Geniza

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Eine Geniza [geˈniːza], im Deutschen meist Genisa geschrieben[1] (hebr. גניזה gənīzā, pl.: Genizoth; mit der Bedeutung: Lager, Depot, Speicher), ist ein manchmal vermauerter Hohlraum zur Aufbewahrung verbrauchter jüdischer liturgischer Schriften. Hier wurden nicht mehr lesbare Torarollen oder andere Texte, die man nicht mehr benutzte, verschlossen abgelegt. Texte, die das Tetragrammaton (JHWH) oder andere Bezeichnungen Gottes enthalten, dürfen nicht einfach weggeworfen werden. So haben wichtige Schriftstücke der jüdischen Liturgie und der jüdischen Geschichte überdauert. Hinzu kamen zahlreiche profane Schriften überwiegend in judäo-arabischer Sprache.

Geniza der Ben-Esra-Synagoge in Kairo[Bearbeiten]

Die wohl berühmteste Geniza befand sich in Kairo und wurde 1890 bei einer Renovierung der Ben-Esra-Synagoge entdeckt, die nach ihrer Zerstörung unter dem Fatimidenkalifen Al-Hākim bi-amri ʾllāh († 13. Februar 1021) im Jahre 1025 wiederaufgebaut worden war.[2] In einem abgesonderten Hohlraum unter dem Dach, der nur über eine Leiter zu erreichen war, fanden sich während der letzten Renovierungsarbeiten rund 200.000 Schriftstücke ab dem Jahr 800, wie beispielsweise Das Buch der Weisheit (Altes Testament) in hebräischer Sprache oder die berühmte Damaskusschrift, deren Teile später auch in Qumran gefunden wurden, eine jiddische Handschrift mit dem Fragment einer deutschen Heldensage (Dukus Horant), Heiratsurkunden und weitere profane Briefe, die über die Belagerung Jerusalems (Kreuzzüge) aus der Sicht der damaligen jüdischen Bevölkerung Auskunft geben. Der Raum, der nur durch eine Luke zu erreichen war, ist vom 11. bis zum 19. Jahrhundert offenbar nie geleert worden, während die hinterlegten Bestände anderer Synagogen von Zeit zu Zeit feierlich "beerdigt" worden sind.[2] Auf dem Friedhof, in den sogenannten Basātīn (Gärten), in der Nähe der Ben-Esra-Synagoge, sind weitere Bestände entdeckt worden.

Das Wissen um die Existenz der Kairoer Geniza begann sich seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Westen zu verbreiten. 1752 besuchte Simon von Geldern, ein Großonkel von Heinrich Heine, Ägypten und vermerkte in seinem Tagebuch, er sei in der Synagoge Elias gewesen und habe die dortige Geniza durchsucht. Auf seiner zweiten Nahostexpedition (1863–65) besuchte der karäische Reisende und Manuskriptsammler Abraham Firkowitsch (1787–1874) aus Russland im Jahre 1864 unter Begleitung des Oberrabiners Elias Israel Shirizly die Ben-Esra-Synagoge. Er durchsuchte die dortige Geniza und brachte zahlreiche wertvolle Manuskripte an seinen Wohnort Çufut Qale auf der Krim, von wo sie 1876, zwei Jahre nach seinem Tod, an die Russische Nationalbibliothek in St. Petersburg verkauft wurden und dort bis heute mit über 10.000 Exemplaren den weltweit größten und bedeutendsten Bestand an judäo-arabischen Manuskripten bilden.[3] Etwa zur selben Zeit, im Spätsommer 1864, hat der Gelehrte Jakob Saphir aus Jerusalem zwei Tage in der Synagoge verbracht und den desolaten Zustand des Geniza Raumes kurz beschrieben. Dessen Dach war eingebrochen, die schriftlichen Materialien mit Staub und Steinen bedeckt. Der Inhalt der Materialien konnte jedoch nicht genau geprüft werden.[4] Die für die wissenschaftliche Forschung bedeutende Entdeckung ist mit dem Namen von Solomon Schechter verbunden. Er kam im Dezember 1896 in Kairo an; nach seiner Bekanntschaft mit dem Kairoer Oberrabbiner Raphael Aaron Ben Shimʿon (1848–1928), der Schechter bat, den Materialienbestand zur Konservierung nach Cambridge zu überführen, hatte er uneingeschränkten Zugang zu der Sammlung der Synagoge und durfte von dort beliebige Mengen mitnehmen.[5] Eine der bedeutendsten Entdeckungen war damals die Identifizierung zahlreicher Fragmente aus dem Buch von Simeon ben Jeshua Ben Eleazar, die die Forschung über Jahrzehnte beschäftigen sollten.[6]

