Gefahr aus dem Weltall

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Filmdaten
Deutscher Titel Gefahr aus dem Weltall
Originaltitel It Came from Outer Space
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1953
Länge 80 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Jack Arnold
Drehbuch Harry Essex
Produktion William Alland
Musik Herman Stein
Kamera Clifford Stine
Schnitt Paul Weatherwax
Besetzung
Synchronisation

Gefahr aus dem Weltall (Original It Came from Outer Space) ist ein im 3D-Verfahren gedrehter, US-amerikanischer Science-Fiction-Film des Regisseurs Jack Arnold aus dem Jahr 1953. Das Drehbuch verfasste Harry Essex nach dem Treatment The Meteor von Ray Bradbury.

Ein Amateurastronom entdeckt an der Absturzstelle eines vermeintlichen Meteoriten ein UFO, doch niemand schenkt seiner Geschichte Glauben. Kurz darauf geht mit einigen Bewohnern einer nahe gelegenen Kleinstadt eine seltsame Veränderung vor.

Handlung[Bearbeiten]

Sand Rock, eine Kleinstadt in der Wüste von Arizona. Der Amateurastronom John und seine Freundin Ellen beobachten, wie in der Nähe einer alten Mine ein Feuerball niedergeht. John untersucht die Absturzstelle und entdeckt ein UFO, aber ein plötzlich ausgelöster Steinschlag begräbt dieses unter sich. In der Stadt, wo John, der von außerhalb zugezogen ist, als Außenseiter gilt, schenkt niemand seiner Beobachtung Glauben. Der vorübergehende Presserummel erregt das Missfallen von Sheriff Warren, der auch keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen Johns und Ellens Beziehung macht.

Kurz darauf verschwinden erste Einwohner des Städtchens und tauchen später seltsam verändert wieder auf; sie wirken gefühlskalt und mechanisch. Auch Ellen wird entführt. John steigt in die Mine hinab, wo er von einem Außerirdischen den Hintergrund des Geschehens erfährt: Die Besatzung des Raumschiffs musste auf der Erde notlanden. Um kein Aufsehen zu erregen, hat sie Menschen entführt und dupliziert, um so mit menschlichem Äußeren notwendige Materialien zur Reparatur beschaffen zu können.

Unterdessen nähert sich eine Gruppe um Sheriff Warren der Mine. Die grundsätzlich friedlichen Außerirdischen warnen John, dass sie im Verteidigungsfall zum Einsatz von Gewalt bereit sind. John versucht vergebens, den Sheriff von einem Angriff abzuhalten. Ehe es zu einer Eskalation kommt, können die Außerirdischen ihr Raumschiff starten. Die entführten Menschen kehren unversehrt an die Erdoberfläche zurück.

Hintergrund[Bearbeiten]

Gefahr aus dem Weltall war Jack Arnolds erste Regiearbeit bei einem Science-Fiction-Film und der Beginn einer mehrjährigen Zusammenarbeit mit Produzent William Alland. Zugleich war er der erste im 3D-Verfahren gedrehte Film des Studios Universal.[1][2]

Gefahr aus dem Weltall startete im Mai 1953 in den amerikanischen und im Dezember 1953 in den bundesdeutschen Kinos.[3]

In dem Eröffnungssong Science Fiction/Double Feature der Rocky Horror Show wird Gefahr aus dem Weltall besungen: "Then at a deadly pace it came from outer space And this is how the message ran:".

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutschsprachige Fassung wurde 1953 bei der Berliner Synchron produziert.[4]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
John Putnam Richard Carlson Curt Ackermann
Ellen Fields Barbara Rush Sigrid Lagemann
Sheriff Matt Warren Charles Drake Gert Günther Hoffmann
Frank Joe Sawyer Hans Emons
George Russell Johnson Sebastian Fischer
Jane Kathleen Hughes Ruth Piepho
Dr. Snell George Eldredge Martin Held

