Gefecht von Venta del Pozo

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Gefecht von Venta del Pozo
Datum 23. Oktober 1812
Ort Venta del Pozo in Spanien
Ausgang Unentschieden
Konfliktparteien
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien FrankreichFrankreich Frankreich
Befehlshaber
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Stapleton Cotton FrankreichFrankreich Pierre Boyer
FrankreichFrankreich Jean Baptiste Curto
Truppenstärke
2800 Infanterie, Kavallerie und Artillerie 3200 Kavallerie
Verluste
165 Tote, Verwundete und 65 Gefangene 200-300 Verwundete und Vermisste

Im Gefecht von Venta del Pozo (Wirtshaus zum Brunnen) am 23. Oktober 1812, kämpfte eine britisch-deutsche Truppe unter Major-General Stapleton Cotton gegen französische Kavallerie unter den Major-Generälen Curto und Pierre Boyer mit dem Ergebnis eines taktischen Unentschiedens.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die britisch-portugiesische Armee des Duke of Wellington beendete die erfolglose Belagerung von Burgos am 21. Oktober 1812 und zog sich nach Südwesten in die Richtung auf Torquemada zurück. Wellingtons Armee von 35.000 Mann wurde verfolgt durch die Armee von Portugal unter Major-General Joseph Souham, die auf 53.000 Mann verstärkt worden war.

Armeen[Bearbeiten]

Cottons Nachhut bestand u. a. aus Colonel Colin Halketts King’s German Legion (KGL) Brigade (1. und 2. leichtes Bataillon KGL), Maj-Gen George Ansons leichte Kavallerie Brigade (11., 12. und 16. leichte Dragoner), Maj-Gen George Bocks schwere Kavallerie Brigade (1. und 2. King's German Legion Dragoner) und Norman Ramsays RHA (Royal Horse Artillery) Truppe mit 6 Kanonen. Cottons Stärke betrug 2800 Mann.

Curtos leichte Kavalleriedivision bestand aus den 3. Husaren, und den 13., 14., 22., 26. und 28. Chasseurs. Boyers Dragoner Division war zusammengesetzt aus den 6., 11., 15. und 25. Dragonern. Brig-Gen Faverots Brigade (15. Chasseurs, Herzogtum Berg Leichte Kavallerie und Gendarmes) ritten auch mit der Vorhut. Die Franzosen zählten 3200 Mann.

Gefecht[Bearbeiten]

Am 23. Oktober stellte Cotton seine Kavallerie an einer steinernen Brücke auf, an der die Hauptstraße ein tiefes, trockenes Flussbett querte. Er plante hier einen Hinterhalt für die französische Vorhut zu legen. Ansons Kavallerie würde sich über die Brücke zurückziehen und vermutlich würden die Franzosen folgen. Nachdem einige französische Schwadrone die Brücke überquert hätten, sollten Ramsays Kanonen das Feuer eröffnen und Bocks Dragoner sie angreifen.

Der Plan misslang, als Ansons Brigade in die falsche Richtung abbog, nachdem sie die Brücke verlassen hatten. Die leichten Dragoner hielten genau an dem Ort, an dem sie sowohl Ramsays Kanonen, als auch Bocks geplante Angriffszone blockierten. Die französische Kavallerie stürmte über die Brücke und schnell entwickelte sich eine statische Masse von Reitern, die aufeinander mit Säbeln einschlugen. Nach einige Minuten drangen auch Boyers Dragoner auf einer Flanke über das Flussbett vor und verstärkten das Getümmel. Die britische Kavallerie zog sich in erheblicher Unordnung zurück.

Die französischen Verfolger trafen bald auf Halketts zwei Bataillone, die in Karrees aufgestellt waren. Curto und Boyer trieben den Angriff weiter, aber die KGL Infanterie hielt stand und fügte den Franzosen schwere Verluste zu. Cottons zwei Kavallerie-Brigaden formierten sich wieder hinter der Infanterie und griffen erneut in die Kämpfe ein. Während des restlichen Tages entwickelte sich über mehrere Kilometer hinweg ein Rückzugsgefecht, unterstützt durch einen furiosen Kavallerieeinsatz der 1. und 2. Dragoner sowie der 1. Husaren.

Carl von Hodenberg erinnerte sich: „…der Einsatz mit soviel Schwung durchgeführt wurde, dass wir sofort völlig gemischt wurden – Freund und Feind waren kaum zu unterscheiden…. der Boden war mit Franzosen übersät, und auch wir hatten extrem hohe Verluste.“ [1]

Aber den britisch-deutschen Truppen gelang es, die französischen Reiter aufzuhalten und intakt zu entkommen.[2] Cotton zeichnete sich in hervorragender Weise durch seine „Beherrschtheit, Urteilsvermögen und Mut“ aus.

Wellington hatte diesen beispielhaften Rückzug beobachtet. Er schickte den deutschen leichten Infanteristen seinen Dank und eine doppelte Portion Rum.[3]

Die Alliierten zählten 165 Getötete und Verwundete, außerdem 65 Gefangene. Die Franzosen verloren zwischen 200 (Smith) und 300 (Glover) Mann.

Kommentar[Bearbeiten]

Venta del Pozo war das Beispiel eines disziplinierten und richtig geleiteten Kampfes durch kombinierte Truppen (Infanterie, Kavallerie und Artillerie), die dadurch in der Lage waren, eine überlegene Anzahl von Kavallerie in Schach zu halten. Die zwei deutschen Bataillone trugen die Auszeichnung Venta del Pozo bis 1918 in ihren anschließenden Verwendungen in den hannoverschen und preußischen Armeen.[4].

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Chapell – Brust S. 13
  2. Beamish S. 111ff
  3. Chapell – Brust S. 13
  4. Chapell S. 5

Literatur[Bearbeiten]

  • Beamish, N. Ludlow, History of the King's German Legion Vol. 2. 1832-37 (reprint: Naval and Military Press 1997, ISBN 0-952201-10-0).
  • Chapell, Mike, The King's German Legion (2) 1812-1816 Osprey 2000, ISBN 1-85532-997-2.
  • Chapell, Mike, Die Kavallerie der KGL auf der Pyrenäenhalbinsel (The King's German Legion - deutsche Übersetzung Jürgen Brust), ISBN 84-9798-166-9.
  • Glover, Michael, The Peninsular War 1807-1814. Penguin, 1974.
  • Smith, Digby, The Napoleonic Wars Data Book. Greenhill, 1998.