Die Originale der Kairoer Geniza sind heute verstreut; zum Beispiel (allein etwa 110.000) in der Taylor-Schechter Sammlung der Universitätsbibliothek Cambridge, in der Princeton University, wo Prof. Mark R. Cohen (Near Eastern Studies Department) federführend zum Thema forscht, in der Bodleian Library in Oxford und in Sankt Petersburg. David Kaufmann († 1899) erwarb rund 700 Stücke aus dem Kairoer Bestand, die nach seinem Tod durch Schenkung der Familie in den Besitz der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften gelangten.[7] Der amerikanische Semitist und Professor für Rabbinische Literatur Richard Gottheil beschrieb mit William H. Worrell die in der Freer-Collection (Washington D. C.) erhaltenen Geniza-Fragmente.

Fragmente aus dem Bestand hat der deutsche Orientalist Eugen Mittwoch im Jahre 1899 erworben. Mit Ausnahme der liturgischen Texte und einiger Gedichte sind die Schriftstücke in der Kairoer Geniza in arabischer Sprache, aber mit hebräischen Buchstaben abgefasst.[8] Eines dieser von E. Mittwoch erworbenen Fragmente handelt auf vier Seiten über die Unzulässigkeit der Beschäftigung mit der Wissenschaft. Die Abhandlung entstand nach der Schaffungsperiode von Maimonides, über den und dessen Vater der anonyme Verfasser einige Bemerkungen macht.[9]

Die Kairoer Geniza hat ganz entscheidend zum Verständnis sowohl der mittelalterlichen jüdischen Geschichte als auch der wissenschaftlichen Erschließung des Judäo-Arabischen und zur Kenntnis der Kultur des Mittelmeerraumes beigetragen. Es ist das Verdienst des Orientalisten Shlomo Dov Goitein, mit seinem fünfbändigen Werk A Mediterranean Society diese wichtigen Materialien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu haben.

Nicht nur die Sprache der meisten profanen Geniza-Texte ist arabisch; auch Stil und Aufbau vieler Bittschriften, der sogenannten „Bettlerbriefe“[10] sind dem entsprechenden Schrifttum arabischer Bittsteller der Fatimidenzeit entlehnt worden: a) Vorstellung, b) Basmala, in aramäischer Sprache: bi-shmakh raḥmanā, c) Segenswünsche für den Herrscher; Ausdruck der Unterwerfung: der Diener / Dein Sklave küsst den Boden, d) Einleitung, e) Antrag / Bitte, f) Hinweis, dass die Entscheidung allein beim Herrn / Herrscher liegt, g) Abschluss.[11] Es liegen auch Schreiben vor, in denen die islamische Basmala in arabischen Buchstaben, einmal auch in hebräischen Buchstaben, erscheint. Diese Dokumente gehen auf die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts zurück.[12]

Struktur und Aufbau dieser Bittschriften und Petitionen sprechen für eine im 12. und 13. Jahrhundert anerkannte Praxis der Bittsteller, um dadurch in ihren Notsituationen auf die Wohltätigkeit von Einzelpersonen oder von Gemeinden appellieren zu können. Sie sind mit den sog. „Schnorrerbriefen“, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts in Mittel- und Osteuropa aufgekommen sind, nicht gleichzusetzen.[13]

Ein Wörterbuch der Materialien in der Geniza in arabischer Sprache nach Goiteins A Mediterranean Society haben die deutschen Orientalisten Werner Diem und Hans-Peter Radenberg im Jahre 1994 herausgegeben (siehe Literatur). Den Forschungsstand bis 1964 hat Shaul Shaked von der Hebräische Universität Jerusalem bibliographisch erfasst.

