Geilenkirchen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Geilenkirchen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Geilenkirchen
Geilenkirchen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Geilenkirchen hervorgehoben
50.9652777777786.119444444444495Koordinaten: 50° 58′ N, 6° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Heinsberg
Höhe: 95 m ü. NHN
Fläche: 83,2 km²
Einwohner: 26.420 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 318 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52511
Vorwahlen: 02451; 02453; 02462
Kfz-Kennzeichen: HS, ERK, GK
Gemeindeschlüssel: 05 3 70 012
Stadtgliederung: 30 Stadtteile, 13 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 9
52511 Geilenkirchen
Webpräsenz: www.geilenkirchen.de
Bürgermeister: Thomas Fiedler (parteilos)
Lage der Stadt Geilenkirchen im Kreis Heinsberg
Niederlande Kreis Düren Kreis Viersen Mönchengladbach Rhein-Erft-Kreis Rhein-Neuss-Kreis Städteregion Aachen Erkelenz Gangelt Geilenkirchen Heinsberg Hückelhoven Selfkant Übach-Palenberg Waldfeucht Wassenberg WegbergKarte
Über dieses Bild

Geilenkirchen ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im westlichen Nordrhein-Westfalen im Kreis Heinsberg (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Geilenkirchen liegt etwa 20 km (Luftlinie) nördlich von Aachen, mit der zum Stadtgebiet gehörenden Teverener Heide unmittelbar an der niederländischen Grenze, am Südostrand des Selfkant, im Tal der Wurm.

Die Stadt erstreckt sich beiderseits der Wurm auf den sanft ansteigenden Hängen des Wurmtales, die sich von 70 m über NHN auf Flussniveau bis auf rund 100 m Höhe erheben.
Geilenkirchen erstreckt sich über 9,5 km in Nord-Süd-Richtung und über 15,4 km Ost-West-Richtung.

Die drei Ortsteile Geilenkirchen, Bauchem (beide links der Wurm) und Hünshoven (rechts der Wurm) sind mittlerweile vollständig zusammengewachsen. Dabei wurde die Wurm im Stadtzentrum über einige hundert Meter überbaut, sodass die alte Grenze zwischen Geilenkirchen und Hünshoven nur noch Alteingesessenen präsent ist.

Geologie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt auf einer Hauptterrasse der Geilenkirchener Lehmplatte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gangelt Heinsberg Hückelhoven
Brunssum (NL) Nachbargemeinden Linnich
Landgraaf (NL) Übach-Palenberg Baesweiler

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Blick von oben, Konrad-Adenauer-Straße

Geilenkirchen ist gemäß der Hauptsatzung aufgegliedert in 30 Ortschaften, die in 13 Stadtbezirke zusammengefasst und durch je einem Ortsvorsteher vertreten werden.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

6. Jahrhundert bis 1814

Geilenkirchen entstand am linken Ufer der seinerzeit mäandernden Wurm bei einer schon in der Römerzeit benutzten Furt. Grabfunde aus dem 6. und 7. Jahrhundert – gefunden in den 1930er Jahren in der Flur „Kniepbusch“ – sowie einzelne frühmittelalterliche Scherben aus einer Grabung am heutigen Marktplatz bezeugen die Anfänge des Ortes noch im frühen Mittelalter[3]. Die schriftliche Überlieferung setzt zum Jahr 1170 ein,[4] als der Kölner Erzbischof Philipp I. von Heinsberg Schenkungen an die Stiftskirche St. Gangolf tätigte. Die mittelalterliche Stadt lag an der Römerstraße Aachen-Roermond, die hier die Wurm querte; die Furt war später bzw. ab dem 12. Jahrhundert durch eine Wasserburg der Grafen von Heinsberg gesichert. Reste dieser Burg sind nach ihrer Zerstörung 1945 heute integriert in das Bischöfliche Gymnasium „St. Ursula“. In der Zeit der Besetzung des Rheinlandes durch Napoleon (Franzosenzeit 1798-1814) war Geilenkirchen im Département de la Roer, im Arrondissement d’Aix-la-Chapelle ein Kanton. Napoleon der I. war es, der die erste nachweisliche Steinbrücke über die Wurm bauen ließ, als Geilenkirchen unter französischer Herrschaft war.

