Generalmajor
Der Generalmajor ist in der NATO und einer Vielzahl von Streitkräften ein Zwei-Sterne-General aus der Dienstgradgruppe der Generalität.
In den NATO-Ländern ist der Generalmajor meist in der Führungsebene als Kommandeur einer Division zu finden.
Bei den Abbildern werden die Rangabzeichen, Dienstgradabzeichen oder Rangschlaufen als Dienstgrad gezeigt, die zumeist als Schulterstücke, aber auch als Kragenspiegel oder Kragenpatte, getragen werden.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Deutschland
[Bearbeiten] Geschichte
Der Generalmajor löste im 17. Jahrhundert den Generalwachtmeister ab, als man die Rangstufe Wachtmeister für Offiziere generell durch die Bezeichnung Major ersetzte.
[Bearbeiten] Reichsheer, Reichswehr und Wehrmacht
Mit der Reichsgründung 1871 wurden die Dienstgrade des preußischen Heeres auf das Reichsheer übertragen, die dann auch von Reichswehr und Wehrmacht übernommen wurden.
In den deutschen Armeen wurde bis Ende des zweiten Weltkriegs der Dienstgrad Generalmajor für die Befehlshaber der Ebene Brigade/Division, häufig auch für die Kommandeure einer militärischen Behörde oder Einrichtung verwendet. [1]
| Dienstgrad | ||
| niedriger: Oberst |
Generalmajor (hier: Einsterngeneral) |
höher: Generalleutnant |
Im NS-Ranggefüge entsprach dieser Dienstgrad dem Konteradmiral der Kriegsmarine beziehungsweise dem SS-Brigadeführer oder Brigadeführer (SA).
[Bearbeiten] Nationale Volksarmee der DDR
In den Landstreitkräfte und Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee, beziehungsweise den Grenztruppen der DDR, war der Generalmajor der erste Generalsrang der Dienstgradgruppe der Generale. In den deutsche Streitkräften des 19. und 20. Jahrhunderts und in den Streitkräften des Warschauer Pakts war der Generalmajor ebenfalls der niedrigste Generalsrang.
Die Rangfolge lautete:
- Generalmajor (1 Stern)
- Generalleutnant (2 Sterne)
- Generaloberst (3 Sterne)
- Armeegeneral (4 Sterne)
- Marschall der DDR, dieser Rang war nur für den Kriegsfall vorgesehen.
[Bearbeiten] Bundeswehr
Der Ausdruck Generalmajor (Abk.: GenMaj/ in Listen: GM) ist ein militärischer Rang und bezeichnet den dritthöchsten Dienstgrad bei Heer und Luftwaffe. Die Reihenfolge ist dabei:
- Brigadegeneral (1 Stern)
- Generalmajor (2 Sterne)
- Generalleutnant (3 Sterne)
- General (4 Sterne)
Typische Verwendungen für Generalmajore der Bundeswehr sind Divisionskommandeur, Amtschef von Heeresamt bzw. Luftwaffenamt, stellvertretender Kommandierender General sowie Stellvertreter des Befehlshabers der Führungskommandos und Chef des Stabes der Führungsstäbe der Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche.
Entsprechende Dienstgrade:
- Sanitätsdienst: Generalstabsarzt, Admiralstabsarzt
- Marine: Konteradmiral
Generalmajore und Konteradmirale sowie die entsprechenden Dienstgrade der Sanität erhalten gemäß Bundesbesoldungsordnung (BBesO) ein Grundgehalt der Besoldungsgruppe B7. Seit dem 1. Januar 2011 beläuft sich das Grundgehalt in B7 auf 8.466,15€.
| niedrigerer Dienstgrad Brigadegeneral |
Dienstgrad Generalmajor |
höherer Dienstgrad Generalleutnant |
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| Einordnung: Mannschaften - Unteroffiziere o.P. - Unteroffiziere m.P. - Leutnante - Hauptleute - Stabsoffiziere - Generale/Admirale Alle Dienstgrade auf einen Blick: Dienstgrade der Bundeswehr · Die Bundeswehruniformen: Uniformen |
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[Bearbeiten] Österreich
[Bearbeiten] Österreich(-Ungarn)
Siehe auch:
⇒ Rangabzeichen
In Österreich wurde wie in anderen Ländern Ende des 18. Jahrhunderts die niedrigste Generalscharge „Generalwachtmeister“ durch den Titel „Generalmajor“ ersetzt. Die Reihenfolge Generalmajor, Feldmarschalleutnant, General (Feldzeugmeister), Generaloberst und Feldmarschall blieb im Wesentlichen bis 1938 beibehalten.
[Bearbeiten] Österreich nach 1955
Nach der Wiedererrichtung der Republik 1945 wurde der Titel Generalmajor von der Regierung sogleich dem Unterstaatssekretär für Heereswesen Winterer verliehen, der allerdings wegen des Einspruchs der Besatzungsmächte sein Amt nicht ausüben durfte.
