Geilenkirchen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Geilenkirchen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Geilenkirchen
Geilenkirchen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Geilenkirchen hervorgehoben
50.9652777777786.119444444444495Koordinaten: 50° 58′ N, 6° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Heinsberg
Höhe: 95 m ü. NN
Fläche: 83,23 km²
Einwohner:

26.351 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 317 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52511
Vorwahlen: 02451; 02453; 02462
Kfz-Kennzeichen: HS (bis 1971 GK)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält KleinbuchstabenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 05 3 70 012
Stadtgliederung: 30 Stadtteile, 13 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 9
52511 Geilenkirchen
Webpräsenz: www.geilenkirchen.de
Bürgermeister: Thomas Fiedler (parteilos)
Lage der Stadt Geilenkirchen im Kreis Heinsberg
Niederlande Kreis Düren Kreis Viersen Mönchengladbach Rhein-Erft-Kreis Rhein-Neuss-Kreis Städteregion Aachen Erkelenz Gangelt Geilenkirchen Heinsberg Hückelhoven Selfkant Übach-Palenberg Waldfeucht Wassenberg WegbergKarte
Über dieses Bild

Geilenkirchen ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im westlichen Nordrhein-Westfalen im Kreis Heinsberg (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Geilenkirchen liegt etwa 20 km (Luftlinie) nördlich von Aachen, mit der zum Stadtgebiet gehörenden Teverener Heide unmittelbar an der niederländischen Grenze, am Südostrand des Selfkant, im Tal der Wurm.

Die Stadt erstreckt sich beiderseits der Wurm auf den sanft ansteigenden Hängen des Wurmtales, die sich von 70 m über NHN auf Flussniveau bis auf rund 100 m Höhe erheben.
Geilenkirchen erstreckt sich über 9,5 km in Nord-Süd-Richtung und über 15,4 km Ost-West-Richtung.

Die drei Ortsteile Geilenkirchen, Bauchem (beide links der Wurm) und Hünshoven (rechts der Wurm) sind mittlerweile vollständig zusammengewachsen. Dabei wurde die Wurm im Stadtzentrum über einige hundert Meter überbaut, sodass die alte Grenze zwischen Geilenkirchen und Hünshoven nur noch Alteingesessenen präsent ist.

Alle anderen Ortsteile sind vom Hauptort durch Ackerland getrennt.

Geologie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt auf einer Hauptterrasse der Geilenkirchener Lehmplatte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gangelt Heinsberg Hückelhoven
Brunssum (NL) Windrose klein.svg Linnich
Landgraaf (NL) Übach-Palenberg Baesweiler

Einwohner[Bearbeiten]

(jeweils zum 31. Dezember)

Jahr Einwohnerzahl
1998 27.447
1999 27.625
2000 27.826
2001 28.137
2002 28.266
2003 28.288
2004 28.436
2005 28.693
2006 28.723
2007 28.265
2008 28.110
2009 28.083
2010 28.253
2013 26.240 [2]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Geilenkirchen ist gemäß der Hauptsatzung aufgegliedert in 30 Ortschaften, die in 13 Stadtbezirke zusammengefasst und durch je einem Ortsvorsteher vertreten werden.[3]

Ortsname[Bearbeiten]

Nach der Volksetymologie bezieht sich der Name Geilenkirchen ursprünglich auf eine Holzkirche, die ein Franke namens Gelo errichtet habe, etwa im Sinne von „Geilos Kirche“.[4] Ursprünglich hieß Geilenkirchen „Gelekircke“ (Lokales Idiom auch „Jellekercke“; auf Niederländisch früher „Geelkerken“).