Genizafunde in Deutschland[Bearbeiten]

In den letzten Jahren sind vor allem im süddeutschen Raum – und hier insbesondere in Franken – Genizafunde aus ehemaligen Synagogengebäuden geborgen worden. Eine der umfangreichsten fränkischen Genizoth befindet sich im Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim. Die Veitshöchheimer Geniza befand sich im Dachboden der ehemaligen Synagoge von Veitshöchheim und wurde etwa von 1730 bis 1900 belegt. Zahlreiche Drucke und Handschriften sind älter, was auf eine lange Verwendung der Texte schließen lässt. Der schriftliche Bestand setzt sich aus religiösen Schriften wie Bibeln, Gebetbüchern, Einzelgebeten oder rabbinischen Auslegungen aber auch aus nichtreligiöser Literatur wie Märchen, Erbauungsliteratur oder historischen Abhandlungen zusammen.

Die Literatur, die in der Veitshöchheimer Geniza gefunden wurde, ist hauptsächlich in hebräischer, jiddischer oder deutscher Sprache verfasst. Etwa ein Drittel der Texte ist in Hebräisch geschrieben, ein weiteres Drittel in Jiddisch. Einige deutsche Texte sind mit hebräischen Buchstaben geschrieben.

Neben den Druckwerken, zu denen noch Buchstabiertafeln, Lehrbücher der hebräischen Sprache, Taschen- und Wandkalender gerechnet werden müssen, auch Texte in deutscher Sprache (Zeitungen), gibt es auch einen größeren Teil handschriftlicher Texte. In der Mehrzahl handelt es sich um Briefe, rabbinische Gutachten, Quittungen, Rechnungen oder private Aufzeichnungen wie Notizbücher.

Auch Textilien wie etwa Torawimpel, Tefillinbeutel, Gebetsmäntel, Kippot und weitere Kopfbedeckungen und Kleidungsstücke oder Schuhe wurden gefunden.

Die Veitshöchheimer Geniza kann wegen ihres Umfangs durchaus exemplarisch für andere Fundorte in Süddeutschland stehen. Die Bedeutung liegt vor allem in ihrem komplexen Bestand, der eindeutig einem bestimmten soziokulturellen Umfeld zugeordnet werden kann. Weiterhin ist eine Datierung und zeitliche Einordnung durch Baudaten des jeweiligen Fundortes recht gut möglich. Das zeigen auch andere Genizafunde aus Franken wie die aus Urspringen, Westheim bei Hammelburg, Altenschönbach, Memmelsdorf oder Mönchsroth.

Im 1998 eingerichteten Genizaprojekt Veitshöchheim wurden bisher alle zugänglichen Genizafunde aus unterfränkischen Synagogen gesichtet und inventarisiert. Abgeschlossen ist die Inventarisierung der Genizoth von Urspringen (Lkr. Main-Spessart), Altenschönbach (Lkr. Kitzingen), Memmelsdorf (Lkr. Hassberge), Wiesenbronn (Lkr. Kitzingen), Kleinsteinach (Lkr. Hassberge), Goßmannsdorf am Main (Lkr. Würzburg) und Gaukönigshofen (Lkr. Würzburg). Im Anschluss daran wurde das Projekt auf Oberfranken ausgeweitet: Abgeschlossen sind hier die Bergung und die Inventarisierung der erst im November 2009 in der Synagoge Bayreuth entdeckten Geniza sowie die Inventarisierung der sehr umfangreichen Geniza von Reckendorf und der beiden kleineren Funde aus Lichtenfels und Altenkunstadt.

