Geldkapital

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Geldkapital oder Finanzkapital bezeichnet ungebundene Geldmittel eines Unternehmens wie Bankguthaben, Anleihen oder Kasse. Andere Kapitalformen sind das Sachkapital (Realkapital) und das Humankapital. Geldkapital kann aus der Sicht des einzelnen Geldkapitalbesitzers zu jeder Zeit beispielsweise für Investitionen genutzt werden und damit in Sachkapital umgewandelt werden.

Marxsche Verwendung[Bearbeiten]

Bei Marx durchläuft das Kapital im Zirkulationsprozess verschiedene Formen, es macht verschiedene Metamorphosen durch:

  • G Geldkapital
  • W Warenkapital
  • P Produktives Kapital
  • W' Warenkapital
  • G' Geldkapital

Diesen Zirkulationsprozess des Kapitals beschreibt Marx auch mit folgender Formel:

G - W ... P ... W' - G'

Geld G wird in Waren W investiert. Die Waren W werden im Produktionsprozess P als Produktionsmittel und menschliche Arbeitskraft verbraucht, um neue Waren W' zu schaffen. Die Punkte in der Formel sollen darstellen, dass hier der Zirkulationsprozess der Waren unterbrochen ist. Im Produktionsprozess wird den Waren Wert zugefügt. Damit ist der Wert der Waren W' höher als der Wert von W und die Waren W’ werden für das Äquivalent in Geld G’ verkauft.

Hinweis[Bearbeiten]

Der Begriff Finanzkapital wird oft auch in einer alternativen, wertenden Bedeutung verwendet (siehe Artikel Finanzkapital)

Die Deutsche Bundesbank verwendet den Begriff in einer anderen Bedeutung, um die Geldmenge abzugrenzen.[1] Demnach gehören nach der Definition des Eurosystems zum Geldkapital die Termineinlagen mit Laufzeit von mehr als zwei Jahren, die Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten, Schuldverschreibungen mit Laufzeit von mehr als zwei Jahren sowie das Kapital und die Rücklagen der Montären Finanzinstitute.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesbank - Glossar - Geldkapital - abgerufen am 1. September 2011