Gehrden
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Region Hannover | |
| Höhe: | 76 m ü. NN | |
| Fläche: | 42,97 km² | |
| Einwohner: |
14.607 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 340 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 30989 | |
| Vorwahlen: | 05108, 05137, 05109 | |
| Kfz-Kennzeichen: | H | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 2 41 006 | |
| LOCODE: | DE GHD | |
| NUTS: | DE929 | |
| Stadtgliederung: | 7 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Kirchstr. 1-3 30989 Gehrden |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Hermann Heldermann (CDU) | |
| Lage der Stadt Gehrden in der Region Hannover | ||
Die Stadt Gehrden gehört zur Region Hannover und liegt im Calenberger Land.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Gehrden grenzt an Seelze, Hannover, Ronnenberg, Wennigsen (Deister) und Barsinghausen (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden).
Westlich der Kernstadt liegt der Gehrdener Berg mit dem Burgberg mit einer Höhe von 158 m ü. NN. Die höchste Erhebung ist der Benther Berg im Westen der Ortschaft Benthe (Stadt Ronnenberg), östlich der Gehrdener Ortsteile Everloh und Northen mit 179 m ü. NN. Die Stadt selbst liegt auf einer Höhe von 70–90 m ü. NN.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Die Stadt besteht aus folgenden Stadtteilen: Lenthe, Northen, Everloh, Ditterke, Redderse, Leveste und Lemmie.
Geschichte [Bearbeiten]
Im Bereich von Gehrden gab es eine germanische Siedlung, deren Reste in einem Gewerbegebiet seit 2010 ausgegraben werden. Es wurden Grubenhäuser, Abfallgruben, ein Brunnen, ein Töpferofen sowie eine große Mengen Wildschweinknochen gefunden. Die in großer Zahl aufgefundenen Keramikreste werden der Südhannoverschen Drehscheibenware um das Jahr 400 zugerechnet. Aufgrund der reichhaltigen Funde gehen die Archäologen davon aus, dass hier eine Person der herrschenden Oberschicht lebte. [2]
Der Ort wurde im Jahr 1298 in einer Urkunde des Grafen Adolf VI. von Schauenburg und Holstein das erste Mal erwähnt und zu einem Oppidum (Flecken) erhoben. Um 1300 wurde auch die heutige Margarethenkirche erbaut. In den Jahren 1467, 1562, 1628 und 1665 verwüsteten mehrere Fehden und Feuersbrünste die Gemeinde vollkommen. In den Jahren 1803–1815 belasteten französische und russische Einquartierungen den Ort, der 1812 für Napoleon auch mehrere Soldaten im Feldzug gegen Russland stellen musste.
1900 wurde der Sportverein Gehrden gegründet, der heute (2011) mit 2.500 Mitgliedern der größte Gehrdener Verein ist.
Die Ortsgruppe der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) wurde 1906 als erste politische Partei in Gehrden gegründet.
Die Stadtrechte bekam Gehrden im Jahr 1929 zugesprochen.
Während der Zeit des Nationalsozialismus sah sich ein selbsternannter, „diensteifriger Führer des Volkssturms berufen [...] in Gehrden für eine zweifelhafte Ordnung zu sorgen“. Kreisleiter Heinz Deinert tötete gemeinsam mit Karlheinz Scheu noch im Frühjahr 1945 - kurz vor der Befreiung durch die Alliierten Truppen - den jüdischen Einwohner Heinz Pichet.[3]
Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Gehrden zum Regierungsbezirk Hannover, der wie die übrigen niedersächsischen Regierungsbezirke aufgelöst wurde.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. August 1971 erfolgte der freiwillige Gemeindezusammenschluss mit den umliegenden Landgemeinden Ditterke, Everloh, Lemmie, Lenthe, Leveste, Northen und Redderse zur Großgemeinde Gehrden.[4]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1823 | 952 |
| 1853 | 1.219 |
| 1883 | 1.506 |
| 1925 | 2.585 |
| 1961[4] | 9.983 |
| 1970[4] | 12.324 |
| 2010 | 14.502 |
Bei den Zahlenangaben für die Jahre 1961 und 1970 handelt es sich um die Einwohnerzahl einschließlich der im Jahr 1971 eingemeindeten Orte. Ohne diese betrug die Einwohnerzahl im Jahr 1961 6053 und im Jahr 1970 8367 Einwohner.[4]
Politik [Bearbeiten]
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen zeigt in Rot den silbernen Treppengiebel der evangelisch-lutherischen Margarethenkirche der Stadt Gehrden, belegt vom Schildfuß her mit dem Wappen der Grafen von Schaumburg (in Rot ein silbernes Nesselblatt) und dem der Welfenherzöge (in Blau ein rotbewehrter, goldener Löwe).