Thematik[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den klassischen Science-Fiction-Invasionsfilmen wie Das Ding aus einer anderen Welt (1951), Kampf der Welten (1953) oder Fliegende Untertassen greifen an (1956), die Außerirdische a priori als Aggressoren darstellten, zeichnete Gefahr aus dem Weltall, so wie The Man from Planet X oder Der Tag, an dem die Erde stillstand (beide 1951) eine Begegnung mit Außerirdischen, die als friedfertig oder defensiv auftraten, was diese Filme im Rahmen des Science-Fiction-Zyklus der 1950er Jahre eher als Ausnahmen definierte:

Gefahr aus dem Weltall […] hatte als Vorlage ein Treatment des damals auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens stehenden SF-Autors Ray Bradbury, eines Humanisten par excellence. Folglich sind die im Film auftauchenden Aliens auch keine zähnefletschenden Ungeheuer, die, von reiner Machtgier angetrieben, die Erde unterjochen wollen, sondern intelligente Lebewesen, denen die Bürokraten nur deshalb ans Leder wollen, weil alles Fremde ihr Mißtrauen hervorruft […]“

Lexikon des Science Fiction Films[5]

Der Tag, an dem die Erde stillstand war ein sehr guter Film, und er hatte eine Botschaft – er erzählte von Krieg und Frieden und einer friedlichen Invasion statt einer bösartigen […] Ich kann nicht sagen, bis zu welchem Grad ich von Der Tag, an dem die Erde stillstand beeinflusst war, aber er hatte eine starke Aussage, die ich mit Gefahr aus dem Weltall variierte. Gegen Ende meines Films versteht man, dass diese Wesen nicht böse sind. Sie wollen nur um jeden Preis fort, bevor sie vernichtet werden. Sie haben kein Interesse daran, die Erde auszulöschen – sie haben Angst, selbst ausgelöscht zu werden.“

Ray Bradbury[6]

„Während Kampf der Welten das Bild der rein äußerlichen Invasion prägte, steuerten Gefahr aus dem Weltall und Invasion vom Mars mehr in eine nach innen gewandte, psychologische Richtung und schufen unheimliche, paranoide Geschichten. Diese behandelten weniger eine von außen bedrohte Welt als eine Unterwanderung durch Außerirdische, die sich der Körper von Menschen bemächtigen und diesen gleichen, außer in ihren Gefühlen. Dieses Thema fand seine große Blüte in nachfolgenden Filmen wie Feinde aus dem Nichts (1957), The Brain Eaters (1958), I Married a Monster from Outer Space (1958), The Day Mars Invaded Earth (1962) und dem Meisterwerk dieses Subgenres, Die Dämonischen (1956). Von all diesen „Body Snatcher“-Filmen[7] ist Gefahr aus dem Weltall der einzige, in dem gutwillige oder nur unter Gefahr von außen bedrohlich agierende Außerirdische auftreten. Tatsächlich ist Gefahr aus dem Weltall neben Der Tag, an dem die Erde stillstand (1951) der einzige Film der 1950er Jahre, in dem keine böswilligen Außerirdischen auftreten. Wie Der Tag, an dem die Erde stillstand zeichnet Gefahr aus dem Weltall ein kritisches Bild der Menschheit, ihrer Reaktion und „Erst schießen, dann fragen“-Haltung im Angesicht der Außerirdischen. Hier handeln die Außerdischen erst bösartig, wenn ihnen mit Redneck-Attitüden statt der Aussicht auf friedliche Koexistenz begegnet wird.“

Richard Scheib[8]

Kritiken[Bearbeiten]

„Jack Arnolds Regie erzeugt eine spannende Grundstimmung, und auch ein bemerkenswert realistisches Umfeld wird geschaffen, das solange erhalten bleibt, solange man nicht zu sehr nach der Logik sucht. […] Ansonsten erweist sich Ray Bradburys Geschichte als gute Science-Fiction.“

Variety[9]

„Bemerkenswert ernsthaft für seine Entstehungszeit, zurückhaltend und mit unverbrauchten darstellerischen Leistungen.“

Leonard Maltin[10]

„Der im 3D-Verfahren gedrehte Film ist in sich logisch und gewaltlos. Aus heutiger Sicht wirkt er behäbig und technisch simpel und gilt als ein positives Beispiel des utopischen Films der 50er Jahre.“