Der Name begegnet seit dem letzten Drittel des 12. Jahrhundert in den verschiedensten nieder- und hochdeutschen Formen und Mischformen, je nachdem ob die Schreiber der Urkunden Nieder- oder Hochdeutsche waren: 1170 Gelenkirchen, 1244 Gelinkerike, 1252 Gelenkirche, 1270 Geilenkirge, 1276 Gelinkirke, 1277 Geilinkirchin, 1290 Gelinkirken, 1328 Gelynkirchen, 1363 Geillenkyrken u. s. w.[5]

Die Mundart hat bis heute in ihrem „Gelekerke“ die ursprüngliche niederdeutsche Form festgehalten.

Geschichte[Bearbeiten]

6. Jahrhundert bis 1814

Geilenkirchen entstand am linken Ufer der seinerzeit mäandernden Wurm bei einer schon in der Römerzeit benutzten Furt. Grabfunde aus dem 6. und 7. Jahrhundert – gefunden in den 1930er Jahren in der Flur „Kniepbusch“ – sowie einzelne frühmittelalterliche Scherben aus einer Grabung am heutigen Marktplatz bezeugen die Anfänge des Ortes noch im frühen Mittelalter[6]. Die schriftliche Überlieferung setzt zum Jahr 1170 ein,[7] als der Kölner Erzbischof Philipp I. von Heinsberg Schenkungen an die Stiftskirche St. Gangolf tätigte. Die mittelalterliche Stadt lag an der Römerstraße Aachen-Roermond, die hier die Wurm querte; die Furt war später bzw. ab dem 12. Jahrhundert durch eine Wasserburg der Grafen von Heinsberg gesichert. Reste dieser Burg sind nach ihrer Zerstörung 1945 heute integriert in das Bischöfliche Gymnasium „St. Ursula“. Napoleon der I. war es, der die erste nachweisliche Brücke bauen ließ, als Geilenkirchen im Département de la Roer von 1794 bis 1814 (Franzosenzeit) unter französischer Herrschaft war.

Geilenkirchen als Kreisstadt

Ab 1815 unter preußischer Herrschaft entstand der Kreis Geilenkirchen. Im Jahre 1832 wurde der Kreis Geilenkirchen mit dem Landkreis Heinsberg zusammengelegt und es entstand der Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg mit der Stadt Geilenkirchen als Kreisstadt. Geilenkirchen verlor den Status der Kreisstadt im Jahre 1971 bei der kommunalen Gebietsreform durch das Aachen-Gesetz, bei der der Kreis Geilenkirchen-Heinsberg und der Kreis Erkelenz zum neuen Kreis Heinsberg zusammengefügt wurden. Neue Kreisstadt wurde die Stadt Heinsberg. Im ehemalige Kreishaus des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg ist seitdem das Finanzamt untergebracht.

In Kriegszeiten

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Rheinland entmilitarisiert und von alliierten Truppen besetzt; in Geilenkirchen gab es französische, marokkanische sowie belgische Truppen (Marokko war seit 1912 französisches Protektorat). Von 1918 bis 1929 waren belgische Besatzungssoldaten in einer Kaserne (Kamp van Dinant) stationiert, die im Bereich des Hünshoverner Hofes gebaut wurde.

Im Zweiten Weltkrieg war Geilenkirchen eingebunden im Westwall. Dessen nördliches Ende lag in Heinsberg (etwa 11 km nördlich); 1944 wurde diese Linie Richtung Venlo feldmäßig verlängert (Maas-Rur-Stellung. Im November 1944 gab es im Frontverlauf einen Vorsprung ('Geilenkirchen Salient'), der in die alliierte Front hineinragte. Am 8. November warfen Bomber Napalm auf Geilenkirchen.[8] Am 10. November 1944 begannen alliierte Truppen eine Offensive namens Operation Clipper, um diesen Vorsprung zu beseitigen. Am 19. November 1944 besetzten sie Geilenkirchen. Das nur 11 km entfernte Heinsberg (genauer: seine Ruinen) wurde(n) erst am 23./24. Januar 1945 erobert.

Nach dem Krieg war Geilenkirchen Teil der Britischen Besatzungszone.

1953 errichtete die Royal Air Force im Stadtteil Teveren auf einem schon in den 1930er Jahren genutzten Feldflugplatz einen Fliegerhorst, den sie bis 1968 nutzte und dann an die Luftwaffe übergab (siehe Air Base Geilenkirchen).

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Beeck, Immendorf, Lindern, Süggerath, Teveren und Würm eingemeindet.[9]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1945–1954: Johannes Plum, CDU
  • 1954–1958: Hubert Pennartz, CDU
  • 1958–1961: Hans Schönauer, CDU
  • 1961–1969: Rudolf Wyrsch, CDU
  • 1969–1994: Heinrich Cryns, CDU
  • 1994–2004: Franz Beemelmanns, CDU (ab 1999 hauptamtlich)
  • 2004–2009: Andreas Borghorst, CDU
  • 2009-heute: Thomas Fiedler, parteilos

Stadtrat[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Stadtrat seit 2009
Partei  % Sitze im Rat
CDU 42,6 16
SPD 18,0 7
Grüne 13,7 5
Bürgerliste 12,7 5
FDP 9,6 4
Linke 3,4 1

(Stand: Kommunalwahl am 30. August 2009)

Blick von oben, Konrad-Adenauer-Straße

Die Stadt Geilenkirchen wurde nach der Kommunalwahl 2009 von einem Vierparteienbündnis aus SPD, FDP, Bürgerliste und Grünen regiert. Vor der Kommunalwahl regierte die CDU in Geilenkirchen 60 Jahre lang mit absoluter Mehrheit.

Am 29. September 2010 wurde das Vierparteienbündnis nach Meinungsverschiedenheiten im Zusammenhang mit dem Umbau der Innenstadt von den Bündnisparteien beendet, seitdem werden politische Entscheidungen mit wechselnden Mehrheiten getroffen.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt wurde abgeleitet vom ältesten Siegel der Stadt aus dem Jahr 1556, welches dem Herzog von Jülich (Wilhelm V.) gehörte. Die Herkunft des Vogels (Papagei) ist vermutlich ein Bestandteil, das dem Wappen des 'Wilhelm von Jülich' (1556) entnommen wurde. Seinen Ursprung hatte der Vogel wohl als Kennzeichen der Teilnahme an den Kreuzzügen. Der Zweig hat keinen historischen Ursprung und wurde im 19. Jahrhundert hinzugefügt.

Die Farben wurden 1972 abgeändert. Das heutige Wappen in dieser Form gibt es seit dem 29. November 1972.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Geilenkirchen unterhält seit 1966 eine enge Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Quimperlé in der Bretagne. Zudem pflegt Geilenkirchen gute Kontakte zu den grenznahen niederländischen Städten, insbesondere zur Stadt Sittard-Geleen.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Lokomotive der Selfkantbahn
  • Selfkantbahn: Die etwa 1900 ehemals von Alsdorf über Geilenkirchen (DB-Anschluss) bis Wehr/Tüddern betriebene Schmalspurbahn der Kreisbahn Geilenkirchen wird heute auf einem Reststück von Geilenkirchen-Gillrath bis Gangelt-Schierwaldenrath als Museumseisenbahn betrieben. Sie ist die letzte dampfbetriebene Kleinbahn Nordrhein-Westfalens. Die IHS plant, die Strecke westlich bis Gangelt und östlich bis zur Ortsumgehung von Geilenkirchen zu verlängern. Damit soll eine größere touristische Attraktivität erreicht werden. Aus finanziellen Gründen sind diese Pläne zurzeit nicht zu realisieren.
  • Historisches Klassenzimmer in Immendorf
  • Haus Basten

Institutionen[Bearbeiten]

  • Kulturarbeitskreis der Stadt Geilenkirchen

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirche St. Mariä Himmelfahrt
  • im Ortsteil Hünshoven
    • Kirche St. Johann Baptist, von Dominikus und Gottfried Böhm 1950/51 erbaut
    • Evangelische Kirche, erbaut 1865/66
    • Evangelisches Pfarrhaus, ehemals Wohnhaus der Familie Camphausen
    • Haus Basten, ehemals eine Ölmühle
  • im Ortsteil Bauchem
    • Wasserturm (Wahrzeichen) erbaut 1903, zerstört 1944, Wiederaufbau 1947
    • Kirche St. Josef, 1974 erbaut
    • Dremmenshof (1790) / Thorenshof (1660)
  • im Ortsteil Süggerath

Parks[Bearbeiten]

  • Wurmauenpark

Naturschutzgebiet[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Geilenkirchen

Geilenkirchen ist mit den Bahnhöfen in Lindern (Bahnhof der Kategorie 4) und Geilenkirchen (ebenfalls Bahnhof der Kategorie 4) seit 1852 angeschlossen an die Eisenbahnhauptstrecke Aachen–Mönchengladbach–Düsseldorf/Duisburg.

Für ein paar Jahre war der Bahnhof Geilenkirchen Interregio-Halt.

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RE 4 Wupper-Express AachenMönchengladbachDüsseldorfDortmund
RB 33 Rhein-Niers-Bahn AachenMönchengladbachKrefeldDuisburg
RB 20 Euregiobahn Aachen Hbf – Geilenkirchen1
1 Nur Mo–Fr morgens je zwei Fahrten pro Richtung.

Busverkehr[Bearbeiten]

Die Stadt ist ferner an das Öffentliche Personen-Nah-Verkehrs-(ÖPNV-)Netz des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) angeschlossen. Die im Verkehrsverbund zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen bieten im Verbundraum nach einheitlichen Tarif- und Beförderungsbedingungen einen planmäßig betriebenen Omnibus-Linienverkehr zwischen den wichtigsten Städten und Gemeinden der Kreise Aachen, Heinsberg und Düren an. Ein besonderes Merkmal des „öffentlichen Verkehrsangebotes“ ist die direkte Einflussnahme der Kommunen auf das Angebot und eine sozialverträgliche Tarifgestaltung.

Für Geilenkirchen und sein ländliches Umfeld hat dies eine besondere Bedeutung für die umfangreich notwendige Beförderung der Schüler zwischen Wohnstätten und den zentral gelegenen sogenannten Mittelpunktschulen.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Bundesautobahn 46 beginnt/endet nur wenige Kilometer nordwestlich zwischen Geilenkirchen und Heinsberg.

Geilenkirchen liegt am Kreuzungspunkt der Bundesstraße 221 (Aachen–Kleve) mit der Bundesstraße 56 (Bonn–Sittard/NL).

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Da Geilenkirchen bis zum 31. Dezember 1971 Kreisstadt war, sind noch immer viele zentrale Einrichtungen für die Region vorhanden, zum Beispiel:

  • Freiwillige Feuerwehr
  • Rettungswache
  • Polizeiwache
  • Eine Hauptstelle der Kreissparkasse Heinsberg
  • Kreishandwerkerschaft
  • Finanzamt
  • St. Elisabeth-Krankenhaus
  • Stadtbücherei
  • Hallenbad (am 2. April 2013 abgebrannt)

Schulen[Bearbeiten]

In Geilenkirchen sind diverse Schulen ansässig:

  • Bischöfliches Gymnasium St. Ursula (Träger ist das Bistum Aachen)
  • Städtische Realschule
  • Anita-Lichtenstein-Gesamtschule
  • diverse Grundschulen
  • Berufskolleg Wirtschaft
  • Berufskolleg für Ernährung, Sozialwesen und Technik
  • Musikschule Geilenkirchen e. V.
  • Eichendorff-Kolleg Geilenkirchen (Staatl. Institut für spätausgesiedelte Abiturienten, seit Mitte 2010 in einem Anbau an der Anita-Lichtenstein Gesamtschule untergebracht)
  • Janusz-Korczak-Schule (Schule für Erziehungshilfe)
  • Krankenpflegeschule des St. Elisabeth-Krankenhauses.