Einen der umfangreichsten Funde der letzten Jahre stellt die Genisa Niederzissen im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz dar. Die Funde werden am Lehrstuhl für Judaistik an der Johannes-Gutenberg Universität [[1]] zusammen mit den Funden aus den Genisot der alten Synagogen von Alsenz (Lkr. Ahrweiler) [[2]] , Weisenau (Mainz) [[3]] und Bruttig (Lkr. Cochem-Zell) [[4]] erschlossen.

Verborgenes Handschriftenerbe in Einbandfragmenten[Bearbeiten]

Als „Genizat Germania“ wird ein neueres Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Lehnardt an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz bezeichnet, in dem hebräische Einbandfragmente in deutschen Archiven und Bibliotheken katalogisiert werden. Obwohl es sich dabei nicht um eine Geniza im eigentlichen Sinne handelt, lassen die zu erwartenden Ergebnisse doch Schlüsse „über die Zusammensetzung der ‚Bibliothek‘ des ashkenazischen Judentums am Ausgang des Mittelalters“ zu. Vergleichbare Projekte gibt es in anderen europäischen Ländern; hervorzuheben ist die „Ghenizà italiana“, die seit den frühen Achtzigerjahren unter der Leitung von Mauro Perani (Universität Bologna) erforscht wird.

Geniza-ähnliches Schrifttum im Islam[Bearbeiten]

Die sorgfältige Hinterlegung nicht mehr lesbarer Schriften, die „außer Gebrauch“ sind, ist auch im islamischen Kulturraum bekannt. Davon betroffen sind vor allem alte Koranexemplare oder Teile davon, aber auch juristische Schriften, die geachtete Texte, wie Hadith, Tafsīr (Koranexegese), in denen die Namen Gottes, der Propheten und Engel enthalten sind. Der türkische Gelehrte Muḥammad ibn Ḥamza al-Kūzal-Ḥiṣārī, bekannt als Güzelhisari († 1704), der ausschließlich in arabischer Sprache schrieb,[14] verfasste im Jahre 1697 eine Fatwa mit der Absicht, nach älteren Quellen aus dem 13. und 15. Jahrhundert die Regelungen zur islamrechtlich korrekten Hinterlegung nicht mehr benutzbarer Bücher zusammenzufassen. Neben Koranexemplaren (maṣāḥif) erwähnt er im Allgemeinen auch religiöse Schriften (kutub ad-dīn – Bücher der Religion).

Gemäß seinem zusammenfassenden, an der ḥanafitischen Rechtsschule orientierten Gutachten ist es zulässig, nicht mehr verwendbare Schriften zu verbrennen, nachdem man darin den Gottesnamen und die Namen der Engel und Propheten getilgt hat. Bevorzugt wird allerdings die Reinigung der Schriften in fließendem Wasser und ihre Hinterlegung, in reinen Tüchern eingewickelt, in einem Grab, das unterirdisch seitlich noch eine Nische (laḥd) hat. Die Verbrennung von Koranexemplaren wird durch die Überlieferte Praxis des dritten Kalifen ʿUṯmān ibn ʿAffān in der Rechtslehre nur geduldet. Wahrscheinlich bereits im frühen 8. Jahrhundert vertraten medinensische Autoritäten des Hadith und Fiqh die Ansicht, nicht mehr brauchbare Koranexemplare zu verbrennen. Einige Nachrichten darüber hat Ibn Abī Dāwūd as-Sidschistānī († 929),[15] der Sohn von Abū Dāwūd as-Sidschistānī, im letzten Kapitel seines Kitāb al-maṣāḥif zusammengestellt.[16] War der Inhalt des Buches, wie Tora oder Indschil, unbekannt, konnten die Blätter nach der Löschung des Textes als Palimpsest wieder verwendet werden.[17]

