Gelber Lerchensporn

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Gelber Lerchensporn
Gelber Lerchensporn (Corydalis lutea)

Gelber Lerchensporn (Corydalis lutea)

Systematik
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Erdrauchgewächse (Fumarioideae)
Gattung: Lerchensporne (Corydalis)
Art: Gelber Lerchensporn
Wissenschaftlicher Name
Corydalis lutea
(L.) DC.

Der Gelbe Lerchensporn (Corydalis lutea) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).

Nach neuerer Systematik wird diese Art als Gelbe Scheinlerchensporn (Pseudofumaria lutea (L.) Borkh.) zusammen mit dem Blassgelben Lerchensporn auch in die Gattung Scheinlerchensporn (Pseudofumaria Medicus) gestellt.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Gelber Lerchensporn
Illustration in:
Jakob Sturm: Deutschlands Flora in Abbildungen,
Stuttgart 1796
Blütenstand
Illustration aus Flora Batava Band 15

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten]

Beim Gelben Lerchensporn handelt es sich um eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 15 und 20 Zentimetern erreicht. Die Pflanze ist meist schon von Grunde an stark verzweigt und wächst deshalb buschig.

Die kahlen und hellgrünen bis leicht bläulich-grünen Laubblätter sind doppelt bis dreifach gefiedert. Die Fiederabschnitte sind meist nicht mehr als eineinhalb mal so lang wie breit. Am Grunde sind sie lang keilförmig verschmälert und vorne oft gelappt.

Blütenstand, Blüte, Frucht und Samen[Bearbeiten]

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Die Blüten des Gelben Lerchensporns erscheinen fast den ganzen Sommer über (Mai bis September) und stehen in endständigen, 4-20-blütigen traubigen Blütenständen. Diese Blütenstaände sind zuerst dicht, aber sie verlängern sich später. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und 14-20 mm lang. Die Blütenhüllblätter sind gelb, wobei die beiden äußeren Blütenhüllblätter oft, aber nicht immer, heller zitronengelb sind, die beiden inneren etwas dunkler orange-gelb. Ser Sporn ist 2-4 mm lang. Die Frucht ist hängend und etwa 10 mm lang. Die Samen sind glatt und etwa 1,5 mm lang.

Die Chromosomenzahl ist 2n = 64.

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Gelbe Lerchensporn ist ein submediterrane Florenelement, dessen Ursprungsgebiet in den Südalpen vom Lago Maggiore bis Kroatien vermutet wird. Sein eigentliches Areal lässt sich heute wegen Verwilderung und Einbürgerung kaum noch feststellen.[2] In Mitteleuropa kommt er wohl ursprünglich nur in den Südlichen Kalkalpen zwischen dem Lago Maggiore und den Dolomiten vor; er besiedelt dort Felsspalten und Schutthalden mit kalkhaltigem Gestein.[3]

Ursprünglich wohl ein Bewohner kalkreicher Felsspalten, stammt der Gelbe Lerchensporn wahrscheinlich aus den südlichen Alpen, ist aber inzwischen in fast alle gemäßigten und wärmeren Gebiete der Erde verschleppt worden. In Mitteleuropa ist er in Mauerritzen oder am Grunde von Mauern überall verbreitet. Man trifft sie in Mauerritzen oft selbst noch in Innenstädten an. Der Gelbe Lerchensporn wird als Zierpflanze in Parks und Gärten verwendet[4].

Der Gelbe Lerchensporn gedeiht am besten auf gut durchsickerten, felsig-steinigen Böden, die kalkhaltig, ja kalkreich sein sollten.[3] Er bevorzugt Gegenden mit milden Wintern.[3] Er wird als Zierpflanze in Steingärten eingebracht, und er ist daraus in Gegenden mit wintermildem Klima an Mauern, aber auch in warmen Gebüschen und in lichten Wäldern beständig verwildert.[3]

Toxikologie[Bearbeiten]

Der Gelbe Lerchensporn enthält vor allem in der Knolle giftige Alkaloide.[3]

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 2000. ISBN 3-8001-3364-4.
  • Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 14. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen, Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-06-012539-2.
  • M. Lidén: Pseudofumaria Medicus. In: Thomas Gaskell Tutin u.a.: Flora Europaea. 2. Auflage, Band 1, Seite 305. Cambridge University Press 1993. ISBN 0-521-41007-X

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pseudofumaria lutea (L.) Borkh., Gelber Scheinerdrauch. In: FloraWeb.de.
  2. Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Spezieller Teil (Pteridophyta, Spermatophyta): Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2., ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-3322-9.
  3. a b c d e Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. Band 2: Eibengewächse bis Schmetterlingsblütengewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1994, ISBN 3-440-06192-2.
  4. Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Random House Australia, 2003. Deutsche Ausgabe: Tandem Verlag GmbH, 2003. ISBN 3-8331-1600-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gelber Lerchensporn (Corydalis lutea) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien