Genietruppe

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Die Genietruppe (auch Genietruppen, früher auch technische Truppen oder Ingenieurtruppen) ist eine historische Truppengattung im Heer, die zur Ausführung aller im Feld- und Festungskrieg vorkommenden technischen Arbeiten bestimmt war. Die Genietruppen hatten teilweise dieselben Aufgaben wie Pioniertruppen. In der Schweiz existieren noch heute Genietruppen als eigene Truppengattung.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Offiziere dieser Waffe bildeten das Geniekorps, in Deutschland das Ingenieurkorps. Als Geniekomitee bezeichnet man historisch eine beratende Behörde für den Festungsbau. Die Truppe selbst wurde als Genietruppe oder Festungspioniere bezeichnet. Die Genieoffiziere hatten die Entwürfe von Festungen und fortifikatorischen Bauten aller Arten zu fertigen und deren Bauausführung zu leiten. Im Festungskrieg, sowohl beim Angriff als bei der Verteidigung, leiteten sie den fortifikatorisch-technischen Dienst. Dazu gehörten der Sappen- und Minenbau, Brückenschlag, das Zerstören von Wegen, Brücken, Eisenbahnen und anderen militärtechnisch relevanten Verkehrswegen. Im Küstenkrieg (mit Ausnahme in den Kriegshäfen) konnten sie auch für das Auslegen von Seeminensperren verantwortlich sein.

In der Genietruppe gab es unter anderem folgende Spezialisten: Sappeure für den Sappen- und Schanzenbau, Mineure für den Bau unterirdischer Anlagen, Pontoniere für den Brückenbau.[1]

In einigen Armeen standen die Eisenbahn- und Telegraphentruppen mit der Genietruppe in organischem Zusammenhang oder wurden im Krieg aus ihnen formiert, wie in Deutschland die Feldtelegraphenabteilungen, in anderen waren sie selbständig.

Außer im Schweizer Heer ist diese Truppengattung in modernen Armeen nicht mehr vorhanden. Festungsbauten gehören im Bewegungskrieg nicht mehr zu den taktischen Maßnahmen. Soweit noch erforderlich, wird der Bau von Schutzbauten durch die Pioniere wahrgenommen.

Schweiz[Bearbeiten]

Ziviler Steg, erbaut von den Genietruppen der Felddivision 5

Die Genietruppen werden vor allem für Aufgaben eingesetzt, welche besondere technische Kenntnisse und Ausrüstungen erfordern[2]. Auftrag Genietruppen:

  • Sicherstellen der Beweglichkeit (Mobility),
  • Einschränken der gegnerischen Beweglichkeit (Countermobility),
  • Sicherstellen von Schutz und Überleben (Survivability),
  • allgemeine Genieaufgaben (General Engineering)
  • und Katastrophenhilfe (Disaster Relief, vgl. auch Rettungstruppen).

Die Genietruppen bestehen in der Armee XXI aus folgenden Formationstypen:

  • Geniebataillon (G Bat)
  • Pontonierbataillon (Pont Bat)
  • Motorbootkompanie (Mot Boot Kp)
  • Ingenieurstab (Ing Stab)
  • Panzersappeurbataillon (Pz Sap Bat)
  • Flugplatzsappeurkompanie (Flpl Sap Kp)
  • Armeetaucher[3] (C FB AT)

Armeetaucher[Bearbeiten]

Dienstanzug eines Genie-Unteroffiziers der Schweizer Armee mit Tauchschwimmer-Abzeichen

In der Schweizer Armee existierte von 1969 bis 1980 eine Einheit Tauchschwimmer.[4] Nach langer Pause ohne Armeetaucher wurden ab ca. 2008 wieder welche ausgebildet. Die Taucher-Kompanie besteht aus Berufs-, Zeit- und Miliz-Militär. Sie gehört den Genie- und Rettungs-Truppen an und sind keine Kampftaucher sondern Einsatztaucher, mit den nachfolgenden Aufgaben[3]

  • Erkundungen unter Wasser für die Genietruppen durchführen
  • suchen und bergen von Personen, Material und Munition im Wasser
  • Unterwasserarbeiten für die Armee oder Polizei ausführen
  • andere Truppen beim Sicherungs- und Rettungsdienst am und auf dem Wasser unterstützen
  • Unterwasserkontrollen an militärischen Infrastrukturen ausführen
  • Wasserausbildung anderer Truppen unterstützen
  • Verstärkung der Polizei und Grenzwache, falls die polizeilichen Einsatztaucher personell an die Grenzen stoßen.

Voraussetzung um Armee-Einsatztaucher zu werden, ist neben einer abgeschlossen Rekrutenschule (beliebiger Truppengattung), eine sehr gute körperliche Verfassung und mindestens eine CMAS**- oder äquivalente Brevetierung als Sporttaucher. Umteilungswillige Armeeangehörige werden zuerst ausführlichen sportlichen Tests unterzogen, um die körperliche Belastbarkeit festzustellen. Als Zweites werden die Fähigkeiten im Schwimmen, Apnoe- und Gerätetauchen getestet. Erreicht der Armeeangehörige bei diesen Tests zufriedenstellende Ergebnisse, so wird er umgeteilt und danach zum Armeetaucher-Grundkurs und Spezialisierungswochen aufgeboten.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reglement 52.031 d, Seite 17, 83 (PDF; 870 kB)
  2. Infobulletin 2007 (PDF; 1,1 MB)
  3. a b Armeetaucher, Schweitzer Armee, zugegriffen: 5. September 2012
  4. Die Schweizer Tauchschwimmer auf tauchschwimmer.ch
  5. Werde Einsatztaucher in der Armee, Schweitzer Armee, zugegriffen: 5. September 2012