Der ägyptische Gelehrte as-Suyūtī († 1505)[18] erwähnt in seinem al-Itqān fī ʿulūm al-Qurʾān in diesem Zusammenhang, dass der Kalif Koranexemplare (maṣāḥif) verbrennen ließ, die abrogierte Koranverse und Lesarten (āyāt wa-qirāʾāt mansūḫa) enthielten. Es ist wiederum nicht zulässig (lā yaǧūzu), Koranexemplare, oder Blätter davon zu zerreißen, weil dadurch Buchstaben voneinander getrennt werden, was der Verachtung des Geschriebenen (d. i. des Gotteswortes) gleichkommt.[19]

Nach der Lehre der Hanafiten und Hanbaliten erfolgt das Vergraben von Koranexemplaren, die nicht mehr lesbar sind, genauso, wie die Beisetzung von Muslimen. Hierbei greift man in der Traditionsliteratur auf die alte Praxis eines Schülers von ʿAbd Allāh ibn ʿAbbās († 688), Abū l-Ǧauzāʾ,[20] zurück, der einen durch Feuchtigkeit zerstörten Koran in seiner Privatmoschee in Medina vergraben haben soll. Dabei folgte er der überlieferten Tradition, dernach schon der Kalif ʿUṯmān ibn ʿAffān († 656) Koranexemplare zwischen dem Prophetengrab und dem Minbar, an der heiligsten Stelle der Prophetenmoschee,[21] vergraben haben soll.[22] Das Vergraben nicht mehr verwendbarer Koranexemplare wird auch von Ibn Taimīya († 1328) in seiner Rechtsgutachtensammlung, al-Fatāwā al-kubrā empfohlen.[23]

Das Vergraben von nicht mehr benutzbaren heiligen Büchern ist im übrigen auch in vielen jüdischen Gemeinschaften bis in die Gegenwart bekannt.[24]

Güzelhisārī untersagt in seiner Fatwa, Koranblätter, die nicht mehr benutzt werden können, als Einband, oder als eine Art Schutz für andere Codices zu verwenden. Dies spricht dafür, dass eine solche Praxis spätestens zu seiner Zeit nicht unbekannt gewesen sein dürfte.[25] Bereits der andalusische Koranexeget al-Qurṭubī, Muḥammad ibn Aḥmad ibn Abī Bakr († 1273 in Oberägypten) verweist in der Einleitung zu seinem monumentalen al-Ǧāmiʿ li-aḥkām al-Qurʾān auf diese Praxis in einem eigens für die Heiligkeit (ḥurma) des Korans gewidmeten Kapitel:

„Zur Heiligkeit des Korans gehört auch, dass man das abgenutzte und verfallene Blatt (daraus) nicht zum Schutz von Büchern verwendet. Denn das ist eine gemeine Untat; vielmehr wischt man das Blatt mit Wasser ab.“[26]

Dagegen wird die Verwendung abgenutzter Blätter zum Schutz anderer Schriften, auch zum Zwecke des Einbandes, von einigen Gelehrten erlaubt. Allerdings kommt es auf den Inhalt des verwendeten Materials und des zu schützenden Buches an; Blätter mit historischem Inhalt und Kommentaren können zum Schutz von Koranen, Büchern der Koranexegese und des Fiqh verwendet werden, nicht aber Blätter aus der schönen – profanen – Literatur.[27]

Literatur[Bearbeiten]

Kairoer Geniza[Bearbeiten]

  • Joshua Blau, Stefan C. Reif (Hrsg.): Genizah research after ninety years. The case of Judaeo-Arabic. University of Cambridge Press, Cambridge 1992.
  • Moshe Gil: Documents of the Jewish pious foundations from the Cairo Geniza. Brill, Leiden 1976 .
  • Mark R. Cohen: Poverty and charity in the Jewish community of medieval Egypt. Princeton University Press 2005.
  • Solomon Dob Fritz Goitein: A Mediterranean Society, Band 1; The Jewish communities of the Arab world as portrayed in the documents of the Cairo Geniza, 6; University of California Press, Berkeley, Los Angeles 1967–1968; ISBN 0-520-03265-9, S. 1ff
    • dass. in einem Bd.: University of California Press, Berkeley, Los Angeles, London 1999, ISBN 0-520-21734-9.
  • Solomon Dob Fritz Goitein, Norman A. Stillman (Hrsg): Studies in Islamic History and Institutions. Kap. 14: The Documents of the Cairo Geniza as a Source for Islamic Social History. S. 279ff. Brill, Leiden 2009.
  • Solomon Dob Fritz Goitein: Art. Geniza, in: The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Bd. 2 (1991), S. 987–989.
  • N. Allony: Geniza Fragments of Rabbinic Literature, Mishna, Talmud and Midrash, with Palestinian Vocalization. Jerusalem 1973 (hebräisch).
  • N. Allony: Genizah etzel ha-yehudim. In: Sinai 89 (1976), S. 193–201.
  • Richard J. H. Gottheil, William H. Worrell: Fragments from the Cairo genizah in the Freer collection. London / New York. Macmillan and Co. 1927. (Digitalisat UB Frankfurt)
  • Stefan C. Reif: A Jewish Archive from Old Cairo. Curzon, Richmont 2000, ISBN 0-7007-1312-3
  • Stefan C. Reif, Shulamit Reif (Hrsg.): The Cambridge Genizah collections: their contents and significance. Cambridge University Press, Cambridge 2002.
  • Werner Diem und Hans-Peter Radenberg: A Dictionary of the Arabic Material of S. D. Goitein’s A Mediterranean Society. Harrassowitz, Wiesbaden 1994 (siehe dazu : Joshua Blau: Werner Diem and Hans-Peter Radenberg, A Dictionary of the Arabic Material of S.D. Goitein’s A Mediterranean Society, in: Jerusalem Studies in Arabic and Islam 19 (1995) 287–295).
  • Simon Hopkins: The discovery of the Cairo Geniza(in Honour of A. M. Lewin Robinson). In: Bibliophilia Africana 4 (1980), S. 137–178.
  • Joseph Sadan: Genizah and Genizah-like practices in Islamic and Jewish traditions. In: Bibliotheca Orientalis 43 (1986), S. 36–58.
  • Shaul Shaked: A tentative bibliography of Geniza documents. The Hague 1964.
  • Monica Strauss: Seehandel: Arabien und Indien. Zwischen Kairo und Mangalore. In: Aufbau. Schwerpunktthema: Mythos Seidenstrasse. Spurensuche: Der Beginn der Globalisierung. Nr. 7/8, Juli/Aug. 2010. S. 19–21 – Mit weiteren Art. über Benjamin von Tudela, die Seidenweberei, u. a. In Deutsch, Abstract in Englisch (über die Rolle Shlomo Dov Goiteins bei der Erforschung der Genizah, sowie über Amitav Ghosh)

Genizafunde in Deutschland[Bearbeiten]

