Geheimnis der Mutter

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Filmdaten
Deutscher Titel Geheimnis der Mutter
Originaltitel I Remember Mama
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1948
Länge 135 Minuten
Stab
Regie George Stevens
Drehbuch DeWitt Bodeen
Produktion George Stevens,
Harriet Parsons für RKO
Musik Roy Webb
Kamera Nicholas Musuraca
Schnitt Robert Swink,
Tholen Gladden
Besetzung

Geheimnis der Mutter (Original: I Remember Mama) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1948 über das Leben einer Familie von norwegischen Einwanderern in den USA mit Irene Dunne. Regie führte von George Stevens.

Handlung[Bearbeiten]

Katrin schreibt an dem letzten Kapitel ihres autobiographischen Romans. In Rückblenden erinnert sie sich an ihre Familie im Jahr 1910. Katrin lebt mit ihren Eltern Marta und Lars Hansen, Auswanderern aus Norwegen, sowie ihren Geschwistern Christine, Dagmar und Nels in einem bescheidenen Haus in San Francisco. Marta leitet die Familie mit strenger und doch gerechter Hand und verwaltet daher auch das Familienvermögen, zu dem alle Mitglieder im Rahmen der Möglichkeiten beitragen. Als Nels den Wunsch äußert, auf die High School zu gehen, wollen ihn alle unterstützen, den Traum zu erfüllen. Gerade als die finanziellen Angelegenheiten geregelt sind, kommt Martas altjüngferliche Schwester Trina zu Besuch und gesteht, Peter Thorkelson, einen Bestatter, zu heiraten. Trina bittet Marta, die gute Nachricht an ihre gemeinsamen Schwestern Sigrid und Jenny zu übermitteln. Wie erwartet, lachen die beiden Frauen zuerst bei der Idee an eine Ehe, doch Marta schafft es mit einer charmanten Drohung, die Zustimmung zur Heirat zu erhalten.

Der Abend kommt und der Untermieter der Familie, der völlig mittellose Jonathan Hyde, liest der Familie aus einem Roman von Charles Dickens vor, was besonders Katrin sehr bewegt. Kurze Zeit später kommt Chris Halvorsen, der freundliche, wenn auch etwas vulgäre Onkel von Marta und Oberhaupt der weitverzweigten Familie, mit seiner Freundin Jessie Brown zu Besuch. Kaum angekommen, fährt er auch schon Dagmar, die an einer Mittelohrentzündung leidet, ins Krankenhaus, obwohl Marta und John moralische Bedenken haben wegen Chris wilder Ehe mit Jessie. Zwischenzeitlich haben sich auch Trina und Peter an das Onkel Peter gewandt und seinen Segen für ihre Verbindung eingeholt. Dagmar wird erfolgreich operiert.

Die Aufregungen im Haushalt der Hansens halten an. Gerade ist Dagmar aus dem Krankenhaus zurück, als sie von der schweren Krankheit ihrer Katze erfährt. Am selben Nachmittag zieht Mr. Hyde aus und Marta findet in seinem Zimmer sowohl einen - leider ungedeckten - Scheck und die umfangreiche Büchersammlung ihres Untermieters. Zuerst ist die Familie sehr enttäuscht über den Betrug von Mr. Hyde, doch Marta erklärt, dass Bücher, und damit Wissen und Erfahrungen, wertvoller sind als jedes Geld der Welt. Einige Zeit später erfährt Marta, dass Onkel Chris im Sterben liegt. Sie fährt in Begleitung von Katrin zu ihrem Onkel, um Abschied zu nehmen. Auf dem Sterbebett enthüllt der alte Mann der erstaunten Marta, völlig abgebrannt zu sein. Gleichzeitig gesteht er, bereits seit Jahren legal mit Jessie verheiratet gewesen zu sein. Aufgrund der Ablehnung von Sigrid und Jenny habe er dies jedoch stets geheim gehalten. Alle Beteiligten stoßen ein letztes Mal auf Onkel Chris an, der daraufhin im Kreise seiner Familie stirbt. Marta erzählt ihren Schwestern daraufhin die ganze Wahrheit und bringt ihre Vorwürfe zum schweigen.

Marta will ihrer Tochter helfen, eine erfolgreiche Autorin zu werden und begibt sich zur Florence Dana Moorhead, die für ihr literarisches Talent und ihre Leidenschaft für gutes Essen gleichermaßen berühmt ist. Mama überzeugt die Autorin, eine von Katrins Geschichten zu lesen im Gegenzug für ein Geheimrezept für Fleischbällchen. Marta kommt heim, nur um Katrin vorzufinden, die all ihre Entwurfe zerreißt. Erst als ihre Mutter ihr von Miss Moorhead ausrichtet, sie habe das Talent für eine große Schriftstellerin, solange sie über das schreibe, was sie kenne und erlebt habe, beruhigt sich Katrin wieder. Katrin überarbeitet eine ihrer Kurzgeschichten und bekommt prompt ein Honorar in Höhe von $ 500. Von dem Geld kauft sie ihrer Mutter einen Wintermantel und gesteht ihr gleichzeitig, dass sie die Heldin ihrer Geschichte sei. Sie beginnt, ihre Geschichte vorzulesen und der letzte Satz lautet: Aber vor allem erinnere ich mich an Mama.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von John Van Druten und dem diesem zugrunde liegenden autobiografischen Roman Mama's little Bank Account Kathryn Forbes. Das Stück brachte es seit seiner Premiere 1944 am Broadway auf 713 Aufführungen. RKO kaufte sowohl die Buchrechte für 50.000 US-Dollar als auch die Rechte an der Theaterstück. Zwar hatte das Studio damit auch den Zugriff auf die Dienste der Bühnenschauspieler gesichert, doch nur Oskar Homolka wiederholte am Ende seinen Part auch im Film. Mady Christians, die Bühnen-"Mama" wurde ebenso wenig übernommen wie der junge Marlon Brando, der sein Broadwaydebut als "Nels" gegeben hatte. Die Besetzung der Hauptrolle war zunächst mit einigen Problemen verbunden.