Geilenkirchen als Kreisstadt

Ab 1815 unter preußischer Herrschaft entstand der Kreis Geilenkirchen. Im Jahre 1832 wurde der Kreis Geilenkirchen mit dem Landkreis Heinsberg zusammengelegt und es entstand der Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg mit der Stadt Geilenkirchen als Kreisstadt. Geilenkirchen verlor den Status der Kreisstadt im Jahre 1971 bei der kommunalen Gebietsreform durch das Aachen-Gesetz, bei der der Kreis Geilenkirchen-Heinsberg und der Kreis Erkelenz zum neuen Kreis Heinsberg zusammengefügt wurden. Neue Kreisstadt wurde die Stadt Heinsberg. Im ehemalige Kreishaus des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg ist seitdem das Finanzamt untergebracht.

In Kriegszeiten

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Rheinland entmilitarisiert und von alliierten Truppen besetzt; in Geilenkirchen gab es französische, marokkanische sowie belgische Truppen (Marokko war seit 1912 französisches Protektorat). Von 1918 bis 1929 waren belgische Besatzungssoldaten in einer Kaserne (Kamp van Dinant) stationiert, die im Bereich des Hünshoverner Hofes gebaut wurde.

Im Zweiten Weltkrieg war Geilenkirchen eingebunden im Westwall. Dessen nördliches Ende lag in Heinsberg (etwa 11 km nördlich); 1944 wurde diese Linie Richtung Venlo feldmäßig verlängert (Maas-Rur-Stellung). Im November 1944 gab es im Frontverlauf einen Vorsprung ('Geilenkirchen Salient'), der in die alliierte Front hineinragte. Am 8. November warfen Bomber Napalm auf Geilenkirchen.[5] Am 10. November 1944 begannen alliierte Truppen eine Offensive namens Operation Clipper, um diesen Vorsprung zu beseitigen. Am 19. November 1944 besetzten sie Geilenkirchen. Das nur 11 km entfernte Heinsberg (genauer: seine Ruinen) wurde(n) erst am 23./24. Januar 1945 erobert.

Nach dem Krieg

Nach dem Krieg war Geilenkirchen Teil der Britischen Besatzungszone.

1953 errichtete die Royal Air Force im Stadtteil Teveren auf einem schon in den 1930er Jahren genutzten Feldflugplatz einen Fliegerhorst, den sie bis 1968 nutzte und dann an die Luftwaffe übergab (siehe Air Base Geilenkirchen).

Ortsname[Bearbeiten]

Nach der Volksetymologie bezieht sich der Name Geilenkirchen ursprünglich auf eine Holzkirche, die ein Franke namens Gelo errichtet habe, etwa im Sinne von „Geilos Kirche“.[6] Ursprünglich hieß Geilenkirchen „Gelekircke“ (Lokales Idiom auch „Jellekercke“; auf Niederländisch früher „Geelkerken“).

Der Name begegnet seit dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts in den verschiedensten nieder- und hochdeutschen Formen und Mischformen, je nachdem ob die Schreiber der Urkunden Nieder- oder Hochdeutsche waren: 1170 Gelenkirchen, 1244 Gelinkerike, 1252 Gelenkirche, 1270 Geilenkirge, 1276 Gelinkirke, 1277 Geilinkirchin, 1290 Gelinkirken, 1328 Gelynkirchen, 1363 Geillenkyrken u. s. w.[7]

Die Mundart hat bis heute in ihrem „Gelekerke“ die ursprüngliche niederdeutsche Form festgehalten.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Beeck, Immendorf, Lindern, Süggerath, Teveren und Würm eingemeindet.[8]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

(jeweils zum 31. Dezember)

