antijüdische Gewalttaten nahmen nach den Märzwahlen zu. Am 13. März 1933 brachen SA-Leute in jüdische Häuser ein und schlug 'unter dem Beifall einer rasch wachsenden Menschenmenge' die Bewohner zusammen.[5] Ab 1950 orientiert sich Gedern nach und nach als Familienferienort und wird auch später zum Luftkurort ausgebaut und erklärt. 1952 erwirbt die Katholische Kirche ein Grundstück, um ihr Gotteshaus zu errichten, Weihnachten 1954 wird der erste Gottesdienst dort abgehalten.

1969 verschwistert sich die Stadt Wenings mit der französischen Stadt Nucourt. Am 1. August 1972 wurde die Stadt in den neuen Wetteraukreis aufgenommen.

2010 wurde an der Stelle der ehemaligen Synagoge Gederns eine Gedenktafel angebracht.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ober-Seemen eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Steinberg hinzu. Burkhards, Kaulstoß, Mittel-Seemen, Nieder-Seemen, Sichenhausen und die Stadt Wenings folgten am 31. Dezember 1971.[7]

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass neben der Stadt Schotten auch Gedern in den neuen Vogelsbergkreis wechseln würde, doch Gedern entschied sich für den Wetteraukreis. So wurden die ehemaligen Vogelsberggemeinden Burkhards, Kaulstoß und Sichenhausen am 1. August 1972 an die Nachbarstadt Schotten abgetreten. Aufgrund der ehemaligen Zugehörigkeit zu Gedern haben die Dörfer Burkhards, Kaulstoß und Sichenhausen heute noch die gleiche Vorwahl wie die Stadt Gedern, des Weiteren gehen die Schüler nach Gedern zur Schule[7]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
33,5 %
27,8 %
25,8 %
8,4 %
4,6 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,4 %p
+2,1 %p
+1,8 %p
+2,2 %p
-2,2 %p
-1,5 %p

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[8]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,5 10 35,9 11
FWG Freie Wählergemeinschaft Gedern 27,8 9 25,7 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 25,8 8 24,0 7
UBG Unabhängige Bürger Gedern 8,4 3 6,2 2
BLG Bürgerliste Gedern 4,6 1 6,8 2
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 1,5 1
Gesamt 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 43,0 45,0

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Gederner Schloss, heute Stadtverwaltung
Bürgermeister von Gedern
Amtszeit Name
1782 Joh. Peter Dondorf
1783 Christian Stiebeling
1784 Christoph Meinhard
1785 Christian Oberheim
1786 Johann Müller
1787- Johann Müller
1825 Landmann
1826 Carl
1837 Lauter
1837–1845 Carl
1850–1861 Oberheim
1876–1889 Oberheim
Bürgermeister von Gedern
Amtszeit Name Partei
1890–1919 Nispel
1919–1933 Otto Müller
1933–1943 Heinrich Beyer NSDAP
1943–03/1945 Hermann Stöhr NSDAP ?
03/1945–05/1945 Heinrich Beyer NSDAP
1945–1946 Ernst Wilhelm Oberheim
1946–1958 Phillip Merkel
1958–1982 Walter Merle SPD
1982–1993 Rainer Schwarz CDU
1993–2005 Wolfgang Zenkert CDU
2005–2011 Stefan Betz Parteilos
seit 2012 Klaus Bechtold SPD

Die letzte Bürgermeisterwahl fand am 11. September 2011 statt. Zum Nachfolger des parteilosen Diplom-Verwaltungswirts Stefan Betz wurde Klaus Bechtold (SPD) gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen
Forellenbrunnen der Stadt Gedern in Anlehnung an das Wappen der Stadt

Das Wappen wurde am 23. August 1926 durch das Ministerium des Inneren genehmigt.

Blasonierung: „Auf rotem Feld mit zwei silbernen Pfählen zwei einander zugekehrte, pfahlweise gestellte Forellen in verwechselten Farben.“

