Gelber Hornmohn

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Gelber Hornmohn
Gelber Hornmohn (Glaucium flavum)

Gelber Hornmohn (Glaucium flavum)

Systematik
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Papaveroideae
Gattung: Hornmohn (Glaucium)
Art: Gelber Hornmohn
Wissenschaftlicher Name
Glaucium flavum
Crantz

Der Gelbe Hornmohn (Glaucium flavum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Die aus dem Mittelmeerraum stammende Pflanzenart ist inzwischen als eingebürgerter Neophyt an vielen Küsten der Welt zu finden.

Der wissenschaftliche Name Glaucium flavum bezieht sich auf lat.: glaucus für blaugrün für das Aussehen der Pflanze und lat.: flavus für gelb für die Farbe der Blütenkronblätter.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 14
Gesamte Pflanze

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Gelbe Hornmohn ist eine zweijährige bis ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 90, manchmal auch 100 Zentimeter. Er hat aufsteigende sich niederliegende, stark verzweigte, kahle oder schwach behaarte Stängel.

Die unteren Blätter bilden eine Rosette und sind gestielt, weiter oben sind sie dann sitzend und umfassen am Grund den Stängel. Die kräftig grünen Laubblätter sind dickfleischig, fiederspaltig mit gezähnten bis gelappten Abschnitten und graugrün bereift. Sie werden bis zu 30 Zentimeter lang und haben bis zu neun Einschnitte, wobei sie gegen die Spitze weniger tief gelappt sind als am Grund.

Blüte mit den vier gelben Kronblättern und der zweilappigen Narbe

Generative Merkmale[Bearbeiten]

An den Enden der Stängel steht, über Hochblättern, end- oder blattachselständig jeweils eine Blüte.

Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten weisen einen Durchmesser zwischen 5 und 9 Zentimetern auf. Die zwei 2 bis zu 4 Zentimeter langen Kelchblätter sind oft behaart und fallen beim Öffnen der Blüte ab. Die vier verkehrt-eiförmigen, zitronen- bis goldgelben Kronblätter weisen oft rötliche bis violette Flecken auf, sind 2,5 bis 4 Zentimeter lang und überlappen sich meist nur am Grund. Die Kronblätter fallen meist schon zwei Tage nach dem Aufblühen der Blüte wieder ab. Gelegentlich kommen auch drei Kelchblätter und sechs Kronblätter vor. Es sind viele Staubblätter mit den gelben Staubfäden und Staubbeuteln vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Die zweilappige Narbe steht direkt auf dem Fruchtknoten, es fehlt also ein Griffel.

Es werden aufrechte, lange, schmale Kapselfrüchte mit zwei Fächern gebildet. Obwohl der Gelbe Hornmohn zur Familie der Mohngewächse zählt, sehen die Kapseln mehr den Schoten der Kreuzblütler als den Porenkapseln der anderen Mohngewächse ähnlich. Die kahlen, warzigen Kapseln werden zwischen 15 und 30 Zentimeter lang und sind meist leicht gebogen. Sind die Kapseln reif, reißen sie der Länge nach auf und entlassen die Samen. Die dunkelbraunen Samen reifen von August bis September.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.[1]

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Vor allem der gelbliche Milchsaft des Gelben Hornmohns enthält giftige Isochinolin-Alkaloide. Typische Vertreter hierfür sind Magnoflorin, das im Kraut vorhandene Glaucin und das in der Wurzel vorhandene Chelerythrin.[2]

Vorkommen und Ökologie[Bearbeiten]

Der Gelbe Hornmohn wächst an den Spülsäumen der Meere in nährstoffreichen leicht salzhaltigen Böden. Man findet ihn an den Küsten des gesamten Mittelmeerraumes, am Schwarzen Meer und entlang der Küsten Westeuropas bis in den Skagerrak. Aber auch im Binnenland auf sandigen bis steinigen Böden in Küstennähe sowie an Ruderalstandorten wie Schuttplätzen oder Brachland kommt er vor. Gelegentlich wird er auch als Gartenzierpflanze angebaut und verwildert dann manchmal. In Deutschland und Österreich ist sie in den meisten Gebieten eine unbeständige Art (d. h. sie ist nicht endgültig eingebürgert). In einigen Bundesländern steht sie in den Roten Listen als „potenziell gefährdete“ Art. Insgesamt ist der Bestand in etwa konstant und diese Art gilt in Mitteleuropa als ungefährdet.

Geeignete Standorte für den Gelben Hornmohn sind warme sonnige Plätze mit durchlässigen schwach basischen, stickstoffreichen Böden in Höhenlagen unter 700 Meter. Er erträgt gering salzige Böden mit einem Chloridgehalt kleiner 0,3 %.

In der ausdauernden Form überwintert der Gelbe Hohnmohn grün. Er kann dabei Temperaturen von maximal −10 °C überdauern. Die Bestäubung der zwittrigen Blüten erfolgt durch Insekten. Da die Narbe eher empfängnisfähig ist als die Staubbeutel reifen, kommt Selbstbestäubung nur selten vor. Zu ihrer Ausbreitung nützt diese Art den Wind (Anemochorie), Ameisen (Myrmekochorie) und Klettausbreitung.

Die Varietät Glaucium flavum var. leiocarpum ist in Zypern, im Iran und Irak, im Libanon, in Syrien, in der Türkei und in Turkmenistan verbreitet.

Zu verwechseln ist Glaucium flavum aufgrund ihrer gelben Blüten mit Meconopsis cambrica und Eschscholzia californica.

Verwendung[Bearbeiten]

Die Wurzeln des Gelben Hornmohns wurden im antiken Griechenland abgekocht und der Sud als Heilmittel gegen Ruhr verwendet [2]. Heute wird er gelegentlich als Gartenzierpflanze verwendet.
Aus den Samen kann ein klares gelbes Speiseöl hergestellt werden. Dieses ist wegen der sauberen Verbrennung auch als alternativer Lampenbrennstoff nutzbar. Ebenso ist das Öl zur Seifenherstellung geeignet.[3]

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Der Artikel beruht hauptsächlich auf folgenden Unterlagen:

  •  Oskar Sebald: Wegweiser durch die Natur. Wildpflanzen Mitteleuropas. ADAC Verlag, München 1989, ISBN 3-87003-352-5.
  • Deni Bown: DuMonts Grosse Kräuter-Enzyklopädie. Über 1000 Kräuter. 2. Auflage. DuMont, Köln 1998, ISBN 3-7701-4607-7.
  •  Dankwart Seidel: Blumen am Mittelmeer. Treffsicher bestimmen mit dem 3er-Check. BLV, München 2002, ISBN 3-405-16294-7.
  • Robert W. Kiger: Glaucium. In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 3: Magnoliidae and Hamamelidae, Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 1997, ISBN 0-19-511246-6. Glaucium flavum - textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitt Beschreibung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Glaucium flavum, Chromosomenzahl bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  2. a b B. Bös: GIFTPFLANZEN.COMpendium Zugriff Februar 2008
  3. Glaucium flavum bei Plants For A Future

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gelber Hornmohn (Glaucium flavum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fotos: [1] [2]

Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!