Jahr Einwohnerzahl
1998 27.447
1999 27.625
2000 27.826
2001 28.137
2002 28.266
2003 28.288
2004 28.436
2005 28.693
2006 28.723
2007 28.265
2008 28.110
2009 28.083
2010 28.253
2012 26.420
2013 26.240[9]

Politik[Bearbeiten]

Rathaus Geilenkirchen

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1945–1954: Johannes Plum, CDU
  • 1954–1958: Hubert Pennartz, CDU
  • 1958–1961: Hans Schönauer, CDU
  • 1961–1969: Rudolf Wyrsch, CDU
  • 1969–1994: Heinrich Cryns, CDU
  • 1994–2004: Franz Beemelmanns, CDU (ab 1999 hauptamtlich)
  • 2004–2009: Andreas Borghorst, CDU
  • 2009–heute: Thomas Fiedler, parteilos

Stadtrat[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Stadtrat seit 2009
Partei  % Sitze im Rat
CDU 42,6 16
SPD 18,0 7
Grüne 13,7 5
Bürgerliste 12,7 5
FDP 9,6 4
Linke 3,4 1

(Stand: Kommunalwahl am 30. August 2009)

Die Stadt Geilenkirchen wurde nach der Kommunalwahl 2009 von einem Vierparteienbündnis aus SPD, FDP, Bürgerliste und Grünen regiert. Vor der Kommunalwahl regierte die CDU in Geilenkirchen 60 Jahre lang mit absoluter Mehrheit.

Am 29. September 2010 wurde das Vierparteienbündnis nach Meinungsverschiedenheiten im Zusammenhang mit dem Umbau der Innenstadt von den Bündnisparteien beendet, seitdem werden politische Entscheidungen mit wechselnden Mehrheiten getroffen.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt wurde abgeleitet vom ältesten Siegel der Stadt aus dem Jahr 1556, welches dem Herzog von Jülich (Wilhelm V.) gehörte. Die Herkunft des Vogels (Papagei) ist vermutlich ein Bestandteil, das dem Wappen des 'Wilhelm von Jülich' (1556) entnommen wurde. Seinen Ursprung hatte der Vogel wohl als Kennzeichen der Teilnahme an den Kreuzzügen. Der Zweig hat keinen historischen Ursprung und wurde im 19. Jahrhundert hinzugefügt.

Die Farben wurden 1972 abgeändert. Das heutige Wappen in dieser Form gibt es seit dem 29. November 1972.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Geilenkirchen unterhält seit 1966 eine enge Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Quimperlé in der Bretagne. Zudem pflegt Geilenkirchen gute Kontakte zu den grenznahen niederländischen Städten, insbesondere zur Stadt Sittard-Geleen.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Zug der Selfkantbahn
  • Selfkantbahn: Die etwa 1900 ehemals von Alsdorf über Geilenkirchen (DB-Anschluss) bis Wehr/Tüddern betriebene Schmalspurbahn der Kreisbahn Geilenkirchen wird heute auf einem 5,5 km langem Reststück von Geilenkirchen-Gillrath bis Gangelt-Schierwaldenrath als Museumseisenbahn betrieben. Sie ist die letzte dampfbetriebene Kleinbahn Nordrhein-Westfalens.
  • Historisches Klassenzimmer Immendorf: Nach Umstellung der Hauptschule Immendorf in eine Grundschule wurde 1988 ein Klassenzimmer in ein historisches Klassenzimmer umfunktioniert. Darin werden Schulutensilien aus dem frühen bis mittleren 20. Jahrhunderts ausgestellt.[11][12]
  • Haus Basten

Institutionen[Bearbeiten]

  • Kulturarbeitskreis der Stadt Geilenkirchen

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirche St. Mariä Himmelfahrt
  • im Ortsteil Bauchem
    • Wasserturm (Wahrzeichen) erbaut 1903, zerstört 1944, Wiederaufbau 1947
    • Kirche St. Josef, 1974 erbaut
    • Dremmenshof (1790) / Thorenshof (1660)

Parks[Bearbeiten]

Stadtpark in Geilenkirchen
  • Wurmauenpark

Naturschutzgebiet[Bearbeiten]

Kiefernsee in der Teverener Heide

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Geilenkirchen

Geilenkirchen ist mit den Bahnhöfen in Lindern (Bahnhof der Kategorie 4) und Geilenkirchen (ebenfalls Bahnhof der Kategorie 4) seit 1852 an die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach angeschlossen.

