gediegen

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Gediegen Gold
Gediegen Kupfer
Gediegen Silber
Gediegen Platin als Nugget
Gediegen Eisen, in Basalt gefunden (Bühl bei Weimar)

Als gediegen bezeichnet man in der Mineralogie das Vorkommen von reinen chemischen Elementen in der Natur. Die bekanntesten Beispiele sind Edelmetalle wie Kupfer, Silber und Gold sowie die Platinmetalle.

Auch viele Nichtmetalle wie Kohlenstoff (als Graphit oder Diamant), Schwefel, Sauerstoff, Stickstoff sowie die Edelgase und selbst das sehr reaktionsfreudige Fluor treten in der Natur in elementarer Form auf. Für sie ist der Ausdruck jedoch ungebräuchlich, da er üblicherweise nur auf Metalle angewendet wird.

Häufig wird gediegen nicht dekliniert (Beispiel: gediegen Gold statt gediegenes Gold).

Mineralogie[Bearbeiten]

Bisher konnten etwa 30 Elemente in der Natur in reiner Form vorkommend nachgewiesen werden (Stand: 2010) und wurden von der International Mineralogical Association (IMA) als eigenständige Minerale anerkannt.

Die Systematik der Minerale ordnet diese neben Legierungen, intermetallische Verbindungen und Carbiden in die Klasse der „Elemente“. Etwa zehn Elemente sind auf der Erde in geologisch relevantem Umfang zu finden, darunter die bereits genannten Metalle Kupfer, Silber und Gold. Da gediegen vorkommende Elemente relativ leicht zugänglich sind, wurden sie bereits im antiken Bergbau gewonnen und verarbeitet.

Übertragene Bedeutung[Bearbeiten]

In der alltäglichen Sprache bedeutet der Ausdruck gediegen zumeist, dass etwas auf bewährte Weise stilvoll, elegant bzw. rein und gut ist. Seltener wird der Ausdruck im Sinne von gelassen, ruhig, angenehm verwendet. Vor allem in Norddeutschland findet sich eine weitere von der niederdeutschen Sprache herrührende, eher negative Bedeutung. Dort wird gediegen auch im Sinne von merkwürdig, seltsam, unheimlich oder unverständlich gebraucht.

2013 wurde gediegen der 3. Platz bei der vom Langenscheidt-Verlag initiierten Wahl zum Jugendwort des Jahres zu Teil und mit den Wörtern super, cool, lässig erklärt.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Rudolf Graubner: Lexikon der Geologie, Minerale und Gesteine. Emil Vollmer Verlag GmbH, München 1980, ISBN 3-87876-327-1, S. 127.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hey, Babo! Süddeutsche Zeitung, 25. November 2013, abgerufen am 10. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]