Genentech
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Genentech wurde als erstes Biotechnologie-Unternehmen am 7. April 1976 von dem Biochemiker Herbert W. Boyer und dem Investor Robert A. Swanson in San Francisco gegründet. Basis für die Gründung von Genentech war Swansons Begeisterung und der Glaube in das Potential der von Boyer zusammen mit dem Genetiker Stanley Cohen begründeten Methode zur Expression von Proteinen aus anderen Organismen in Mikroorganismen (rekombinante DNA Technologie). Genentech zählt heute gemessen an der Marktkapitalisierung neben Gilead Sciences, Biogen Idec und Amgen zu den vier größten Biotechnologieunternehmen der Welt. Neben dem Stammsitz in San Francisco unterhält Genentech noch Produktionsstätten in Vacaville und Oceanside (Kalifornien) sowie in Porriño in Spanien. Weltweit beschäftigt Genentech etwa 7000 Mitarbeiter.
[Bearbeiten] Geschichte
Im Jahr 1977 begann Genentech mit der Produktion von humanem Somatostatin in dem Bakterium Escherichia coli (E. coli). 1978 wurde das humane Insulin-Gen von Genentech-Wissenschaftlern kloniert und 1979 folgte dann die Klonierung des humanen Wachstumshormons (human growth hormon). 1980 ging Genentech an die Börse. 1982 wurde mit humanem Insulin das erste rekombinant hergestellte Medikament zugelassen. Die Produktion und Vermarktung wurde an das Pharmaunternehmen Eli Lilly auslizenziert.
1985 erhielt Genentech die Zulassung für Protropin, einem Wachstumhormon für Kinder mit Wachstumsstörungen, und damit für das erste durch ein Biotechnologieunternehmen selbst vermarktete Produkt. In den Jahren 1986 – 1993 folgten weitere Zulassungen von Wirkstoffen durch die amerikanische Gesundheitsbehörde (1986: Roferon-A – Interferon alpha-2a zur Behandlung einer spezifischen Form der Leukämie; 1987: Activase - Gewebe-Plasminogen Aktivator (t-PA) zur Behandlung von Gefäßverschlüssen bei akutem Herzinfarkt, akuten Lungenembolien und Schlaganfällen; 1990: Actimmune - Interferon gamma-1b zur Behandlung von chronischer Granulomatose sowie Markteinführung eines Hepatitis B Impfstoffs; 1993: Nutropin - Somatropin zur Behandlung von Wachstumsstörungen von Kindern mit chronischer Niereninsuffizienz vor der Nierentransplantation; 1993: Pulmozyme zur Behandlung der Zystischen Fibrose; 1993: Factor VIII auslizenziert an Miles Inc. zur Behandlung der Bluterkrankheit (Hämophilie A); 2000: TNKase zur Behandlung von akuten Herzinfarkten; 2003: Xolair (Omalizumab) zur Behandlung von Asthma; 2003: Raptiva (Efalizumab) zur Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis).
1997 erfolgte die Zulassung des mit Idec Pharmaceuticals (später Biogen Idec) entwickelten Rituxan (Rituximab). Bei Rituxan handelt es sich um das erste auf einem monoklonalen Antikörper beruhende Krebstherapeutikum zur Behandlung bestimmter Formen des B-Zell Non-Hodgkin Lymphoms (NHL). Der Antikörper ist gegen das CD20 Antigen gerichtet, welches sich auf normalen und malignen Lymphozyten befindet. 2004 erzielte Rituxan® alleine in den USA einen Umsatz von 1,57 Milliarden USD. 1998 erfolgte dann die Zulassung des Antikörpers Herceptin (Trastuzumab) zur Behandlung von metastasierendem Mammakarzinom, die den Rezeptor HER2 (human epidermal growth factor receptor2) überexprimieren. Knapp ein Drittel aller Tumore von Mammakarzinomen weisen eine HER2-Überexpression auf. Bei Rituxan® und Herceptin® handelt es sich um sogenannte humanisierte Antikörper, die hergestellt werden, um Immunreaktionen gegen die monoklonalen Antikörper zu verhindern. 2004 erhält Genentech die FDA-Zulassung für Avastin™ (Bevacizumab) zur Behandlung von metastasierendem Kolon- oder Rektumkarzinom. Mit Avastin™ wird die erste auf Inhibierung der Tumorangiogenese beruhende Tumortherapie zugelassen.
1990 wurde Genentech für 2,1 Milliarden USD von dem Schweizer Pharma-Unternehmen Hoffmann-La Roche aufgekauft. Am 20. Juli 1999 erfolgt schließlich die Wiedereinführung von Genentech als eigenständiges Unternehmen an der New York Stock Exchange (NYSE) unter dem Symbol DNA. Am 31. Dezember 2006 hielt Roche eine Aktienmehrheit von 55,8%. Einige Medikamente (z.B. Herceptin) werden in Europa unter dem Namen Roche, in den USA unter dem Namen Genentech vermarktet. Im Juli 2008 gab Roche an, die restlichen Anteile an Genentech per öffentlichem Übernahmeangebot an der Börse zu 89 USD je Anteilsschein zu erwerben.[1] Nach dem Ablehnen zahlreicher Angebote hat Genentech auch ein weiteres Angebot im Februar 2009 über 86,50 USD je Anteilsschein abgelehnt. Genentech befindet das Angebot trotz Finanzkrise als unterbewertet und empfahl den Aktionären, nicht auf die Offerte einzugehen.[2]
[Bearbeiten] Weblinks
- Webseite des Unternehmens (englisch)
- Bericht vom Manager-Magazin über Roche/Genentech (28.08.2007)
- Pressemeldung von Reuters über Roche/Genentech (21.07.2008)
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Dow Jones, 21. Juli 2008: Roche will Genentech komplett übernehmen
- ↑ dpa-AFX, 23. Februar 2009: Genentech sperrt sich weiter gegen Übernahme durch Roche