Für ein einige Jahre war der Bahnhof Geilenkirchen Interregio-Halt. Seit Fahrplanwechsel zum 15. Dezember 2013 hält das zum gleichen Zeitpunkt neu eingerichtete werktägliche Intercity-Zugpaar zwischen Aachen und Berlin auch in Geilenkirchen.

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RE 4 Wupper-Express Aachen Hbf – Herzogenrath – Geilenkirchen – Erkelenz – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Düsseldorf Hbf – Wuppertal Hbf – Hagen Hbf – Witten Hbf – Dortmund Hbf
RB 33 Rhein-Niers-Bahn Aachen Hbf – Herzogenrath – Geilenkirchen – Lindern (Flügelung) – Erkelenz – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Viersen – Krefeld Hbf – Duisburg Hbf
Heinsberg (Rheinl)
RB 20 Euregiobahn Aachen Hbf – Herzogenrath – Geilenkirchen *

Busverkehr[Bearbeiten]

Die Stadt ist ferner an das Öffentliche Personen-Nah-Verkehrs-(ÖPNV-)Netz des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) angeschlossen. Die im Verkehrsverbund zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen bieten im Verbundraum nach einheitlichen Tarif- und Beförderungsbedingungen einen planmäßig betriebenen Omnibus-Linienverkehr zwischen den wichtigsten Städten und Gemeinden der Kreise Aachen, Heinsberg und Düren an. Ein besonderes Merkmal des „öffentlichen Verkehrsangebotes“ ist die direkte Einflussnahme der Kommunen auf das Angebot und eine sozialverträgliche Tarifgestaltung.

Für Geilenkirchen und sein ländliches Umfeld hat dies eine besondere Bedeutung für die umfangreich notwendige Beförderung der Schüler zwischen Wohnstätten und den zentral gelegenen sogenannten Mittelpunktschulen.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Bundesautobahn 46 beginnt/endet nur wenige Kilometer nordwestlich zwischen Geilenkirchen und Heinsberg.

Geilenkirchen liegt am Kreuzungspunkt der Bundesstraße 221 (Aachen–Kleve) mit der Bundesstraße 56 (Bonn–Sittard/NL).

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Finanzamt Geilenkirchen

Obwohl Geilenkirchen bis zum 31. Dezember 1971 Kreisstadt war, sind noch immer einige zentrale öffentliche Einrichtungen für die Region ansässig, etwa

  • eine Hauptstelle der Kreissparkasse Heinsberg
  • Kreishandwerkerschaft
  • Finanzamt Geilenkirchen

Schulen[Bearbeiten]

Berufskolleg Wirtschaft

In Geilenkirchen sind diverse Schulen ansässig:

  • Bischöfliches Gymnasium St. Ursula (Träger ist das Bistum Aachen)
  • Städtische Realschule
  • Anita-Lichtenstein-Gesamtschule
  • diverse Grundschulen
  • Berufskolleg Wirtschaft
  • Berufskolleg für Ernährung, Sozialwesen und Technik
  • Musikschule Geilenkirchen e. V.
  • Eichendorff-Kolleg Geilenkirchen (Staatl. Institut für spätausgesiedelte Abiturienten, seit Mitte 2010 in einem Anbau an der Anita-Lichtenstein Gesamtschule untergebracht)
  • Janusz-Korczak-Schule (Schule für Erziehungshilfe)
  • Krankenpflegeschule des St. Elisabeth-Krankenhauses.

