Geisleden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Geisleden
Geisleden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Geisleden hervorgehoben
51.35083333333310.195833333333320Koordinaten: 51° 21′ N, 10° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Leinetal
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 16,58 km²
Einwohner: 981 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37308
Vorwahl: 036084
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 034
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 73
37308 Bodenrode-Westhausen
Webpräsenz: www.vg-leinetal.de
Bürgermeisterin: Marion Frant (CDU)
Lage der Gemeinde Geisleden im Landkreis Eichsfeld
Niedersachsen Hessen Kyffhäuserkreis Landkreis Nordhausen Unstrut-Hainich-Kreis Am Ohmberg Am Ohmberg Am Ohmberg Arenshausen Asbach-Sickenberg Berlingerode Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) Birkenfelde Bodenrode-Westhausen Bornhagen Brehme Breitenworbis Büttstedt Buhla Burgwalde Deuna Dieterode Dietzenrode-Vatterode Dingelstädt Ecklingerode Effelder Eichstruth Ferna Freienhagen (Eichsfeld) Fretterode Geisleden Geismar Gerbershausen Gernrode (Eichsfeld) Gerterode Glasehausen Großbartloff Hausen (Eichsfeld) Haynrode Heilbad Heiligenstadt Helmsdorf (Eichsfeld) Heuthen Hohengandern Hohes Kreuz Hundeshagen Kallmerode Kefferhausen Kella Kella Kirchgandern Kirchworbis Kleinbartloff Kreuzebra Krombach (Eichsfeld) Küllstedt Leinefelde-Worbis Lenterode Lindewerra Lutter (Eichsfeld) Mackenrode (Landkreis Eichsfeld) Marth Niederorschel Pfaffschwende Reinholterode Röhrig Rohrberg (Eichsfeld) Rustenfelde Schachtebich Schimberg Schönhagen (Eichsfeld) Schwobfeld Steinbach (Eichsfeld) Sonnenstein (Gemeinde) Steinheuterode Tastungen Teistungen Thalwenden Uder Volkerode Deuna Wachstedt Wahlhausen Wehnde Wiesenfeld (Eichsfeld) Wingerode WüstheuterodeKarte
Über dieses Bild

Geisleden ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Leinetal.

Geographie[Bearbeiten]

Ortsansicht von Geisleden

Geisleden liegt ungefähr vier Kilometer südöstlich von Heiligenstadt im Tal der Geislede. Weitere Nachbarorte sind Bodenrode-Westhausen im Norden, Kreuzebra im Osten und Heuthen im Südosten.

Nördlich liegt der Dün mit dem Kirchloh (438 m) und der Steinrunde (475 m), im Süden die Obereichsfelder Höhe mit dem Warteberg (516 m). Verkehrsmäßig ist der Ort über die Landesstraßen L 1005 Heiligenstadt-Dingelstädt sowie L 2020 Bodenrode-Heuthen angeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich erwähnt wird Geisleden schon um das Jahr 1022 als kaiserliches Reichsdorf.[2] Der Name könnte sich von „Geis-laha“ für Ziegenlache/–bach oder auch Geisbach ableiten. Ein Oberlauf der Geislede heißt noch heute „Gieselbach“. Eine weitere Erklärung ist von „Geisl-aha“ für Geißel oder schlängeln und Wasser, also gieselndes Wasser denkbar.

Am 9. April 1945 wurde Geisleden von der US Army besetzt. Vorausgegangen war Artilleriebeschuss mit Schäden an zahlreichen Häusern. Drei Zivilpersonen wurden dabei getötet. Zwei Wehrmachtssoldaten wurden auf dem Gemeindefriedhof beerdigt.[3] Anfang Juli erfolgte die Besetzung durch Rote Armee und die Eingliederung in die SBZ, ab 1949 DDR.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 1201
  • 1995: 1191
  • 1996: 1188
  • 1997: 1183
  • 1998: 1189
  • 1999: 1189
  • 2000: 1176
  • 2001: 1160
  • 2002: 1160
  • 2003: 1164
  • 2004: 1144
  • 2005: 1126
  • 2006: 1115
  • 2007: 1075
  • 2008: 1063
  • 2009: 1048
  • 2010: 1034
  • 2011: 1009
  • 2012: 1001
  • 2013: 981
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Geisleden besteht aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren.

