Geiselbach

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Geiselbach in Unterfranken; zu weiteren Bedeutungen siehe Geiselbach (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Geiselbach
Geiselbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Geiselbach hervorgehoben
50.1166666666679.2270Koordinaten: 50° 7′ N, 9° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Höhe: 270 m ü. NHN
Fläche: 11,5 km²
Einwohner: 2085 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 181 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63826
Vorwahl: 06024
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 119
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstr. 6
63826 Geiselbach
Webpräsenz: geiselbach.de
Bürgermeisterin: Marianne Krohnen (CSU)
Lage der Gemeinde Geiselbach im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Geiselbacher Forst Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Gemeindegebiet mit Ortsteilen von Geiselbach
(Eine kleine Exklave weiter im Norden ist nicht abgebildet)
Die Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Geiselbach. Links im Vordergrund die Statue der Maria Magdalena

Geiselbach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Geiselbach liegt im Kahlgrund, direkt an der bayerisch/hessischen Landesgrenze, 20 km nördlich von Aschaffenburg, 50 km östlich von Frankfurt am Main. Durch den Ort führt die Staatsstraße 2306.

Höhenlage: 272 m (Kirche) bis 381 m (Ziegelberg) über NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Geiselbach hat drei amtlich benannte Ortsteile[2] auf 2 Gemarkungen:

Ortsteil Einwohner[3] Höhe
(m u. NN)
Gemarkung Fläche
Frohnbügel 330 Geiselbach -
Geiselbach 1.581 270 Geiselbach 535 ha
Omersbach 687 284 Omersbach 415 ha
- - - Geiselbacher Forst 200 ha
Gemeinde Geiselbach 2.119 1150 ha

Nördlich von Geiselbach liegt eine Exklave des Gemeindegebietes am Näßlichbach. Der Geiselbacher Forst ist eine dritte, unbewohnte Gemarkung (kein Ortsteil), welcher nicht mit dem gleichnamigen gemeindefreien Gebiet zu verwechseln ist.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeinde Freigericht Geiselbacher Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Nachbargemeinden Gemeinde Westerngrund
Markt Mömbris Gemeinde Krombach Markt Schöllkrippen

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Geiselbach leitet sich von dem gleichnamigen Bach Geiselbach ab,[4] welcher der Kahl bei Niedersteinbach zufließt. Im Volksmund wird der Ort "Gaaselbich" genannt.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 1250 Geisselbach
  • 1269 Geiselbach
  • 1278 Geyselbach
  • 1287 Geiselbach

Geschichte[Bearbeiten]

Geiselbach wird urkundlich im Jahre 1269 in einem Kaufvertrag zwischen dem Kloster Seligenstadt und dem Erzstift Mainz, zwischen dem Abt Conrad und dem Erzbischof Werner, erwähnt.

Es gibt auch eine frühere Urkunde aus dem Jahr 1250, in der es um einen Zwist zwischen den Brüdern Friedrich und Heinrich von Rannenberg und Reinhard von Hanau um Güter und Rechte in Geiselbach geht.

Nach 1269 hat das Kloster Seligenstadt seine Rechte in Geiselbach an die Adelsgeschlechter von Büdingen, von Hanau, von Rannenberg und an den Ritter Erpho von Orb abgetreten.

1278 übernahm die Gelnhäuser Patrizierin Irmgard Ungefüge die Vogtei Geiselbach mit den Dörfern Geiselbach, Omersbach und Hofstädten. In drei Urkunden vom 25. Mai 1278 war zwischen der Abtei Seligenstadt und Frau Irmgard vereinbart, dass die Abtei alle Rechte zu besseren Zeiten von ihr zurückerwerben könne. Noch vor der Jahrhundertwende (1290) wird Ritter Erpho von Orb wieder als Vogt in Geiselbach genannt.

Das Kloster Seligenstadt behielt die Herrschaft über Geiselbach bis zur Säkularisation 1802. Die meisten Dörfer des oberen Kahlgrundes kamen zum Fürstentum Aschaffenburg, Geiselbach hingegen, als Bestandteil der Abtei Seligenstadt, zum Besitz des Landgrafen von Hessen, der die Vogteiverwaltung von Geiselbach nach Seligenstadt verlegte.

1811 wurden die drei Dörfer dem großherzöglich-hessischen Amt in Alzenau angegliedert, das 1816 bayrisch wurde.

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Omersbach nach Geiselbach eingemeindet[5], während die ebenfalls zur Vogtei Geiselbach gehörige Gemeinde Hofstädten 1978 zu Schöllkrippen kam.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 hat der Gemeinderat 14 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,4 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CSU/Freie Bürger     10 Sitze  (64,4 %)
  Unabhängige Wähler 2 Sitze (19,0 %)
  Demokratische Initiative Geiselbach-Omersbach 2 Sitze (16,6 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot der goldene Großbuchstabe A, begleitet oben von zwei, unten von einem sechsstrahligen silbernen Stern.

Wappengeschichte: Die Gemeinde Geiselbach wurde 1296 vom Kloster Seligenstadt zu einem nicht genannten Preis vom Erzstift Mainz erworben. Sie gehörte damit mit den Nachbarorten Hofstädten und Omersbach zur Vogtei der „Dreidörfer“, über die das Kloster durch den Erwerb die Grundherrschaft und Niedergerichtsbarkeit erlangte. Das große A (Abbatio) im Wappen ist das Konventswappen des Klosters Seligenstadt und weist auf die enge grundherrschaftliche Beziehung zur Abtei Seligenstadt bis zur Säkularisation im Jahr 1802 hin. Die drei sechsstrahligen Sterne symbolisieren die „Dreidörferpfarrei“. Die Farben Silber und Rot sind die Farben von Kurmainz und erinnern an dessen Landesherrschaft bis 1803.

Wappenführung seit August 1967.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Statue in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Geiselbach

Berühmte Söhne von Geiselbach[Bearbeiten]

Kurioses[Bearbeiten]

"Hochseicher" sind Angeber, die beim Urinieren einen besonders hohen Strahl von sich geben. Die Geiselbacher wollten schon immer etwas Besonderes im Kahlgrund sein, deshalb gaben die Nachbarorte den Angebern den Spitznamen - Ortsnecknamen "Gaselmischer Hochseicher"[6]

Von Geiselbach ist auch ein Spottvers überliefert: Dreidörfer Narrn stehn auf drei Sparrn, dies ist auch der Titel des 2012 erschienenen Buches der Sprachwissenschaftlerin Almut König (Universität Würzburg) über Ortsnecknamen in Unterfranken.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Geiselbach. auf: bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. Einwohner Geiselbach (Stand: 3. Januar 2012)
  4. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 79.
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 418.
  6. Primasonntag 11. November 2012.
  7. Monika Fritz-Scheuplein, Almut König, Sabine Krämer-Neubert, Norbert Richard Wolf (Hrsg.): Dreidörfer Narrn stehn auf drei Sparrn: Ortsnecknamen in Unterfranken. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2012, ISBN 978-3-8260-5048-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Geiselbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien