Gelber Sack

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Gelbe Säcke vor Gebrauch

Als Gelben Sack bezeichnet man in Deutschland und Österreich einen in gelber Farbe gehaltenen Kunststoffsack, in dem der Leichtverpackungsmüll abgegeben werden kann, der mit einem Grünen Punkt versehen ist. Alternativ ist in vielen Städten die Nutzung einer Gelben Tonne möglich. Mit Inkrafttreten der aktuellen Fassung der Verpackungsverordnung zum 1. Januar 2009 besteht keine Pflicht mehr, das Registrierungssymbol „Grüner Punkt“ auf registrierten Verpackungen anzubringen.

Inhalt des Gelben Sackes/der Gelben Tonne[Bearbeiten]

Gelbe Säcke vor der Abholung
Gelbe Tonne (Dritte von links)

Folgende Regel muss beachtet werden:[1] In den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne gehören ausschließlich Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundmaterialien. Andere Gegenstände aus den gleichen Materialien, zum Beispiel eine Kunststoffzahnbürste, Videokassetten, CDs, DVDs oder Einwegrasierer, gehören nicht hinein. Glas gehört in den Altglascontainer - die Altglassammlung existierte schon vor der Einführung der Verpackungsverordnung. Verpackungen aus Pappe (wie Cornflakespackungen) oder Papier gehören zum Altpapier.

Verpackungen, die über den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne entsorgt werden (Beispiele):

  • Verpackungen aus Kunststoff,
  • Spülmittelflaschen, Joghurtbecher, Plastiktuben, Verpackungen für Körperpflegemittel,
  • Milch-, Saft- und Weinkartons (z. B. Tetra Pak),
  • Tragetaschen, Eisverpackungen, Zahncremetuben, etc.,
  • Verpackungen aus Verbundstoffen,
  • Vakuumverpackungen für Kaffee, Styroporverpackungen, etc.
  • Verpackungen aus Metall, Alufolie, Getränke- und Konservendosen, Kronkorken, Metallverschlüsse, Deckel, etc. (in Österreich werden diese metallischen Stoffe getrennt gesammelt)

In einigen Gemeinden in Baden-Württemberg und Bayern werden Konservendosen weiterhin über Depotcontainer gesammelt. Der Gelbe Sack dient dort also nur zur Entsorgung von Verpackungen aus Kunststoffen, Verbundstoffen und Aluminiumfolien bzw. Aluminiumschalen.

Bei der Papierentsorgung werden die Kosten zwischen dualen Systemen und Kommunen geteilt. Die Kosten für den Verpackungsanteil im Altpapier tragen die dualen Systeme, den anderen Teil der Kosten übernehmen die Kommunen, die z. B. die Entsorgung von Druckerzeugnissen bezahlen.

Kartons aus Verbundstoffen (wie Getränkekartons von Milch, Saft oder Wein) gehören in den Gelben Sack, da aus dem Papieranteil dieses Verbundmaterials bspw. Hygienepapiere und Taschentücher hergestellt werden.

Abfuhr[Bearbeiten]

Die Müllabfuhr bzw. private Entsorger holen die Gelben Säcke meist gebündelt ab, dabei werden bestimmte Straßen einer Stadt zu bestimmten Wochentagen angefahren. Wann die Abholung erfolgt, ist meist bei der zuständigen Stadtverwaltung erfragbar, sofern keine Abfall-Information existiert. Über die Entsorgungslogistik gelangen die Gelben Säcke zur Müllsortieranlage, welche die Sortierung vornimmt. Rechtsgrundlage bietet § 6 Verpackungsverordnung (VerpackV). Der leere Gelbe Sack kommt in die Müllverbrennungsanlage.

Da oft eine manuelle Sortierung notwendig ist, werden Transporte in Billiglohnländer vorgenommen, auch Müllexport zum endgültigen Verbleib im Ausland kommt gelegentlich durch unseriös arbeitende Entsorgungsbetriebe zum Tragen, ebenso Falschabrechnungen, welche gemäß Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) künftig mit Sicherheitsleistung belegt werden sollen.[2]

Zukunft des Systems[Bearbeiten]

Der Gelbe Sack könnte langfristig verschwinden, meinen Wissenschaftler für Abfallwirtschaft wie Klaus Wiemer (Kassel) und Horst Fehrenbach im Institut für Energie- und Umweltforschung (Heidelberg): Da die Bereitschaft der Deutschen sinkt, ihren Müll zu trennen, könnten teure Sortiermaschinen bald sinnvoll sein. Dies gilt insbesondere, falls steigende Energiepreise einen Wettbewerb um die Abfallverwertung entstehen lassen. Bislang sind neue, aufwendige Sortiermaschinen aber nicht wirtschaftlich. In Baden-Württemberg soll in Zukunft anstelle des Gelben Sackes oder der Gelben Tonne eine gelbe Wertstofftonne für Plastikmüll eingeführt werden.[3] In Herne wurde im Juli 2011 ein Pilotprojekt für eine Wertstofftonne, die den Gelben Sack ablösen soll, für Verpackungen, Kunststoff, Holz, Metall und Elektrokleingeräte bereits gestartet.[4] In Berlin startet ab 2013 die Berliner Wertstofftonne, die Gelben Sack und Orange Box vereint.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Trennregeln des Dualen Systems Deutschland
  2. „Müllschwund und schwarze Schafe“ im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeine Zeitung
  3. Gelber Sack am Ende – Wertstofftonne soll kommen. In: Badischer Zeitung, 16. Juni 2011.
  4. http://www.radioherne.de/Lokalnachrichten.1243+M50e96ab5a11.0.html
  5. http://www.wertstofftonne-berlin.de/#die-wertstofftonne