Geofencing

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Ein in einem Flottenmanagementsystem programmierter Geofence

Unter Geofencing (Kunstwort aus Geographie und fence [engl. = Zaun]) wird in der Telematik die Verbindung zwischen Geoinformationssystem, der Lokalisation der Objekte und aktiven Eingriffen verstanden, wenn das lokalisierte Objekt vordefiniertes Gebiet (innerhalb des gedachten Zauns) verlässt oder betritt.

Je nach Applikation kann die Lokalisierung über das Mobilfunksystem auf Funkzellenebene erreicht oder aus einem Navigationssatellitensystem gezogen werden. Sind scharfe Bereiche notwendig, so muss der Geofencing-Bereich mithilfe einer Kartenapplikation als Koordinatensammlung (Polygonierung, Polygonzug) definiert werden. Sind nur Bereiche abzugrenzen, so reichen Kreise um Koordinaten aus bzw. Zelleninformationen (nur in Näherung Kreise). Die Geofencing-Bereiche können je nach verwendetem System auch ferngesteuert ausgetauscht und aktiviert oder deaktiviert werden.

Anwendungen[Bearbeiten]

  • Überwachung des Einsatzgebietes z. B. beim Verleih von Baumaschinen, da die Entgelte davon abhängig sein können, oder als Diebstahlschutz[1]
  • Mietwagenfirmen, die die Benutzung ihrer Fahrzeuge nur im Inland zulassen (dafür reicht schon die Netzkennung des GSM-Netzes)
  • Korridor entlang einer geplanten Route für sicherheitsrelevante Anwendungen, z. B. Werttransporte
  • Erkennen, ob Checkpoints bei (zeit-)kritischen Transporten erreicht werden.
  • Wer sein Kind bei der Einhaltung z. B. des Schulwegs beobachten will, stattet es mit einem Sender aus. Z. B. ein Smartphone ortet diesen und navigiert bei Bedarf die Person dorthin, wo das Kind sich befindet.
  • Verirrte und orientierungslose Personen, z. B. Demenzkranke, können so aufgespürt werden.

Die davon abgeleiteten Aktionen können sich auf SMS-Alarme z. B. direkt an Sicherheitsorgane beschränken oder auch Eingriffe in das Fahrzeug (z. B. startet ein Mietfahrzeug dann nicht mehr) umfassen. Unter Umständen können diese Systeme zusätzlich auch durch externe Trigger, wie z. B. Neigungssensoren bei Motorrädern [2] aktiviert werden.
Je nach Komplexität der Aufgabe werden die Daten von dritten Dienstleistern erhoben und ausgewertet, was, insbesondere bei Personenüberwachung, mit zusätzlichen datenschutzrechtlichen Fragestellungen verbunden ist[3].

Grenzen der Technik[Bearbeiten]

Innerhalb von Gebäuden oder Fahrzeugen kann der GPS-Empfang gestört sein. Dies erschwert das Auffinden z.B. von gestohlenen Objekten, wenn sie in einem geschlossenen Lieferwagen transportiert werden, bzw. macht ein Auffinden sogar unmöglich. Auch der Einsatz von Störeinrichtungen kann den GPS-Empfang verhindern.
In Gebieten, in denen eine schwache Mobilfunkabdeckung herrscht, können die zum Geofencing verwendeten GPS-Tracker keine Positionsmeldungen mehr absenden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.sicherheit.info/SI/cms.nsf/si.ArticlesByDocID/1103327
  2. http://www.motorradonline.de/sonstiges/produkttest-gps-alarmanlagen-fuers-motorrad/396975
  3. http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/geofencing-und-datenschutz-big-mother-is-watching-you/