Geldumschlag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Geldumschlag (auch Geldumschlagsdauer, englisch: cash conversion cycle, asset conversion cycle, net operating cycle, working capital cycle oder kurz cash cycle) bezeichnet im betriebswirtschaftlichen Controlling die Dauer der Bindung liquider Mittel (cash) im Umlaufvermögen des Unternehmens.

Sie errechnet sich aus der durchschnittlichen Lagerdauer (stock days) zuzüglich der durchschnittlichen Inkassoperiode (Dauer des Forderungseinzugs oder Kundenziels, debtor days) abzüglich des durchschnittlichen Zahlungsziels bei Lieferanten (Lieferantenziel, creditor days):


Geldumschlag = \varnothing Lagerdauer + \varnothing Inkassoperiode - \varnothing Lieferantenzahlungsziel


Die Geldumschlagsdauer ist grundsätzlich in Abhängigkeit zur Branche zu betrachten, da teils große Unterschiede zwischen Produktionsprozessen und Zahlungsbedingungen bestehen. Eine relativ kurze Geldumschlagsdauer weist auf ein effizientes Liquiditäts- und/oder Produktionsmanagement hin. Es existieren folglich drei Möglichkeiten zur Optimierung des Geldumschlags:

  • Durch eine effiziente und schnelle Produktion wird die Verweildauer des Geldes im Prozess der Leistungserstellung verkürzt. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit der schnelleren Auslieferung an den Kunden und Geltendmachung der Forderung gegenüber diesem.
  • Die Vereinbarung möglichst kurzer Zahlungsziele mit den Kunden, unter Umständen unter Gewährung von Skonto, beschleunigt die Rückführung des Geldes in das Unternehmen.
  • Auf der Lieferantenseite hingegen ist das Ziel die Vereinbarung möglichst langer Zahlungsfristen.

Je kürzer das Kapital gebunden ist, desto schneller steht es für eine anderweitige (z. B. investive) Nutzung zur Verfügung.

Quellen[Bearbeiten]

  • Franz X. Frotzler: Cash Management. Instrumente zur Planung, Disposition und Kontrolle des liquiden Mittel. Uberreuter Verlag, Wien 1993, ISBN 3-8000-9109-7.

Weblinks[Bearbeiten]