Gee (Lied)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel erläutert das Lied von den Crows; „Gee“ von Girls’ Generation wird unter Gee (Girls’-Generation-Lied) erläutert.

Gee (engl. für den Ausruf Mann!, Mensch!), veröffentlicht im Juni 1953 von den Crows, ist ein Stück, das als erster Rock-’n’-Roll-Hit einer Rock-’n’-Roll-Gruppe bezeichnet wird.[1] Gee ist ein Doo Wop-Song, der von William Davies und Viola Watkins geschrieben und im Februar 1953 von den Crows in New York bei dem Independent-Label Rama Records aufgenommen wurde. Ein Jahr später, im April 1954, wurde es in den Charts aufgeführt. Es erreichte Platz 2 in den Rhythm and Blues-Billboard-Charts und Platz 14 in den Billboard-Pop-Charts und wurde in der damals sehr beliebten Musiksendung Your Hit Parade gespielt. Als erste Doo-Wop-Aufnahme der 1950er Jahre verkauften sich mehr als eine Million Exemplare. Aufgenommen bei einem Independent-Label war Gee eine der ersten Rhythm and Blues-Aufnahmen, die als Crossover auch in den Pop-Charts erfolgreich war.[2]

Das Stück[Bearbeiten]

Das Lied beginnt mit einigen Takten mit Nonsense-Text:[2]

duh-duda-duh-duda-duh-duda-duh-duh-duba

gefolgt von der Lead-Stimme:

Oh-ho-ho-ho gee,my oh-oh gee-hee, well oh-ho gee, why I love that girl.
(Oh Mann, Oh Mann, nun warum liebe ich das Mädchen)

dann die Gruppe:

Love that girl!
(Liebe das Mädchen!)

Der Gesang erfolgt auftaktig unter Benutzung von Nonsense-Silben. Ritchie Unterberger hebt die „ansteckenden, fröhlichen Harmonien“ hervor. Die instrumentelle Begleitung bezeichnet er als abgewandelten Jump Blues. Die Melodie sei „unwiderstehlich“, der „Straßeneckengesang“ naiv-enthusiastisch. [3]

Werdegang[Bearbeiten]

Single The Crows: Gee

The Crows gründeten sich 1951 als typische Straßenecken-Doo-Wop-Band und wurden bei der Wednesday night talent show (engl. Mittwochnacht-Talentschau) im Apollo Theater vom Talentscout Cliff Martinez entdeckt und zum Independent-Produzenten George Goldner gebracht, der gerade das kleine Independent-Label Rama Records gegründet hatte.[4]

The Crows waren die erste Gruppe des Labels, die unter Vertrag genommen und mit der Aufnahmen gemacht wurden. Die ersten Stücke wurden als Hintergrund für den Tenor und Pianisten Viola Watkins aufgenommen. Gee war das dritte Stück, das während der ersten Aufnahmesession am 10. Februar 1953 aufgenommen wurde. Das Stück wurde innerhalb weniger Minuten vom Bandmitglied William Davis arrangiert, Viola Watkins wird ebenfalls als Urheber angegeben.[2] Er spielte das Klavier und war beim Arrangement des Stücks beteiligt.[5] Es wird die These vertreten, dass der Gitarren-Break, der auf der tradierten schottischen Melodie The Campbells are Coming basiert, vom Session-Gitarristen Lloyd „Tiny“ Grimes eingespielt worden sein könnte.[2]

Das Stück wurde zunächst als B-Seite der Ballade I Love You So veröffentlicht. Allerdings begannen Radiostationen, die Platte umzudrehen und Gee zu spielen, zuerst in Philadelphia, dann in New York und Los Angeles. Im Januar 1954 waren 100.000 Platten verkauft worden und im April erreichte das Stück in den Rhythm and Blues- und den Pop-Charts des Billboard-Magazins Platz 2 beziehungsweise Platz 14.[2] Obwohl das Stück zu Beginn des Jahres 1954, ein Jahr nach Veröffentlichung, ein großer Hit wurde, blieben The Crows ein One Hit Wonder, da die danach veröffentlichten Stücke keinen Erfolg mehr hatten und nicht in die Charts aufgenommen wurden. Einige Monate, nachdem Gee nicht mehr in den Charts vertreten war, löste sich die Band auf.[6][7] Die Besetzung der Gruppe blieb während ihres Erfolgs unverändert. Gerald Hamilton verstarb in den 1960er Jahren und Daniel Norton 1972.[8]

Bedeutung[Bearbeiten]

The Crows waren eine der ersten Doo-Wop-Gruppen und eine der ersten Bird Groups, also eine der Rhythm-and-Blues-Gruppen, die sich nach einem Vogel benannten. Gee war einer der ersten Rock-’n’-Roll-Hits[6]. Gee wird als erste Rock-’n’-Roll-Platte einer Rock-’n’-Roll-Gruppe gewürdigt, weil das Stück eine Eigenkomposition war und einem schnellen Tanzrhythmus folgte.[9]

Crying in the Chapel von den Orioles war die erste Rhythm and Blues Aufnahme, der es gelang, in einem sogenannten Crossover als Stück einer schwarzen Musikgruppe die Pop-Charts zu erreichen – als Coverversion eines Country-Stückes.[10] Gee - und ebenso dessen Rückseite (die eigentliche A-Seite, s.o.) I love You So - hingegen war ein selbst geschriebenes Lied einer Gruppe reiner Amateurmusiker, was die Bedeutung der erreichten Platzierungen in den Pop-Charts hervorhebt. Gee wird daher als wegweisend betrachtet, es bewahre eine wunderbar amateurhafte Anmutung[11]

Die Beach Boys nahmen eine kurze Adaption des Stückes als Teil des unvollendeten Smile-Projekts auf. Das Stück wurde in Brian Wilsons Soloprojekt Brian Wilson presents Smile (2004) veröffentlicht. Frank Zappa’s Mothers of Invention spielten die Melodie des Stücks während ihrer ersten Europa-Tournee (September-Oktober 1967). Eine Liveaufnahme findet sich auf Frank Zappas offiziellem Bootleg ’Tis the Season to Be Jelly, aus der Reihe Beat the Boots, veröffentlicht im Juli 1991.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Warner, Jay: American Singing Groups: A History from 1940s to Today, Hal Leonard Corporation, 2006, Seite 137
  2. a b c d e Steve Propes Jim Dawson: What Was the First Rock ’n’ Roll Record. Faber & Faber, Boston & London 1992, ISBN 0-571-12939-0, S. 124–127.
  3. Richie Unterberger: Gee, allmusic.com". Abgerufen am 18. Februar 2010.
  4. Ted Fox: Showtime at the Apollo, 2nd Ed., Da Capo Press, New York, N.Y. 1993, ISBN 0-306-80503-0.
  5. Viola Watkins at Allmusic.com
  6. a b The Crows. history-of-rock. Abgerufen am 17. November 2006.
  7. J. C. Marion, DooWop Nation Nr. 7
  8. Warner, Jay, American Singing Groups: A History from 1940s to Today, Hal Leonard Corporation, 2006, Seite 139
  9. Charlie Gillett: The Sound of the City: The Rise of Rock and Roll, (2nd Ed.), Da Capo Press, New York, N.Y. 1996, ISBN 0-306-80683-5.
  10.  Katherine Charlton: Rock music styles: a history. Brown Publishers, 1990.
  11. Anthony Decurtis (Eds.) Holly George-Warren &: The RollingStone Illustrated History of Rock & Roll, 3rd Edition, Random House, New York 1976, ISBN 0-679-73728-6.