Geldmarktpapier

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Geldmarktpapiere (auch Liquiditätstitel oder Schatzwechsel) sind spezielle Wertpapiere, in aller Regel abgezinste Schuldverschreibungen, die zur Beschaffung kurzfristiger Gelder ausgegeben (emittiert) werden. Damit sind sie Instrumente des Geldmarktes. Der Verkaufspreis errechnet sich aus dem Nominalwert abzüglich der für die Laufzeit insgesamt anfallenden Zinsen.

Damit ist der Kaufpreis folgendermaßen zu errechnen:
Kaufpreis = Nominalwert / {1 + [(Zinssatz in % p. a. / 100) × (Laufzeit tatsächliche Tage / 360 Tage)]}

Arten[Bearbeiten]

Zu den Geldmarktpapieren zählen:

  • unverzinsliche Schatzanweisungen („Bubills“, „U-Schätze“), die bis 2004 mit einer Mindeststückelung von 1 Mio. Euro, seitdem mit einer Mindeststückelung von 0,01 Euro von der Bundesrepublik Deutschland ausgegeben werden.[1]
  • Treasury Bills, die seit 7. April 2008 mit einer Mindeststückelung von 100 US-Dollar[2] (davor 1.000 US-Dollar) und abgezinst durch die US-Regierung ausgegeben werden (Staatsanleihe).
  • Commercial Papers, auch CP genannt, die vornehmlich durch erstklassige Industrieadressen oder in Form forderungsbesicherter Wertpapiere (Asset-backed Commercial Papers kurz ABCP) durch spezielle Emissionsgesellschaften (Conduits) begeben werden. In der Regel ist Voraussetzung für die Platzierung und den Handel ein ausgezeichnetes Rating des Emittenten. Commercial Papers werden zur Deckung eines kurzfristigen Kreditbedarfs ausgegeben.
  • Certificates of Deposits, auch CD oder Einlagenzertifikate genannt. Es handelt sich um von Banken emittierte Geldmarktpapiere in Form von Inhaberpapieren. Der Vorteil der CD liegt darin, dass sie auf Sekundärmärkten gehandelt werden können. Ein Anleger kann damit ein CD vor Fälligkeit wieder veräußern und damit einen unvorhergesehenen Kapitalbedarf decken.
  • Cash Bills, auch Bundeskassenscheine genannt, sind Zerobonds mit einer Laufzeit von einem Monat.
  • Geldmarktbuchforderungen (GMBF), die von der Schweizerischen Eidgenossenschaft und anderen öffentlichen Gebietskörperschaften in der Schweiz ausgegeben werden. Sie wurden erstmals 1979 von der Eidgenossenschaft emittiert und nehmen seither einen festen Platz am Schweizer Geldmarkt ein. GMBF weisen in der Regel eine Laufzeit zwischen drei und zwölf Monaten auf und werden auf Diskontbasis verzinst. Als Ergänzung zu ihrem geldpolitischen Instrumentarium führte die Schweizerische Nationalbank 2008 eigene Geldmarktbuchforderungen, sogenannte SNB Bills, ein. Diese haben eine Laufzeit zwischen einer Woche und einem Monat.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Informationen über unverzinsliche Schatzanweisungen bei der Finanzagentur
  2. Sarah Siddons: How Treasury Bills Work. In: howstuffworks.com. Abgerufen am 27. Juni 2013 (englisch).