Verkehr/Wirtschaft [Bearbeiten]
Der mittelalterliche Hellweg von Minden nach Hildesheim führte durch das Stadtgebiet von Gehrden. Heute durchquert die Bundesstraße 65 das Stadtgebiet im Norden von Ost nach West, dabei führt die Straße durch die Orte Everloh und Ditterke. Wenige Kilometer östlich des Stadtgebiets führt die Bundesstraße 217 vorbei.
Ab 1872 verarbeitete die Ziegelei Seemann die Ton- und Lehmvorkommen des Gehrdener Berges.
1898 eröffnete die Straßenbahn Hannover AG (ab 1921: ÜSTRA) die Straßenbahnlinie 10 von Hannover nach Gehrden – ab 1899 auch bis Barsinghausen. Der Bau der Straßenbahn hatte einen wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge, da dadurch auch elektrischer Strom im Ort vorhanden war. Die Straßenbahn beförderte neben Passagieren auch Steinkohle, Gemüse und andere Güter aus Barsinghausen sowie Zucker aus der Zuckerfabrik Neuwerk nach Hannover. Die Personenbeförderung auf dem Streckenabschnitt nach Barsinghausen wurde am 27. Juli 1952 eingestellt, die Güterbeförderung am 30. November 1953. Am 3. Juli 1961 wurde auch die Strecke von Hannover nach Gehrden stillgelegt und durch Busverbindungen ersetzt. (siehe auch: Geschichte der Straßenbahn in Hannover)
Die Zuckerfabrik war von 1857 bis 1930 in Betrieb. Auf dem Gelände wurde später die „Vorwerk"-Teppichfabrik errichtet, die 1985 nach Hameln umzog.
Durch den Bau der Versorgungsleitung der Harzwasserwerke nach Bremen wurde im Jahr 1934 Gehrden mit einer zentralen Wasserversorgung versehen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Die Struckmeyersche Mühle sowie das Müllerhaus wurden 1729 von der Stadt Gehrden als Holländerwindmühle errichtet.
- Die historische Tripische Parkanlage mit Ausblick über das Calenberger Land in Richtung Deister ließ der hannoversche Gartenbaudirektor Julius Trip 1898 fertigstellen. Sie wurde 1991 vom Großraum Hannover (heute: Region Hannover) wieder instand gesetzt.
- Der Burgbergturm wurde 1897/1898 inmitten einer früheren Fliehburg auf dem Gehrdener Berg errichtet. Er ist rund 20 m hoch, seine Aussichtsplattform liegt 176,69 m über NN. Der Turm wurde 1985 von der Stadt Gehrden restauriert und als Aussichtsturm freigegeben.
- Das historische Brauhaus wurde nach einem Brand 1665 wiedererrichtet und enthält seit 1975 das Stadtmuseum Gehrden, unter anderem mit Gräberfunden aus der Merowingerzeit des 6./7. Jahrhunderts.
Kirchen [Bearbeiten]
Die seit der Reformation evangelisch-lutherische Margarethenkirche an der Kirchstraße ist die historische Dorfkirche von Gehrden. Ihr Turm mit dem charakteristischen Treppengiebel stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert und findet sich seit über 500 Jahren im Stadtsiegel sowie heute im Wappen der Stadt. Das Kirchenschiff wurde Ende des 15. Jahrhundert erbaut. Ihre Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Ronnenberg im Sprengel Hannover, zu ihr gehört auch der Kindergarten Nedderntor sowie die Kapellen in den Stadtteilen Ditterke, Lemmie und Redderse.
Die 1911 im neubarocken Stil erbaute katholische St.-Bonifatius-Kirche befindet sich an der Gartenstraße. Sie wurde 1981 erweitert und enthält eine 1992 erbaute Orgel. Ihre Pfarrgemeinde gehört zum Dekanat Hannover, zu ihr gehören auch die katholischen Kirchen in Holtensen und Wennigsen.
Die neuapostolische Gemeinde Gehrden wurde aufgegeben, sie gehörte zum Kirchenbezirk Hannover-Mitte. In ihrer Kirche in der Großen Bergstraße 40 fand Ende März 2011 der letzte Gottesdienst statt. Das 1969 errichtete Kirchengebäude wurde verkauft und im Sommer 2012 abgerissen, auf dessen Grundstück ist der Bau eines Mehrfamilienhauses geplant (Stand 2012). Die nächstgelegene neuapostolische Kirche befindet sich heute im 8 km entfernten Hannover-Badenstedt.
