General Sherman (Schiff)

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Die General Sherman war ein bewaffneter US-amerikanischer Seitenraddampfer, benannt nach dem Bürgerkriegsgeneral William T. Sherman.

Unter seinem alten Namen USS Princess Royal diente es im Sezessionskrieg und wurde am 17. August 1865 öffentlich versteigert.

1866 wurde es unter seinem neuen Namen von dem amerikanischen Kaufmann und Eigner des Schiffes W. B. Preston sowie der britischen Handelsgesellschaft Meadows & Co. (mit Sitz in Tianjin) nach Korea geschickt, wo man Verhandlungen über eine Öffnung des hermetisch abgeschotteten Landes aufnehmen wollte. Das Schiff verließ den Hafen von Yantai in China am 6. August 1866 mit einer Ladung aus Glas, Baumwolle, Zinn, Laudanum, Salpeter und anderen für den Handel bestimmten Gütern.

Am 16. oder 18. August erreichte das Schiff die Mündung des Flusses Taedong und fuhr auf diesem weiter bis zur Insel Yangjak bei Pjöngjang. Die Schiffsbesatzung wurde zunächst freundlich aufgenommen und von den Koreanern mit Lebensmitteln versorgt. Der Gouverneur von Pjöngjang wies das Schiff an, flussabwärts zu warten, bis der koreanische König Gojong über das Anliegen der Fremden informiert sei. Der König entschied jedoch, das Schiff habe Korea umgehend zu verlassen, ansonsten würden alle Besatzungsmitglieder getötet. Daraufhin wurde der Gouverneur von der Besatzung der General Sherman als Geisel genommen, was zu einem koreanischen Angriff auf das Schiff führte. Die Besatzung schoss mit den Bordkanonen auf die Menschenmenge am Flussufer. Schließlich wurde die General Sherman von den Angreifern in Brand gesteckt und die gesamte Besatzung, die sich in Sicherheit bringen wollte, getötet.

Die Affäre um die General Sherman spielt vor allem in der offiziellen nordkoreanischen Geschichtsschreibung und Propaganda eine bedeutende Rolle. Es wird als frühes Beispiel der Bedrohung der koreanischen Nation von außen, besser noch von Seiten der USA gesehen, die ihren bisherigen Höhepunkt im – laut nordkoreanischer Propaganda – von den USA angezettelten Koreakrieg fand. Der Vorfall von 1866 und die folgenden Ereignisse dienen als Rechtfertigung der nordkoreanischen Staatsideologie Chuch’e, die Autarkie, Isolation, das Überleben einer Nation aus eigener Kraft propagiert.

Die Vernichtung der General Sherman wird in Nordkorea bis heute als Heldentat dargestellt. Angeblich soll der Urgroßvater des nordkoreanischen Staatschefs Kim Il-sung daran beteiligt gewesen sein.