Gemeinsame Normdatei

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Gemeinsame Normdatei
ISIL DE-588

Die Gemeinsame Normdatei (GND) ist eine Normdatei, die 2012 eingeführt wurde. In der GND sind die ehemalige Personennamendatei (PND), die Schlagwortnormdatei (SWD), die Gemeinsame Körperschaftsdatei (GKD) und die Einheitssachtitel-Datei des Deutschen Musikarchivs (DMA-EST-Datei) zusammengeführt. Sie wird von der Deutschen Nationalbibliothek mit allen Bibliotheksverbünden in der Bundesrepublik Deutschland, dem Österreichischen Bibliothekenverbund (obv) sowie der Schweizerischen Nationalbibliothek (für Schlagwörter) kooperativ geführt und löste am 19. April 2012 die bis dahin getrennt geführten Normdateien ab. Seit Juli 2012 steht die GND unter der freien Lizenz Creative Commons Zero, die keine Nutzungsbeschränkungen kennt und die Datei einem gemeinfreien Werk gleichstellt.[1]

In dem Projekt Virtual International Authority File (VIAF) ist die GND über eine Konkordanzdatei mit anderen nationalen Normdateien virtuell zu einer internationalen Normdatei verbunden.

GND (Screenshot)

Inhaltsverzeichnis

Grundlage [Bearbeiten]

Die GND wurde mit dem Ziel aufgebaut, die vielfältigen Ressourcen und Informationsangebote von Bibliotheken und anderen Kultureinrichtungen im deutschsprachigen Raum zu vernetzen. Dopplungen wie die Ansetzung der Olympische Sommerspiele 2008 als „Olympische Spiele <2008, Peking>“ (SWD 4708850-3) und „Olympic Games <29, 2008, Peking>“ (GKD 10202681-6) entfallen damit. Die Datensätze aus den alten Normdateien, die unverändert in die GND überführt wurden, haben ihre Norm-Nummer als GND-Nummer behalten.[2] Die Dubletten werden zusammengeführt und die Daten sukzessive für das Semantische Web aufbereitet.

Für die vier Normdateien, die in der GND aufgegangen sind, galten drei Regelwerke (RAK-WB, RAK Musik und RSWK) und fünf Formate (MAB PND und andere).[3] Die GND verwendet als Regelwerk RDA und basiert auf dem Austauschformat MARC-21-Authority.

Inhalt und Umfang [Bearbeiten]

Zum Zeitpunkt ihrer Einführung enthielt die Gemeinsame Normdatei 9.493.860 Datensätze folgender Entitätentypen:[4]

  • 4.456.000 Namen von Personen („nicht individualisiert“, keine Typ-Angabe)
  • 2.650.000 Personen („individualisiert“, Typ p)
  • 1.145.000 Körperschaften (Typ k)
  • 571.000 Veranstaltungen und Kongresse (Typ v)
  • 286.000 Geografika (Typ g)
  • 200.000 Sachbegriffe (Typ s)
  • 187.000 Werke (Typ w)

Die einzelnen Datensätze tragen zudem eine verfeinerte Entitätencodierung,[5] um etwa innerhalb der Geografika Bauwerke von Staaten unterscheiden zu können, und sind in Fortführung der „SWD-Sachgruppen“ stellenweise auch nach Fächern klassifiziert, um einen systematischen Zugang zum nutzbaren Vokabular bei Sachbegriffen und Individualnamen zu ermöglichen.[6]

Identifizierende Zusatzinformationen, insbesondere entitätenübergreifende wie etwa Berufe oder Geburtsorte von Personen oder der „Sitz“ einer Körperschaft, sind – sofern in den Datensätzen vorhanden – in den meisten Fällen durch datentechnische Verknüpfung mit den entsprechenden GND-Datensätzen explizit gemacht, wobei die Art der Beziehung jeweils codiert ist.[7]

Literatur [Bearbeiten]

  • Eva-Maria Gulder: Die Gemeinsame Normdatei (GND). Bayerische Staatsbibliothek München (Normdatenredaktion), September 2011. (pdf-Datei)

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. „Für die Gemeinsame Normdatei (GND) und die Titeldaten des Linked-Data-Services gilt ab sofort die Nutzungslizenz Creative Commons Zero“, zitiert nach Linked Data Service der Deutschen Nationalbibliothek, Abfragedatum: 7. Juli 2012.
  2. Christel Hengel-Dittrich: Das Projekt Gemeinsame Normdatei – GND. In: Dialog mit Bibliotheken. Jg. 22, H. 1, S. 36, Abfragedatum: 21. April 2012.
  3. Eva-Maria Gulder: Die Gemeinsame Normdatei (GND) (PDF; 3,0 MB). Bayerische Staatsbibliothek München (Normdatenredaktion), September 2011. S. 5.
  4. Rundschreiben Bereitstellung des ersten GND-Grundbestandes, 19. April 2012. (Der Typ ist im Unterfeld $b des GND-spezifischen Feldes 079 codiert.)
  5. Entitätencodierung: Vergaberichtlinien - Kurzliste. (Codiert im Unterfeld $v des Feldes 079.)
  6. GND-Systematik - Leitfaden zu ihrer Vergabe, <URN: nbn:de:101-2011110707>. (Notiert in Feld 065.)
  7. GND: Liste der Codierungen in Unterfeld $4 – alphabetisch nach Code (Stand: 1. Dezember 2011).