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)[4]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Marion Frant (CDU) wurde am 6. Juni 2010 gewählt.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot mit silbernen, zweifach geteilten Wellenflanken eine golden bekleidete Frau in Eichsfelder Tracht auf einem silbernen Schemel sitzend, die Rechte an einem silbernen Spinnrocken, mit der Linken eine silberne Spinnwirtel haltend.“

Infrastruktur[Bearbeiten]

Am südöstlichen Dorfrand befindet sich ein Gewerbegebiet. Im Landschaftsschutzgebiet wurde 1998 ein Windpark errichtet, der wegen technischer Mängel 2001/02 wieder demontiert werden musste. Am gleichen Standort, auf der Steinrunde, entsteht ein neuer Windpark. Vier von sieben geplanten großen Windindustrieanlagen waren im November 2010 montiert.

An dem Ort fürth der Pilgerweg Loccum–Volkenroda entlang.

Religion[Bearbeiten]

Kirche St. Cosmas und Damian

Geisleden ist Sitz einer katholischen Pfarrei. Kirchliche Filialen sind St. Martin Flinsberg und St. Nikolaus Heuthen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten]

  • Die Kirche aus den Jahren 1780 bis 1783 ist den Heiligen Cosmas und Damian geweiht. 1923/24 erfolgte ein Um- und Erweiterungsbau.

Mühlen[Bearbeiten]

Im Ort waren vier, zum Teil denkmalgeschützte, Mühlen vorhanden.

  • Die Ankermühle war als Vierseithof angelegt, sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und war bis 1960 in Betrieb, von ihr blieb nur die Scheune erhalten.
  • Die Biegemühle liegt nordwestlich der Ortslage, sie war ebenfalls schon vor 1600 in Betrieb, zuletzt wurde in ihr 1962 Getreide gemahlen, jetzt wird sie als Wohnhaus genutzt.
  • Die Einödsmühle – auch Mittelmühle – war bereits 1311 bekannt. Die Mühle brannte 1912 und 1962, deshalb wurde ihr Betrieb eingestellt.
  • Am westlichen Ortsrand findet man die Ölbergsmühle. Auch diese war bereits um 1600 in Betrieb gegangen und wurde ab 1960 zu einem Wohnhaus umgebaut.[6]

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Antoniuskapelle mit Stationsweg
  • Heimatstube
  • Fachwerkhaus „Alte Schule“

Vereine[Bearbeiten]

Im Ort sind zahlreiche Vereine aktiv, unter anderem:

  • der Sportverein TSV Jahn Geisleden e.V. seit 1908 aktiv
  • der Motorsportclub MSC Geisleden, welcher „Am Berge“ über eine Motocrossstrecke verfügt, wo auch Rennen zur Deutschen Meisterschaft für Seitenwagen durchgeführt werden
  • die Geisleder Spinntuten e.V.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gemeindeverwaltung Geisleden (Hrsg.): Ortschronik von Geisleden. Nach archivalischen, literarischen und anderen Quellen bearb. von Hauptlehrer Wilhelm Diete und weiteren Chronistinnen. Geisleden 1998, S. 333.
  •  Alfred K. Kirsten: Mühlen an der Geislede. Heilbad Heiligenstadt 2007, ISBN 978-3-939848-04-2, S. 48.
  •  Norbert Degenhart: Familienbuch der katholischen Pfarrgemeinde Geisleden (Kreis Heiligenstadt) 1686-1875. In: Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher. 18, Ratingen 2004, S. 576.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Geisleden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Erhard Müller: Die Ortsnamen des Kreises Heiligenstadt. Heilbad Heiligenstadt 1989, S. 18
  3. Eduard Fritze: Die letzten Kriegstage im Eichsfeld. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2002. ISBN 3-936030-06-5. S. 189
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 7. Juni 2009. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. März 2010 (PDF; 1,9 MB).
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.
  6.  Volker Große, Klaus Herzberg: Geisleden. In: Maik Pinkert (Hrsg.): Mühlen im Obereichsfeld. Ein Kompendium. Eichsfeld-Verlag, Heiligenstadt 2008, S. 103–110.