Lexikon des Internationalen Films[11]

„Technisch und stilistisch brillanter Invasionsfilm […] von unkonventioneller Bildgestaltung.“

Georg Seeßlen[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Barbara Rush gewann 1954 für ihre Leistung als Ellen den Golden Globe Award als Beste Nachwuchsdarstellerin.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Der Film ist international auf DVD erhältlich, jedoch nur als nicht-stereoskopische Schwarzweiß-Fassung.
  • Piccolo Film veröffentlichte eine 110-Meter-Kurzfassung des Films in 3D auf Super-8 (ca. 15 Minuten lang).
  • 2004 erschien ein von Donn Albright herausgegebenes Buch zum Film, das unter anderem Ray Bradburys frühe Drehbuchentwürfe enthält.

Literatur[Bearbeiten]

Donn Albright (Hrsg.): It Came from Outer Space, Gauntlet Press, Colorado Springs (Colorado) 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel auf Widescreenmovies.org, abgerufen am 5. März 2012.
  2. Artikel auf All-about-3dtv.com, abgerufen am 5. März 2012.
  3. Die US-Premiere war am 25. Mai 1953 laut Internet Movie Database, am 27. Mai laut Turner Classic Movies. Zu den genauen Daten der Kinostarts siehe auch die Diskussionsseite dieses Artikels.
  4. Eintrag auf Synchrondatenbank.de, abgerufen am 5. März 2012.
  5. Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction Films, 5. Auflage, Wilhelm Heyne Verlag, München 1992.
  6. The Day the Earth Stood Still was a very fine film, and it had a message – it talked about war and peace and making a friendly invasion instead of an evil one […] I don't know to what extent I was influenced by The Day the Earth Stood Still, but it made a very strong point, and I did a variation on that with It Came from Outer Space. At the end of my film, you realize that these creatures are not evil. They just want to get the hell out before they get destroyed. They're not interested in destroying the Earth – they're afraid of being destroyed themselves.“ – Terry Pace: Rezension zu It Came from Outer Space, Times Daily, Florence (Alabama) 2004, abgerufen am 28. Februar 2012.
  7. „Body Snatcher“ = ursprüngl. „Leichendieb“, hier allgemeiner im Sinne von einer Person, die sich menschlicher Körper bemächtigt.
  8. „While The War of the Worlds coined the all-out alien invasion, It Came from Outer Space and Invaders from Mars took the theme in more interior psychological directions, crafting eerily paranoid stories. They were less concerned about the world under threat externally than of subversions from within by aliens that steal human bodies and look the same in every way except for emotions. This theme would find grand flowering in later films such as Quatermass 2/The Enemy from Space (1957), The Brain Eaters (1958), I Married a Monster from Outer Space (1958), The Day Mars Invaded Earth (1962) and this particular subgenre’s masterpiece Invasion of the Body Snatchers (1956). Of all these body snatchers films, It Came from Outer Space is the only one to feature benevolent aliens or at least ones who only act threatening when they are pushed to it. Indeed, It Came from Outer Space is about the only film other than The Day the Earth Stood Still (1951) in the whole of the 1950s not to feature malevolent invading aliens. Like The Day the Earth Stood Still, It Came from Outer Space is critical of humanity’s reaction and shoot-first attitude in the face of the alien – here the aliens only act sinister when redneck attitudes rather than peaceful coexistence comes to the surface.“ – Rezension zu It Came from Outer Space auf Moria.co.nz, abgerufen am 28. Februar 2012.
  9. „Direction by Jack Arnold whips up an air of suspense and there is considerable atmosphere of reality created, which stands up well enough if the logic of it all is not examined too closely. […] Otherwise, the Ray Bradbury story proves to be good science-fiction.“ – Besprechung in Variety, abgerufen am 2. März 2012.
  10. „Remarkably sober for its era, with crisp performances and real restraint.“ – Leonard Maltin's 2008 Movie Guide, Signet/New American Library, New York 2007.
  11. Lexikon des Internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM), United Soft Media 2002.
  12. Georg Seeßlen: Kino des Utopischen. Geschichte und Mythologie des Science-fiction-Films, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1980.