Gemünden (Hunsrück)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Gemünden
Gemünden (Hunsrück)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gemünden hervorgehoben
49.8944444444447.4775300Koordinaten: 49° 54′ N, 7° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Kirchberg (Hunsrück)
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 10,67 km²
Einwohner: 1255 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55490
Vorwahl: 06765
Kfz-Kennzeichen: SIM, GOA
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 041
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 5
55481 Kirchberg (Hunsrück)
Webpräsenz: www.gemuenden.de
Ortsbürgermeister: Dieter Kaiser
Lage der Ortsgemeinde Gemünden im Rhein-Hunsrück-Kreis
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Über dieses Bild

Gemünden ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchberg (Hunsrück) an.

Geographie[Bearbeiten]

Gemünden befindet sich am südwestlichen Rand des Soonwalds, einem Teil des Hunsrücks, der zum Rheinischen Schiefergebirge gehört. Der Ort befindet sich zwischen Kirchberg im Nordwesten und Simmertal im Südosten. In Gemünden mündet der Lametbach in den Simmerbach, der nun als Kellenbach in Richtung der Nahe weiterfließt. Zum Dorf gehört die nördlich gelegene Siedlung Panzweiler.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wird der Ort 1304 in einer Urkunde erwähnt. Die Besitzung Grafen von Sponheim erlangte städtische Rechte mit Befestigung, Gericht und Markt. Mit der Besetzung des linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wurde der Ort französisch, 1815 wurde er auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Unter dem Schutz der Schenken von Schmidtburg lebten seit etwa dem Jahre 1700 Juden in Gemünden. Im 19. Jahrhundert waren bis zu einem Fünftel der Einwohner jüdischen Glaubens. Die jüdische Gemeinde verfügte über eine Synagoge (1938 zerstört), eine Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof, der heute unter Denkmalschutz steht. Das gesellschaftliche Leben war durch verschiedene Vereine geprägt. Nach 1933 löste sich die jüdische Gemeinde allmählich durch Wegzug auf. Die in Gemünden verbliebenen Juden wurden bis 1943 in die Vernichtungslager deportiert, wobei mindestens 22 Personen dem Holocaust zum Opfer gefallen sind.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Gemünden besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im Gemeinderat:[2]

Wahl SPD CDU WGR Gesamt
2009 3 4 9 16 Sitze
2004 4 6 6 16 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick vom Schloss in Richtung Soonwald

Gemünden wird wegen seines historischen Ortskerns und seiner exponierten Tallage von Einheimischen auch „Perle des Hunsrücks“ genannt. Oberhalb des Simmerbaches steht das Schloss Gemünden auf einem Bergrücken. Gut zwei Kilometer südlich von Gemünden liegt auf einer 555 Meter hohen Bergkuppe des Soonwaldes, der Koppensteiner Höhe, die Ruine der Burg Koppenstein, fünf Kilometer östlich davon der Alteburgturm. Südwestlich von Gemünden erhebt sich der Lützelsoon.

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Gemünden

Tourismus[Bearbeiten]

Ein 4 km langer geologischer Lehrpfad beginnt und endet in Gemünden, 23 Gesteinsgruppen des Hunsrück-Nahe Raumes werden gezeigt und auf Schautafeln erläutert. Dabei tangiert der Lehrpfad die 1873 erschlossene Kaisergrube, wo bis 1969 Schiefer abgebaut wurde. Der Schieferbergbau begann in Gemünden Anfang des 19. Jahrhunderts. Im Jahresdurchschnitt wurden in Gemünden 600 Tonnen Schiefer gefördert und weiterverarbeitet, bis zu 35 Bergleute fanden in den Gruben Arbeit.

Gemünden ist Ausgangspunkt des Schinderhannes-Soonwald-Radwegs nach Simmern.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Nach alter Tradition ist der Kirmestermin am letzten Wochenende im Juli und das Feuerwehrfest am letzten Augustwochenende festgelegt. Die Fasnacht wird mit Straßenumzügen, Kappensitzungen und Kinderveranstaltungen intensiv gefeiert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

in Gemünden geboren[Bearbeiten]

mit Gemünden verbunden[Bearbeiten]

  • Carsten Braun (* 1978), Komponist; lebte von 1978 bis 1999 in Gemünden

Literatur[Bearbeiten]

  • Zwiebelberg, Werner: Das alte Gemünden; Veröffentlichung der landeskundlichen Arbeitsgemeinschaft im Regierungsbezirk Koblenz e. V.; Boppard: Harald Boldt, 1970
  • Zwiebelberg, Werner: Die Bürger und Einwohner von Gemünden im Hunsrück: 1360–1800; Hunsrücker Geschichtsverein, Schriftenreihe Nr. 10; 1975
  • Volker Boch: Juden in Gemünden - Geschichte und Vernichtung einer jüdischen Gemeinde im Hunsrück. Herausgegeben von Erhard Roy Wiehn, Verlag Hartung-Gorre, Konstanz 2003. ISBN 3-89649-824-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gemünden (Hunsrück) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
  3. Landeszentrale für politische Bildung, Rheinland-Pfalz; Verfolgung und Widerstand in Rheinland-Pfalz 1933-1945