Produzentin Harriet Parsons, die Tochter der Kolumnistin Louella Parsons wollte zunächst Katina Paxinou, ein Griechin, die 1943 den Oscar als beste Nebendarstellerin in Wem die Stunde schlägt gewann, für die Rolle. Dann spielte Parsons mit dem Gedanken, Greta Garbo zu einem Comeback zu überreden. Die Schauspielerin, die das Angebot parallel mit der Rolle der mörderischen Mrs. Paradine in Der Fall Paradin erhielt, sandte ein Telegramm:

„Keine Mamas, keine Mörderinnen.“[1]

Ebenso wenig Erfolg hatte der Versuch von Marlene Dietrich, sich für die Rolle ins Gespräch zu bringen. Sie ließ über ihren Freund, den Regisseur Mitchell Leisen bei RKO vorfühlen, erhielt jedoch eine Absage, da sie viel zu glamourös und weltgewandt für die Anforderungen des Parts sei. Es war George Stevens, der nach dem überwältigenden finanziellen Erfolg von Unser Leben mit Vater der Verfilmung eines legendären Broadwayerfolges, Irene Dunne vorschlug. Beide hatte 1941 bereits in Akkorde der Liebe zusammengearbeitet und kannten sich beide gut. Der Film wurde von Stevens mit dem üblichen Sinn für Detail vor Ort in San Francisco gedreht. Irene Dunne erhielt für die Rolle ihre fünfte und letzte Nominierung als beste Hauptdarstellerin,, verlor aber gegen Jane Wyman in Schweigende Lippen. Es sollte die Lieblingsrolle der Schauspielerin werden. Sie meinte in einem Interview:

„Ich halte sie für eine wundervolle Frau. Es war vielleicht das einzige Mal, dass ich eine wirkliche Charakterrolle hatte. Der Film wird immer etwas besonderes für mich sein.“[2]

Irene Dunne und Barbara Bel Geddes wiederholten ihre Rollen in der populären Radioshow Lux Radio Theatre am 30. August 1948. Kurze Zeit später wurde aus dem Stoff eine sehr erfolgreiche Fernsehserie, die von Juli 1949 bis März 1957 mit Peggy Wood als Mama lief. I Remember Mama wurde 1979 als Musical mit Liv Ullmann auf die Bühne gebracht, ohne jedoch großen Erfolg zu haben.

Kinoauswertung[Bearbeiten]

Die Akkuratesse, mit der George Stevens den Film drehte zog ein eskalierendes Budget von insgesamt 3.068.000 US-Dollar nach sich. Trotz teilweise glühender Kritiken musste RKO am Ende einen Verlust in Höhe von 1.040.000 US-Dollar verbuchen. Das Studio musste zudem 50 % der Einnahmen an Paramount Pictures abführen. Paramount hatte kurz vor Verleih alle Rechte an dem Film von Produktionsgesellschaft Liberty Films, die Stevens gemeinsam mit William Wyler und Frank Capra 1946 gegründet hatte, aufgekauft.

Kritiken[Bearbeiten]

In der New York Times war eine sehr wohlwollende Rezension zu lesen, die unter anderem befand:

„Wie das Buch und das Stück zuvor, sollte sich auch der Film als unwiderstehlich erweisen, zumal Produzent und Regisseur George Stevens das John van Druten Stück dank einer unbekümmerten Adaption von DeWitt Bodeen, mit all seiner genialen Persönlichkeit auf die Leinwand gebracht hat.“[3]

Für das Lexikon des internationalen Films ist der Film ein

„sorgfältig gearbeiteter Familienfilm ohne besondere Höhepunkte, aber mit viel Gefühl und guten Darstellern.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film ging mit fünf Nominierungen in die Oscarverleihung 1949, gewann jedoch in keiner Kategorie:

  • Bester Hauptdarsteller - Oskar Homolka
  • Beste Hauptdarstellerin - Irene Dunne
  • Beste Nebendarstellerin - Barbara Bel Geddes
  • Beste Nebendarstellerin - Ellen Corby
  • Beste Schwarzweiß-Kamera - Nicholas Musuraca

Bei der Golden Globe-Verleihung erhielt der Film eine Auszeichnung:

  • Beste Nebendarstellerin - Ellen Corby

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen und verwendete Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. No Mamas, no murderesses.
  2. I thought she was a wonderful woman. It was probably the only time I played a real character part. It will always be very special to me.
  3. Like the book and the play before it, the film [...] should prove irresistible. For Producer-Director George Stevens has transferred the John van Druten play, via a free-wheeling script by DeWitt Bodeen, in all its genial personality to the screen..
  4. vgl. Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)