Gennadios Scholarios

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mehmed II. und Gennadios Scholarios

Gennadios II. Scholarios (ursprünglich Georgios Scholarios) (* um 1405; † um 1473) war der erste ökumenische Patriarch von Konstantinopel (1454–1464) unter türkischer Herrschaft. Er war auch der führende griechisch-orthodoxe aristotelisch orientierte Theologe und Polemiker seiner Zeit.

Gennadios nahm 1438/39 am Konzil von Ferrara-Florenz teil und unterstützte zunächst die dort beschlossene Union mit der Westkirche. Nach seiner Rückkehr nach Konstantinopel wurde er aber zu einem der führenden Polemiker gegen die Kirchenunion. Wegen seiner antiwestlichen Haltung ließ Sultan Mehmed II. ihn nach der Eroberung Konstantinopels 1453 zum Inhaber des vakanten Patriarchenamts ernennen. 1456 legte er sein Amt nieder, ließ sich 1462 und 1464 aber noch zweimal kurzzeitig einsetzen. Danach zog er sich in ein Kloster in Makedonien zurück, wo er seine literarische Arbeit wieder aufnahm.

Er war ein Kenner der westlichen Philosophie und Theologie. Seine Kollegen bezeichneten ihn deshalb spöttisch als "den Latinisten". Er kommentierte aristotelische und neuplatonische Texte und verwendete sie im Unterricht.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Athanasios II. Patriarch von Konstantinopel
1454-1464
Joasaph I.