Energieversorger[Bearbeiten]

Das Energie-Versorgungsunternehmen Kreiswerke Heinsberg (KWH), das nach Fusion mit der Kreisbahn Geilenkirchen und später mit der Kraftverkehr Erkelenz auch als Verkehrsunternehmen den ÖPNV im Kreis durchführte, hatte seinen Sitz und einen seiner beiden Busbetriebshöfe in der Stadt. Rationalisierungsbestrebungen der „öffentlichen Hand“ führten 2003 zu einem weiteren Zusammenschluss der KWH mit der „Westdeutschen Licht & Kraft“ (WLK) aus Erkelenz zur WestEnergie und Verkehr GmbH.

Militärische Einrichtungen[Bearbeiten]

Geilenkirchen ist Standort zweier größerer militärischer Einrichtungen: der NATO Airbase im Ortsteil Teveren und der Selfkant-Kaserne im Ortsteil Niederheid. In beiden waren lange Zeit mobile, atomar und nichtatomar bestückbare Raketensysteme (Honest John, Pershing 1A, Sergeant, Lance sowie LARS (Leichtes Artillerie-Raketen-System), ein Mehrfach-Raketenwerfer 110 mm auf Selbstfahrlafette Magirus-Deutz) stationiert.

Der Fliegerhorst und die Kaserne sind für die eher strukturschwache Region wirtschaftlich von nicht unerheblicher Bedeutung, da sie neben den Militärangehörigen auch zahlreichen Zivilbeschäftigten Arbeit und in die Region zurückfließende Kaufkraft geben.

NATO-Flugplatz Geilenkirchen[Bearbeiten]
NATO-Airbase Geilenkirchen

Die britische Royal Air Force baute und bezog 1953 in Teveren einen Flugplatz, den sie bis 1968 nutzte. Die Einrichtung wurde von der Deutschen Luftwaffe übernommen und Standort der Pershing-1A-Kurzstreckenrakete. 1980 zog das Flugkörpergeschwader in die Selfkantkaserne nach Geilenkirchen um und in Teveren zog die NATO mit dem AWACS-Verband ein, an dem 2011 18 NATO-Staaten aktiv beteiligt sind. Dieser Verband ist demnach der einzige multinationale Verband der NATO.

In Geilenkirchen-Teveren sind seit 1982 auf der Air Base Geilenkirchen die NATO-AWACS-Aufklärungsflugzeuge vom Typ Boeing E-3A Sentry stationiert. Vor der Stationierung führte dies zu erheblichen Demonstrationen der Friedensbewegung, die bewußt machen wollte, dass die AWACS-Flugzeuge ebenso defensiven wie offensiven Aufgaben nachkommen könnten. Heute noch sind die veralteten und längst überholten Triebwerke vom Typ Pratt & Whitney JT3D (militärische Bezeichnung Pratt & Whitney TF33) der Flugzeuge Quelle massiver Lärm- und CO2-Emissionen.

Angesichts ca. 2400 Arbeitsplätzen (davon etwa 850 Zivilbeschäftigte) und einem wirtschaftlichen Beitrag von ca. 400 Mio. Euro ist der NATO-Flugplatz Geilenkirchen ein wichtiger regionaler Wirtschaftsfaktor.[13]

Selfkant-Kaserne der Bundeswehr[Bearbeiten]

Eingang der Selfkant-Kaserne in Niederheid

Die Bundeswehr errichtete in Niederheid die Selfkant-Kaserne. In diese zog 1970 zunächst als Lehrbataillon das Raketenartillerielehrbataillon 72 ein; 1973 wurde die Raketenschule des Heeres von der Donnerberg-Kaserne Eschweiler nach Geilenkirchen verlegt. Im Zuge der Verlegung und Zusammenführung mit dem Lehrbataillon erfolgte eine Umbenennung in Raketen-Schule der Artillerie. Nach Umstrukturierung und Auszug der Raketenartillerie ab 1981 befand sich das Flugkörpergeschwader 2 (FKG2) bis zu seiner Auflösung 1991 in der Selfkant-Kaserne. Seit 1991 ist in ihr das ZVBw (Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr) stationiert.