  • Martina Edelmann: Die Genisa der Synagoge von Veitshöchheim. In: Depotfunde aus Gebäuden in Zentraleuropa. Bamberger Kolloquium zur Archäologie des Mittelalters, Berlin 2005, 147ff.
  • Martina Edelmann: Geschichte(n) vom Dachboden. Genisa-Funde aus fränkischen Synagogen, in: Folia in memoriam Ruth Lindner collecta, Dettelbach 2010, 199ff.
  • Martina Edelmann, Elisabeth Singer, Beate Weinhold: Die Genisa von Bayreuth – Entdeckung und Bergung. In: Jüdisches Bayreuth, Bayreuth 2010, 42ff.
  • Martina Edelmann, Elisabeth Singer, Beate Weinhold: Die Lichtenfelser Genisa. In: Die Lichtenfelser Synagoge, Lichtenfels 2011, S. 42ff.
  • Andreas Lehnardt: Die Geniza der Synagoge Weisenau – Verborgenes jüdisches Erinnerungsgut wiederentdeckt, in: Joachim Schneider / Matthias Schnettger (Hg.), Verborgen – Verloren – Wiederentdeckt. Erinnerungsorte in Mainz von der Antike bis zum 20. Jahrhundert, Darmstadt, Mainz 2012, S. 84-95.
  • Andreas Lehnardt: Die Genisa von Alsenz – ein lange verborgener Schatz befindet sich nun im Landesarchiv Speyer, in: Unsere Archive. Mitteilungen aus den Rheinland-Pfälzischen und Saarländischen Archiven 57 (2012), S. 51-52.
  • Martin Przybilski: Zu einigen jiddischen Fragmenten aus der Veitshöchheimer Genisa. Aschkenas 11, 2001, 233ff.
  • Elisabeth Singer: Die Geschichte vom Fischer und seinem Sohn. In: Bayerische Blätter für Volkskunde 33/34, Würzburg 2006/07, 18ff.
  • Elisabeth Singer: Sulzbacher Drucke in süddeutschen Genisafunden. In: Johannes Hartmann (Hrsg.): Ehemalige Synagoge Sulzbach, Festschrift zur Eröffnung am 31. Januar 2013. Sulzbach-Rosenberg 2013, 193ff.
  • Erika Timm: Yiddish Literature in a Franconian Genizah. Jerusalem 1988
  • Anette Weber, Evelyn Friedlander: Mappot – gesegnet, der da kommt. Das Band jüdischer Tradition. Ausstellungskatalog, Osnabrück 1997, ISBN 3-929979-38-1
  • Falk Wiesemann (Hrsg.): Genisa – verborgenes Erbe der deutschen Landjuden. Ausstellungskatalog, Bertelsmann, München 1992, ISBN 3-570-10501-6
  • Falk Wiesemann (Hrsg.): Zeugnisse jüdischen Lebens in Niederzissen. Genisa-Funde in der ehemaligen Synagoge. Kultur- und Heimatverein Niederzissen, Niederzissen 2012, ISBN 978-3-00-039493-5

Verborgenes Handschriftenerbe in Einbandfragmenten[Bearbeiten]

  • Andreas Lehnardt / Judith Olszowy-Schlanger (Hrsg.): Books within Books. New Discoveries in Old Book Bindings, European Genizah: Texts and Studies 2, Leiden, Boston: Brill 2014 ; ISBN 978-90-04-25849-5
  • Andreas Lehnardt (Hrsg.): ‘Genizat Germania’. Hebrew and Aramaic Binding Fragments from Germany in Context, European Genizah: Texts and Studies 1, Leiden, Boston: Brill 2010; ISBN 978-90-04-17954-7
  • Andreas Lehnardt: Verborgene Schätze in Bucheinbänden. Hebräische und aramäische Handschriftenfragmente als Quelle jüdischer Kultur; in: Kirchliches Buch- und Bibliothekswesen. Jahrbuch 2007/08, S. 89–100; ISSN 1617-4674

