Genadendal

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Genadendal
Genadendal (Südafrika)
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Koordinaten 34° 3′ S, 19° 34′ O-34.0519.566666666667Koordinaten: 34° 3′ S, 19° 34′ O
Basisdaten
Staat Südafrika

Provinz

Westkap
Distrikt Overberg
Gemeinde Theewaterskloof
Einwohner 5663 (2011)
Gründung 1738
Kirche der Moravian Church
Kirche der Moravian Church

Genadendal ist ein Ort in der Provinz Westkap in Südafrika. 2001 hatte er 5.663 Einwohner.[1] Er liegt rund 110 Kilometer östlich von Kapstadt im Distrikt Overberg am Fuße der Riviersonderendberge mit den Gipfeln Uitkykkop (deutsch: „Aussichtskopf“, 1466 Meter hoch) und dem Jonaskop (deutsch: „Jonaskopf“, 1648 Meter hoch). Am Jonaskop findet man die weltweit größte Anzahl natürlich vorkommender Protea.

Geschichte[Bearbeiten]

Gnadenthal im Jahr 1818
Ankunft in Gnadenthal
Gottesdienst in der Gnadenthaler Kirche
Die Missionsstation in Gnadenthal
Die Filialkirche und Missionsstation von Groenkloof bei Gnadenthal
Die Herrnhuter Siedlung Groenkloof bei Gnadenthal
Gründung der Herrnhuter Siedlung Essenbosch im District Uitenhagen
Eine von den Herrnhutern erbaute Straße
Besuch der Mossel Bay an der Küste
Aktuelle Ansichten aus Genadendal
Das Museum in Genadendal
Haus in Genadendal während der Weihnachtszeit mit Herrnhuter Stern

Genadendal war die erste Missionsstation im südlichen Afrika. Der deutsche Missionar Georg Schmidt wurde 1737 von der Herrnhuter Brüdergemeine nach Südafrika geschickt, um den Khoikhoi das Evangelium zu verkünden. Genadendal wurde 1738 gegründet, nachdem Schmidt selbst am 23. April 1738 in die Baviaanskloof (deutsch: „Paviansschlucht“) gezogen war. Schmidt wurde 1744 des Landes verwiesen, offiziell, weil die Glocke in Genadendal die Gemeinde im 100 Kilometer entfernten Stellenbosch störte und Schmidt kein ordinierter Pfarrer war. Als eigentlicher Grund gilt, dass Schmidt begonnen hatte, die in Genadendal ansässig gewordenen Ureinwohner und geflohenen Sklaven im Lesen und Schreiben zu unterrichten. Diese wurden dadurch gebildeter als viele Bauern der Umgebung.

1792 kamen die Nachfolger Schmidts, die ordinierten Pfarrer Marsveld, Schwinn und Kühnel, nach Genadendal. Sie fanden noch die Khoikhoi-Frau Vehettge Tikkuie, genannt Moeder Lena, vor, die aus der von Schmidt zurückgelassenen Bibel vorlesen konnte.

1820 wurde die zweite solide Steinbrücke im Kap in Genadendal über den Sonderendrivier (deutsch: „Fluss ohne Ende“) mit dem Namen Beinbrecht-Brücke eingeweiht. Johann Daniel Beinbrecht war von 1815 bis 1824 Pfarrer in Genadendal und im Nebenberuf Kupferschmied.

1831 wurde die erste Schule gebaut, 1837 die erste Schule in Südafrika für Lehrer und Nationalgehilfen gegründet. In diesem Gebäude befindet sich heute das Moravian Mission Museum. 1883 wurden zum ersten Mal drei frühere Schüler der Gehilfenschule zu Missionaren ordiniert. 1891 wurden die ersten nicht-weißen Lehrer an der Gehilfenschule selbst angestellt.

In der 1859 eingerichteten Druckerei (Genadendalse Drukkery) wurden die ersten afrikaanssprachigen Druckerzeugnisse Südafrikas erstellt. Die auch „Küchen-Holländisch“ genannte Mischung aus dem niederländischen Dialekt der Buren und den Sprachen ihrer Sklaven war eine Art lingua franca, mit der sich Herren und Sklaven verständigten. Daraus entstand das heutige Afrikaans, die Muttersprache der Nachkommen beider Seiten.

Das Moravian Mission Museum ist das einzige Museum in Südafrika, dessen Inhalt zum Nationalen Schatz erklärt wurde. Nelson Mandela benannte das Hauptbüro des südafrikanischen Präsidenten in Kapstadt in Genadendal um. Am 10. Oktober 1995 besuchte er Genadendal.

Genadendal in der Literatur[Bearbeiten]

1966 erschien die Dissertation von Bernhard Krüger unter dem Titel The Pear Tree Blossoms, The History of the Moravian Church in South Africa 1737-1869, das die Geschichte der Moravian Church in Südafrika von 1737 bis 1869 beschreibt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Krüger: The Pear Tree Blossoms, The History of the Moravian Church in South Africa 1737-1869. 1966
  • Martina Horak-Werz: Fax an Cordula. Erfahrungen als Pfarrerin in Südafrika in einer Zeit des politischen Umbruchs. 2006, ISBN 3-939434-00-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011, abgerufen am 18. November 2013