Gelber Knollenblätterpilz

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Gelber Knollenblätterpilz
2006-08-09 Amanita citrina 46465 cropped.jpg

Gelber Knollenblätterpilz (Amanita citrina)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Wulstlingsverwandte (Amanitaceae)
Gattung: Wulstlinge (Amanita)
Art: Gelber Knollenblätterpilz
Wissenschaftlicher Name
Amanita citrina
(Schaeff.) Pers.

Der Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina, syn. A. mappa), auch als Zitronengelber Knollenblätterpilz, Gelblicher Knollenblätterpilz oder Gelber Wulstling bekannt, ist eine Pilzart aus der Familie der Wulstlingsverwandten.

Merkmale[Bearbeiten]

Markant ist die gerandet abgesetzte Stielknolle des Gelben Knollenblätterpilzes.

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Der Gelbe Knollenblätterpilz besitzt einen 3–10 cm breiten Hut von hell zitronengelber bis weißlicher Farbe, auf dem sich häufig schollige, weiße Hüllreste befinden. Die Lamellen sind weiß und nicht am Stiel angewachsen. Der Stiel ist 5–15 cm lang. Er ist dünnfleischig, weiß-gelblich und hat einen gleichmäßigen Ring und eine deutlich knollige Basis, die in einer topfartigen, fest angewachsenen und kantig vom übrigen Stiel abgesetzten Scheide steckt. Das Fleisch ist weiß und riecht muffig nach Kartoffelkeimen.

Der Varietät alba fehlt der gelbe Farbstoff, sodass die Fruchtkörper einen elfenbeinfarbenen Hut und Stiel aufweisen. Jene Exemplare können auch zwischen normal gefärbten wachsen.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die glatten, runden und amyloiden Sporen messen 8–10 × 7–8 µm.

Artabgrenzung[Bearbeiten]

Die unteren, knolligen Stielenden des Grünen und Weißen Knollenblätterpilzes stecken in lappigen Scheiden.

Ökologie[Bearbeiten]

Der Gelbe Knollenblätterpilz ist ein Mykorrhiza-Pilz der mit verschieden Nadel- und Laubbäumen vergesellschaftet sein kann. Hauptbaumpartner in Mitteleuropa ist die Gemeine Fichte, mit Abstand gefolgt von der Rotbuche, daneben Kiefern, Eichenarten, Birke und andere. Der Gelbe Knollenblätterpilz kommt in verschiedenen bodensauren Waldtypen vor, er bevorzugt mittelgründige, basen- und nährstoffarme Böden, die mäßig frisch bis mäßig feucht sein sollten. Die Art hat im 19. Jahrhundert von der forstlichen Verbreitung der Fichte und eine Zeitlang selbst vom Sauren Regen profitiert, der konkurrierende Pilzarten stärker schädigte. Später litt der Gelbe Knollenblätterpilz unter der zunehmenden Schädigung der Fichte, seines bevorzugten Mykorrhiza-Partners. Die Fruchtkörper erscheinen in Mitteleuropa hauptsächlich von August bis November, voreilend schon ab Juni.

Verbreitung[Bearbeiten]

Der Gelbe Knollenblätterpilz kommt in Australien und Südafrika vor, in der Holarktis umfasst sein Verbreitungsbeiet die mediterranen und gemäßigten Breiten, er wird im Kaukasus, Korea und Japan, den USA, Kanada und auf den Kanarischen Inseln gefunden. In Europa kommt er vom Mittelmeergebiet bis zu den Hebriden und dem südlichen Skandinavien vor, ostwärts ist er bis Weißrussland und Estland zu finden. Seine nördliche Verbreitungsgrenze entspricht der der Eichen.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Gelbe Knollenblätterpilz ist kein Speisepilz. Anders jedoch als der Grüne Knollenblätterpilz, mit dem er leicht verwechselt werden kann, ist der Gelbe Knollenblätterpilz nur in rohem Zustand giftig, da das Bufotenin durch Erhitzen seine Wirkung verliert. Insofern ist der Pilz sogar verzehrfähig, jedoch sollte er aufgrund der hohen Verwechslungsgefahr und des minderwertigen Geschmacks nicht für die Küche gesammelt werden.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amanita citrina – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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