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Geniza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beide Schreibweisen sind laut Duden üblich, empfohlen wird Genisa (Duden online)
  2. a b Heinz Halm: Die Kalifen von Kairo: die Fatimiden in Ägypten 973–1074. S. 130. Verlag C. H. Beck. München 2003
  3. Yehoshua Horowitz / Menahem Ben-Sasson in: Encyclopaedia Judaica, 2nd edition, Artikel Genizah, Cairo, S. 462
  4. S. D. Goitein (1967–1968), Bd. 1. S. 395. Anmerkung 3.
  5. Stefan C. Reif: A Jewish archive from old Cairo: the history of Cambridge University’s Genizah Collection. Cruzon Press 2000. S. 78–79
  6. Pancratius Cornelis Beentjes: The book of Ben Sira in modern research: proceedings of the first international Ben Sira conference 28–31 July 1996. de Gruyter, Berlin, New York 1997. (Beihefte zur Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft. Band 255)
  7. Max Weisz: Katalog der hebräischen Handschriften und Bücher in der Bibliothek des Prof. Dr. D. Kaufmann. Frankfurt am Main 1905. M. S. Löwinger: Report on the Hebrew Mss in Hungary with special regard to the Hungarian fragments of the Cairo Genizah. In: Actes du XXIe Congrès International des Orientalistes. Paris 23–31 Juillet 1948. Paris 1949. S. 117–123; Solomon Dob Fritz Goitein: A Mediterranean Society …, Band 1. S. 3
  8. Mark R. Cohen: On the interplay of Arabic and Hebrew in the Cairo Geniza letters. In: Jonathan P. Decter, Michael Chaim Rand (Hrsg.): Studies in Arabic and Hebrew letters: in honor of Raymond P. Scheindlin; Gorgias Press 2007; S. 17–36
  9. Eugen Mittwoch: Ein Genīza-Fragment. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG), Bd. 57 (1903), S. 61ff
  10. Alexander Scheiber: Beggars’ Letters from the Geniza In: Alexander Scheiber: Geniza Studies. Georg Olms Verlag, Hildesheim 1981. S. 75–84
  11. Geoffrey Khan: The historical development of the structure of medieval Arabic petitions. In: Bulletin of the School of Oriental and African Studies (BSOAS) 53 (1990, S. 8–30. (Digitalisat bei JSTOR)
  12. Mark R. Cohen: Four Judaeo-Arabic petitions of the poor from the Cairo Geniza. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam (JSAI), 24 (2000), S. 446–471; hier S. 450, Anm. 13. – Weitere Dokumente hat bereits Samuel Miklos Stern (1920–1969) untersucht und publiziert: Three petitions of the Fatimide period. In: Oriens 15 (1962), S. 172–209.
  13. Mark R. Cohen: The voice of the poor in the Middle Ages: an anthology of documents from the Cairo Genizah. (Introduction). Princeton University Press 2005; ders.Poverty and charity in the Jewish community of medieval Egypt. (S. X–XI). Princeton University Press 2005.
  14. Carl Brockelmann: Geschichte der arabischen Litteratur, Band 2, S. 437. Brill, Leiden 1949. – Güzelhisar ist eine weitere Bezeichnung für die Ortschaft Aydın bei Izmir
  15. Fuat Sezgin (1967), S. 174–175
  16. S. 224. Beirut 1985. Vgl. den Quellenhinweis bei M. J. Kister in: Jerusalem Studies in Arabic and Islam (JSAI) 34 (2008), S. 329
  17. Kitāb al-maṣāḥif S. 224
  18. Carl Brockelmann: Geschichte der arabischen Litteratur. Bd. 2. S. 180ff; The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Band 9. S. 913
  19. Band 2. S. 344, Hrsg. Muḥammad Sālim Hāšim. Beirut 2003. Siehe: J. Sadan (1986), S. 51. Anm. 68
  20. aḏ-Ḏahabī: Siyar aʿlām an-nubalāʾ, Band 3; S. 371–372
  21. Die Bedeutung dieses Ortes wird im Hadith als angeblicher Prophetenspruch mehrfach hervorgehoben: „Was zwischen meinem Grab und meinem Minbar liegt, ist einer der Gärten im Paradies.“ (Siehe: A. J. Wensinck und J. P. Mensing: Concordance et Indices de la Tradition Musulmane. Brill. Leiden 1943. Bd. 2. S. 319–320)
  22. al-mausūʿa al-fiqhiyya. (3. Auflage. Kuwait 2003). Band 21. S. 21 (dafn al-maṣāḥif)
  23. Band 1. S. 304–305; Nr. 215 (Kairo 1908); J. Sadan (1986), S. 51. Anm. 70 als Nr. 213 nach der Ausgabe Kairo 1966
  24. Joseph Sadan (1986), S. 39. Anm. 8
  25. Sadan (1986), S. 46.
  26. al-Ǧāmiʿ li-aḥkām al-Qurʾān. Band 1, S. 50. Beirut 2006
  27. Joseph Sadan (1986), S. 51 und S. 56 (arab. Text)