1925/26 forschte man in Gedern nach einem alten Wappen der Stadt, jedoch ohne Erfolg. Im 1885 erschienenen Wappenbuch von Siebmacher wurden auch keine Hinweise auf eine Existenz eines alten Stadtwappens gefunden, im Gegenteil, dort wurde behauptet das Gedern gar kein Wappen habe. Aufgrund dessen wurde ein Antrag auf Erteilung eines Wappens gestellt. Am 21. August 1926 wurde vom Ministerium des Inneren ein Vorschlag mit folgender Begründung unterbreitet, der das Wappen darstellt so wie es noch heute zu sehen ist. Die Begründung des Ministers lautete wie folgt: Das Haus Trimberg, mit dem Gederns Vergangenheit sehr verbunden ist, hätte die Farben rot-weiß gehabt, ebenso wie das Land Hessen. Deshalb solle das Stadtwappen aus einem rot-weiß oder rot-silber gestreiften Schild bestehen. Des Weiteren sollen zwei nach außen gekrümmte Forellen das Wappen zieren. Als im Jahre 1417 in Wernigerode die Erbverbrüderung zwischen dem letzten Wernigeroder Grafen und Graf Botho zu Stolberg stattfand, wehte vom Turm des Wernigeroder Schlosses das Banner mit zwei roten Forellen auf weißem Feld. 1429 starb Graf Heinrich von Wernigerode und dessen Wappen wurde zerbrochen. Somit wurden die roten Forellen des zerbrochenen Wappens vom Minister ebenfalls für das Stadtwappen vorgeschlagen. Am 31. August 1926 wurde dieser Vorschlag durch den Gemeinderat Gederns genehmigt. Des Weiteren passen die Forellen auch sehr gut zur Stadt, da sie symbolisch gesehen sehr gut zum Wasser- und Fischreichtum der Stadt passen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1992 (bezogen auf die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags) Gedern ist mit der amerikanischen Stadt Columbia in Illinois verschwistert. Die Städtepartnerschaft hat ihren Ursprung in der Initiative von einigen Einwohnern Columbias, die nach ihren Ahnen forschten. Erst rund 150 Jahre nachdem 156 Leute aus Wernings und Umgebung in die USA (hauptsächlich Columbia und Waterloo) auswanderten wurden Verbindungen in die alte Heimat festgestellt. Dies geschah im Jahr 1990. Bereits ein Jahr später besuchte eine Delegation aus Gedern die Auswanderer in Columbia. Im April 1992 wurde während des Besuchs der Leute aus Columbia ein Freundschaftsvertrag unterzeichnet. Die offizielle Verschwisterungsfeier war im Mai 1993 in Columbia, Illinois.

Des Weiteren ist Gedern mit seit 2004 der polnischen Stadt Polanow verschwistert. Der Stadtteil Wenings ist mit Nucourt in Frankreich verschwistert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Gedern war bis Mitte der 80er Jahre ein wichtiger Industriestandort für die strukturschwache Region des vorderen Vogelsbergs. Es waren mehrere Unternehmen der textil-, holz-, gummi- und metallverarbeitenden Industrie angesiedelt. Derzeit ist aus diesem Bereich nur noch ein größeres metallverarbeitendes Unternehmen tätig.

Heute ist Gedern aus wirtschaftlicher Sicht eher unbedeutend. Die vielfältigen Kleinbetriebe des Handels, Handwerks und Gewerbes bilden den Kern der wirtschaftlichen Aktivität. Der größte Bevölkerungsteil geht seiner Erwerbstätigkeit als Pendler in den Ballungsgebieten Rhein/ Main und der Region Gießen nach.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Gedern besitzt seit 1972 eine Gesamtschule mit einem Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialzweig bis zur 10ten Klasse.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Der Gederner See in einer Panoramafotografie

Der Gederner See zieht im Sommer viele Camper und Badegäste an.[9] Gedern verfügt weiter über ein beheiztes Hallenbad im Sportzentrum am Schmitterberg. Oberhalb des Gederner Sees liegt das Segelfluggelände Gedern. Der so genannte Vulkanradweg verläuft auf der ehemaligen Bahnstrecke Stockheim–Lauterbach (Hess).[10] Der Vulkanradweg ist Teil des BahnRadweg Hessen, der auf ehemaligen Bahntrassen ca. 250  km durch den Vogelsberg und die Rhön führt. Der ehemalige Bahnhof wird heute als Gaststätte genutzt.[11] Im Ortsteil Ober-Seemen befindet sich das Kinder- und Jugendferiendorf des Landkreises Groß-Gerau.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gederner Schloss, Torhalle mit Brücke
Gederner Schloss

Das Gederner Schloss entstand aus einer Befestigungsanlage des 14. Jahrhunderts.[13] Auf einigen Gebäuden die sich auf dem Schlossberg befinden sind die Jahreszahlen der Errichtung eingemeißelt, zumeist sind diese am obersten Stein eines (Tor-)Bogens zu sehen. Anhand dieser Zahlen lässt sich gut erkennen das der Ausbau des Schlossareals in mehreren Etappen geschehen sein muss. Aber gerade durch die Jahreszahlen an den Gebäuden kommen einige Geschichtlich Interessante Fragen auf. So wurde die Torhalle mit der Brücke auf das Jahr 1605 datiert, allerdings wurde die Schlossmauer zum Teil bereits im Mittelalter errichtet. Der Mittelbau des Schlosses stammt aus dem Jahre 1706, fast 100 Jahre nach Errichtung des Torbogens. 1225 wird ein Zeuge Wolfram aus Gedern genannt, deshalb hat sich in Gedern auch der Name Wolframsburg erhalten.

