Gedimu

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Das Minarett der Moschee zu Xi’an in der chinesischen Provinz Shaanxi, eine der größten Moscheen Chinas

Gedimu (chinesisch[1], von arab. „قديم‎“ qadīm für „alt“) oder Qadim ist die früheste Schule des Islam in China. Es ist eine hanafitische[2], nicht-sufistische Schule der Sunni-Tradition. Ihre Anhänger sind um lokale Moscheen zentriert, die als relativ unabhängige Einheiten fungieren.[3]

Es ist die zahlenmäßig größte islamische Schulrichtung in China[4] und die bei den Hui, Dongxiang, Salar, Bonan die am meisten verbreitete Schultradition des Islam.[5]

Seit der Islam zuerst während der Tang-Dynastie nach China eingeführt wurde, erfuhr er bis zur Ming-Zeit keine Aufspaltungen.[6] Ende der Ming-, Anfang der Qing-Dynastie gelangte verstärkt der Sufismus nach China. Insbesondere in Xinjiang, Gansu und Qinghai begann sich der muslimische Glaube zu wandeln und die neuen Richtungen wurden als Alte Lehre/Neuer Glaube/Neue Religion (chin. xinpai oder xinjiao) bezeichnet. Diejenigen, die an den alten Glaubensformen festhielten, wurden Angehörige des Gedimu oder Laojiao (der Alten Lehre/des Alten Glaubens/der Alten Religion) genannt.

In ihren religiösen Ideen behält diese Schule die grundlegenden islamischen Prinzipien des Tauhīd[7] bei.[5] In der religiösen Praxis erfordert dies von den Gläubigen ein strikte Einhaltung des Prinzips des Rukun, der fünf Grundpflichten des Islam.[8]

In der langen Zeit ihrer Entwicklung bildete sich eine konservative Tradition.[9] Sie ist gegen unorthodoxe Neuerungen und hält an alten Regeln fest, ohne Einmischung in die Angelegenheiten anderer Konfessionen.[5]

Ein weiteres wichtiges Merkmal der Schule ist, dass sie einen Schwerpunkt auf Kultur und Bildung legt. Von den Moscheen organisiert besuchen sie die Kinder aus ihrem Viertel, um hier religiösen Unterricht zu erhalten. Gewöhnlich werden arabische und persische Schriften studiert.[5]

Qadim hat die längste Verbreitungsgeschichte in China. In seiner Entwicklung ist die Schule von der chinesischen Kultur beeinflusst worden und hat viele han-chinesische Sitten und Bräuche in ihre Riten aufgenommen.[5] Die Sakralarchitektur ist von der anderer muslimischer Gebiete verschieden. Qadim war das Resultat des sunnitischen Glaubens unter einer bestimmten Umgebung im chinesischen Hinterland.

Qadim zählt zusammen mit Ichwan[10] und Xidaotang[11] zu den Drei großen Schultraditionen Chinas.[12]


Literatur[Bearbeiten]

Nachschlagewerke[Bearbeiten]

  • Cihai („Meer der Wörter“), Shanghai cishu chubanshe, Shanghai 2002, ISBN 7-5326-0839-5.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. In mehreren Schreibungen und mit vielen Alternativnamen, siehe unter: Alternativbezeichnungen des Lemmas
  2. chin. Hanaifei xuepai 哈乃斐学派 – eine der vier großen Rechtsschulen des Islam
  3. Mikko Suutarinen, nach Lipman (1997).
  4. Cihai, S.525, Artikel: 格迪目 (gédímù).
  5. a b c d e chinaculture.org: Qadim -- the Earliest Islamic Sect in China
  6. Cihai, S.525
  7. chin ren zhu duyi 认主独一
  8. In den Weblinks von chinaculture.org als „五大圣命“ (Wu da sheng ming) bezeichnet.
  9. Sie feiert zum Beispiel das Fest des Geburtstags des Propheten Mohammed (chin. shengji).
  10. Von Ma Wanfu (1853–1934) aus Hezhou in der Provinz Gansu gegründet, vgl. chinaculture.org: Ikhwān Sect.
  11. Der sogenannten Chinesischen Schule, von Ma Qixi (1857–1914) in Lintan in der Provinz Gansu gegründet, vgl. chinaculture.org: West Khanqa.
  12. Zhongguo de sanda jiaopai 中国的三大教派 bzw. kurz: Sanda jiaopai 三大教派: Gedimu 格底目 (Qadīm), Yihewani 伊赫瓦尼 (Ichwānī), Xidaotang 西道堂 (Chinesische Schule).
Gedimu (Alternativbezeichnungen des Lemmas)
qadīm, gedimu 格迪目, 格迪目派, 格底木, 格底目, 阁的目, 格迪穆, laopai, 老派, zungupai, 遵古派, laojiao, 老教, gujiao 古教, guxing 古行