Generalszug
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Der Generalszug in den Berliner Ortsteilen Schöneberg und Kreuzberg ist eine großzügig angelegte Straßen- und Platzfolge, deren Namen an die Befreiungskriege 1813–1815 gegen Napoleon I. erinnert. Er basiert, mit Ausnahme der Umfahrung des späteren Gleisdreieckgeländes, auf älteren Planungen von Peter Joseph Lenné und dem Hobrecht-Plan von 1862.
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[Bearbeiten] Straßenverlauf
Der Generalszug besteht aus folgenden Straßen und Plätzen:
- Die Tauentzienstraße (der Tauentzien) wurde nach Bogislav Friedrich Emanuel von Tauentzien benannt, einem preußischen General, der sich während der Befreiungskriege mit vielen militärischen Leistungen einen Namen machte.
- Der Wittenbergplatz ist nach der Schlacht bei Wittenberg (heute Lutherstadt Wittenberg) benannt. In ihr erstürmte General von Tauentzien die Stadt.
- Die Kleiststraße ist nach Friedrich Emil Ferdinand Heinrich von Kleist benannt, der sich bei der Schlacht bei Kulm und Nollendorf einen Namen machte.
- Der Nollendorfplatz ist nach dieser Schlacht beim Dorf Nollendorf (tschechisch Naklerov) benannt worden und über die Maaßenstraße mit dem Winterfeldtplatz verbunden.
- Die Bülowstraße wurde nach Friedrich Wilhelm Bülow benannt, der wegen seiner Verdienste bei der Schlacht bei Dennewitz den Beinamen von Dennewitz erhielt.
- Der Dennewitzplatz wurde nach eben dieser Schlacht bei Dennewitz in Brandenburg benannt.
- Der von der Bülowstraße abgeleitete Begriff „Bülowbogen“ (kein offizieller Straßenname) knickt rund 400 Meter nach Süden vom geraden Verlauf des Generalszugs ab, um die Eisenbahnanlagen der Potsdamer, Dresdner und Anhalter Bahn mit den Yorckbrücken zu unterqueren.
- Der Abschnitt mit den Yorckbrücken wurde zunächst nach dem Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher als Blücherstraße benannt und im Jahr 1885 in Yorckstraße umbenannt. Im gleichen Jahr wurde die Pionierstraße vom Belle-Alliance-Platz zum Südstern in Blücherstraße umbenannt.
- Die östlich des Bahngeländes wieder auf der ursprünglich gedachten Geraden liegende Hornstraße wurde nach Heinrich Wilhelm von Horn benannt.
- Die Yorckstraße (bis 1909 Yorkstraße geschrieben) wurde nach Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg benannt. Sie beginnt bereits an der Bülowstraße am Anfang der Yorckbrücken und stößt an der Ecke Großbeerenstraße – benannt nach der Schlacht bei Großbeeren – im spitzen Winkel von Süden kommend auf die Hornstraße und schwenkt auf die ursprünglich geplante geradlinige Achse ein.
- Am östlichen Ende der Yorckbrücken mündet – von Süden kommend – die Katzbachstraße in die Yorckstraße ein, die nach der Schlacht an der Katzbach benannt ist. Weiterhin beginnt hier die Hagelberger Straße, mit der an die Schlacht bei Hagelberg erinnert wird. Auch die Möckernstraße stellt den Bezug zu einer Schlacht, dem Ehlegefecht bei Möckern, her.
- Die Gneisenaustraße, benannt nach August Graf Neidhardt von Gneisenau, ist das letzte Teilstück des Generalszugs. Der Übergang zur Yorckstraße befindet sich an der Kreuzung mit dem Mehringdamm (ursprünglich: Belle-Alliance-Straße).
Am südlichen Ende der Großbeerenstraße liegt der Kreuzberg mit dem nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel geschaffenen deutschen Nationaldenkmal für die Siege in den Befreiungskriegen, das am 30. März 1821 eingeweiht wurde.
[Bearbeiten] Weitere Planungen
Ursprünglich sollte mit dem Wahlstattplatz ein weiterer großer Stadtplatz in Zentrum des späteren Gleisdreieckgeländes angelegt werden. Wahlstatt (heute Legnickie Pole) liegt südöstlich von Legnica (ehemals Liegnitz) in Niederschlesien. Hier fand im Jahr 1241 eine verheerende Schlacht gegen die Mongolen statt, bei der der Piastenherzog Heinrich der Fromme den Tod fand.
Der preußische Generalfeldmarschall Blücher wurde für seine Verdienste in der Schlacht an der Katzbach (linker Nebenfluss der Oder) am 26. August 1813 zum Fürsten von Wahlstatt ernannt. Der projektierte Wahlstattplatz konnte aufgrund der rasanten Ausdehnung der Bahnanlagen im späteren Gleisdreieckgelände und der damit notwendigen Südverschiebung der Yorckstraße nicht mehr angelegt werden.
[Bearbeiten] Weitere Generalsnamen in der Umgebung
Neben den Namen der Generäle und Schlachtfelder im Generalszug, die an die Befreiungskriege 1813–1815 erinnern, wurden in der unmittelbaren Umgebung weitere Straßen und Plätze nach Generälen aus früherer oder späterer Zeit benannt. Hierzu gehören folgende Namen:
- Deutscher Reitergeneral Hans-Michael Elias von Obentraut (* 1574; † 1625)
- General der Infanterie Gustav von Alvensleben (* 1803; † 1881)
- General der Infanterie August Karl von Goeben (* 1816; † 1880)
- General der Infanterie Albrecht Gustav von Manstein (* 1805; † 1877)
[Bearbeiten] Siehe auch
- Generalsviertel in Hamburg