Zu den ältesten Bauten der Schlossanlage zählt die Torhalle mit Brücke, Marstall und das Schilderhaus (1605), der Bau der alten Brauerei gegenüber der Torhalle stammt von 1679, das Das Hauptgebäude entstand in verschiedenen Bauabschnitten, die auf die Jahre 1770 - 1710 datiert sind. Erhalten sind ebenfalls Schmiede und die Remise. Das Schlossanlage liegt in einem englischen Park.

Bewohnt wurden die Gebäude von der Linie Stolberg bis 1927 und diente bis 1945 dem Arbeitsdienst als Unterkunft. Nach Kriegsende wurden in den Gebäuden Heimatlose und Flüchtlinge untergebracht. Am 1. August 1987 kaufte die Stadt Gedern das Schloss mit Nebengebäuden.

Nach umfangreicher Sanierung zog hier 1997 die Stadtverwaltung ein. Im ehemaligen Marstall sind eine Seifensiederei und das Stadtarchiv untergebracht. Im Torbogenhaus befindet sich ein kulturhistorisches Museum. Des Weiteren befindet sich im Westflügel des Schlosses seit 2007 ein 4-Sterne Hotel.

Weidenkirche

Die Weidenkirche im Stadtteil Steinberg wurde von den Bürgern errichtet, um den Gottesdienst auch in der freien Natur feiern zu können.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • MSC-Gedern 74 e. V. Kartrennen „Großer Preis von Gedern“
  • Internationales Teleskoptreffen Vogelsberg
  • Open Air-Konzert im Schlosspark
  • Seefest am Gederner See
  • Gederner Stadtlauf
  • Gassemäärt
  • Elvis-Festival am Gederner See
  • Nickelches-Määrt

Regionale Spezialitäten[Bearbeiten]

In Gedern werden die sogenannten Spitzbuben und Beulches gekocht. Beulches sind wurstförmige Kartoffelrollen, die aus roh geriebenen Kartoffeln, gekocht geriebenen Kartoffeln und allerlei, was sich kochen lässt, bestehen. Meistens wird Dörrfleisch in diese Kartoffelmasse gegeben, es kann aber ebenso gut auch Blutwurst sein oder Speck. Man serviert die Beulches, nachdem man sie in Leinensäckchen (Beutelches) gekocht hat, zusammen mit Zwiebelsoße. Spitzbuben werden ähnlich hergestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Thomee: Geriwarda - Ein Heimatbuch der Stadt Gedern. 1956.
  • Rolf Knierriem: Gedern - Bilder aus vergangenen Tagen. 1985, ISBN 3-924932-36-0.
  • Rolf Knierriem: Gedern ist schön. Geiger-Verlag, 1986, ISBN 3-89264-045-9.
  • Erwin Diel, Hans-Dietrich Moritz: Damals bei uns dehaam - Gedern/Hirzenhain. Sparkasse Wetterau. AS-Druck und Verlag, 1990.
  • Thomas W. Lummitsch, Magistrat der Stadt Gedern: Jüdisches Leben in Gedern. AS-Druck und Verlag, 1991.
  • Rolf Knierriem: Unser Gedern. Siebenstern, 1995, ISBN 3-931769-00-3.
  • Rolf Knierriem: Gedern im Jahreslauf. Siebenstern, 1998, ISBN 3-931769-01-1.
  • Hans-Joachim Flach, Axel Listing (Hrsg.): Festbuch 2006. 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gedern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  79. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 21. November 2012. In: Staatszeiger für das Land Hessen. Nr. 9, 2014, ISSN 0724-7885, S. 187.
  3. http://www.naturpark-hoher-vogelsberg.de/home/mitglieder-im-naturpark.html
  4. Glöckner, Cod. Lauresh. 3, S. 235 Nr. 3631=3751b.
  5. Saul Friedländer, C.H. Beck-Verlag, München 1998, 3. Auflage 2007, Seite 30
  6. vor Ort - einzelne Berichte Gedern, jüdische Geschichte
  7. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 352 und 353.
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  9. http://www.campingpark-gedern.de/index.php?id=8
  10. http://www.vulkanradweg.de/
  11. http://www.modellbahngedern.de/historie.html
  12. http://www.gruppenunterkuenfte.de/Jugendferiendorf-Ober-Seemen__t1771.html
  13. Zum Schloss siehe Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0, S. 132–134.