Generación del 98

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Die Generación del 98 (deutsch Generation von 98) war eine literarische Bewegung in Spanien.

Der Begriff geht auf Azorín zurück, der ihn in einer Artikelserie, „La Generación de 1898“ von 1913 verwendete, und spielt auf die desaströse Niederlage Spaniens im Spanisch-Amerikanischen Krieg und die daraus folgende angespannte soziale und politische Situation an. Denn am 25. April 1898 hatte Spanien den USA den Krieg erklärt. Beim Spanisch-Amerikanischen Krieg ging es den USA um die Kontrolle über die verbleibenden Kolonialgebiete Spaniens und um den Zugang zu asiatischen Märkten durch die Philippinen. Dann am 1. Mai 1898 wurde die veraltete spanische Flotte in der Schlacht in der Bucht von Manila vom US-Asiengeschwader in nur wenigen Stunden komplett zerstört und endete mit der Besetzung Kubas, Puerto Ricos, Guams und der Philippinen durch die USA und für Spanien mit dem Verlust seiner letzten bedeutsamen Kolonien.

Obwohl die Bezeichnung von vielen Schriftstellern der Epoche (unter anderem von Pío Baroja) missbilligt wurde, hat sie sich allgemein durchgesetzt. Gemeinsame Merkmale der Schriftsteller der Generación del 98 sind etwa gleiches Alter (geboren etwa von 1864 bis 1875), ähnliche Biographien (Autodidakten), Interesse für Philosophie (vor allem Schopenhauer und Nietzsche) und vor allem in der Jugend ähnliche politische Ansichten (oft anarchistische Ideale). Viele Autoren waren außerdem durch persönliche Freundschaften und gemeinsame Projekte miteinander verbunden. Ursprünglich wurde die Gruppe aus der Grupo de los Tres gebildet ihr gehörte Baroja, Azorín und Maeztu an.

Die Generación del 98 widmete sich insbesondere einer Analyse der Gründe für den Niedergang Spaniens, welcher seit 1898 nicht mehr zu beschönigen war, und sie versuchte Auswege wie insbesondere eine geistige Neuorientierung Spaniens nach Europa aufzuzeigen.

Als wichtigste Vertreter gelten Ramiro de Maeztu, Azorín und Pío Baroja. Auch Joaquín Costa, Miguel de Unamuno, José Ortega y Gasset, Antonio Machado, Ramón María del Valle-Inclán, Vicente Blasco Ibáñez, Ramón Menéndez Pidal und Gabriel Miró werden oft zur Gruppe gezählt.

Miguel de Unamuno en 1930.
Ramón Menéndez Pidal.
Ramiro de Maeztu, retrato de Ramón Casas.

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