Geländeoberkante

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Die Geländeoberkante (kurz: GOK) ist zunächst ein baurechtlicher Begriff und definiert den unteren Bezugspunkt eines Bauvorhabens oder bestehenden Gebäudes. Er wird gleichbedeutend benutzt mit Oberkante Terrain (OKT) oder auch Geländeniveau. Ferner ist der Begriff Geländeoberkante für die Wasserwirtschaft von Bedeutung um die Entwicklung der Grundwasserlagen hinsichtlich des Grundwasserschutzes beschreiben zu können.

Baurechtliche Aspekte[Bearbeiten]

Bauwerke werden gemäß der Bauordnung mit ihrer Höhe in Gebäudeklassen eingeteilt, woraus weitere Anforderungen an den Brandschutz und der Statik entstehen können. "Höhe im Sinne des Satzes 1 ist das Maß der Fußbodenoberkante des höchstgelegenen Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum möglich ist, über der Geländeoberfläche im Mittel"[1], also nicht die Traufe, Spitze oder First eines Daches.

Veränderungen der Geländeoberkante durch Aufschüttungen oder Abgrabungen sind genehmigungspflichtige bauliche Anlagen.[2]

Wenn die Deckenoberkante eines Aufenthaltsraumes mehr als 1,40 m über der Geländeoberkante herausragt, ist dies kein Kellerraum (Souterrain) mehr, sondern zählt als Erdgeschoss.[3]

Die Abstandsfläche ergibt sich aus der Höhe zwischen Geländeoberkante zum Durchstoßpunkt der obersten Schicht der Dachhaut. Unebene Geländeverläufe dürfen gemittelt werden.[4] Ferner ist je nach Bundesland die Dachhöhe zum Teil mit einzurechnen, in Hamburg sind 1/3 der Dachhöhe zur Abstandsfläche hinzu zu addieren (bei einer Dachneigung bis zu 70°, §6 HBauO).

In einem Baugenehmigungsverfahren ist die Höhe der Geländeoberkante mit der Bauaufsicht abzustimmen, besonders bei Hanglagen. Die Geländeoberkante kann in einem Bebauungsplan oder in einem Baugenehmigungsverfahren von der Bauaufsicht vorgegeben werden.

Baupraktische Aspekte[Bearbeiten]

Ein Schnurgerüst wird üblicherweise ca. 50 cm über Geländeoberkante errichtet.

Die auf ein Gebäude einwirkenden Windlasten ergeben sich aus der Gebäudehöhe, die sich aus den Abstand zwischen der obersten Dachkante zur Geländeoberkante bemisst.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Musterbauordnung § 2 Absatz 3 Satz 2
  2. Musterbauordnung § 2
  3. Musterbauordnung § 2 Absatz 6
  4. Musterbauordnung § 6 Absatz 4