Geidorf

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Geidorf
III.. Stadtbezirk von Graz
Wappen Graz.svg
Basisdaten [1]
Fläche: 5,50 km²
Einwohner: 23.688 (1. Jänner 2012)
Bevölkerungsdichte: 4.197 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 8010, 8013, 8015, 8036
Geografische Lage: 47° 5′ N, 15° 26′ O47.08222222222215.440555555556Koordinaten: 47° 5′ N, 15° 26′ O
Lage in Graz
Karte von Geidorf
Bezirksamt: Stiftingtalstraße 3
8010 Graz
Bezirksvorsteher: Gerd Wilfling (ÖVP)[2]
1. Bezirksvorsteher-Stv.: Andreas Friedl (Grüne)[2]
2. Bezirksvorsteher-Stv.: Hanno Wisiak (KPÖ)[2]
Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahnlinien: 1, 4, 5
Buslinien: 30, 31, 41, 58/E, 62, 63, 81
N1, N2, N5
Foto
Karl Franzens Universität Graz
Karl Franzens Universität Graz

Geidorf ist der 3. Stadtbezirk von Graz. Das „Gaidorf“ (mittelhochdeutsch für „Dorf am flachen Land“) war ehemals Teil der Grazer Vorstadt, heute liegt der Bezirk zentral in der Stadt nördlich der Altstadt und des Schloßbergs. Am bekanntesten ist Geidorf als Standort der Karl-Franzens-Universität und des Universitätsklinikums (LKH-Ost). Auf Grund seiner Nähe zum Stadtzentrum ist der Bezirk in Teilen stark belebt, in andern Teilen ist er ein verhältnismäßig ruhiger, typisch städtischer Wohnbezirk.

Lage[Bearbeiten]

Der Bezirk Geidorf liegt nördlich der ersten beiden Bezirke Innere Stadt und St. Leonhard. Im Osten erstreckt er sich bis zum Grazer Landeskrankenhaus-Universitätsklinikum, im Westen wird er von der Mur begrenzt, im Süden bildet der Fuß des an dieser Stelle recht steilen Grazer Schloßbergs die Grenze. Die Grenze an den Bezirk Andritz im Norden ist historisch und entspricht großteils der Grenze zwischen der Stadt Graz vor mehr als hundert Jahren und der damals noch eigenständigen Dorfgemeinde Andritz.

Geschichte[Bearbeiten]

Durch Ausgrabungen, die bei der Renovierung der Leechkirche gemacht wurden, ist eine Besiedlung in der Urnenfelderzeit nachgewiesen. Allerdings kann daraus nicht auf eine durchgehende 3.000-jährige Besiedlung geschlossen werden.

Die Bezeichnung Geidorf bedeutet ‚Vorstadt‘. Das ursprüngliche Geidorf befand sich in Graz innerhalb der alten Stadtmauer in der Nähe des Paulustors. Durch eine Erweiterung infolge einer Bevölkerungszunahme wurde die Vorstadt an ihren heutigen Standort verlegt.

Den historischen Kern hat Geidorf in einer kleinen Siedlung zwischen Heinrichstraße und Leechkirche. Diese wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts um ein bürgerliches Wohnviertel erweitert, das etwas weiter nördlich zwischen Heinrichstraße und Grabenstraße entstand. Dahinter zieht sich ein Villengebiet bis auf die Süd- und Westhänge des Rosenhains. Am ehemaligen Mühlgang war wichtigster Wirtschaftsträger die 1825 gegründete Grazer Zuckerfabrik, in der auch die erste Dampfmaschine der Steiermark in Betrieb genommen wurde.

Der Bezirk ist heute an einigen Stellen in der Nähe des Stadtparkes und des alten Kernes sehr dicht besiedelt, vorwiegend prägen Altbauten das Stadtbild, an den Ausläufern des Rosenhaines liegt jedoch eine teilweise dünne Besiedlung vor und die Gegenden um den Rosenhain sind ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Verkehr[Bearbeiten]

Hauptverkehrsachsen für den Autoverkehr der Stadt sowie des Bezirks sind vor allem die Grabenstraße, die Heinrichstraße sowie die Elisabethstraße, letztere liegt im Süden an der Grenze der Bezirke Geidorf und St. Leonhard.

Als letztes signifikantes straßenbauliches Projekt im Bezirk wurde im Jahr 2002 wurde die Grazer Nordspange als Unterflurtrasse eröffnet, welche die beiden Hauptausfallsstraßen nach Norden, die Grabenstraße und die Wiener Straße verbindet. Obwohl vor dem Bau bei den Anwohnern und der Stadtbevölkerung generell umstritten, hat die Nordspange unter anderem zur Verkehrsentlastung der Wohnviertel im Nordwesten Geidorfs geführt. Die Realisierung des geplanten "Ostgürtels" (Die Straßenzüge "Geidorfgürtel", "Rosenberggürtel" und "Grabengürtel" erinnern an dieses Konzept) ist aus heutiger Sicht aber wohl nicht zu erwarten.

Der öffentliche Verkehr im Bezirk ist gut ausgebaut: Die Straßenbahnlinie 1 durchzieht den Bezirk im Südosten Richtung Mariatrost, beziehungsweise Eggenberg, die Linien 4 und 5 verbinden den nordwestlichen Teil Geidorfs mit der Innenstadt, sowie Liebenau und Puntigam, als auch dem nördlich gelegenem Andritz. Zusätzlich dazu verkehren die Autobuslinien 30, 31, 39, 41, 53, 58, 62 und 63 zu verschiedenen wichtigen Plätzen und Einrichtungen im Bezirk und verdichten das öffentliche Nahverkehrsangebot.

Schulen[Bearbeiten]

Medizinische Universität

Neben den in Österreich üblichen Pflichtschulen, sowie höheren Schulen ist der Bezirk Geidorf vor allem als Hochschulstandort bekannt, da sich im Bezirk die Hauptstandorte von zwei Universitäten, zweier pädagogischer Hochschulen und einer Fachhochschule befinden.

Seit der Zusammenlegung der Volksschulen Graben und Muchar gibt es im Bezirk nur noch eine Volksschule mit dem Namen Volksschule Geidorf. Die höheren Schulen

haben ihren Standort in Geidorf.

Weiters ist Geidorf der Standort der

Gesundheit[Bearbeiten]

Luftaufnahme des Universitätsklinikums

Große Teile des Landeskrankenhaus-Universitätsklinikum Graz, flächenmäßig mit einem Areal von 60 Hektar das größte Krankenhaus Europas, befinden sich im Osten von Geidorf. Das im Volksmund „Uni-Klinik“ genannte Krankenhaus ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung und deckt die medizinische Versorgung des gesamten Ostens der Stadt Graz sowie der Umlandgemeinden ab, des Weiteren ist es als Schwerpunktkrankenhaus und Universitätsklinikum Anlaufstelle für Patienten aus allen Teilen der Stadt sowie der gesamten Steiermark und dem Burgenland.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Elisabethhochhaus, das höchste Wohngebäude in Graz
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Geidorf

Sport[Bearbeiten]

  • Casino-Stadion Graz: Von 1902 bis 2005 war der Grazer AK mit seiner traditionellen Spielstätte im Bezirk Geidorf beheimatet. 2005 zog die Fußballsektion in das neu errichtete Trainingszentrum nach Andritz um, das Fußballstadion wurde abgerissen und durch Wohnbauten ersetzt. Die Tennissektion verbleibt jedoch weiterhin auf dem sporthistorischen Gelände an der Körösistraße.

Naherholung[Bearbeiten]

Der Hilmteich, links das Hilmteichschlössl
Tor zum Rosenhain
  • Hilmteich: Ursprünglich Lehmgrube für ein Ziegelwerk, seit Mitte des 19. Jahrhunderts beliebtes Ausflugsziel im Osten des Bezirks am Fuß des Leechwaldes. Von hier führt ein Wanderweg nach Mariatrost. Im Winter beliebter Eislaufplatz.
  • Universitätssportzentrum: Im Bezirk befindet sich das Zentrum des Universitätssportinstitutes mit Laufbahn und Schwimmbad. Von vielen Studenten wird es zur Naherholung genutzt, regelmäßig finden Veranstaltungen statt.
  • An das Universitätssportzentrum grenzt der sogenannte „Rosenhain“, ein innerstädtisches Naherholungsgebiet und bei vielen Grazern beliebter Ausflugsort.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bezirke auf graz.at
  2. a b c Bezirksräte im Bezirk Geidorf auf graz.at
  3. Pädagogischer Panther 2004, elternbrief.at

Literatur[Bearbeiten]

Kölbl, Alois und Wiltrud Resch: Wege zu Gott; Die Kirchen und die Synagoge von Graz. Graz: Verlag Styria 2002 ISBN 3-222-13105-8, pp. 126-138.

Weblinks[Bearbeiten]