Generación del 98

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Die Generación del 98 (deutsch Generation von 98) war eine literarische Bewegung in Spanien.

Der Begriff geht auf Azorín zurück, der ihn in einer Artikelserie, „La Generación de 1898“ von 1913 verwendete, und spielt auf die desaströse Niederlage Spaniens im Spanisch-Amerikanischen Krieg und die daraus folgende angespannte soziale und politische Situation an. Obwohl die Bezeichnung von vielen Schriftstellern der Epoche (unter anderem von Pío Baroja) missbilligt wurde, hat sie sich allgemein durchgesetzt.

Gemeinsame Merkmale der Schriftsteller der Generación del 98 sind etwa gleiches Alter (geboren etwa von 1864 bis 1875), ähnliche Biographien (Autodidakten), Interesse für Philosophie (vor allem Schopenhauer und Nietzsche) und vor allem in der Jugend ähnliche politische Ansichten (oft anarchistische Ideale). Viele Autoren waren außerdem durch persönliche Freundschaften und gemeinsame Projekte miteinander verbunden.

Die Generación del 98 widmete sich insbesondere einer Analyse der Gründe für den Niedergang Spaniens, welcher seit 1898 nicht mehr zu beschönigen war, und sie versuchte Auswege wie insbesondere eine geistige Neuorientierung Spaniens nach Europa aufzuzeigen.

Als wichtigste Vertreter gelten Ramiro de Maeztu, Azorín und Pío Baroja. Auch Joaquín Costa, Miguel de Unamuno, José Ortega y Gasset, Antonio Machado, Ramón María del Valle-Inclán, Vicente Blasco Ibáñez und Gabriel Miró werden oft zur Gruppe gezählt.

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