Medien[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Gewerbegebiet in Rischden-Niederheid

In Geilenkirchen sind einige zum Teil national und international tätiger Wirtschaftsunternehmen ansässig. Die sechst größte Unternehmen, gemessen an der Anzahl der Mitarbeiter (alle beschäftigen über 200 Mitarbeiter) sind:

Unternehmen / Einrichtung Beschäftigte
CSB-System AG 450
KSK Industrielackierung GmbH & Co. KG 350
St. Elisabeth Krankenhaus Geilenkirchen gGmbH 500
Wilhelm Jansen Eisenjansen GmbH & Co. KG 235
ZenTec automotive GmbH
SpanSet-secutex GmbH

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Geilenkirchen geboren[Bearbeiten]

Mit der Stadt verbunden[Bearbeiten]

Gedenktafel für den Dichter Nikolaus Becker in Geilenkirchen
  • Nikolaus Becker (1809–1845), Schreiber beim Friedensgericht und Schriftsteller; Dichter des Rheinliedes
  • Anne Marie Stoll-Rommerskirchen (1909–1965) Malerin und Bildhauerin, verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Geilenkirchen
  • Heinrich Meuffels (* 1927), Politiker; 1956–1967 und 1984–1994 Mitglied des Rates der Stadt
  • Konrad Volm (1897–1958), deutscher Politiker (NSDAP)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Wassen: Der siebenarmige Leuchter – Die Geschichte der Geilenkirchener Juden. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. Jahrgang 1985, S. 163–178.
  • Hans-Josef Sprünken: Das mittelalterliche Schöffenkollegium in Geilenkirchen. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. Jahrgang 1991, S. 133–147.
  • Harry Seipolt: Ich war „minderwertig“. Aus dem Lebensbericht einer NS-Zwangssterilisierten (NS-Rassenwahn im „Erbgesundheitsgericht“ und Gesundheitsamt der Stadt Geilenkirchen). In: Geschichte im Westen. Halbjahreszeitschrift für Landes- und Zeitgeschichte (Jahrgang 8, Heft 2), Köln 1993, S. 193–200.
  • Hans-Josef Sprünken: 130 Jahre Kinderbewahranstalt der Ursulinen in Geilenkirchen. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. Jahrgang 1996, S. 43–57.
  • Alt-Geilenkirchen und seine Nachbarn. Historischer Bildband von und um Geilenkirchen. Verlag Fred Gatzen, Geilenkirchen 1986, ISBN 3-923219-06-7.
  • Walter Scheufen: Geilenkirchen und seine Dorfgemeinschaften. Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-937126-51-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Geilenkirchen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Geilenkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Geilenkirchen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Geilenkirchen. Stadt Geilenkirchen, 18. April 2013, abgerufen am 24. Oktober 2013 (PDF; 31 kB, § 3 Einteilung des Stadtgebietes in Bezirke).
  3. Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 296-299
  4. Theodor Josef Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins. Düsseldorf 1840–1858, Band I, S. 305 Nr. 436
  5. http://www.history.army.mil/books/wwii/Siegfried/Siegfried%20Line/siegfried-ch23.htm Seite 547
  6. Sichere wissenschaftliche Belege für diese Deutung fehlen.
  7. Maurits Gysseling: Toponymisch Woordenboek vam Belgie, Nederland, Luxemburg, Noord-Frankrijk en West-Duitsland. ohne Ort 1960, S. 391.
  8.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 310.
  9. Aachener Zeitung: Einwohnerschwund auch im Kreis
  10. http://www.geilenkirchen.de/go/geilenkirchen-staedtepartnerschaft.html
  11. Historisches Klassenzimmer auf web-toolbox.de. Abgerufen am 7. Juli 2013.
  12. Historisches Klassenzimmer auf info-immendorf.de. Abgerufen am 7. Juli 2013.
  13. http://www.az-web.de/news/topnews-detail-az/1431579/Geilenkirchen-behaelt-seine-Nato-Airbase
  14. http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/D/dautzenberg_leo.html