Energieversorger[Bearbeiten]

Das Energie-Versorgungsunternehmen Kreiswerke Heinsberg (KWH), das nach Fusion mit der Kreisbahn Geilenkirchen und später mit der Kraftverkehr Erkelenz auch als Verkehrsunternehmen den ÖPNV im Kreis durchführte, hatte seinen Sitz und einen seiner beiden Busbetriebshöfe in der Stadt. Rationalisierungsbestrebungen der „öffentlichen Hand“ führten 2003 zu einem weiteren Zusammenschluss der KWH mit der „Westdeutschen Licht & Kraft“ (WLK) aus Erkelenz zur WestEnergie und Verkehr GmbH.

NATO Airbase[Bearbeiten]

Hauptartikel: Air Base Geilenkirchen
NATO-Airbase Geilenkirchen
AWACS auf dem Flugfeld

Die britische Royal Air Force baute und bezog 1953 in Teveren einen Flugplatz, den sie bis 1968 nutzte. Die Einrichtung wurde von der Deutschen Luftwaffe übernommen und Standort der Pershing-1A-Kurzstreckenrakete. 1980 zog das Flugkörpergeschwader in die Selfkantkaserne nach Geilenkirchen um und in Teveren zog die NATO mit dem AWACS-Verband ein, an dem 2011 18 NATO-Staaten aktiv beteiligt sind. Dieser Verband ist demnach der einzige multinationale Verband der NATO.

In Geilenkirchen-Teveren sind seit 1982 auf der Air Base Geilenkirchen die NATO-AWACS-Aufklärungsflugzeuge vom Typ Boeing E-3A Sentry stationiert. Vor der Stationierung führte dies zu erheblichen Demonstrationen der Friedensbewegung, die nachdrücklich erklärten, dass die AWACS-Flugzeuge ebenso defensiven wie offensiven Aufgaben nachkommen könnten. Heute noch sind die veralteten und längst überholten Triebwerke vom Typ Pratt & Whitney JT3D (militärische Bezeichnung Pratt & Whitney TF33) der Flugzeuge Quelle massiver Lärm- und CO2-Emissionen.

Mit den ca. 2400 Arbeitsplätzen (davon etwa 850 Zivilisten) und dem wirtschaftlichen Beitrag von ca. 400 Mio Euro ist die NATO-Airbase ein wichtiger Faktor für die gesamte Region.[11]

Selfkant-Kaserne der Bundeswehr[Bearbeiten]

Die Bundeswehr errichtete in Geilenkirchen die Selfkant-Kaserne. Dort zog 1970 als Lehrbataillon das Raketenartillerielehrbataillon 72 ein, 1973 erfolgte die Verlegung der Raketenschule des Heeres, das von der Donnerberg Kaserne in Eschweiler nach Geilenkirchen verlegt wurde. Mit der Verlegung und Zusammenführung mit dem Lehrbataillon erfolgte die Umbenennung in die Raketen-Schule der Artillerie. Nach Umstrukturierung und Auszug der Raketenartillerie ab 1981 das Flugkörpergeschwader 2 (FKG2) bis zur Auflösung 1991. Seit 1991 ist dort das ZVBw (Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr) stationiert.

Beide Kasernen in Geilenkirchen waren Standort mobiler, atomar und nichtatomar bestückbarer Raketensysteme Honest John, Pershing 1A, Sergeant, Lance sowie LARS (Leichtes Artillerie-Raketen-System), ein Mehrfach-Raketenwerfer 110 mm auf Selbstfahrlafette Magirus-Deutz.

Viele junge Männer aus den unterschiedlichsten NATO-Ländern haben Geilenkirchen erstmals durch ihren Wehrdienst kennengelernt.