Kunstverein Gehrden [Bearbeiten]
Im Jahre 1992 wurde der Kunstverein Gehrden auf Initiative von kunstinteressierten Gehrdener Bürgern gegründet mit dem Ziel, zeitgenössische Kunst, Künstlerinnen und Künstler zu fördern. Es finden jährlich Kunstausstellungen statt. Der Kunstverein befindet sich im Rathaus Gehrden.
Bildung [Bearbeiten]
- Es gibt acht städtische Kindertagesstätten und eine kirchliche Kindertagesstätte mit insgesamt 78 Krippenplätzen, 421 Kindergartenplätzen und 60 Hortplätzen.
- In der Gehrdener Kernstadt gibt es die Grundschule Am Castrum mit 328 Schülern sowie die Grundschule Am Langen Feld mit 173 Schülern.
- Nahe dem Gehrdener Hallen- und Freibad befindet sich ab dem Schuljahr 2011/2012 die Oberschule Gehrden mit gymnasialem Schulzweig bis Klasse 10 (Sekundarbereich I).
- Unterhalb des Gehrdener Burgbergs liegt das Matthias-Claudius-Gymnasium mit gymnasialer Oberstufe und 993 Schülern.
- Der Zweckverband Volkshochschule Calenberger Land ist eine Weiterbildungseinrichtung der Städte Barsinghausen, Gehrden, Ronnenberg, Seelze, Springe sowie der Gemeinde Wennigsen und betreibt in Gehrden in der ehemaligen "Roten Schule" eine Geschäftsstelle mit Bildungsangeboten.
- Die Calenberger Musikschule hat ihren Sitz in Gehrden im Gebäude der Oberschule Gehrden und unterrichtet rund 1000 Schüler aus Gehrden, Ronnenberg und Barsinghausen.
- Die Jugendpflege Gehrden bietet im Jugend-Pavillon Kindern und Jugendlichen Aktions- und Betreuungsprogramme an.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Friedrich Ulrich von Knigge (1618–1683), kaiserlicher Obrist, geboren in Leveste
- Werner von Siemens (1816–1892), Erfinder, Begründer der Elektrotechnik und Industrieller
- Justus Wilhelm Lyra (1822–1882), Pastor und Komponist
- Werner Osenberg (1900-1974), Materialwissenschaftler, wohnte seit den 1950er Jahren in Gehrden
- Werner Lueg (* 1931), Leichtathlet, Olympiasieger
- Hans-Joachim Frey (* 1965), Theaterintendant
- Maria Schrader (* 1965), Schauspielerin und Regisseurin
- Tim Pritlove (* 1967), Eventmanager, Medienkünstler und Mitglied des Chaos Computer Club
- Wolfgang Kreißig (* 1970), Hochspringer
- Sebastian Schunke (* 1973), Latin-Jazz-Pianist, Komponist und Jurist, verbrachte seine Kindheit in Gehrden
- Jan Philip Lange (* 1974), Filmproduzent
- Grischa Niermann (* 1975) , Rennrad-Fahrer
- Christian Haacke (* 1976), Radiomoderator
- Marc Bator (* 1972), Tagesschausprecher (ARD)
- Christian Pampel (* 1979), Volleyball-Nationalspieler
- Nils Pfingsten-Reddig (* 1982), Fußballspieler
- Kristin Demann (* 1993), Fußballspielerin
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Werner Fuetterer: Gehrden – Vom Flecken zur Großgemeinde. Gehrden 1991
- Gerold Steinhorst: Gehrdener Straßennamen. Gehrden 1998
- Martina Grohmann: Gehrden – Aspekte der Ortsgeschichte. Gehrden 1994
- August Kageler: Gehrden. Entwicklung und Schicksale einer Calenbergischen Kleinstadt, mit Zeichnungen und Abbildungen von Helmut Müller, Gehrden 1950
- Der Kreis Hannover-Land mit dem Deister, Seite 97ff., Verlag Fritz Drescher, Möser, Bezirk Magdeburg, 1935
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
- ↑ Ein germanischer Big Man in Gehrden? bei archäologie.online vom 28. September 2012
- ↑ Raimond Reiter: Empirie und Methode in der Erforschung des "Dritten Reiches" : Fallstudien zur Inhaltsanalyse, Typusbildung, Statistik, zu Interviews und Selbstzeugnissen, Frankfurt am Main; Berlin; Bern; Bruxelles; New York; Oxford; Wien 2000: Lang, ISBN 3-631-36367-2, S. 167; online über Google-Bücher
- ↑ a b c d Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 196.
Weblinks [Bearbeiten]
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