Mit der Wiedergewinnung der Souveränität 1955 wurde auch der Titel Generalmajor wieder eingeführt. Diesem nachgeordnet war bald der Titel „Brigadier“ als niedrigste Generalscharge. Lediglich zwischen 1980 und 2003 wurde der Titel durch die Bezeichnung „Divisionär“ ersetzt. Allerdings wurde der Titel Generalmajor während Auslandseinsätzen weiterhin vergeben. Das Rangabzeichen enthielt bis 1980 einen Stern, seitdem – angepasst an internationale Usancen - zwei Sterne.
Außerdem wird die Verwendungsbezeichnung Generalmajor für Leitende Beamte (E1) der Exekutive in Österreich, dazu gehören Bundespolizei und Justizwache, verwendet. Da es sich bei den genannten Wachkörpern um zivile Körperschaften handelt, die lediglich nach militärischem Muster organisiert sind, handelt es sich jedoch nicht um „Polizeioffiziere”, sondern sie führen lediglich Offiziersränge als Verwendungsbezeichnung. Im Übrigen ist ein direkter Vergleich mit den Dienstgraden des Bundesheeres nicht möglich, da in der Bundespolizei Aufgaben, die im militärischen Bereich einem niedrigrangigen Offizier zukommen, von hochrangigen dienstführenden Beamten (E 2a), also Angehörigen der mittleren Laufbahnebene, wahrzunehmen sind.
| Niedrigerer Dienstgrad Brigadier |
Dienstgrad Generalmajor |
Höherer Dienstgrad Generalleutnant |
| Einordnung: Rekruten – Chargen – Unteroffiziere – Offiziere Alle Dienstgrade auf einen Blick: Bundesheer-Dienstgrade |
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[Bearbeiten] Frankreich
Frankreich kennt im Vergleich zum Generalmajor den Général de division, welcher zumeist eine Division führt sowie über dem Brigadegeneral als Général de brigade und unter dem Général de corps d'armée steht.
Der Begriff major-général bezeichnet hier keinen Dienstgrad, sondern die Dienststellung des unter einem höherrangigen General oder Admiral dienenden Stabschefs.
[Bearbeiten] Osttimor
In den Verteidigungskräften Osttimors hatte der militärische Oberbefehlshaber Taur Matan Ruak seit 2009 den Rang eines Major-general. Davor war er noch Brigadeiro (Brigadegeneral). Nach seinem Abschied 2011, wurde sein Nachfolger Lere Anan Timor zum Generalmajor befördert.
[Bearbeiten] Schweiz
In der Schweizer Armee gibt es keinen Rang Generalmajor, stattdessen den äquivalenten Rang Divisionär. Die einzige Ausnahme ist der in Panmunjeom eingesetzte Schweizer Offizier der Neutral Nations Supervisory Commission (NNSC), dem der Rang Generalmajor für die Dauer seiner Mission jeweils verliehen wird. Aktueller Stelleninhaber ist Oberst im Generalstab Jean-Jacques Joss.
[Bearbeiten] Sowjetunion
→ Hauptartikel: Sowjetische Generalsränge
In der Roten Armee der Sowjetunion wurden am 7. Mai 1940 die Generalsränge wieder eingeführt. Generalleutnant war der zweitniedrigste Dienstgrad in der Gruppe der Generale. Die Reihenfolge Sowjetischer Generalsränge war dabei seit 1940 bzw. 1943:
- Generalmajor, davor Brigadekommandeur
- Generalleutnant, Divisionskommandeur (Kom Div)
- Generaloberst, davor Korpskommandeur
- Armeegeneral, davor Armeekommandeur 2. Ranges
- Hauptmarschall (ab 1943), davor Armeekommandeur 1. Ranges
[Bearbeiten] Russische Föderation
Die Streitkräfte der Russischen Föderation haben den Generalsrang des Einsternegenerals im Jahre 1991 aus den Streitkräften der Sowjetunion mit der Bezeichnung Generalmajor (ru: генера́л-майо́р / General-major) übernommen.
Der russische Generalleutnant entspricht dem NATO-Rangcode OF-6, wobei OF für das Englische officer steht.
[Bearbeiten] Spanien
Der entsprechende Dienstgrad in den spanischen Streitkräften heißt „General de División“.
Bei Sanitätsoffizieren heißt der Dienstgrad General de División Médico.
[Bearbeiten] USA
Die United States Army, die US Air Force und das US Marine Corps kennen den Dienstgrad eines Major Generals. In der Hierarchie steht dieser über dem Brigadier General und unter dem Lieutenant General. Die US-Soldstufe ist O-8, der NATO-Rangcode jedoch OF-7.
Ein Major General führt operativ eine Division mit vier bis sechs Brigaden und damit 15.000–20.000 Soldaten. Ansonsten sind Major Generals ranghohe Offiziere in Stäben.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Liste der Generale und Admirale der Bundeswehr
- Liste der Generale des Heeres der Bundeswehr
- Militärische Spitzengliederung der Bundeswehr
[Bearbeiten] Quellennachweis
- ↑ Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte, 1. Auflage (Liz.5, P189/84, LSV:0547, B-Nr. 746 635 0), Militärverlag der DDR (VEB) – Berlin, 1985, S.232 Generalmajor.