Beide Einrichtungen sind aus wirtschaftlicher Sicht für die eher strukturschwache Region von nicht unerheblicher Bedeutung. Zahlreiche Zivilbeschäftigte mit ihren Familien haben einen existenziellen Arbeitsplatz. Die Kaufkraft der dort zivil- oder militärisch Beschäftigten fließt überwiegend in den mittelständischen Handel, ins Handwerk und Gewerbe der hiesigen Region.

Medien[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Die Stadt beherbergt eine Reihe an verschiedenen Wirtschaftsunternehmen. Diese bewegen sich zum Teil auf nationaler und sogar internationaler Ebene.

Gemessen an der Anzahl der Mitarbeiter, alle beschäftigen über 200 Mitarbeiter, sind dies die sechs größten Unternehmen in Geilenkirchen.

Unternehmen / Einrichtung Beschäftigte
CSB-System AG 450
KSK Industrielackierung GmbH & Co. KG 350
St. Elisabeth Krankenhaus Geilenkirchen gGmbH 500
Wilhelm Jansen Eisenjansen GmbH & Co. KG 235
ZenTec automotive GmbH
SpanSet-secutex GmbH

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Geilenkirchen geboren[Bearbeiten]

Mit der Stadt verbunden[Bearbeiten]

  • Nikolaus Becker (1809–1845), Schreiber beim Friedensgericht und Schriftsteller; Dichter des Rheinliedes
  • Anne Marie Stoll-Rommerskirchen (1909–1965) Malerin und Bildhauerin, verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Geilenkirchen
  • Heinrich Meuffels (* 1927), Politiker; 1956–1967 und 1984–1994 Mitglied des Rates der Stadt

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Wassen: Der siebenarmige Leuchter – Die Geschichte der Geilenkirchener Juden. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. Jahrgang 1985, S. 163–178.
  • Hans-Josef Sprünken: Das mittelalterliche Schöffenkollegium in Geilenkirchen. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. Jahrgang 1991, S. 133–147.
  • Harry Seipolt: Ich war „minderwertig“. Aus dem Lebensbericht einer NS-Zwangssterilisierten (NS-Rassenwahn im „Erbgesundheitsgericht“ und Gesundheitsamt der Stadt Geilenkirchen). In: Geschichte im Westen. Halbjahreszeitschrift für Landes- und Zeitgeschichte (Jahrgang 8, Heft 2), Köln 1993, S. 193–200.
  • Hans-Josef Sprünken: 130 Jahre Kinderbewahranstalt der Ursulinen in Geilenkirchen. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. Jahrgang 1996, S. 43–57.
  • Alt-Geilenkirchen und seine Nachbarn. Historischer Bildband von und um Geilenkirchen. Verlag Fred Gatzen, Geilenkirchen 1986, ISBN 3-923219-06-7.
  • Walter Scheufen: Geilenkirchen und seine Dorfgemeinschaften. Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-937126-51-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Wiktionary Wiktionary: Geilenkirchen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Geilenkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 14. Juni 2013. (Hilfe dazu)
  2. Aachener Zeitung: Einwohnerschwund auch im Kreis
  3. Satzung der Stadt Geilenkirchen (PDF; 29 kB)
  4. Sichere wissenschaftliche Belege für diese Deutung fehlen.
  5. Maurits Gysseling: Toponymisch Woordenboek vam Belgie, Nederland, Luxemburg, Noord-Frankrijk en West-Duitsland. ohne Ort 1960, S. 391.
  6. Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 296-299
  7. Theodor Josef Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins. Düsseldorf 1840–1858, Band I, S. 305 Nr. 436
  8. http://www.history.army.mil/books/wwii/Siegfried/Siegfried%20Line/siegfried-ch23.htm Seite 547
  9.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  10. http://www.geilenkirchen.de/go/geilenkirchen-staedtepartnerschaft.html
  11. http://www.az-web.de/news/topnews-detail-az/1431579/Geilenkirchen-behaelt-seine-Nato-Airbase
  12. Leitung auf der Homepage des ebi
  13. http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/D/dautzenberg_leo.html