Gelée Royale

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Gelée Royale, Weiselfuttersaft oder Bienenköniginnenfuttersaft, ist der Futtersaft, mit dem die Honigbienen ihre Königinnen aufziehen.

Junge Königinlarven in Bienenköniginnenfuttersaft

Mit diesem Gemisch aus den Sekreten der Futtersaftdrüse und der Oberkieferdrüse der Arbeiterinnen werden die Bienenlarven während der ersten drei Larvenstadien gefüttert. Die Arbeiterbiene erhält danach nur noch Pollen und Honig. Die Königinnenlarve hingegen wird bis zum Zeitpunkt der Verdeckelung ihrer Zelle mit diesem Weiselfuttersaft gefüttert.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Gelée Royale enthält u. a. Kohlenhydrate, Eiweiß, B-Vitamine und Spurenelemente. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind:

Gewinnung[Bearbeiten]

Gelée Royale wird in spezialisierten Imkereien gewonnen. Der größte Teil der Imker in deutschsprachigen Ländern betreibt die Bienenhaltung als Freizeitbeschäftigung und erntet kein Gelée Royale, auch fehlen meist die technischen Geräte dazu. Der Großteil des in Deutschland angebotenen Gelée Royale kommt aus China und wird zu Preisen zwischen 100 und 130 Euro pro Kilo gehandelt.

Zur Gewinnung wird einem Bienenvolk die Königin entfernt und es werden vorgefertigte Königinnenzellen in den Bienenstock eingesetzt. Um den Futterstoff isolieren zu können, müssen die Königinnenlarven nach drei Tagen entfernt werden. In einer Bienensaison kann ein Bienenvolk dazu gebracht werden, ca. 500 g Gelée Royale zu produzieren. Das Entfernen der Königin bedeutet für das Bienenvolk eine extreme Stresssituation und einen massiven Eingriff in das Gleichgewicht des Volkes, daher lehnen naturnah wirtschaftende Imker die Produktion von Gelée Royale generell ab.

Gelée Royale findet neben Propolis Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln und in kosmetischen Präparaten; als Ausgangsstoff für arzneiliche Präparate hat es zumindest in den deutschsprachigen Ländern heute keine Bedeutung mehr.

Gesundheitliche Gefahren[Bearbeiten]

Der Verzehr von Gelée Royale kann, insbesondere durch seinen Anteil an Proteinen und Aminosäuren, zu allergischen Reaktionen führen. So wurde nach der Einnahme von Gelée-Royale-haltigen Präparaten das Auftreten allergischer Reaktionen an der Haut, Gesichtsschwellungen, Asthmaanfälle bzw. Verschlimmerung von bestehendem Asthma, Erbrechen, Durchfall, Blutdruckabfall und, in Einzelfällen, eines lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks beobachtet.[1][2]

Bedeutung des Bienenköniginnenfuttersafts für die Larvenentwicklung[Bearbeiten]

Seit langer Zeit wird angenommen, dass Gelée Royale die Ursache dafür ist, dass aus einer Bienenlarve keine Arbeiterin, sondern eine Königin wird.

Das belegt eine japanische Studie aus dem Jahre 2011. So gelang es den Forschern, ein spezielles Protein aus dem Gelée Royal zu isolieren (Royalactin) und damit auch bei der Taufliege Drosophila melanogaster königinnen-ähnliche Exemplare zu erzeugen. Das Gewicht und die Größe des Körpers änderten sich deutlich; auch die Fruchtbarkeit des Tieres nahm zu.[3]

Australische Forscher belegten 2008 eine negative Rückkopplung. Die aus Pollen und Honig bestehende Ernährung der Arbeitsbienen verhindert, dass sie zur Königin heranwachsen. Die Ernährung schaltet durch temporäre Modifikationen im Erbgut, die sogenannte DNA-Methylierung, die Transkription bestimmter Gene aus.[4]

Die Erkenntnis, dass der Unterschied zwischen Königin und Arbeiterin im speziellen Futter liegt, ist auch eine Ursache für die große Beliebtheit von Gelée Royale. Teilweise wird es unter Verweis auf das Wachstum zur Bienenkönigin geradezu als Wundermittel gepriesen.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • 1966 betitelte Roald Dahl eine seiner Kurzgeschichten mit „Gelée Royale“ (im Sammelband „Küsschen, Küsschen!“). Er karikiert darin u. a. die medizinischen Hoffnungen, die sich um das wohl neu (oder wieder) entdeckte Naturprodukt „Gelée Royale“ rankten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Arzneimittel, die Bienenköniginnenfuttersaft (Gelee royale) enthalten (PDF; 42 kB).
  2.  Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (Hrsg.): Einschätzung von Propolis und Gelée Royale. In: Aktualisierte Stellungnahme. Nr. 002/2009, 20. November 2008 (PDF: 39 KB).
  3. Masaki Kamakura: Royalactin induces queen differentiation in honeybees. Nature, 24. April 2011, doi:10.1038/nature10093 (englisch)
  4. Bruch des bösen Zaubers in Der Spiegel 32/2008 vom 4. August 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gelée Royale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!